Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 31. Dezember 2015, 09:07 
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erstes Kennenlernen

Inzwischen hat das Garmin Oregon 450 seinen Platz am Mopped gefunden.
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Basis bildet ein ursprünglich als Fahrradflaschenhalter gedachtes Spannsystem von SKS (ca. 7€) mit gummiertem Gurt und Spannhebel. Damit hatte ich bereits vorher meine Navitasche für das Medion-Navi befestigt und nutze es auch als Träger für meine ActionCam. Hält bombenfest. Als Verbindung zwischen Halter und Navischale wurde ein Stück Plexiglas per Laubsäge in Form gebracht und verschraubt.

Und nachdem ich mich probehalber per Mopped nach Lübeck habe führen lassen...
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war ich wenig später im Freistil mit dem Fahrrad unterwegs. Kieskuhle und Forst waren angesagt.
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Die kostenlos zugänglichen und frei verwertbaren Karten von http://www.openstreetmap.de/ sind einfach klasse!
Weltweit tragen Nutzer nach und nach Daten zusammen und stellen sie dem Projekt und damit jedermann zur Verfügung. Das Ziel ist eine frei zugängliche Weltkarte für alle Menschen.
Ich bin heute kleinste "Waldwege" entlang gefahren, die allenfalls als Trampelpfade erkennbar waren, so detailliert stehen bereits Daten zur Verfügung. Hut ab! :D
(Hätte mal besser das Re-Cycle genommen https://www.youtube.com/watch?v=VzQ661S09wY )

Besonders auf dem Motorrad war ich erstaunt, dass sowohl Akkus als auch Navi bei Temperaturen unter 10°C und Fahrtwind anstandslos durchgehalten haben.
Das Display des Oregons ist sehr gut ablesbar. Sonnenlicht von hinten z.B. führt -statt nervigen Reflexionen- tatsächlich zu einem deutlich klaren Bild.

Der nächste Schritt war dann das Üben der Routenplanung am Computer mit dem Programm "BaseCamp".

_________________
Herrliche Grüße,
Jens Helge

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Ungelesener BeitragVerfasst: Freitag 1. Januar 2016, 20:01 
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Bergwandern, März 2015

Nachem der gestrige Samstag kalt, trüb und nieselnass war, strahlt heute die Sonne von einem leuchtblauen Himmel.

Kurzentschlossen werfe ich einen Blick auf die Landkarte und suche mir ein Ziel. Heute soll es in die Berge gehen.

Der Bungsberg ist mit stolzen 167,4m Schleswig-Holsteins höchste Erhebung. Bisher kenne ich ihn nur vom Hörensagen, aber heute werde ich ihn bezwingen!
Am besten auf meiner treuen Yamaha XJ 600 S Diversion. Wollen wir doch mal sehen, wie nahe wir dem Gipfel kommen...

Die Sache ist also beschlossen.

Nur wenig später erwacht der kleine Vierzylindermotor zum Leben, die ersten Kilometer halte ich ihn wie üblich unter 4500 U/min. Mit 80 Sachen rollen wir entlang der B432 in Richtung Ostsee. Eine langweilige Strecke, die ich in meinem Navi am liebsten als via non grata kennzeichnen würde. Schon bald habe ich die Faxen dicke von den Sonntagsfahrern, drehe rechts und ziehe links vorbei.

Die Landschaft ist noch karg, nur bei genauerem Hinsehen erkennt man die Vorboten des nahenden Frühlings.

Bei Ahrensbök verlasse ich die Bundesstraße. Nun führt mich der Weg munter über Dörfchen und kleine Strassen quer durch`s Land.

Ich sehe Reiher an Tümpeln stehen und entdecke eine Weide mit Galloway-Rindern. Eines davon schläft platt liegend im Gras. Erst später kommt mir die Frage auf: "Wo lassen die Viecher eigentlich ihre riesen Hörner wenn sie schlafen?" Das eine zeigte doch senkrecht in den Himmel!?! Wo war das andere? Graben die sich erst ein Loch?

