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 Betreff des Beitrags: LB-Welt auf Reisen
Ungelesener BeitragVerfasst: Freitag 21. Juni 2013, 20:07 
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Kroatien Juni 2013

Teil 1, die Anreise

Tag 1


Um 9 Uhr am Morgen, noch n Käffchen bei Drago, die Sonne scheint, es ist Trocken.
Halb 10, das Abenteuer kann beginnen.

Ziemlich unspektakulär gehts auf die Autobahn, schon ab Ulm konnte man das riesige dunkle Tief sehen, das uns schon einen Tag Urlaub genommen hat. Bei Landsberg ander Lech fuhren wir von der Autobahn ab, und in den Regen rein.

Wir hatten keine Wahl, wir mussten da durch, unser Tagesziel war, bis mindestens nach Zell am See zu kommen, oder gar noch über den Großglocknerpass.
Ungemütlich prasselt der Regen ohne Pause, dafür mit kaltem Wind gegen den Helm. Aachener See im Regen, wie schön.
Spass macht das gar nicht, zumal mir das Wasser vom Kragen des Regenkombis hinein bis zu den Knien lief.
Ich wurde nass, und begann zu frieren.
Beim Tanken in Österreich, mit heißem Kaffee und kaltem Kuchen, stellte ich fest, das der Kragen- Klettverschluss des Regenkombis sich irgendwie mit dem Klett vom Kragen der Motorradjacke vereint hatte, darum war das nicht dicht. Ursache wurde behoben, nass war ich trotzdem. Den andern gings aber au net viel besser.

So schwammen wir halt weiter, Zillertal im Regen, hat man auch nicht alle Tage. Endlich der Abzweig zum Gerlospass, unser mindest Tagesziel scheint bald erreicht. Gleich nach dem einbiegen in die Gerlosstraße erspähten meine Augen durch das verschwommene Visier ein klitzekleines Schild am Strassenrand: "Gerlospass gesperrt".
Die andern 2 hinter mir haben es nicht gesehen, und ich dachte mir, das haben die wohl vergessen abzubauen. Es war ja auf den großen Schildern im Zillertal immer "Gerlospass Offen" zu lesen. Wir fuhren an schnuckligen Pensionen und Restaurants vorbei ca 2 km nach oben, da uns aber so viele Autos entgegen kamen, beschloss ich, an einem Bushaltestellen-Häuschen mal anzuhalten und meine Mitfahrer zu informieren. Dann hielt ich ein herunterfahrendes Auto an, um mal nachzufragen, was denn nun fakt ist.
Wir bekamen die Info, das eine Mure abgegangen sei, und heute wohl nichts mehr gehen wird.

Ich erinnerte mich an einen besonders schnuckeligen Gasthof weiter unten, also flugs zurück, nach Zimmer fragen, und schwupps war Feierabend für heute, zumindest mit dem "im regen Fahren". Drago und Richard bekamen ein Doppelzimmer, für mich war nur noch das Appartment mit Blick ins Zillertal frei, das genügte meinen Ansprüchen aber vollkommen, da ich es zum normalen Zimmerpreis bekam, inclusive W-Lan.
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Schnell sind wir eingezogen, die nassen Klamotten über der Heizung aufgehängt, und runter ins Restaurant gegangen.
Beim Abendessen und Wein wurde die junge Bedienung aus Tschechien immer schöner, es hörte sogar fast zum Regnen auf, aus dem Zillertal wanderten die Wolken als Nebelschwaden ganz langsam gen Himmel. Wir erfahren dann gegen 23 Uhr von einem einheimischen Handwerker, das der Pass schon wieder offen sei. Darauf tranken wir noch eine oder zwei Runden, morgen kann es dann ja weiter gehen. Als dann die Chefin auch immer schöner wurde, verzogen wir uns in die Zimmer. Gute Nacht, Tag 1 .

Tag 2

Immernoch total verliebt in die junge Tschechin, die hier nur ihren Auslandsaufenthalt verbringt, das gehört wohl zu ihrem Hotelfachstudium, saßen wir um 8 Uhr beim hervorragendem Frühstücks Buffet, den Gasthof kann ich nur weiterempfehlen.

