Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 16. März 2019, 14:25 
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Wohnort: Bern Schweiz
Hallo

Seit meinen beiden Reisen in 2014 und 2016 ( viewtopic.php?f=138&t=7484#p168536 ) geistert mir ja der Gedanke im Kopf rum:
sushi hat geschrieben:
Irgendwann möchte ich nochmal, aber dann mit dem Zelt.


Über die letzten 3 Jahre habe ich mir viele Gedanken zu Reisezeit/route, Camping und Feuchtigkeit bei Minusgraden gemacht, Ausrüstung besorgt und geplant.
Noch einmal so richtig kalt, man wird ja nicht jünger, Nordlichter fotografieren ist ein Muss auf der Reise, bis ans Nordkapp ein Traum den ich aber nicht auszusprechen wage...
Einfach mal los und schauen wie es so ist mit dem Camping und vor allem längere Zeit in der Kälte, vor allem der Übergang vom warmen Schlafsack bis zum Losfahren jeden Morgen.

Viel Erfahrung im Wintercamping habe ich nicht, erst eine Nacht beim Tauerntreffen 2015, da war es wohl leicht zweistellig im Minus.
Ich wollte über Weihnachten noch in die Berge um zu üben aber so richtig kalt wurde es in der Schweiz dieses Jahr nicht.

Was mir bei der einen Nacht am meisten auffiel gegenüber normalem Camping war der Umgang mit Wasser.
Dass alles gefriert weiss man ja aber wie das praktisch aussieht habe ich auch auf den ersten beiden Touren gesehen, am Abend im Lavabo Mandarinen auftauen ist ja im Zimmer gut machbar aber im Zelt nicht mehr.
Was für Nahrungsmittel funktionieren, ich kaufe normal im Supermarkt ein, will keine spezielle Hochgebirgsnahrung vom Outdoorladen?

Generell wollte ich nicht zuviel zusätzliche und teure Ausrüstung kaufen, möglichst was ich schon habe aufwerten und ergänzen.

Camping:
Für mein Hilleberg Saitaris habe ich einen zweiten Satz Gestänge gekauft falls es so richtig Schnee gibt, das ist dafür ausgelegt mit 2 Gestängen im Gestängetunnel, allerdings nicht die Originalen sondern die günstigsten von Outdoorladen.
Die mussten noch auf die richtige Länge zugeschnitten werden, als Schneehäringe habe ich 30cm lange Billighäringe aus Plastik genommen und ein Loch in der Mitte gebohrt und mit 0.5m Schnur verlängert.
Zur Exped Synmat habe ich noch eine Evazotte 19mm obendrauf, sollte dann für bis unter -30°C warm halten.
Bei einem Outlet habe ich einen sehr stark reduzierten Winterschlafsack gefunden, Mammut Ajungilak Denali 5 Season, der soll nach Papierdaten ein Komfortlimit von -17°C haben.
Er ist übergross und hat Platz für meinen alten Daunen/Synthetik mit dem ich bis -5°C komme. Zusammen sollte rechnerisch auch -30°C machbar sein.
Alles Theorie denn ich weiss nicht bis wie kalt ich kann...
Benzinkocher habe ich auch dabei.
Um Wasser flüssig zu halten 2 Thermosflaschen à 1l die ich noch mit Schaumstoff einkleide, erstens da die Leihgaben sind und zweitens hoffe ich noch etwas mehr Isolation zu errreichen.
Eine alter Armeespaten zum Schnee schaufeln kommt auch noch mit.
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Kleidung:
Für gute Sicht habe ich mir eine Kinderskibrille besorgt, nur die passt in den Schubert Helm, Heizvisir habe ich nicht.
Als Unterwäsche teure Merino Teile über die Jahre besorgt, schön verteilt tut es nicht so weh in der Brieftasche.
Sonst das selbe was ich bisher schon hatte, die Polokleider mit Protektoren darüber den Thermoboy von Polo.
Meine grösste Sorge war ja die Feuchtigkeit durch Schweiss, am Abend im Zimmer kann alles trocknen aber im Zelt gefrieren die Kleider.
Überlegt habe ich mir da das Prinzip der VBL (Vapor Barrier Liner) also Dampfsperre zu testen, das wird auf langen Wintertouren bei den feuchtigkeitsempfindlichen Daunenschlafsäcken angewendet.
Meine Idee ist über den Polokleider mit Membran den Regenschutz zu tragen, dann über alles den Thermoboy.
Das hat beim testen gut funktioniert, die Feuchtigkeit wird innen am Regenschutz gefangen, die Polokleider sind am ende des Tages nur aussen feucht.
Wie sich das dann im Zelt verhält konnte ich nicht testen, eine der grossen Unbekannten.
Für die Stiefel habe ich entweder 1x Merinosocken+Heizung oder 2x Merinosocken, falls das mit dem Laden der Akkus der Heizung wärend der Fahrt nicht funktioniert.
Zusätzlich habe ich aus alten Neoprensocken vom Tauchen noch eine weiter Isolationsschicht zwischen Stiefel und Spikeschuh.
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Reifen:
Da habe ich wieder einen Mitas C02 besorgt und vom letzten Reifen die Schraubspikes wiederverwendet, aussen die alten und innen die am besten erhaltenen.
Von den 240 Stück habe ich nur 40 neue gebraucht, weitere 40 neue und 40 alte kommen als Reserve mit, die kann ich bei Bedarf austauschen.
Der Vorderreifen der letzten beiden Touren kommt nicht mehr mit, könnte gehen aber will es nicht riskieren.
Erst wollte ich einen Enduroreifen ebenfalls mit den Schraubspikes bestücken aber zum einen sind die Stollen sehr schmal um die Schraubspikes von Hand genau in die Mitte zu setzen und zum anderen bräuchte ich über 300 Stück.
Da habe ich mich entschieden wieder einen vorgefertigten Spikereifen zu bestellen, vom gleichen Händler wie vor 5 Jahren. Muss daher wieder bei Schweinfurt vorbei.

