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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 11. Oktober 2017, 17:42 
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Registriert: Mittwoch 4. November 2015, 11:56
Beiträge: 47
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Schöner Bericht ! :L
Und bei mir werden wieder Erinnerungen wach *träum*
Für kommendes Jahr steht Albanien bei mir auch wieder auf der todo-Liste: Illyria-Raid 2018
Landschaftlich finde ich Albanien absolut traumhaft.


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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Freitag 13. Oktober 2017, 13:44 
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Registriert: Montag 9. Oktober 2017, 12:06
Beiträge: 1
Nun dann möchte ich kurz von meinen Erlebnissen/Erfahrungen im Krankenhaus von Gjirokaster berichten.
Der Transport vom Unfallort ins Krankenhaus gestaltete sich interessant. Nachdem das Ventil an der Infusionsflasche wohl nicht richtig funktionierte, wurde kurzerhand eine neue Nadel in den anderen Arm gestochen. Ging dann auch, der Sanitäter hat jedenfalls sein Handwerk verstanden, ich hab absolut nichts gespürt. Die Kommunikation erfolgte über Gestik und Mimik, hat aber geklappt. Nachdem ich ein stinknormales Kopfkissen - möglicherweise aus einer Haushaltsauflösung - unter den Kopf gepackt bekam ging die Fahrt los. Hatte ein bischen das Feeling einer Achterbahn, was wohl den Strassenverhältnissen und den rudimentären Anschnallgurten geschuldet war.

Am Ziel angekommen wurde ich von der einen auf die andere Trage gehievt, unter wortreichen Kommentaren der ca. 10 Anwesenden, darunter auch die Polizei. Im Gebäude wurde ich nach kurzem Stopp über, gefühlt, 1000 mtr. Gänge in einem Aufzug in die unteren Katakomben gebracht. Aus der Liegeposition konnte ich dann interessante Eindrücke über die Gebäudesubstanz sammeln. Im Keller angekommen ging es dann in den Röntgenraum, wo ich auch gleich, mit einem doch halbwegs in die Zeit passenden Röntgengerät, unter die Lupe genommen wurde. Gebrochen war, Gott sei Dank, nix.

Zurück im Aufnahmeraum wurde dann zwischen den Medizinern wohl diskutiert wie es weitergeht. Nahm ich jedenfalls an, da albanisch nicht zu meinen Fremdsprachenkenntnissen gehört. Es war aber eine junge Ärztin oder Schwesten dabei die gut englisch sprach. So wurde das zwischen ihr und dem Arzt Gesagte für mich übersetzt. Zudem musste ich dann auch noch Alko-Test machen, der aber aber mit einem Wert von 0,0 ausfiel. War für mich das erste Mal im Leben und ich habe schon ein paar Jahre Lebenserfahrung.

Nun hatte ich das Problem, dass mein Handy nicht funktionierte und ich ja irgendjemandem mitteilem musste, dass ich jetzt hier festhing. Der freundliche Polizist liess mich dann mit seinem Handy telefonieren. Er wurde dann schon ziemlich nervös, da es ja ein Gespräch nach Deutschland war.

Mir wurde dann ziemlich abrupt mitgeteilt, dass ich entlassen sei und somit meines Weges ziehen könne.
Eines kann ich aber aber sagen, alle waren sehr bemüht mir zu helfen. Aus meiner Sicht schien auch die fachliche Kompetenz vorhanden gewesen zu sein.

Nun durfte ich noch ein paar entspannte Tage in Gjirokaster geniessen, bis der ADAC meine Rückreise
organisiert hatte. Ich konnte dann von Tirana aus mit dem Flieger nach Hause, was jetzt auch eine logistische Herausforderung war. Denn ich hatte ja das ganze Equipment von Stiefeln bis Helm plus diverse Gepäckstücke dabei. Mein freundlicher Guesthouse Besitzer hat mir mit seinem Koffer ausgeholfen, den ich ihm natürlich fürstlich bezahlt habe.