Gasthof Waidachhof am Gerlospass.

Gegen 9 Uhr, den Regenkombi gleich übergezogen, es war noch sehr wolkig und ziemlich kalt, ging es weiter.
Immerhin regnete es nicht. Über den Gerlosspass bis Zell am See, dann kurz vor Bruck am Großglockner, war schon wieder schluß mit Lustig. Strassensperre, eine Mure ging die Nacht durchs Dorf, 2 Vermisste müssen erst geborgen werden, heute kein durchkommen mehr. Von dem Polizist an der Sperre, erfuhren wir, das auch im nächsten Ort die Strasse zu ist und die Bahnlinie
weggespült ist , und der Glocknerpass sowieso zu ist, wegen Schnee...
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Er empfahl uns, zurück nach Innsbruck über den Brenner, oder nördlich über Passau... aber da war auch alles zu, Hochwasser, kam ja in den Nachrichten. Das passte uns gar nicht in den Reiseplan, wir suchten
eine andere Lösung. Wir redeten mit Einheimischen, fragten was das denn über dem andern Flussufer der Salzach für ein Weg sei, im Navi als graues Wegchen gekennzeichnet. "Ein Radweg, aber der geht durch 2 Sturzbäche durch, könnte aber gehen mit dem Moped".

Diese Info genügte uns, wir wollten hier nicht bleiben, andere Lösung gabs nicht, wir müssen es versuchen. Irgendwie raus aus dem Tal, das war nun unser neues Ziel. Also 2 km zurück, über die Salzach per Brücke, auf den schotter Radweg durch die 2mal " 1 Meter Bächlein" an der Mure vorbei, war relativ harmlos, kamen wir zu einer Brücke, die wieder über die Salzach zur Hauptstraße führt.
"Führen" würde, wenn da nich der große Bagger stände, der die Salzach wieder freischaufelte... weiterkommen würden wir da eh nicht, noch ein Murenabgang an der Hauptstraße...
Hmm , und nun? wir versuchten es hochwärts über die Almen, alles vergeblich, nur Sackgassen. Ein Einheimischer empfahl uns, weiter an der Salzach enlang über den verbotenen Weg, bis zu dem Bauernhof, dort müssten wir den Bauern bitten, uns das Tor zu öffnen, damit wir über seine Viehweide fahren können, so haben wir es dann gemacht. Über Schlammweg und nasse Wiesen,
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YEAH, geschafft.
Aber was ist Das? Was kommt hier?
Sieht aus wie ne Strassensperre, von der Armee bewacht. So war es auch, hier drohte der Feldweg abzubrechen, total unterspült, Der Uniformierte vom Katastrophenschutz durfte niemand mehr durchlassen.
Och nee, kann doch net wahr sein.
Ich bin dann zu Fuss rein, habs mir angeschaut, und redetete dann mit dem jungen Befehlsempfänger, wenn wir ganz rechts am Hang fahren, müsste das doch halten. Motorräder sind ja nicht schwer.
Er telefonierte dann mit seinem Vorgesetzten, und wir durften durch.
So, wir sind endlich wieder auf der Bundestraße, aber was machen wir nun? Da fiel mit Bad Gastein ein, da gibts ne Bahnverladung nach Kärnten, die "Tauernschleuse". Da sind wir hin, war nicht mal Wartezeit, wie auch, kam ja keiner mehr durch das Tal, war ja alles gesperrt. Also, ab auf den Zug,
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durch den Tunnel und 15 min später waren wir in Kärnten, und was soll ich sagen?
Hier liefen die Mädels in HotPans und T-Shirt rum, Sonne scheint und angenehm warm ist es. Klasse, nun kann der Urlaub endlich beginnen.
Über Greifenburg, Weissensee , Hermagor, bis hoch zum Nassfeldpass und wieder runter, ins Bikerbetten Hotel "Zenzi" eingekehrt.
Wir waren die einzigen Gäste, Restaurant hatte aber noch zu, Essen musste man im Dorf irgendwo, aber absolut eine Empfehlung wert, sehr schön, ziemlich groß, sehr modern, und picobello Sauber.