Zug/Fähre:
Der grösste Risikofaktor bei den bisherigen Reisen war immer die Fahrt im Winter ohne Spikes, also von der Schweiz bis zu den Schneestrassen in Skandinavien.
Daher war meine Idee mit dem Zug durch Deutschland und dann die Fähre nach Finnland zu nehmen.
Den Zug habe ich ja bei beiden bisherigen Reisen je für einen Weg genommen, den anderen Weg fuhr ich aus kosten/logistischen Gründen.
Diesmal ging da nichts, der Autozug der als Nachfolger operiert fährt nur zu den touristisch interesannten Zeiten, nicht im Winter.
Die Fähre ist mit 160 Euro im geteilten 4er Abteil bezahlbar aber für 275 Euro im Einzelzimmer schon happig.
Kurzfristig wird da nichts billiger, ging bei meinen Testbuchungen eher Richtung 400Euro.
Habe dann nicht gebucht da ich Angst hatte Murphy könnte dazwischen funken und pudert Deutschland weiss zu und ich schaffe den Termin nicht.

Reisezeit:
Die erste Reise war nach Weihnachten 2014, da war gegen 10h Sonnenaufgang und um 15h wurde es langsam dunkel, das ist nicht so lustig wenn ich das Zelt nur mit Taschenlampe auf/abbauen muss.
Die zweite Reise war Anfang Februar 2016, da war schon deutlich mehr Sonnenlicht, obwohl es weiter im Norden ja noch eher dunkel wird.
Da ich aber nicht -30°C als Normaltemperatur möchte, habe ich nach langer Durchsicht der Klimatabellen Ende Februar bis Anfang März ausgesucht.
Die letzten beiden Winter habe ich regelmässig auf den Webcams geschaut wie lange die Schneestrassen noch schön weiss sind, und das ging bis Anfang April.
https://www.yr.no/kart/?spr=eng#lat=65. ... &proj=3575
https://www.vegvesen.no/trafikkinformas ... /Webkamera
https://liikennetilanne.tmfg.fi/?view=d ... ditionView
https://www.nordicweather.net/liikenne.php?en

Vor der Reise habe ich noch die alten Heidenau K60 SiO2 von der letzten Reise auf die XT660Z aufgezogen.
Stulpen und Kühlflüssigkeit noch erledigen, vor einen Jahr gabs den Ölwechsel auf 5W40, das sollte reichen.
Mit der XT660Z fuhr ich nach der letzten Wintertour 2016 im Juni des selben Jahres noch nach Island, dann stand das Bike ein Jahr lang nur rum bevor ich es dann abgemeldet habe.
Vor Weihnachten 2018 dann wieder eingelöst, Batterie geladen und das Teil startete anstandlos.
Leider kam auch gleich die Vorladung zur MFK (CH-Tüv), Motorräder älter als 5 Jahre müssen alle 2 Jahre vorgeführt werden.
Da ich wegen den vorbereiteten Anbauten für die Wintertour keine Diskussionen haben will, habe ich den Termin online auf die maximale Zeit verschoben, genau ein Tag nach der geplanten Heimkehr.

