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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 2. Juli 2016, 17:13 
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Ich hab mir auf meiner Seite einige Tips aufgeschrieben.

Auf die Idee bin ich gekommen, nachdem ich einige Reisende gerade verfolge.

Und ich bin teilweise doch etwas erstaunt, wie wenig man sich eigentlich um die Vorbereitung am Motorrad Gedanken macht.
Da wird ewig wegen dem Gepäck überlegt, und dann teilweise auch viel zu viel eingepackt und das Gewicht hochgetrieben.

Dann brechen unterwegs Radnaben, Radlager, Kofferträger und Stoßdämpfer wegen Überlastung, man muß nach 2000km den Kettensatz wechseln ( und hat noch 20.000 vor sich.)

Deswegen hab ich da was zusammengeschrieben:

Wenn man mit dem Motorrad auf „große Tour“ gehen will, dann sollte man sich im Vorfeld Gedanken dazu machen.

Es ist wohl ein Unterschied, ob man eine Reise nach Italien, Griechenland, Frankreich, Schweden, Norwegen usw. macht., oder eine wirkliche Fernreise angeht, bei der man in Ländern unterwegs ist, die von der Infrastruktur nicht mit Mitteleuropa vergleichbar sind.

Wenn ich so etwas vorhabe, dann wird im Winter automatisch mal alles was Verschleißteile sind getauscht.

Radlager und Lenkkopflager zB. Das kostet zwischen 50 und 60 Euro, wenn man die (Qualitäts)Lager beim Großhändler holt.
Hier nehme ich auch schon mit Gummiringen geschlossene Radlager, damit ich mir nicht mit Sand und Wasser ( von Durchfahrten ) die Lager ruiniere.

Vor Allem ist es ein guter Grund, um auch gleich mal alle Lagersitze, Speichenräder usw zu kontrollieren.
Nicht selten werden die (weichen ) Lagersitze in den Aluminium Radnaben ausgeschlagen und führen zu Problemen unterwegs.

Kontrolle Bremsbeläge, ob die eine Tour auch sicher überleben.
Ist unterwegs nur unnötig, wenn man irgendwo sowas aufstellen und wechseln muß.

Das Selbe gilt für Kette und Antriebssatz.
Im Zweifelsfall neu machen und den alten ( und eventuell noch gute ) Kettensatz aufheben und später wieder verwenden.
Wenn man 15.-20000 km fahren will, würde ich gar nicht lange rummachen und einen neuen Kettensatz einbauen. Speziell wenn viel Sand ist, werden die mehr beansprucht.

Auch hier gilt, blöde, wenn das unterwegs auf der Reise gewechselt werden muß.

Ventile einstellen, Ölwechsel usw sollte klar sein bevor man lange wegfährt.
Einfach alles machen, damit man unterwegs nicht vorzeitig Service machen muß.

Ebenso empfiehlt sich eine Kontrolle der Kühler, ob die Lamellen verlegt sind .
Wenn ja, dann säubern. Wenn es unterwegs in heiße Länder geht, ist das wichtig.

Ich selbst mache auch immer einen Service bei den Gabelölen und gebe neue Simmerringe in die Gabel.
Auch so habe ich die Garantie, das alles neu ist.

Kupplung:
Wie alt ? Wie viel Spiel hat die Kupplung? Übersteht sie die Reise noch? Im Zweifelsfall wechseln. Und dabei eine neue Dichtung hinein, die man auf der Aussenseite schön mit Motoröl benetzt. So kann man unterwegs auch mal die Kupplung öffnen ohne eine neue Dichtung einbauen zu müßen.

Alle diese Arbeiten kosten nicht viel, und nebenbei überprüft man so auch, ob alle Schrauben leichtgängig sind und alle Teile in Ordnung.
Auch weiß man damit, was man an Werkzeug unterwegs benötigt, und ist auf Reparaturen vorbereitet.

Weiters die Frage: wie alt sind die Bremsbeläge, stehen die eine Tour durch?
Ebenso Gedanken zur Benzinpumpe.
Unangenehm, wenn die unterwegs was hat.
Hier habe ich mir eine zusätzliche Unterdruckpumpe montiert .
Im Notfall muß ich nur umstecken.
Das ist eventuell für Manche etwas übertrieben, aber bei einer echten Fernreise für mich doch eine wichtige Sache.

Reifen:
Hier ziehe ich neue Reifen auf ( ausser ich weiß, das ich unterwegs welche bestellt habe und dort locker hinkomme ), kontrolliere die Felgenbänder und montiere mitteldicke Schläuche.
Damit bin ich bis jetzt ohne große „Platten“ durchgekommen .
( OK, 1 x , aber das ist nichts auf solchen Reisen )
reifen nehme ich mir nicht mit, die kann man im Vorfeld überall bestellen und das geht gut.
Mitnehmen ist schwer und mühsam.
Und beim selbst Versenden muß man auch sicher sein, das in den Ländern die Reifen durch den Zoll kommen, sonst steht man wieder ohne da.

Kontrolle der elektrischen Steckverbindungen und eventuell auch mal aus und Einstecken, um da die Kontakte sauber zu bekommen, damit nicht durch Korrosion ein Übergangswiderstand entsteht, der da Kontakte wegen Überhitzung abbrennen läßt.