Tag3

Nassfeldpass (Paso Pramollo) , Pontebba, der "Sella Nevea" war traumhaft schön, Fotostopp am grünen Stausee,
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den Mangart in dicken Wolken gesehen, also sind wir erst mal oben rum, um den Mangart rum, Also am Lago de Predil vorbei, nach Kranjska Gora, dann den Virsicpass, der war klasse, mit den Kopfpsteinpflasterkehren, oben Schnee, siehe Bilder.
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Über Trenta, Soca, zum Mangart , jetzt in strahlender Sonne, aber dummerweise gesperrt. Mist.

Naja, Zeit hatten wir dafür eh keine mehr so wirklich, also ab nach Bovec, immer an der Soca entlang, türkises Wasser ohne Ende, dann endlos Schlangenlinig weiter, nicht nur wegen den Schlangen auf der Straße,
nach Kobarid, Tolmin, Idria und Postonja, jedoch ohne Tropfsteinhöhle besuchen, immer noch keine Zeit dafür gefunden, muss eben ein andermal herhalten. Das abgesoffene Austrialand hat meine Plan doch sehr ausgereizt.

Fix nach Kroatien gefahren, ab der Grenze kurz auf die Autobahn, durch die Tunnel, und: Da war "ES".

Fotostopp, mit Sicht auf das San Tropez an der Adria.
"ES" , das ist das riesige Wolkenloch, das Meer und und unser Reiseziel.
Absolut klasse Blick aufs Meer, und blauer Himmel pur.
(Bilder)

Erstmal nach Rijeka, Dragos Eltern haben den Grill für uns angeworfen. Und den selbstgebrannten Schnaps auf.
Nach der wohltuenden Grillplatte und nur einem selbstgebranntem Schnäpschen, wieder aufgesattelt und 30 km weiter nach Jadronovo, endlich da. Der Urlaub kann beginnen. Nee, der hat schon vor drei, naja sagen wir, zwei Tagen begonnen.

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 Betreff des Beitrags: Re: LB-Welt auf Reisen (Kroatien)
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. Juni 2013, 10:09 
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Teil 2, Kroatien

Tag 4 der Erste Tag in Kroatien

Erst mal einkaufen, Essen und Trinken besorgen, Kühlschrank füllen, Die Anreise revue passieren lassen,
Die bisherigen Bilder anschauen.
Wir gingen dann zum "nur" 500 m weit entferntem Meer, allerdings waren 65 meter Höhenunterschied zu bewältigen. Unten angekommen, waren wir fast alleine, keine 5 Leute dort, außer uns. So ließen wir dann die Füße im Wasser baumeln, uns vom Meerersblick berauschen, und taten sonst eigentlich nichts. Einfach nur Urlaub.

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Der Rückweg war anstrengend, die endlosen Stufen zurück zum Haus hinauf, schafften mich.
Abends sind wir ins Fischrestaurant "Klostar, das ist gegenüber unserem Ferienhaus, frisch gegrillten Tintenfisch gegessen, lecker.

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Tag 5 auf Krk

Heute sind wir über die berühmte Krk Brücke auf die Insel gefahren, so viel blaues hab ich auf dem Navi noch nie gesehen.
Wir waren am:

Ostufer:
Bucht bei Cizici - Soline, Donja Hlapa - Polie - Silo zur Weinprobe. Lecker.
Der gute Wein nennt sich "ZLATHINA", ein weisser, den man nur hier bekommt.

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Ich habe einen Liter mit genommen, für Zuhause.
Dann über Polie - Sveti Vid Dobrinjski - Gostinjak - Risika - Vibnik, alles tolle Straßen.

Südufer:
Punat - Draga Bascanska - Jurandvor- Besichtigung von der Kapelle "Sveta Lucija", da soll eine der ältesten Schriften auf Steintafeln sein, rein kamen wir aber nicht, da gerade Schulklassen drinne waren. So haben wir uns halt mit der optisch sehr reizvollen jungen Lehrerin, die sehr sehr knapp Bekleidet draußen saß, begnügt. (Da will man gerne wieder Schüler sein...)
Und dann total verliebt nach Baska gefahren.