In der Woche vor Reisebeginn habe ich die Wettersituation genau beobachtet, die Eisstrassen sind am schmelzen, bis weit hoch zum Polarkreis tagsüber im einstelligen Plus Bereich.
Wo soll ich durchfahren?
Diese Gedanken werden mich auf der Fahrt durch Deutschland begleiten.

Am Sonntagnachmittag dem 17.02.2019 geht es endlich los.
Nach dem Packen am Samstag komme ich am Sonntagmorgen nicht so richtig in die Gänge, also ein Billighotel in Stuttgart buchen und los.

Montagmorgen geht es noch zum Globetrotter und eine Evazotte Matte kaufen. Die hatte ich zwar schon vor 2 Wochen für Hamburg bestellt aber da ging was schief mit der Bestellung weil ich keine EU Adresse habe.
Am Nachmittag komme ich endlich beim Reifenhändler an, muss nochmal zurück ins Dorf und Bargeld holen da er keine Karte akzeptiert.
So Autobahnfahren mit reifenschonenden 100 km/h ist nicht lustig, zu schnell für die LKW aber für die linke Spur zu langsam. Gut gibt es so viele Baustellen, da passt es mit der Geschwindigkeit.

Im Raum Kassel eine Pension gefunden, Tags darauf das selbe Spiel bis Hamburg, das Wetter ist bis auf leichten Regen in Hamburg recht schön.
Das Billighotel in Hamburg ist speziell, gebaut in ehemaligen Büroräumen über einem Getränkemarkt. Schon bei der Anfahrt überall Feuerwehr aber nirgends Rauch.
Kurz nach der Dusche klopft die Polizei an der Tür, ich soll sofort das Gebäude verlassen, es sei eine Bombe gefunden worden.
Hä?, hier im Hotel?, ich muss mich erst anziehen...
Nö, nicht im Hotel, 200m über die Strasse, Fliegerbombe. Gut für Eingeborene sicher normal, als Tourist sehr ungewohnt.
Also schnell anziehen und was essen gehen, nach 20h soll alles gut sein wird von den Beamten versichert.
So ist es dann auch, der Spuk geht ohne Rauch über die Bühne.

Also los, weiter auf der Autobahn Richtung Dänemarkt, heute will ich bis Schweden.
Die Fähre bei Puttgarden ist schon happig, 59 Euro, dann noch die Brücke nach Schweden für 28Euro.
Die Nachtfähre Kiel-Göteborg hätte ich für 125Euro buchen können und mir für das Geld 500km Autobahn und einen Reisetag/Hotelübernachtung sparen können.
In Schweden geht es dann direkt Richtung Karlstad. Ich habe mich für die Strecke/Gegend entschieden die ich schon von den vorherigen Reisen kenne.
Da erhoffe ich mir die besten Chancen für Eisstrassen, in den Wäldern wo es Schatten hat.
Bei Ljungby finde ich ein Wanderheim.

Das Wetter hat umgeschlagen, heute regnet es hier, weiter nördlich wie vorhergesagt schneit es aber nur um die 0°C also keine Schneestrassen, nur Matsch.
Ich fahre also um den Niederschlag herum Richtung Göteborg der Küste entlang und will dann nördlich dem See entlang nach Karlstad.
Dort will ich dann einen Mechaniker suchen der mir die Reifen wechselt.

Vor Göteborg wird der Regen so heftig dass ich nicht mehr mag, also wieder komisches Hotel gebucht.
Am nächsten Tag fahre ich früh los, es ist trocken aber die Strasse ist nass, kurz vor Karlstad wird es weiss in der Landschaft.
Trotz dem SiO2 habe ich kein gutes Gefühl beim fahren, komme aber gut in Karlstad an.
Schnell zu Yamaha, es ist schon nach 15h an einem Freitag, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Weder Yamaha noch der KTM Laden daneben haben heute noch Zeit, zuhause in der Schweiz hätte ich um die Zeit nicht mal gefagt.