An Ersatzteilen habe ich normal mit:
Kupplung ( eine Gebrauchte, für Notfälle )
Gabelsimmerringe
Radlager
Diverse Schrauben, Kabelreste, Stecker zum Krimpen.
Kabelbinder ( wichtig für Alles )

Öl nur bei Motorrädern, wo man kein normales Öl reinkippen kann ( zB KTM690 mit dem 15 W 60 Öl )

Weitere Vorbereitungen:
Je nach Art des Reiselandes werden die Stossdämpfer sehr beansprucht.
Wenn es sich um ältere Dämpfer handelt, dann empfiehlt sich der Austausch auf Dämpfer aus dem Zubehörhandel.
Im Idealfall solche, die man auch servicieren kann. Hat sich bei mir seit über 130.000km bewährt.
Wenn es um Rüttelpiste geht ( Schotter, Wellpiste usw ) dann werden die Dämpfer extrem beansprucht und heiß, und geben schon mal auf.



Gewicht:
Ein sehr wesentlicher Faktor.
Denn der belastet einfach Alles.
Wer sein Motorrad belädt als wenn es unterwegs nichts gibt, oder wer meint einfach alles eventuell Nützliche mitnehmen zu müßen, der darf sich nicht wundern, wenn er den Satz „ wo bitte finde ich einen Schweisser „ in allen möglichen Landessprachen lernt.

Das gilt für Kofferträger, Heckrahmen ( im Pech auch Motorradrahmen, alles schon gesehen ) bis hin zu Speichenbruch ( hier kommt bei einem Schlagloch extreme Belastung, speziell aufs Hinterrad ) und Radnaben.

Abgesehen davon, das das Fahren mit überladenen Motorrädern auf Schotterpisten einfach nicht lustig ist. Es geht, aber warum tut man sich das an????

Und auch ein sehr nützlicher Punkt:
Vor der Reise recherchieren.
Jede Stunde in Recherche und Planung, spart 10 Stunden unnötiges herumsuchen unterwegs.

Und ich meine nicht übertriebene Planung.

Speziell, wenn es um Länder geht, wo die Dichte der Tankstellen nicht so ist wie bei uns, und wo es Strecken von 300 oder auch mal 600 km zu überbrücken gibt.


PS:
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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 2. Juli 2016, 22:09 
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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 3. Juli 2016, 05:54 
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..scheint mir nicht übertrieben und gut durchdacht bei Deinen Reiserouten und auch bei Reisen im sicheren Europa gilt beim Gepäck - weniger ist mehr. :L

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 3. Juli 2016, 10:54 
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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 3. Juli 2016, 11:29 
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vienna_wolfe hat geschrieben:
Sehr interessant und durchdacht :L

So long,

da Wolf


Danke

Ich hatte das schon lange auf dem Schirm, aber hier hat mich ein Translpfahrer dazu inspiriert es bald mal zu schreiben.

Dem ist nämlich genau Einiges davon passiert, weil er relativ blauäugig da wegfährt.
2014 mußte er zB in Rumänien schon Kettensatz wechseln.

Auch wenn ich bewundere was er tut, das hat mich wie gesagt trotzdem inspiriert das bald mal zu schreiben, denn das man wie er seine Tour über Pamir und Seidenstrasse abbrechen muß weil genau solche Sachen passieren ist echt schade und vermeidbar

Reiseseite Transalpfahrer

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 3. Juli 2016, 18:38 
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Klaus, Du sprichst mir mit den aufgeführten Punkten aus der Seele :L :L

Stand mal Mitte der 70ziger mit ner 400 Yamaha in Mo i Rana mit defektem Hinterradlager :o das Motorrad gab es in Norwegen nicht, aber die Firma Dr. Ing. Qualle mit hervorragend sortiertem SKF Lagerbestand :lol: - war aber damals schon Zivilisation pur.

Ein Ersatz Kettenschloss, auch wenn die Kette vernietet ist ist bei mir immer dabei, genauso wie ein gutes, schnell aushärtendes 2-K Kaltmetall, sowie Kabelbinder aus V 2 A.....und das wichtigste :mrgreen: ne Rolle Panzertape natürlich :P

Gruß Walle


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 3. Juli 2016, 19:29 
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Walle hat geschrieben:
sowie Kabelbinder aus V 2 A.....


Walle, hast du einen tauglichen Kauftipp? Die ich mir besorgt hatte, haben merkliche Defizite bei der Klemmung.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 5. Juli 2016, 18:01 
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Beiträge: 506
ryna hat geschrieben:
Walle hat geschrieben:
sowie Kabelbinder aus V 2 A.....


Walle, hast du einen tauglichen Kauftipp? Die ich mir besorgt hatte, haben merkliche Defizite bei der Klemmung.


Sodele Reiner,

also die Dinger sind mir in einem Köcher, mit vier verschiedenen Breiten/Längen bei "Norma " übern Weg gelaufen, sind die " Hausmarke " also KRAFT von der Handelskette - hab es gerade nochmal probiert, also mit den 4 mm breiten Streifen hab ich locker > 30 kg ohne Durchschlupf gehoben.

Gruß Walle


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