Südostufer:
Stara Baska, Super Fotos am Meer gemacht,

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und gegessen auf der großen Terasse des Restaurants, Nudeln mit Meeresfrüchte für mich, Meeresfrüchtesalat für Drago, Richard die Calamaris. Sehr lecker.
Nach dem Essen, setzte ich mich an das Geländer, legte ich meine Kamera in den Schoß, sinnierte berauscht vom Blick ins Meer vor mich hin.
Als ich dann wieder erwachte und aufstand, sah ich meine Kamera wie in Zeitlupe aus meinem Schoß springen, durch das Geländer, auf dem Podest unterhalb abprallen, und mit vielen Pirouetten 10 meter tiefer auf die Straße unsanft aufschlagen...
Ich ging schnell runter, schauen was noch zu retten ist, aber alles noch dran, nur leicht verformt. Ging aber alles noch. Als ich wieder oben war, fragte der Tischnachbar nach der Marke der Cam, so eine wolle er auch, die sei Robust... :pro:

Westufer:
Besuch der Stadt Krk, am Hafen Eis gegessen, Eiserne Mädels betatscht,

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Speicherkartenadapter für das Navi geholt, weil das Navi sich nicht mehr per Kabel mit dem Läptop verbinden ließ, zuhause ging das noch Tadellos... muss jetzt die neue Routen mit der Mini SD Karte auf das Navi übertragen. W-Lan Hotspot gabs auch, riesen Hitze gratis dazu.

Dann über Salatic, Vrh, Skrbcici, zur Fähre nach der Insel "Cres", aber Uhrzeit und Fähr-Preise, ließen uns umkehren. Wegen einer Std Cres, lohnte sich das nicht. So sind wir wieder über die KrK Brücke zurück ins Festland, mal die Steilküste östlich von Jadranovo hochgefahren, genial schön die Sicht von da oben aufs Meer und die Inseln, und kleinste kurvenreiche Sträßchen entlang gefahren.

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Tag 6 Senj und Hinterland

Heute ging es nach Senj, die "Uskokenfestung Nehaj" mit Rundumsicht besucht,

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das Plumpsklo fotografiert, dann die Serpentinenstraße hoch ins Hinterland genommen. Hier ist alles grün, nicht mehr so steinig karg wie an der Küste.
Es geht Kurve an Kurve, bis zum Waldgasthaus "lovacki-dom-vepar", das wir zufällig endeckten. Naja, die ganze Strecke standen schon so Hinweisschilder mit lecker Bildern von Einheimischen Spezialitäten darauf...
Drago hat den Bärenbraten genommen, wir gemischtes Wildgulasch, also Wildschwein, Bär und Hirsch" und das waren jeweils 150 gramm Stücke! Es sah ein bisschen wie hingeschissen aus, mit der dicken Soße auf dem Fleisch.

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schmeckte aber wunderbar. Danach hatten wir alle eine Wampe und mussten etwas Medizin zu uns nehmen, Feigen oder Honigschnaps.

Die Abfahrt zurück zur Küste, ging über romantische enge Serpentinen, unten hat jemand :roll: eine Schlange überfahren. :(

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Dann noch nach Crikvenica an die Strandpromenade , Espresso trinken, Eis essen und und W-Lan for free benutzen.

Tag 7

Strandtag und rumlümmeln angesagt, für mich nur Terasse im Ferienhaus. Ich musste am Moped was schrauben, die gute Diva patschte seit gestern furchtbar, Fehlzündungen im Auspuff , so laut, daß es die Leute im Umkreis von 100 metern zusammenzucken ließ...
Wie schon vermutet, hatte es die Drosselklappen-Einheit aus dem hinteren unterem Ansaugstutzen gehoben, bekam so mächtig Falschluft. Problem wurde schnell beseitigt, Probefahrt, alles gut.