Trotzdem möchte ich die Reise nochmal machen. Dann aber vom Start bis zum Ziel.

Gruss Celebo


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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Freitag 13. Oktober 2017, 14:43 
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Registriert: Freitag 1. Mai 2015, 12:26
Beiträge: 287
Celebor hat geschrieben:

Trotzdem möchte ich die Reise nochmal machen. Dann aber vom Start bis zum Ziel.

Gruss Celebo

Logisch, du bist ja auch ein vollkommen bescheuerter Motorradfahrer. DD
Würde sofort mitfahren. :Sab:
Grüße Manfred


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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 15. Oktober 2017, 20:02 
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Registriert: Sonntag 26. März 2017, 20:03
Beiträge: 184
Wohnort: Fürth
Morgens den geschwollenen Fuß in den Stiefel zu zwängen war noch etwas schmerzhaft. Aber erst mal drin, war der Cross Stiefel eigentlich das angenehmste Schuhwerk. Schön steif und fest.

Mit dem Wettergott hatten wir es uns allerdings tatsächlich verdorben. Es goss am Morgen aus Kannen. Eigentlich hätten wir die Süd Route auf Theth fahren wollen und dann dort übernachten. In Anbetracht des Wetters und dessen Aussichten beschlossen wir, Theth auf den nächsten Besuch zu verschieben.
Wir wollten dann bei Vermosh nach Montenegro übersetzen und verließen Shkodra in nördlicher Richtung. Damit wir wenigstens noch ein wenig im Dreck spielen konnten, wählten wir nicht die Hauptverbindung, sondern die "Abkürzung" über die Berge. Der unbefestigte Teil war allerdings nicht allzu lang. Vielleicht 5km, bis wir wieder auf die Verbindung Richtung Vermosh stießen. Es ließ sich auch recht einfach fahren und selbst die vielen großen und nassen Steine boten stets hinreichend Grip.
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Kurz bevor die Verbindung Vermosh drastisch an Höhe verliert trafen wir auf diese. Das hat schon fast was von Norwegen. Auf 6km Strecke windet sich die Straße auf wenigen Kurven von 730m auf 180m herunter. Dabei hat man ständig das Tal vor Augen. Überhaupt war die Strecke für mich von der Landschaft ein Highlight und ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Da lagen dann am Wegrand in einer Art Geröllfeld Brocken in Einfamilienhausgröße. Da fragt man sich echt, wer da die Krümel hat liegen lassen.
Jedenfalls hat mich das Wetter, bis auf die Kälte, nicht mehr allzu sehr gestört. Wenn ich mir vorstelle, dass die Strecke vor kurzem noch ohne Asphalt gewesen sein soll....

Beim Grenzübergang nach Montenegro mussten wir dem Grenzer erklären, dass MZ tatsächlich mal eine Motorradmarke war. Man muss sich da echt noch Zeit nehmen.. und dann wurden wir noch in eine Art Kassenbuch eingetragen. Ich frag mich ehrlich, wer das später noch auswerten will.
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Montenegro war dann deutlich anders als Albanien. Nicht nur topographisch. Die Berge waren nicht mehr so schroff, die Häuser aber von einer völlig anderen Architektur. Es sah eher so wie im Alpenraum aus. Auch bei der Fahrzeugwahl unterschied man sich. Bevorzugte der Albaner gebrauchte und bewährte Technik aus Untertürkheim, tendierte der Montenegraner zu Produkten aus Wolfsburg. Bevorzugt Golf und hier tatsächlich alle Modelle.
Auffallend war auch, dass der wild verteilte Müll schlagartig weniger wurde.

