Mimoto's Reiseforum

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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Oktober 2018, 19:49 
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Frido hat geschrieben:
Ohne Kabelbinder darf man gar nicht auf Tour gehen. ;) Ich hoffe, das war euer einziger Defekt.


Ein weiterer kam als Sicherung zum Einsatz, weil ich die hintere Schraube der linken Kühlerabstützung irgendwo am Anfang von Tag der der ACT verloren habe.
Und dann ging noch eine Mutter meiner genialen Tablethalterung verlustig.

Ansonsten gab es - bis auf einen Verlust von 0,3l Öl und Benzin in homöopathischen Dosen - keine weiteren Verluste oder Defekte. Zumindest bei uns.
Aber das kommt ja noch... :Ni:


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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 11. Oktober 2018, 15:57 
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Klingt vertraut und sieht sich auch so an auf den :L Fotos - Albanien ist eben (noch) wie gemacht fürs Endurowandern! Bin schon gespannt auf die Fortsetzung...

So long,

da Wolf

_________________
...der mit dem Tiger tanzt

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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 17. Oktober 2018, 23:26 
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In der Nacht hatte es wohl geregnet. Ich hab davon nichts mitbekommen. Wieder geschlafen wie ein Toter. Musste ja Kräfte sammeln. Mein Drehstuhl konditionierter Körper spannte auch schon langsam an verschiedenen Stellen die Haut. Ist jetzt nicht so, als hätte ich in irgendeiner Form Muskelkater gehabt, aber die ungewohnte, andauernde "sportliche" (sportlich sind wir nicht wirklich gefahren) Betätigung zeigte Effekte.

Nach einem Frühstück aus Hirtenkäse, Brot und Marmelade ging es los. Zunächst folgten wir der Straße Richtung Norden. Nach wenigen Kilometern bogen wir nach Osten ab und der schmale, aber asphaltierte Weg schlängelte sich in ein Tal hinein. Nach einiger Zeit ging es leicht bergauf und unmittelbar vor einer Kehre endete der Asphalt. Der Regen der Nacht hatte kaum Spuren auf dem Track hinterlassen. Es ließ sich gut fahren und es hatte nicht so viele Steine wie am Vortag.

Mitten in der Pampa machten wir mal eine Pause und die Gegend schien tatsächlich bewohnt zu sein. Es gab Felder, Wiesen und in der Ferne konnte man an den Berghängen Ortschaften erkennen. Ein schöner Ort. Nur mit konventionellen PKWs nur schwer erreichbar.

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Der Schwierigkeitsgrad hatte heute stark nachgelassen. Nicht, dass wir nicht an der ein oder anderen Steigung gehadert hätten, hätten wir nicht das Programm der letzten Tage gehabt. Erstaunlich, wie schnell man sich an so was gewöhnt.
Trotzdem kam ich mir lächerlich vor, als ich stehend an einem Bauarbeiter vorbei fuhr, der mit seinem Warnwestchen wohl sitzend auf seinem Mofa an die Stelle gekommen war.

Pünktlich zur großen Pause kreuzten wir in Zavaline den Pausenhof. Oder war es die Straße? Jedenfalls war alles voller Kinder und aus der Schule luggten auch die Lehrer aus dem Fenster. Natürlich nahmen wir hier den falschen Abzweig, da uns der abgestellte Schulbus - ein alter Transit - die Sicht auf den eigentlichen Weg versperrte und das ganze wie einen Parkplatz aussehen ließ. Als wir dann kurz später wieder zurück kamen weisten uns Kinder und Lehrer den richtigen Weg. Ein freundliches Volk!

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In Gjinar kamen wir wieder auf Asphalt und gönnten uns erst mal einen Kaffee. Nach der Pause ging es noch eine Weile auf Asphalt, bevor der Linesman noch eine Sonderprüfung eingebaut hat. Erst leichter Schotter und plötzlich standen wir vor einem Schotterwerk. Schilder schienen ausdrücken zu wollen, dass man da nicht weiterfahren darf, aber HALLO: Kann ich vielleicht Albanisch?
Aber: Der Untergrund in einem Schotterwerk besteht aus was? Schotter! Grober Schotter, feiner Schotter, loser Schotter. Gar nicht so einfach zu fahren. Jedenfalls hat uns keiner erwischt und wir sind auch nicht geschimpft worden. Selbst OSM kennt die Strecke nicht.