Tag 8 Badetag

Tagsüber am Strand, Baden und in der Sonne brutzeln, abends haben wir den Kläffköter vom Nachbarn auf den Grill gespießt. Könnte aber auch ein Lamm gewesen sein. Warum wir aufeinmal 12 Leute waren, habe ich nicht so recht verstanden, war wohl Dragos Verwandschaft.. aber war ja genung zum Essen da.

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Wurde ein langer geselliger Abend wo man nichts berichten muss, auch hier sagen die Bilder mehr als Worte.

Tag 9 Inselhopping

Drago hatte zu tun, seine Frau und ihre Schwester sind mit dem Auto angereist. Richard und ich fuhren über Rjieka rüber nach Istrien, bis zum Panoramablick Hotel Flanola, viele Fotos gemacht,

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und dann sahen wir schon die Fähre kommen, also 10 km zurückfahren zur Anlegestelle, passte zeitlich perfekt.
Die überfahrt war Super, man hatte Blick aufs offene Meer richtung Süden, den hat man vom Land aus nicht, überall sind hohe Inseln im Weg. Auf Cres sahen wir zu , als erste von der Fähre zu kommen, bevor die ganzen Holländer und Konsorten die einzigste Straße dort verstopften. Auf dem Höchstem Punkt der Insel kann man zu beiden Seiten das Meer sehen, genial.

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Viel zu schnell kam das Ende der Insel, und die Anlegestelle der Fähre nach Krk, aber grade passend für uns. Bis das Schiff anlegte und die Fahrzeuge rausfuhren, haben wir noch schnell ein Radler "Lemon" getrunken, denn gings aber auch schon los. Auf KrK noch bissl rumgedüst, dann sind wir südlich der Brücke an den Strand, da kann man Klasse Bilder machen, mit der "Zwei-Bogenbrücke" im Hintergrund.

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 Betreff des Beitrags: Re: LB-Welt auf Reisen
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. Juni 2013, 10:20 
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Teil 3 Winnetouberg Mali Alan und Zrmanja Schlucht

Tag 10 Solotour auf Schotter


Ich bin zwar nicht so der Karl May Fan, aber durch Reiseberichte von andern Webseiten wurde ich doch ziemlich angefixt.
Auf dem "Mali Alan" wurden Szenen für " Im Tal der Tränen" gedreht, in der Schlucht unterhalb einige Szenen von
" Der Ölprinz".

Drago hatte mit seinen Frauen zu kämpfen, Richard wollte nicht unbedingt auf Schotter Strecken, das wollte er seiner Bandit nicht antun. Auf den Berg führt halt nur ein Schotterweg. Mir war zwar etwas mulmig, alleine das Abenteuer zu beginnen, aber mein innerer Schweinehund war heute mächtig stark. Das wird mein Tag werden, ganz alleine, Nur ich mit meinem Pferd nach oben reiten, mit Winnetou und Old Shatterhand eine Pfeife rauchen, vielleicht darf ich auch die hübsche Squaw mal küssen?

So mache ich mich schon um 8 Uhr auf den Weg, reite erstmal 95 km auf der Magistrale an der Küste entlang nach Senj, dort geht es hoch ins Hinterland zur Autobahnanschlusstelle bis nach Sveti Rok. Diese Autobahn hat mich echt erschüttert, weil keine Bodenwelle oder auch nur das geringste Schlagloch zu finden war, also Straßen bauen, das können die Kroaten, wesentlich besser als das D Gesindel. Und Verkehr war da auch keiner zu finden, nur ab und wann mal ein Fahrzeug, nur 2 LKW gesehen auf die 80 km Strecke in den Süden. Dort durfte ich dann 23 Kuna für das Erlebnis bezahlen, das sind so 3,10 €. Das wars mir allemal Wert.

An der Mautstelle habe ich die zweiten Fotos gemacht, die ersten Bilder waren schon auf der Bahn geschossen, um das Straßenwunder festzuhalten.
"Irgendeine Bergspitze vor mir muss der "Alan" sein, dachte ich mir, aber welcher? etwa der in der Wolke? Ich muss hochfahren, sonst finde ich das nicht heraus."