In der Nähe von Berane fanden wir dann eine abgelegene Unterkunft, die extra für uns noch mal geöffnet wurde. Die haben da ihre eigene Forellenzucht und nutzen sogar jetzt außerhalb der Saison den Pool für die Jungfische.
Was lag da näher für das Abendessen?
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Fast alle freuen sich :D
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In der Gegend soll man auch gut Enduro fahren können. Haben wir jetzt nicht ausprobiert. Vielleicht ein anderes Mal.
Falls aber jemand in die Gegend kommt:
http://www.etnoselovrelo.com/

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Gruß, Florian


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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 17. Oktober 2017, 20:14 
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Beiträge: 1740
Wohnort: Balingen
Hallo Florian

da habt ihr aber auch echt nix ausgelassen.... Weniger Umfaller und Unfälle, dafür besseres Wetter hätte ich euch gewünscht. Aber so wie es aussieht, habt ihr die Zeit trotzdem genossen. Und zum Glück bleiben anscheinend keine dauerhaften Schäden.

Ich ziehe den Hut vor eurer Fahranfängerin, die dann gleich so eine Tour mitmacht! Tolle Leistung!

Vielen Dank, dass ich euch begleiten durfte, ich habe gern über eure Abenteuer gelesen!! :L :L :L

_________________
It's hard to be a Rock 'n Roller!

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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 20:08 
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Registriert: Sonntag 26. März 2017, 20:03
Beiträge: 184
Wohnort: Fürth
Am Morgen war es deutlich frisch. Heizung hatte es auch nicht gegeben in der Nacht. Einstellige Temperaturen sind scheinbar nicht üblich in Montenegro Ende September.
Wir fuhren von Berane erst mal Richtung Nordwesten. Die Landschaft hatte höhere Hügel, hatte was von Mittelgebirge. Aber das wirkte nur so. Tatsächlich bewegten wir uns stets auf einer Höhe von 600-800 Höhenmeter. Die Erhebungen zur Seite hatten 1000-1300 Höhenmeter. Die Straße zog sich zunächst unspektakulär durch die Täler. Hin und wieder mal eine Kurve. Allerdings sah man im Gegensatz zu Albanien jetzt auch hin und wieder mal ein anderes Mopped.
Nach rund 60km gelangten wir in die Tara Schlucht. Teilweise hat es etwas vom ehemals befahrbaren Eggental. Stets neben dem zum Teil recht rauen Fluss, der auch intensiv für Rafting genutzt wurde.

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https://franks-travelbox.com/montenegro ... lucht.html

Nach der Tara Schlucht ging es weiter nach Westen. Und nach oben. Kurvenreich. Es wurde immer kälter. Als dann ein Hotel "Polarstar" um Gäste warb, hab ich erst richtig gefroren. Mittlerweile waren in Zabljak wir auf 1400m und machten erst mal eine Einkehr um bei einem Süppchen wieder warm zu werden.

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Nach der Pause fuhren wir 8km nach Süden um dann auf einen Pass abzubiegen. Die Vegetation bestand nur aus Gras, gelegentlich ein Busch und Steinen. Ungefähr so, wie ich mir ein schottisches Hochmoor vorstelle.

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Etwa 13km bzw. 300 Höhenmeter später, bogen wir bei 1800m nach Süden ab. Vor uns lagen 15km feinster Schotter. Gelegentlich kreuzte eine Kuh. Ansonsten waren wir alleine da oben. Absolut genial. Die Temperaturen spürte ich plötzlich nicht mehr.

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Kurz nachdem wir wieder auf geteerten Boden zurück kehrten, fuhren wir am Nevidio Canyon entlang. Wahnsinn, wie tief es direkt neben der Straße in die Schlucht ging.

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Dann folgten noch 30km Kurvenspaß, bevor wir dann langweilig nach Niksic kullerten. Das ist mehr so eine Industriestadt, nicht besonders hübsch.

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War nicht so einfach eine Unterkunft zu finden. Wir kamen dann letztlich in einem Appartementhaus unter, wo normalerweise wohl eher Trucker als Touristen absteigen.
Der Wirt war aber sehr nett, organisierte uns Pizza und wies uns mit seinem Quad noch den Weg zum Supermarkt. Und von KTM hat er nur geschwärmt.