Ich erreiche Schönweide am Bungsberg und halte neugierig Ausschau. Noch ist der Berg nirgends zu erkennen. Schon seit einiger Zeit habe ich aber seine weiten Ausläufer wahrgenommen, die Fahrbahn hob und senkte sich nämlich deutlich...

Dann kommt er endlich in Sicht! Hinter Buchenwäldern versteckt ragt er groß und mächtig in den klaren Himmel.

Das Navi schickt mich auf einen zweispurigen Sand-Schotter-Feldweg. Ich zögere kurz, denn der Weg führt quer über einen Bauerhof. Soll ich da wirklich lang? Na gut!
Im Schritttempo überquere ich den Hof und wage den Aufstieg. Der geröllige Weg ist nass und teilweise rutschig, in Mulden steht das Wasser. Die ansonsten guten BT45-Reifen geraten schnell an ihre Grenzen. Jetzt bloß nicht die Vorderbremse ziehen...

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mein treues Motorrad wartet kurz unterhalb des Gipfels / die BT45 sind nicht offroadtauglich

Als es gar zu matschig wird, parke ich die Diva am Wegesrand. Zum Glück finde ich eine Stelle, an der der Ständer Halt findet. Dann mache ich mich zu Fuß auf den letzten Anstieg zum Gipfel. Geschätzte 20 Höhenmeter kämpfe ich mich über die Wiese nach oben.

Die Mühe wird reich belohnt, weit streift mein Blick über die Lande. Ich bin überwältigt!
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Blick von Schleswig-Holsteins höchster Erhebung, der Weg des Aufstiegs ist gut zu erkennen / Gipfelstürmer

Meine Heimat Schleswig-Holstein ist nicht nur ein wunderschönes sondern auch vielseitiges Land. Von weit her reisen Gäste sogar im Winter an, um alpine Freuden zu geniessen:
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Skiliftanlage auf dem Bungsberg

Zwei weitere Leute erklimmen den Berg und mir wird es hier oben entschieden zu voll.
Ich beginne den Abstieg und starte das Motorrad. Minuten später erreiche ich Asphalt und somit sichere Gefilde. Auf den ersten Metern fahre ich die Reifen sauber, dann setze ich meine Wanderung fort.

Höhenluft macht hungrig und so steuere ich über Eutin und Malente den Bikertreff am kleinen Plöner See an.
Unterwegs informiert mich die Temperaturanzeige einer Apotheke, dass nur einstellige Werte erreicht werden und ich freue mich einmal mehr über meine flauschigen Drei-Finger-Handschuhe.

Am Ufer des Sees ist einiges los, ganze Horden von Motorradfahrern kommen mir entgegen und weisen mir damit den Weg.
Jetzt gibt es die gute Currywurst-Spezial, dabei genieße ich den Ausblick über das Wasser. Die Bleßhühner und Haubentaucher lassen sich vom Gedröhn der Motoren nicht stören und setzen unbeirrt ihre Balzspiele fort.

Gut gestärkt mache ich mich auf den Heimweg und fädele mich kurz vor Bad Segeberg wieder in den ewigen Troß auf der B432 ein. Eine Dreiviertelstunde später rolle ich vor`s Haus, froh, jetzt unter die heisse Dusche steigen zu können.
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Schön war`s mal wieder!

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Herrliche Grüße,
Jens Helge

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 3. Januar 2016, 10:49 
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Beiträge: 673
Wohnort: südl. Schleswig-Holstein
„rund Schleswig-Holstein“, Tag 1, Donnerstag, 14. Mai 2015, Himmelfahrt / Vatertag

Oh Mann, ich freu mich!

Einmal ganz allein mit dem Motorrad rund um Schleswig-Holstein fahren. Nordsee rauf, deutsch-dänische Grenze rüber und Ostsee wieder runter. Kleine Straßen und Wege probieren und interessante, lustige oder auch skurrile Ortsnamen besuchen. Soweit der Plan.

Während meiner Vorbereitungen vor einigen Monaten wollte ich aus Kostengründen zunächst mit dem Zelt hinten auf der Gepäckbrücke reisen und Campingplätze nutzen. Im weiteren Verlauf wurde aber schnell klar: Nicht alle Campingplätze nehmen Zelter auf. Und: Campen ist nicht billig.