Zwei mal abgebogen nach Sveti Rok, schon wurden aus der Straße ein "Wegchen", und zu meiner Überraschung stand da plötzlich ein riesen gelbes Straßenschild, "Zadar, Obrovac und Mali Alan gerade aus.

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Die werden doch nicht den Verkehr nach Zadar über den Schotterpass leiten? Doch, daß taten die...

Es war aber überhaupt kein Verkehr, schon kam das Schild " Willkommen im Velebit Naturpark", Ein Kassenhäuschen war auch nicht zu sehen. Aloa He, nun aber, jetzt gehts Los.

Die ersten 300 meter waren noch Asphalt, dann kam teils sehr grober und tiefer Schotter, da hatte ich etwas zu kämpfen, ständing rollten die Hufen seitlich über die Steine weg. Da half nur, mehr Gas geben, das habe ich schnell gelernt. So kämpfte ich mich um die ersten steilen Kehren, zu einem Aussichtsturm, Klar, Fotostopp. Das Pferd parkte mitten auf der Straße, kam ja eh niemand vorbei.

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Dann ritten wir beide, die Diva mit mir bis hoch auf ein riesiges Plateau, Fotostopp und Videofahrt war angesagt. Fantastisch hier oben! Der Schotter war hier auch nicht mehr so tief.
Wann kommt nun der Alan? nach jeder Kurve erwartete ich ihn, hielt immer wieder an zum Bildern, irgendwann ging es schon wieder Bergab.

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Hmm, habe ich den Berg übersehen?

Nein, plötzlich tat sich vor mir ein Hochtal auf, mit Blick zum Meer sogar, und da stand er da, auf Augenhöhe und prächtig leuchtend in der Sonne.

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Der Mali Alan, ich bin da, Ich habe ihn beritten!

Von oben schon sah man prima die große Mauer, deren Namen "Tulove Grede" lautet, was auch immer das bedeutet.
Wenn man weiß, wo die Karl May Fanbox ist, kann man sich da natürlich eintragen, diese wurde 2006 dort von "Silverpit" angebracht, in dem Kasten ist so eine Art Gipfelbuch. Das habe ich natürlich gleich zuerst getan..

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Winnetou war gerade leider unterwegs, so war ich völlig alleine dort, und habe bestimmt über 100 Bilder gemacht. Es war herrlich dort oben, wunderschöne Natur, der mächtige Berg, die Aussicht, einfach überwältigend. Ich war bestimmt 1 Stunde am Berg.

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Als langsam Wolken aufzogen, weiß der Teufel wo die herkamen, habe ich mich an die Westroute, die Abfahrt richtung Obrovac begeben. Der Blick auf die kommende Straßenführung lies mich zu höchster Wachsamkeit ermahnen.

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Jetzt kamen mir sogar 2 Fotosafari Allrad Jeeps mit Touris im Kofferraum entgegen, die aber brav stehenblieben um mich vorbei zu lassen.
Dann plötzlich, kurz vor eine Kehre mit riesigen Lücken zwischen den Randbefestigungssteinen, kam ich in schlingern, instinktiv schnellten meine Füsse zum Boden, aber irgendwie sollte ich jetzt bremsen, die Kehre sieht verdammt eng aus.. Die Vorderradbremse lies ich getrost außer acht, obwohl meine rechte Hand zuckte, das bringt sicher den Sturz zu Boden...
hmm aber meine Füße verweigerten, sich von der Schotterpiste zu erheben, und gefälligst auf die Bremse zu treten... Mist, ich steuerte genau auf die Randsteinlücke richtung Abgrund zu, und dort ging es nur Senkrecht weiter... bloß nicht hingucken, man fährt dahin, wo man schaut, schoss es mir in den Kopf. Mir blieb nur ein festes "kurz am Seil ziehen", damit das Hinterrad wegdriftet, und das Moped gerade noch rechtzeitig, in der richtigen Richtung weiter rollte.. Puuh, Schreck lass nach, Erstmal Pause gebraucht...Schnaps hatte ich leider keinen dabei, sonst hätt ich wenigstens dran gerochen. Eh ne gute Stelle für Fotos..