Das Hotel in Karlstad ist direkt an der Fussgängerzone, das Bike kann ich aber paar 100m entfernt parken.
Im Parkhaus daneben finde ich ein Plätzchen wo ich die Reifen wechseln kann.
Ist einige Grad über Null und es zieht nicht, der Nachtwächter der vorbeikommt hat auch nichts dagegen, nach 3h ist alles erledigt und ich bin unter der Dusche.
Noch etwas essen gehen und dann ab morgen beginnt die eigentliche Winterreise.

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Samstag, es geht los auf den Spikes, ein komisches Gefühl bis ich mich wieder daran gewöhnt habe.
Schnell raus aus der Stadt und kleine Wege suchen die noch Schnee haben.
Für heute habe ich nichts gebucht, möchte endlich das Zelt aufbauen.
Leider ist nicht viel mit den Schneestrassen, immer wieder etwas weiss und dann wieder schwarz.
Habe mir wieder fest vorgenommen auf Teer nicht schneller als 60km/h zu fahren um die Spikes zu schonen.

Mögliche Campingplätze im Wald sind nur Matsch und Schlamm, da will ich mein Zelt nicht reinstellen.
Also mal wieder auf booking schauen was es an günstigen Unterkünften gibt.
Finde nahe Vidsand etwas, als ich heranfahre kommt mir das bekannt vor, hier war ich schon mal 2014.
Zur Sicherheit frage ich noch eine Frau die gerade mit ihrem Hund gassi geht ob ich hier richtig bin.
Sie sagt ja aber die Besitzerin sei in Stockholm... ich soll mal versuchen anzurufen, nach dem Gassigehen könne sie es auch noch versuchen.
Zum Glück kann sie die Besitzerin erreichen und hat auch einen Schlüssel und kann mich einchecken. Noch mal gut gegangen.

Heute finde ich mehr Strassen mit Schnee.
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Leider ist alles was noch an Schnee da ist kräftig am schmelzen.
Mit Camping wird das auch heute nichts, überall nur nass und nichts gefrohren.
Östlich von Särna finde ich eine nette Unterkunft, Autos mit Anhänger und Skiscooter stehen im Hof.

Heute ist Sonntag, auf den Skigebieten geht die Post ab, die Sonne scheint und es ist warm, zu warm.
Bei dem Wetter kann ich aber auch richtig die Landschaft geniessen, trotz offenem Visir keine kalte Nase.
Den Termoboy und das meiste an Kleidung bleibt in der Tasche hinten auf dem Bike, sieht schwer aus ist aber nur ein paar Kilo an Stoff.
Auf dem Sulz fährt es sich nicht gut, weder die Spikes noch die Stollen können richtig greifen.
Es ist wie fahren auf Schlamm, kein Spass.
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Gegen Abend erreiche ich Persasen, da habe ich eine kleine Hütte reserviert, auch hier war ich schon 2016.
Da bleibe ich dann 2 Nächte, muss mal eine Pause einlegen und umplanen.

So wie bisher komme ich nicht gut vorwärts, ab hier nördlich hat es nur die E45 und ein paar Seitenstrassen die aber nicht paralell dazu nach Norden laufen.
Die Aussicht auf Schneestrassen wird immer schlechter.
Seit einigen Tagen überlege ich wie weit ich komme bevor ich umdrehen muss und zurückfahre, alternativ könnte ich hochfahren so weit ich komme und dann lass ich das Bike stehen und fliege nach Hause, im Sommer komme ich dann wieder hoch und fahre weiter.
Wenn da nicht der MFK Termin wäre, also muss ich schauen was ich da machen kann.
Per Email kann ich alles organisieren, der MFK Termin kann ich stornieren lassen wenn ich das Nummernschild vorher hinterlege.
Beim Wiedereinlösen bekomme ich dann einen neuen Termin und habe genug Zeit nach Hause zu fahren.

Gut, die Möglichkeit besteht also, wie weiter ohne Schnee?
Die hinteren Spikes sind schon recht mitgenommen, da habe ich ja 80 Stück Ersatz.
Vorne sehe ich noch keinen Verschleiss und der letzte hielt ja 2 Reisen aus, sollte also noch etwas reichen.
Ich stelle mir eine Route möglichst abseits der E45 (mit 60 km/h bin ich und die anderen nicht glücklich) zusammen, einfach vorsichtig und langsam Richtung Norden und sollte es doch wieder Schneestrassen geben kann ich hinten ja Spikes wechseln.