Also besuchte ich online das Deutsche Jugendherbergswerk und entschied mich spontan um. Einzelzimmer, Dusche und WC, Bettwäsche und Frühstück incl.. Kaum teurer als der Zeltplatz, dafür aber mit deutlich mehr Komfort (und viel weniger Gepäck).

Vier Tage wollte ich mir nun Zeit lassen für meine erste „größere“ Tour mit dem Motorrad. Schon im letzten Jahr hatte ich auf meiner Schleswig-Holstein-Karte besondere Ortsnamen mit roten Stecknadeln markiert, mittels Bindfäden verschiedene Touren abgesteckt und gefahren. Jetzt war die längste Runde dran.

Mein Navigationsgerät Garmin Oregon 450 wurde per Laptop und BaseCamp mit vier Teil-Routen gefüttert, die Jugendherbergen online gebucht. Soweit so gut.

Noch bis zum Vorabend war ich mit tausend anderen Dingen beschäftigt und hab nur ab und an mal ein Wort auf meine Packliste gekritzelt.

Heute ist es endlich – oder plötzlich – soweit. Nach dem Frühstück verschwinde ich im Keller und packe alles zusammen, was auf meiner Liste steht. Dann noch ein paar Unterhosen, Socken und die Zahnbürste dazu, dann bin ich bereit!

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Bereit zur Abfahrt! / Vorschau der Tagesetappe auf dem Navi

Um Punkt zehn Uhr betätige ich den Chokehebel meiner dunkelgrünen Yamaha XJ 600 S Diversion und drücke auf den Startknopf. Kurzes Orgeln, dann ist der kleine Vierzylinder erwacht und es wummert dezent aus den beiden Chromtöpfen. Ich umarme noch einmal die Familie, dann geht es auf ins Abenteuer.

Nach einigen Kilometern lichtet sich die Ortsdichte und ich erreiche die Seilfähre Beidenfleth. Da hier ein natürliches Gewässer gequert wird, ist die Fahrt kostenpflichtig. Als die Fähre aus der Gegenrichtung am Ufer anlegt, rollen nur drei Motorräder an mir vorbei. Ich darf danach an Bord fahren und werde für die etwa zweiminütige Überfahrt der einzige Passagier sein. Während sich die Fähre quasi selbst am Seil in Richtung des anderen Ufer zieht, kommt die Kapitänin aus ihrem Häuschen und ich zahle den Fahrpreis von 2,-€.

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Seilfähre Beidenfleth

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Mein erstes Ortsziel kann ich nicht entdecken. Nach Landscheide finde ich lediglich ein Hinweisschild und nach einigem Rumgekurve fahre ich eben weiter. Das Gleiche passiert mir später bei Busenwurth. Irgendwie komme ich da nicht vorbei. Die beiden Orte sollen aber auch meine einzigen „Nieten“ der Tour bleiben. Dafür finde ich noch einige andere schöne Zufallstreffer, aber das kann ich heute natürlich noch nicht wissen. Vielleicht ist Landscheide auch eher eine Gemarkungsbezeichnung und gar kein eigentlicher Ortsname?

Auch wenn ich das Oregon schon ein paar Mal benutzt habe, sind wir doch immer noch in der Erprobungsphase miteinander. Das Navi schickt mich z.T. kleine und kleinste Wege, immer orientiert an der virtuellen Luftlinie zum nächsten Zwischenziel. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich mich durch eine Radwegsperre zwängen muss oder eine Fußgängerbrücke mit Treppen überqueren soll. Allerdings berechnet das Navi wirklich umgehend eine alternative Strecke, wenn ich mich nicht an die Empfehlung halte. Am Abend dieses Tages werde ich verstanden haben, dass die dicke rosa Linie auf dem Display nicht akribisch nachzufahren, sondern eher als unverbindlicher Serviervorschlag meiner Tour zu werten ist. Und auch erst langsam werde ich einzuschätzen lernen, wann das Navi plötzlich automatisch die Kartenansicht auf zoomt, nämlich erst recht kurz vor dem Abbiegen. Anfangs bin ich wirklich einige Male am Abzweig vorbeigerauscht, weil die vermeintliche Abfahrt noch so weit entfernt aussah. Wrrrom, brems, umdreh.

