Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 16:29 
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Registriert: Montag 21. November 2016, 19:55
Beiträge: 257
...oder wie auch immer der Titel heissen sollte.

Die Geschehnisse der letzten Tage UND meine Erfahrungen (verwitwet, 2 Kinder) haben mich veranlasst was zu schreiben. Das passt jetzt nicht auf Pauke , denn was die speziellen Problemstellungen und Lösungen bei unverheirateten sind, weiss ich nicht. Da werden andere sicherlich weiterhelfen können. (Übergang der Rente auf den Partner, etc. - vielleicht sollte man doch irgendwann heiraten ;-)).
An den Tipps wäre ich dann auch sehr interessiert, dazu können ja andere was schreiben. Nichts desto trotz sind einige der gelisteten Dinge sicherlich auch generell interessant.

...in der Reihenfolge, wie es mir einfiel. Ohne erhobenen Zeigefinger, nur mal aufzuzeigen, dass es sinnvoll ist sich damit irgendwann - je früher desto besser - zu beschäftigen. Wir hatten nichts zu Lebzeiten geregelt, kein Testament, einfach nichts. Ich gebe zu, das war leichtsinnig; aber als normale Arbeitnehmer (ich habe gemerkt, dass Unternehmer da - logischwerweise - ganz andere Wissenshorizonte haben) waren wir nicht so stark im drum Kümmern und Schriftstücke aufsetzen.

Zur Info (das tut zum Thema nichts, nur damit ihr nicht über meine Hintergründe spekulieren müsst; daher bitte am Thema bleiben; ich will nur zur WissensSammlung anregen): Die Dinge kamen bei mir auf, als meine Frau vor 5 Jahren plötzlich starb. Es gab bei uns glücklicherweise keine Probleme, da die Familie stabil, liebevoll und ohne jegliche Zerrüttungen war und ist. Aber es könnte auch anders laufen.

Ich garantiere keine absolute Richtigkeit der Angaben, es sind halt Dinge, die mir aufgrund meiner Erfahrungen wieder einfielen.



Haus

Wenn keine Vereinbarung(Testament) da ist, erben die Kinder Anteile des gemeinsam gekauften Hauses. Ist eine Anschlussfinanzierung notwendig, muss das erwachsene Kind bei Abschuss der Finanzierung mit unterschreiben (obwohl es - in meinem Fall - Student ist und keinen Cent zahlt). Für das minderjährige Kind sollte man die Erziehungsberechtigung haben, sonst braucht man da sicherlich auch noch was... - das kann einem Steine in den Weg werfen (z.B. uncool, wenn das erwachsene Kind gerade per Work&Travel ein Jahr in Neuseeland wäre).

Girokonto

Da sollten genügend Personen eine Vollmacht haben. Dummerweise gibt es keine Vollmachten (zumindest bei meiner Bank vor 5 Jahren), die erst wirken, wenn der Konto-Besitzer tot ist oder geistig nicht mehr zurechnungsfähig (Koma, etc.). D.h. man hat schon zu Lebzeiten eine/n Bevollmächtigten, der alles machen könnte. Nebenbei: Der Besitzer einer zweiten EC-Karte ist kein Kontoinhaber und darf nicht alles...

Notgroschen

Eine Beerdigung kostet immer mindestens 5k€, würde ich sagen.

Eine Krankenversicherung besteht nur für lebende; allein die 3 Tage Kühlschrank im Krankenhaus (bis der Transport in's Krematorium beauftragt ist) kosten einige hundert Euros...

Und der Notgroschen muss für bestimmte Personen im Falle eines Falles auch sofort verfügbar sein.