In der Gegend Östersund bläst ein kräftiger Wind von den Bergen von Norwegen her, mit den Spikes auf Teer ist es nicht so einfach das Bike in den Wind zu legen.
Einmal bläst es mich glatt von der Strasse, da ich so langsam unterwegs bin passiert nichts.

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Heute kann ich die Heidenaus entsorgen, fährt sich leichter mit etwas weniger Gepäck.
Teils hat es Schneestrassen in den Wäldern aber auch die sind nur noch Matsch.
Die Gegend ist aber schön.

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Gegen Abend finde ich auf einer Schotterstrecke eine Kiesdeponie, idealer Platz zum Campieren.
Aber auch hier nur Pfützen auf dem Eis aber das wird schon gehen.
Die Nacht ist recht windig und warm, um Mitternacht ist es nur 0°C, im Zelt um die 4°C mit dem entsprechenden Kondenswasser auf allen Oberflächen im Zelt.

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Packen dauert etwas aber ich stand heute auch früh auf, mal sehen wie weit der Schnee auf der Piste noch hält.
Als alles verstaut ist und ich starten will schaue ich noch kurz über die Reifen und sehe die Katastrophe.
Der Vorderreifen hat massiv Zahnausfall.
Aber nicht wie beim Hinterreifen der ersten Reise mit ausgerissenen Stollen wo die Spikes fehlen, nein einfach bei 1mm ab Stolle glatt durchgebrochen.
Alles innerhalb von einem Tag, massive Materialermüdung.
Das habe ich nicht erwartet, der alte Vorderreifen der ja auch einige KM auf Teer hinter sich hat, verlor keine Spikes, die wurden nur dünner und leicht kürzer.

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Also was nun?
Weiter nach Norden bringt nichts, weiss nicht wie lange die letzten Spikes noch halten und Eis macht dann keinen Spass.
Teerfahren sollte gehen, also fahre ich mal zurück in die Zivilisation, rüber nach Trondheim.
Je mehr Spikes in der Mitte fehlen umso schwieriger wird das Fahren in den Kurven, denn die seitlichen Spikes sind noch da und einiges höher als die Stollen der Mitte.
Ersatzreifen kaufen sollte ich denn etwas finden oder von der Schweiz aus genug Schraubspikes zusenden lassen?
Was bringt das denn wenn die dann nach 500km eh wieder durch sind, Wetterbericht sieht nicht mehr nach Winder aus.
In Trondheim das Bike bis zum Sommer einlagern und heimfliegen?

Kurz ich entscheide mich dann das Bike, mit Hilfe vom Yamahahändler in Trondheim, einzulagern.
Irgendwie neue Reifen zu besorgen war mit dann zu teurer, einlagern und Flieger kommt ja sowiso dazu.
Ohne Spikes zurückfahren geht auch nicht, ist ja immer noch Winter und es hat immer wieder Eis auf dem Teer.
Mit der Hurtigrute und Autofähren bis Dänemark wäre machbar aber sehr teuer, teurer als Flug und Einlagern.

Irgendeine Tour im Norden buchen wäre auch noch was aber ich habe keine passenden Kleider, alles ist ausgelegt um nur auf dem Bike zu sitzen nicht wandern und bewegen.
Irgendwie habe ich aber auch genug von diesem verkappten Frühling hier oben.
Auch diese Reise hat wieder nur 14 Tage gedauert.
Am Abend vor dem Heimflug parken noch 2 Bikes mit Seitenwagen in Trondheim, sind Franzosen mit Autoreifen und kleinen Spikes.
Die haben wohl weniger Probleme mit den Strassen.

Also ab nach Hause...

(Tip zu meinen Videos, Ton ausschalten und auf YT irgendeine Musik abspielen die gefällt z.B. sowas oder sowas)





Fazit:
Es zeigt sich mal wieder, planen ist für die Katz, Murphy hat das Sagen.
Dass ich an der Kälte beim Campieren scheitern könnte war mit immer bewusst und ich habe einen Tourabbruch daher immer im Hinterkopf gehabt, soll ja Spass machen ist doch nur eine Urlaubsreise.
ABER!
Wer hätte gedacht dass eine Skandinavienreise wegen 20°C zu heiss und zu wenig Niederschlag in die Hose gehen könnte?