Naja, ist ja eigentlich auch kein Motorradnavi. Das Garmin Oregon 450 ist vielmehr als Wander- und Geocache-Navi konzipiert. Deshalb ist es auch so robust, wasserdicht und mit zwei AA-Akkus autonom von irgendwelchen Netzanschlüssen. Eben genau das, was ich für meine Touren haben wollte. Außerdem bin ich in der Wahl der Karten nicht herstellergebunden und nutze die freien und kostenlos zugänglichen OSM-Karten.

An der Fähre Kudensee überquere ich den Nord-Ostsee-Kanal. Diesmal ist die Überfahrt kostenfrei, denn der Kanal ist eine künstlich angelegte Wasserstraße. Auch hier bin ich der einzige Passagier an Bord.

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Umleitungsempfehlung am Nord-Ostsee-Kanal: bitte schwimmen

Das Wetter ist kühl, der Himmel grau verhangen, Niesel und Wolken wechseln sich ab. Und je weiter ich in Richtung Nordsee komme, desto windiger wird es. Bei einer kleinen Pause fällt mir auf, dass der Motor vorn etwas ölig ist. Dabei habe ich das Mopped heute Morgen frisch gewaschen aus der Garage geschoben! Hmm, das gefällt mir gar nicht. Muss ich wohl im Blick behalten.

Es ist Himmelfahrt. Oder Vatertag. Immer wieder begegne ich kleinen Karawanen (meist junger) Männer mit dem Bollerwagen voller Alkohol. Sie wandern durch die Gegend, trinken, lachen, feiern. Ich werde freudig gegrüßt.

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Dingen, Ortsteil Dingerdonn / Rösthusen / Windkraftanlagen

Die Landschaft wirkt bei diesem Wetter trist und öde. Das Land ist flach, die Weiden sattgrün, die Äcker schwarz. Ich folge den kleinen Straßen zwischen Feldern und Entwässerungsgräben, grüße Bauern beim Mähen, kreuze kleine Brücken, bewundere die großen Windkraftanlagen und sehe Unmengen von Schafen. Die Lämmer sind schon geboren und hopsen vergnügt durch das nasse Gras.

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Ich erreiche den äußersten Deich vor der Nordsee. Die Treppe ist mit Hinweisschildern gespickt. Einladungen zu Kutschfahrten und Wattwanderungen, Angebote zu Vogelführungen, Warnhinweise zu Wetter und Wattenmeer und und und. Mittendrin in fettroten Lettern: „Imbiss 100m“. Ja, das passt gut zu meiner gefühlten Mittagszeit. Vorher aber ersteige ich den Deich. Ich will sehen, ob die Nordsee grad da ist.

Nach einer köstlichen Stärkung geht es weiter, ich will noch bis Westerhever kommen. Das Navi lädt mich auf die Straße direkt hinter dem Deich ein. Runde weiße Schilder mit rotem Rand mahnen im Nieselregen still vor sich hin. Darunter steht irgendetwas von wegen „Inhaber von Durchfahrtberechtigungsscheinen…“ Ich will hier fahren! Einerseits ist Feiertag und ich werde schon keine Deichpflegefahrzeuge stören, zum anderen ist die Straße wirklich sehr breit. Und leer. Warum also nicht? Auch die wenigen privilegierten Deichanwohner in ihren schicken Reetdachhäuschen sollte es heute nicht stören, wenn mal ein einsamer Moppedwanderer in gemächlichem Tempo und Nieselregen an ihrer Privateinfahrt vorbeizieht. Also folge ich der dicken rosa Linie auf dem Display meines Navis und lasse Blicke und Gedanken schweifen.

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in Friedrichskoog / Heringsand

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Krempel / Kotzenbüll / Welt

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Poppenbüll

Am Deich bei Westerhever geht es geschäftig zu. Es ist immer das Gleiche: Erreicht man in dieser Einöde einen touristisch interessanten Ort, zeigt sich das zuerst an den Halteverbotsschildern am Straßenrand. Es folgt ein bewachter und natürlich kostenpflichtiger Parkplatz, alsdann werden die Besucherströme an irgendwelchen Verkaufsständen mit regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen vorbeigelotst, bevor die meisten dann beim rustikalen Kaffeebetrieb ihren endgültigen Halt machen.