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Dann sah ich 2 Mopeds den Pass hochtuckern, eine GS, dahinter mit 100 m Abstand eine Bandit. Der GS Fahrer fragte nur, ob die Piste noch schlimmer wird, das Mädel auf der Bandit lispelte nur ein knappes Hallo.

Weiter gings, Kehre um Kehre hinab,

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an einer tollen Ruine vorbei, Prima Hintergrund für Fotos...

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Bald danach war ich unten, der Schotterpass endet haargenau über dem Eingang des Autobahntunnels, durch den ich vorher auch kam. Ab hier wieder Teer, dafür durfte man den auch nicht verlassen, die Minenschilder waren nicht zu übersehen.

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So manches Viehzeugs huschte oder schlängelte sich vor mir über den Weg, hab aber keins erwischt, also mit dem Foto natürlich! Aber gut, das ich nun wieder runter bin, oben sah es jetzt so aus:

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Unten im Tal war die Autobahn, Anschlusstelle Obrovac, ich entschloss mich aber an an der Küste entlang nach Jadronovo zu fahren.

Halt, Stopp, da war doch noch was... an die Zrmanja Schlucht, an den Canyon wollte ich doch noch...
Also erstmal die Straße richtung Obrovac, und beim Telegrafenmast Nummer 89 muss man links in einen Naturweg rein, etwas holprig, aber schöne Pfanzen überall..

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nach ca 1 km stehe ich dann plötzlich auf dem riesigem Plateau, wo man Super in den Canyon schauen kann.. Super grünes Wasser.

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Dann bin ich zur Jadranska Magistrale, die Küstenstraße, 180 km fast ohne Verkehr nach Norden, habe viel Küstenstraße gefilmt,

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und kurz vor Karlobad eine Pause eingelegt, weil ich im Norden sah, das es da gerade heftig stürmte und schüttete. Ich wollte nicht von der " Bora" ins Meer geweht werden.
Der Spuk war aber nach 15 Minuten schon vorbei, und die Straße schnell wieder trocken.
In Jadronovo , am Ziel, hats mich dann auf den letzten 800 Metern doch noch erwischt, Sturzflut von oben, war aber warmes Wasser, und daher egal..

Das grinsen von diesem Tag geht mir wohl nie wieder aus dem Gesicht, Das war er, "Mein Tag"!
(Und auch die schönsten Fotos des Urlaubs gemacht , finde Ich zumindest.)

Zu den 231 Bildern von diesem Tag

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 Betreff des Beitrags: Re: LB-Welt auf Reisen
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. Juni 2013, 13:02 
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 Betreff des Beitrags: Re: LB-Welt auf Reisen
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. Juni 2013, 17:26 
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Teil 4 Kroatien

Tag 11

Heute war wieder mal relaxen an und im Meer angesagt, Krabben und Fische Fotografieren, Richard ging schon früh um 9 Uhr an den Strand, und hat doch tatsächlich einen Rochen abgelichtet.
Wenn man die Füße ins Wasser stellt und wartet, kommen lauter kleine Minikrebse (Grill?) und die futtern die Hornhaut an den Zehen ab.
Ich lag in einer kleinen Bucht im Wasser, wie eine Badewanne, da haben mich so kleine Fische angeknabbert, da erschrickt man jedes mal, obwohl es nicht weh tut. Als mir aber aber irgendwas ins Loch, wo die Sonne nie hinscheint, zwickte, da stand ich aber sowas von Senkrecht, bestimmt 2 Meter über dem Wasser und übte den Tarzanschrei...
Ich hoffe, es war nicht die Krabbe, die sich hinter mir im Wasser tummelte. Vom Baden hatte ich erstmal genug, in der Sonne wars aber zu heiß, so verzog ich mich erstmal in den Schatten. Abend gabs die Reste vom falschem mini Thunfisch mit Kartoffeln, Salate und Knoblauchöl

Tag 12

Nochmal am Strand relaxt, fahren wollten wir heute nicht, da wir die nächsten 2 Tage sowieso auf dem Heimweg genug Kilometer reissen werden.
Abends reste essen, packen und Wohnung saubermachen. Lisa aus Freilassing kam noch angetuckert auf ihrer Virago, wurde ein lustiger Abend. Die Mädels dürfen noch eine Woche bleiben, wir müssen morgen leider den Heimweg antreten. :x

Tag 13 Heimreise

Ganz anders als die geplante ausgedehnte Rückfahrt, 4 Tage übers Friaul in die Dolomiten, sind wir heute erst richtung Heimat gefahren. Es war einfach zu schön hier...