Kinder

Minderjährige Kinder werden erst mal vom Amt "betreut", wenn beide Elternteile sterben. Auch wenn Verwandte da sind.
Eine Sorgerechtsverfügung, auch Vormundsbestimmung genannt, ist imho auch deswegen gut, da Kinder sonst ggf. mit dem Vormundschaftsgericht in Kontakt kommen; das zusätzlich zum Tod der Eltern. Sicher nicht gut für die Psyche.
https://www.anwalt.de/rechtstipps/was-g ... 12992.html

Erben und Vererben

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikat ... nFile&v=25

Rente

Ich habe dann in wochenlanger Arbeit nach Feierabend versucht, die früheren Beschäftigungen und anrechenbaren Zeiten zu klären um die vollen Rentenzahlungen (Halbwaisenrente) für die Kinder zu bekommen. Wenn man sich nicht zu Lebzeiten darum gekümmert hat, kann das für die Hinterbliebenen ganz schön aufwändig sein - hat sich aber in meinem Fall gelohnt (eben, wenn die Kinder lange diese Rente beziehen, d.h. noch jung sind und spät anfangen zu Arbeiten).

Professionelle Hilfe

Geben, soweit ich mich erinnere, Anwälte, die sich darauf spezialisiert haben.


Lange Rede...

Ein Testament wäre sinnvoll, Notgroschen auf dem Girokonto(oder sonstwo), eine Sorgerechtsverfügung und eine Dokumentation (Welche Versicherungen existieren, Zugangscodes für alles mögliche...).


Last but not least: Die psychologische Hilfe des Krankenhauses oder der Kirche oder staatlicher Stellen habe ich schlussendlich nicht benötigt; sie war aber auch nicht wirklich vorhanden. Ich selber fiel nicht in ein Loch, mich hätte aber interessiert wie man mit einem 14-jährigen umgeht, der gerade seine Mutter verloren hat. Darauf habe ich keine Antwort gekommen. Mittlerweile ist der Bub 19 und pubertiert genauso wie alle anderen seines Alters... ...alles im grünen Bereich.

Martin





Edit von ryna

Klar ist beim Mitdiskutieren auch, dass wir Beteiligte aus mindestens drei Ländern und damit verschiedenen Gesetzeslagen haben! Ich bitte dies beim Lesen (und Schreiben) zu beachten!


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 16:38 
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Erben:

Haus/vorhandenes Vermögen:

Ob mit oder ohne Testament, die 'gültige' Ehefrau und Kinder haben IMMER den Anspruch (Vermögensausgleich) auf das Pflichtteil. Dies kann auch ein Testament nicht aushebeln. Ein Testament muss nicht von einem Notar beglaubigt werden, sondern kann - viel preisgünstiger - beim zuständigen Amtsgericht hinterlegt werden. Die Erben sollten davon 'wissen'.

_________________
VG
Bernd - qtreiber (AUR)

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... irgendwann kriege ich euch alle ...


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 17:03 
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Registriert: Dienstag 11. Oktober 2016, 19:54
Beiträge: 1418
Wohnort: Rauenberg
Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmachten
Sozialverband VdK bietet Hilfe:

- Komplette Patientenverfügung (lt. VdK) https://www.vdk.de/ov-moehnetal/ID146489 zum downloaden.
- viele Infos rund um das Thema https://www.vdk.de/deutschland/suche?q=patientenverf%C3%BCgung

- Mitgliedern kann auf Terminanfrage persönlich (und kostenlos) beim Ausfüllen geholfen.
- Für Nicht-Mitglieder wird in diesem Fall eine Gebühr erhoben, Höhe unbekannt.

_________________
alla Hopp!
Hoppalla


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 17:26 
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Beiträge: 523
Wohnort: 77855 Achern
Spezialbereich, aber wichtig: Passwörter für alles mögliche (wichtig bis unwichtig)

Meine Lösung:

- Alle Familienangehörigen haben auf ihrem Handy eine Passwort-App (jeweils die gleiche), in die alle Passwörter hineinkommen. Ist ebenfalls mit einem Kennwort gesichert.
- Diese Datei wird auch in der Dropbox oder einem anderen Cloudspeicher abgelegt und immer aktualisiert, wenn sich etwas ändert.
- Andere Familienmitglieder haben das Zugangspasswort zum Cloudspeicher und zur Passwortdatei.

Alle kommen dran an die Passwörter der anderen, wenn sie müssen (zum Ändern bei Verlust/Diebstahl oder eben zum Reinschauen bei Notfall). Funktioniert.