Von Elbasan bis Librazhd ging es wieder über Asphalt und dann bogen wir ab zu der Schotterautobahn Richtung Peshkopi. Die kannten wir noch aus dem Vorjahr. Allerdings erstaunlich, was die Witterung damit angerichtet hat im letzten Jahr. War sie einfach zu fahren gewesen, war sie nun übersäht mit tiefen Schlaglöchern. Wir überholten einige Kleinbusse, die hier mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs waren. Bei der Geschwindigkeit werden Strecken lang.

Nach einigen Kilometern gabelte sich die Piste und wir wählten dem Track folgend nicht die Variante des vorigen Jahres. Es folgte ein wunderschöner Weg, weitgehend einfach zu fahren. So verstehe ich Endurowandern.
Als wir dann mitten im Nichts mal anhielten und dabei natürlich den gesamten Weg blockierten, kam aus dem Wald ein altes Ehepaar. Ich schätze mal so um die 70. Sie trug einen Sack mit gesammelten - sie nannte es Chai - ich meine es waren Hagebutten, er ein großes Bündel Holz, angebunden an seine Harke, die er geschultert hatte. Die Konversation verlief äußerst holprig. Die gemeinsame Sprache fehlte uns. Aber sie haben sich bemüht, erfahren, dass wir aus Deutschland kommen, sich gefreut, dass es uns hier so gut gefällt und zogen dann weiter. Bis wir die Helme wieder auf hatten, waren sie schon aus der Sichtweite. Vielleicht doch keine 70? Zumal manch dreißigjähriger bei uns neidisch auf so weiße Zähne gewesen wäre.

Heute hatte ich echt mal Zeit auch auf die Landschaft zu gucken. Echt schön da.

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Bei Lladomerice hätten wir es glatt verpasst, dass wir uns fast in Mazedonien befanden. Wir hielten kurz in der Nähe eines Hauses an, als gleich ein etwa zwölfjähriger Junge sich zu uns gesellte. Er deutete über den Bach auf die gegenüberliegende Wiese, auf der Kühe grasten, und meinte "Makedonia". Es stellte sich heraus, dass er ein wenig Englisch konnte und so erfuhren wir, dass tatsächlich der Bach, über den wir mit Anlauf hätten springen können, die Grenze darstellte. Ich meinte dann, dass das dann wohl mazedonische Kühe seien und er grinste frech und meinte "No. Albanian!"
Geschäftstüchtig war er auch, der junge Mann. Er erzählte uns, dass sie auch ein Cafe haben und so gingen wir mit ihm mit durch das Gatter in den Garten. Auf einen der Plastikstühle wollte ich mich nicht setzen. Die waren 2er Weise schon übereinander gestapelt, weil bei dem einen die Sitzfläche durchgebrochen war, bei dem anderen dafür ein Bein fehlte. Mit hingegen fehlte das Vertrauen.
Um den Kaffee zuzubereiten wurde dann der Generator vom Vater angeworfen. Weil braucht ja Strom die Kaffeemaschine. Dazu wurde erst mal ein Verlängerungskabel in die Hütte mit der Kaffeemaschine gelegt. Und natürlich gleich wieder aufgeräumt, nachdem unser Kaffee zubereitet war. 100 LEK kostete dann dieser Kaffee. Ob das die Benzinkosten für den Strom deckte?
Aber schon erstaunlich, dass manche Sachen gar nicht so selbstverständlich sind, wie wir sie dafür halten.

Nachdem wir die anvisierte Unterkunft in Shupenze von außen gesehen hatten, beschlossen wir, bis Peshkopi weiter zu fahren und dort im Hotel Plaza abzusteigen, welches uns vom Vorjahr noch bekannt war. Hier hatten wir noch die Herausforderung der Tiefgarageneinfahrt zu meistern. Obgleich schon im Vorjahr geschafft, musste ich bei dieser steilen Rampe erneut schlucken. Eine echte Mutprobe, zumal der "Auslauf" am Ende der Rampe gerade mal zwei Meter beträgt.

Bei Pizza und Bier klang dann der Tag aus. Ein schöner, geradezu erholsamer Tag nach den Strapazen der beiden Vortage. Dennoch lobte uns Ronnys Smartwatch für die tolle Fahrradtour. :D

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Gruß, Florian


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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 18. Oktober 2018, 03:43 
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Hallo,

beim Lesen fühlte ich mich nach Albanien zurückversetzt. DD

Seid ihr in Lederklamotten gefahren? Da wird mit beim Hingucken schon warm. ;)

Gruss
Frido

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Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 18. Oktober 2018, 06:58 
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Frido hat geschrieben:
Hallo,

beim Lesen fühlte ich mich nach Albanien zurückversetzt. DD

Seid ihr in Lederklamotten gefahren? Da wird mit beim Hingucken schon warm. ;)