09:30 Uhr Abfahrt über Landstraßen nach Slowenien, über Postonja, Nova Gorica, Tolmin, Kobarid, dann über den Staro Sela Pass :L nach Italien ins Friaul, der war sehr schön lang und eng. In der Karte als winziges weisses Sträßchen verzeichnet, aber dafür kein Galama an der unbesetzen Grenze. Der Monte Zoncolan war tief in Wolken verhüllt, also Plan ändern, nix über den Sauris zu den Dolos, sondern der Sonne hinterher über den Plöckenpass bis zum Glockner, kurz vor Heiligenblut haben wir die Nase voll und haben genächtigt, wieder ein Super Gasthof erwischt, 28 € inc Frühstück.
Gasthof Post in Mörtschach am Glockner
eigentlich wollten wir nach dem Großglocknerpass nächtigen, aber wir hatten für heute echt genug. Oben wars eh zugezogen. 17:30 Uhr sind wir eingecheckt.

Tag 14

Himmel wieder hellblau, Glockner ohne Wolken, 9 Uhr geht los. Oben paar Fotos mit Schnee, und denn ab über Zell am See, Saalbach-Hinterklemm bis Kufstein, dort einen kleinen kleinen Nebenpass genommen, jenseits des großen Grenzübergangs Kiefersfelden. dann richtung Garmisch gehalten, über Preißing nach Landsberg, der Rest war schnell gegessen, 18 Uhr war jeder zuhause.

3056 km standen auf der Uhr, sehr "schee wars gwäse". Schreit nach Wiederholung, die ausgelassenen Ziele nachholen, wo wir wohnen ist schon abgeklärt.

Zu den Bildern der Reise (670 Fotos)

Zu den Bildern vom Mali Alan und Zrmanja Canyon Tag (230 Fotos)

Ein 15 min Videoschnitt der Fahrfilme folgt in Kürze, erwartet aber keine Profi qualität, das kann meine Cam nicht ... (und ich vermutlich auch nicht.)

Gruß Tom

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 Betreff des Beitrags: Re: LB-Welt auf Reisen
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. Juni 2013, 20:05 
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Hi Tom,

schönen Urlaub hast Du da gemacht, vielen Dank fürs Mitnehmen in ein mir völlig unbekanntes Land (Kroatien) :L !

Es ist schon der Wahnsinn was die Wassermassen so anstellen in diesem Jahr, kann nur hoffen, dass das bald eine Ende hat, befürchte jedoch, dass solche Phänomene uns in Zunkunft öfter treffen könnten.

Schönen Urlaub scheint ihr verbracht zu haben :mrgreen: .

Herzliche Grüsse

Kirsten

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Ein bißchen von wenig ist immer noch mehr als nichts von viel (Andreas Gabalier)


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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. Juni 2013, 20:33 
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Kirsten, der Urlaub und die Reise waren klasse, Abenteuer inclusive, so macht das Leben Spaß! Ich habe gelernt, das penibles vorplanen sinnlos ist, es kommt eh immer anderst als man denkt. Kroatien, oder Slowenien sind schon Super für solche Touren. Berge und Meer, alles auf einmal.

Werde das nächstes Jahr um diese Zeit wiederholen, ausgelassene Reiseziele nachholen

Mitfahrer/innen sind willkommen, aber Anzahl begrenzt, wir haben nur 4 DZ und 2 EZ dort im Ferienhaus.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 23. Juni 2013, 14:10 
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Wohnort: Niederösterreich
Danke für die bebilderten und geschilderten Eindrücke von Kroatien! :L
Du hast mein Vorhaben mit dem Mopped dorthin zu fahren jedenfalls bestärkt.

Gruß

Gigl

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Gigl


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