Servus, Monti

_________________
Meine Gefährte sind orange ... und ich bin überzeugter Endurist.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 17:39 
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Als Familienvater halte ich eine reine Risiko-Lebensversicherung für sinnvoll.
Ansonsten auch Vollmachten und Verfügungen, siehe hier:
https://www.bmjv.de/DE/Themen/VorsorgeU ... recht.html
Testament kann auch nichts schaden.
Organsspendeausweis?!


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 18:34 
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qtreiber hat geschrieben:
Ob mit oder ohne Testament, die 'gültige' Ehefrau und Kinder haben IMMER den Anspruch (Vermögensausgleich) auf das Pflichtteil. Dies kann auch ein Testament nicht aushebeln.

Durch das Testament kann der gesetzliche Erbanspruch halbiert werden, das wäre dann der Pflichtteil.
Zur Aufbewahrung sh. z.B. hier.

Ein Testament ist aber nur nötig wenn man von der gesetzlichen Erbfolge abweichen möchte, Erläuterungen zur gesetzlichen Erbfolge findet man im Internet reichlich.

Wenn man nicht verheiratet ist und den Partner absichern möchte, könnte man auch über ein Wohnrecht in der gemeinsam genutzten Immobilie nachdenken. Z.B. erben die Kinder das Haus, aber der Partner hat dort ein lebenslanges Wohnrecht.

Als Laie ist es in solchen Fällen gar nicht verkehrt sich notariell beraten zu lassen, die Kosten dafür halten sich in Grenzen.

Optimal wäre es m.E. wichtige Unterlagen einzuscannen und auf mind. 2 Speicher zu kopieren (z.B. USB-Sticks oder Festplatten) die man an getrennten Orten aufbewahrt, z.B. im Bankschließfach oder bei Verwandten oder Freunden, das ist auch nach einem Verlust durch einen Wohnungsbrand hilfreich.

Ob man Passwörter schon zu Lebzeiten Dritten zugänglich macht ist Ansichtssache, ich hab schon Pferde vor der Apotheke kotzen gesehen und auch innerhalb der Familie ist man vor Überraschungen nicht sicher.

Eine Bankvollmacht finde ich gar nicht so wichtig, Transaktionen können auch per Onlinebanking erfolgen wenn der Partner die Zugangsdaten kennt und im Todesfall können die Erben vollumfänglich über das Konto verfügen sobald ein Erbschein vorliegt. Sobald die Bank Kenntnis vom Tod des Kontoinhabers erhält wird das Konto m.W. gesperrt.

Unabhängig von Krankheits- oder Todesfällen schadet es m.E. nicht, Bargeld im Haus zu haben, auch wenn das Risiko des Diebstahls besteht, ich bin da altmodisch.

Gruß
Frido

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Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 18:36 
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..ihr seit echt klasse, wollte ich mal los werden. DD

Grüße

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Michael /mimoto

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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Oktober 2018, 19:41 
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Frido hat geschrieben:
Eine Bankvollmacht finde ich gar nicht so wichtig, ... im Todesfall können die Erben vollumfänglich über das Konto verfügen sobald ein Erbschein vorliegt. Sobald die Bank Kenntnis vom Tod des Kontoinhabers erhält wird das Konto m.W. gesperrt.

das Konto wird zum Zeitpunkt des Ablebens, genaues Datum und Uhrzeit, gesperrt und der dort vorhandene Stand festgeschrieben. Sollte zwischen Ableben und Sperrung 'irgendjemand' Geld abgehoben haben, z. B. mit der Scheckkarte des Verstorbenen, ist dies zurückzuzahlen.

Die Erstellung des Erbscheines kann sich, gerade bei Streitigkeiten, hinziehen. In der Zwischenzeit geht auf und mit diesem Konto gar nichts. Geldeingänge, z. B. Rente(n), Mieteinnahmen usw. ja, aber keine 'Abhebungen'. Für einen evtl. vorhandenen Partner oder Kinder, die z. B. die Bestattung regeln und weitere Verpflichtungen des Verstorbenen erfüllen wollen oder sogar müssen, nicht einfach. Ohne Vollmacht kommen diese nicht an das Konto ran. Online natürlich ebenfalls nicht.

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VG
Bernd - qtreiber (AUR)

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