gruss sushi

_________________
2011-2013 Nord/Südamerika-Australien-Asien-Europa
http://www.youtube.com/user/MrXt660ztenere


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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 16. März 2019, 18:37 
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:Sl: aber mein Wetter wär das nicht. Bin zwar schon oft bei solchen Verhältnissen gefahren, aber da hat mich halt das Wetter kalt erwischt. Aber mit Absicht da rein? Brrrrrrr :Dy:
Trotzdem Respekt vor deinen Cojones. :mrgreen: :mrgreen:

_________________
Ich danke allen die zum Thema nichts konstruktives beizutragen hatten, aber trotz dem geschwiegen haben.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 16. März 2019, 18:49 
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Mensch sushi, alles, was Du machst - sei es mit dem mbd (muskelbetriebenes Dreirad) mit Anhänger durch Japan oder jetzt im Winter nach / durch Skandinavien wären jeweils Höchststrafen für mich.
Für dich ist's (wär's bei entsprechend kalter Witterung) Vergnügen.
Ich find das großartig.
Zeigt es doch, wie weit das Feld der Motorradfahrlust gesteckt ist - fast unendlich.
Was mich aber am meisten beeidruckt, sind Deine Überlegungen während der Fahrt und die Überlegungsresultate - und deswegen freu ich mich schon auf Deine nächste Nordlandtour, denn das Moped muss ja wieder nach Hause.
Wann immer Du das machst - ich wünsch Dir das für Dich optimale Wetter und trotzdem keine Mücken.

_________________
maxmoto
was ist was wert


>>Meine Reisebericht<<


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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 16. März 2019, 21:28 
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Genial erzählt. Die Filme hab ich noch nicht geschaut. Aber das Kopfkino war schon großartig :L :L
Danke fürs teilhaben lassen!

Gruß
Herbert aka Schippy


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 17. März 2019, 00:12 
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Beiträge: 3917
Wohnort: 86609 Donauwörth
Auch Deine Vorbereitungsphase fand ich sehr interessant... wie du mit relativ einfachen Mitteln der Kälte trotzen willst/wolltest.

Dass die Tour dann an zuviel Wärme scheitert... irgendwas is immer... ABER SOWAS... :Hilf:

Ich bin auch gespannt, wie es dann mal weiter geht.

Gruß Andreas

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 17. März 2019, 09:45 
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Beiträge: 723
Wohnort: 27211 Bassum
Moin,

Toll vorbereitet und eine wundervoll, außergewöhnliche und schräge Idee - genial <daf>

Schade das Dir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Mit Spikes aus Asphalt hört sich im Video echt fies an.....

Danke fürs erzahlen


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 17. März 2019, 19:18 
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Beiträge: 291
Wohnort: Bern Schweiz
Hallo

Danke für die Antworten. :P

Ja das Wetter hat mich diesmal voll erwischt, weiss nicht ob ich nochmal fahre.
Nordlichter sind ja immer noch offen, also im Winter muss ich nochmal hoch aber ob wieder mit einem Einspurfahrzeug?

Seitenwagen reizt mich überhaupt nicht, so ein ATV wäre noch was, aber ob ich sowas irgendwo mieten kann...
Skidoo geht wohl nur mit einer Tour, alleine abseits der Strassen ist mir zu gefährlich, davon habe ich keine Ahnung.
So ein WoMo mit kleiner Enduro wäre eigentlich genau das richtige um den Winter da oben zu geniessen. :L

In ein paar Jahren, in den 5xern muss ich ja auch noch Träume/Pläne haben.

gruss sushi

_________________
2011-2013 Nord/Südamerika-Australien-Asien-Europa
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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 18. März 2019, 09:09 
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Beiträge: 1479
Wohnort: Holzkirchen
Moin Sushi,

ich habe ja schon Berichte von Leuten gelesen, die im August nach Marokko oder Griechenland gefahren und denen es dann zu warm wurde ... :Mh:
Aber zu warm auf einer Wintertour, das ist mich ein Novum DD
Polarlichter würden mich auch reizen, aber sicher nicht vom Moped aus, brrrrrr
Ich stelle ebenfalls fest dass ich ein richtiger Warmduscher bin. ;)
Vielen Dank für die Impressionen, die sich sehr gut vom warmen Sofa genießen ließen :mrgreen:

Ciao Bernd

_________________
Jeder darf sagen was er denkt, vorausgesetzt er hat vorher gedacht.
Der Mensch tut gut daran, in öffentlichen Debatten nicht nur eine Meinung, sondern auch eine Ahnung zu haben. ;-)
Guckstdu barneys Abwege


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