Der Ronny hat eine Kombi aus Mesh mit Lederbesatz.
Ich war da eher klassisch: Textilhose mit zusätzlichen Knieprotektoren von Thor, Brustpanzerweste mit Schulter und Ellbogen Protektoren und darüber lediglich ein Jersey. In der Tasche war noch meine Textiljacke, für den Fall, dass es kalt wird. War bis zu dem Zeitpunkt aber noch nicht im Einsatz.
Bin aber trotzdem ins Schwitzen gekommen. Vermutlich Angstschweiß ;)

Gruß, Florian


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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 11:09 
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Jetzt hatte es doch deutlich abgekühlt über Nacht. In Erwartung, dass ich doch wieder ins Schwitzen geraten würde, entschied ich mich aber trotzdem die Jacke in der Tasche zu lassen.
Wir fuhren westwärts nach Fushe Muhurr und folgten der S36 Richtung Burrel.
Gleich hinter Fushe Muhurr endete dann auch der Asphalt. Es war aber nicht so, dass diese bei Google gelb eingezeichnete Straße gänzlich unbefestigt gewesen wäre. Teilweise hatte ich den Eindruck, als hätten die Römer hier etwas hinterlassen. Natürlich seitdem ungepflegt. Aus Interesse hab ich daheim dann mal die Suchmaschine angeworfen und wurde nur ein wenig enttäuscht. Tatsächlich verlief mit der Via Egnatia ganz in der Nähe eine damals wichtige Handelsstraße von der Adria zum Bosporus. Vielleicht ist die S36 ja doch ein unbedeutenderer Seitenzweig?

Jedenfalls rappelte es ganz ordentlich und ich war ganz froh darüber bislang auf die Jacke verzichtet zu haben.

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Unterwegs ging Ronny als ein hinter der Mauer geborener noch das Herz auf, als wir mitten am Weg einen alten IFA Laster in gutem Zustand entdeckten. Hier wird solide (ost)deutsche Technik eben noch geschätzt.
Wobei auch die traditionelle Fortbewegung nach wie vor genutzt wird.

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Wie der da hingekommen war, wurde uns später auch noch klar, als uns ein Möbellaster entgegenkam. Da mussten wir irgendwie über den Hang ausweichen.
Zum Fotografieren blieb mir allerdings keine Zeit mehr.

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Die Landschaft war wieder mal zum niederknien schön. Und ein Stückchen folgten wir an diesem Tag auch dem TET.
Allerdings wäre die Route dann noch rund 100km durch die Botanik gegangen und aufgrund unserer Erfahrungen mit den zum Teil doch recht anspruchsvollen Strecken, ließ uns die Entscheidung treffen den Rest des Tages auf Asphalt zu verbringen. Schließlich wollten wir am darauf folgenden Tag nach Teth.
Wir fuhren über Perlat, Rreshen Richtung Reps und bogen kurz vorher nach Norden auf die SH30 ab. Die ist wohl aktuell das beste Stückchen Asphalt in ganz Albanien. Funkelnagelneu mit richtig viel Grip, ganz vielen Kurven und wären wir nicht so ins Rasen gekommen, bestimmt auch ganz vielen Ausblicken.

Mittlerweile war mir richtig kalt. Als ich dann mal einen Platz zum Halten sah, hab ich ohne Rücksicht auf Ronny einfach angehalten und dachte mir, der kommt schon irgendwann zurück. Ich musste mir einfach meine Jacke anziehen und die dünnen Endurohandschuhe gegen die ledernen tauschen. Er erzählte dann später, dass er fürchtete ich sei gestürzt, als er mich Minuten später nicht mehr im Spiegel sah und wäre ganz langsam zurück gefahren und hätte die Böschungen kontrolliert. Wie man das halt so macht. Aber dazu komme ich noch...

In Skhodra bezogen wir das Hotel Petit Elita. Wirklich ein schönes Hotel. Ich kam mir ganz schmuddelig mit meinen verstaubten Moppedklamotten vor.
Im Peja Grill bestellten wir noch einmal die Karte rauf und runter und unterhielten uns noch lange mit einem britischen Pärchen, welches Albanien mit dem Bus bereiste. Dem öffentlichen. Und wir dachten, wir machen einen auf Abenteuer...


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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 11:45 
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Tolle Bilder & Bericht - Danke fürs zeigen und freue mich schon auf die Enduro Tour 2019 in Albanien

PS: was für Temperaturen (September ?) hattet Ihr so tagsüber beim Fahren der TET Albania ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Teile des TET Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 12:01 
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Danke fürs Teilen, es ist immer wieder schön Mopedbericht von Albanien zu lesen.


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