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Gruß, Florian


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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Freitag 27. Oktober 2017, 08:23 
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Registriert: Donnerstag 6. Juli 2017, 15:13
Beiträge: 74
Moin!
Genial - bin noch am lesen.
Ich liebe diesen leicht dreckigen Schreibstil :Sl:

Die ersten Bilder gesehen - gleich auf Mobile.de gegangen und nach einer alten Drecksschleuder gesucht.
Das macht mich ganz geil :L - schon die erste DR650 geparkt :mrgreen:
Diese Schotterrei gefällt mir immer mehr DD

Hoffe das alle mitlerweile wieder gesund sind!

Gruß aus Untergefrank
Simon

_________________
Blau ist das Meer, blau sind auch wir, ins Mädcheninternat fahren wir.

Gruß
Simon


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 Betreff des Beitrags: Re: OktoBär in Albanien
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 28. Oktober 2017, 09:02 
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Registriert: Sonntag 26. März 2017, 20:03
Beiträge: 184
Wohnort: Fürth
Zum Thema Gesund:
Es gibt vereinzelt noch Schwierigkeiten mit der Verdauung, auch steht noch eine Knie OP aus, dafür wird mein Humpeln weniger und ich hoffe, in drei Wochen wieder ganz normal laufen zu können. ;)

Doch weiter im Text:

Der folgende Tag war dann für mich zum Streichen.
In der Nacht habe ich mir die Pizza noch mal durch den Kopf gehen lassen, ob sie denn wohl eine vernünftige Ernährungsgrundlage darstellt und hab dann auch wohlweislich auf das Frühstück verzichtet.

Es sollte in wärmere Gefilde gehen. Nach Westen, an die Küste. Ich glaube so viele Grenzübertritte wie an diesem Tag habe ich noch nie in so kurzer Zeit geschafft.
Von Montenegro nach Bosnien, nach Kroatien, nach Bosnien und wieder nach Kroatien. Alles nur, weil Dubrovnik nur auf dem Seeweg beliefert werden kann, sollten die Bosnier die Grenzen schließen.
Und die Jungs in Uniform nehmen ihren Job ja mal richtig ernst. Da wird jeder Ausweis begutachtet, stets wird die grüne Versicherungskarte verlangt und einmal wurde ich freundlich, aber bestimmt gebeten, den Helm abzunehmen.

Rein fahrtechnisch war dieser Tag auch nicht das Highlight der Reise. Bis ich in Dubrovnik meinem Magen mit einem Bitter Lemon beruhigen konnte, ging es mir eh nicht so gut, konnte die Blicke auf das Meer und vorher die auslaufenden Berge nicht hinreichend würdigen und selbst die malerische Kulisse von Dubrovnik veranlasste mich nicht einmal die Kamera zu zücken.

Dann folgte die Küstenstraße, die mich ob ihres Verkehrs auch nicht in den Bann ziehen konnte und zudem nieselte es immer wieder leicht gegen Nachmittag. Und diese Küstenstraße ist tatsächlich mit Vorsicht zu genießen. Mir drehte beim Beschleunigen/Überholen im 4. Gang das Hinterrad durch. Da ist nicht wirklich viel mit Grip.

Klar, wer es liebt durch Ferienorte zu kullern, die nur deshalb diesen Status haben, weil sie in ihrer Ausdehnung an einer Seite vom Meer begrenzt werden, wer die Romantik von kahlen Steinen schätzt, wird auch an dieser Küste seine Freude haben.
Bei mir hielt sich das in Grenzen.

In Gradac haben wir dann ein Quartier gefunden. Vor dem Bezug gönnten wir uns noch einen Kaffee am Meer,

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bevor wir 2 Appartements mit einer mich versöhnenden Dachterrasse bezogen.
Am nächsten Morgen sollte ich einen sensationellen Blick auf das Meer und auf der anderen Seite die Berge haben.

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Gruß, Florian


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