Ich rolle im Schritttempo ganz nach vorn durch und parke die Diva bei den Fahrradständern. Der Mann mit der Pferdekutsche mustert mich missmutig, und erwidert auch meinen Gruß nicht. Dann mache ich, was alle hier machen, ich wandere bis auf die Deichkrone und schieße ein Foto.

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Westerhever

Still ist es hier. Gleichmäßig rauscht der Wind von der See gen Land, hier und da blökt ein Schaf, Grau- und Nonnengänse weiden in großen Scharen im Deichvorland.

Ich ziehe weiter, immer wieder über kleinste Wege und zwischen Entwässerungsgräben hindurch. Heute bin ich länger unterwegs als gedacht. Ich muss mit voller Konzentration fahren, denn der Boden links und rechts ist matschig. Wir haben einen nassen Mai. Das Navi berechnet immer wieder neue Strecken, wenn ich nicht, wie empfohlen, in irgendeinen Feldweg einbiege weil dort ein „Durchfahrt verboten“-Schild steht. Die Orientierung habe ich sowieso längst verloren. Gut, dass ich nicht versucht habe, durch dieses Gewirr mit der Landkarte finden zu wollen. Allmählich beginnt mein linkes Handgelenk vom Kuppeln zu schmerzen, denn auf diesen kleinen verwinkelten Wegen bleibe ich kaum mal länger in einem Gang.

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Witzwort / Simonsberg

Dankbar komme ich wieder auf eine „normale“ Landstraße und gebe Gas. Nach Witzwort und Simonsberg erreiche ich gegen achtzehn Uhr endlich die Jugendherberge in Husum. Als ich auf den Hof rolle, kommt der Herbergsvater aus dem Haus. Ich blicke ihn fragend an, ob ich wohl hier bei den Fahrradständern parken darf? Er schickt mich aber gleich halb ums Haus herum. „Da kannst Du Deine Maschine unter das Dach stellen. Ich mag das selber nicht, wenn die Sitzbank morgens nass ist.“ Aha, also auch ein Motorradfahrer. Ich parke komfortabel unter dem Schuppendach und bin zufrieden mit dem Tag.

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Schnell beziehe ich mein kleines Zimmer und suche den Speisesaal auf. Auch wenn ich es nicht reserviert habe, bekomme ich hier tollerweise noch ein Abendessen: einen großen Teller Spaghetti Bolognese!

Die Herberge ist heute anscheinend nur wenig besetzt. Ein, zwei Familien und eine kleine Gruppe Behinderter mit Betreuern. Als ich noch einmal vor der Haustür stehe, kommt ein großer, dünner Mann strahlend auf mich zu: „Na, geht´s dir gut? Mir geht`s richtig gut. Guck mal, was ich für eine neue Jacke habe!“ Stolz dreht er sich vor mir im Kreis. Er trägt eine nagelneue gefütterte neonfarbene Bauarbeiterjacke mit breiten Reflektorstreifen. Als ich sie gebührend bewundere, erzählt er mir von seiner Schnürlederjeans. „Die hab ich von Louis. Mit Conchos, die hab ich selbst an die Schnüre angebaut. Aber früher bin ich Kran gefahren. Deshalb hab ich auch die neue Jacke! 200m war der Kran. Da hab ich ein Silo runtergeholt. Das hat soo gewackelt.“ Heftig gestikuliert er dabei mit den Armen. „Da musste die ganze Straße gesperrt werden. Hab ich alles allein gemacht.“ Er erzählt mir noch von Betonzangen und Moniereisenscheren für den Kran, dann wünscht er mir eine gute Nacht und verschwindet. War das alles nun Fantasie oder Wirklichkeit? Sicher bin ich mir nicht. Aber wahrscheinlich hat er mir einfach nur seinen ganz großen Traum erzählt. Und dabei war er so fröhlich und herzlich, ich bin irgendwie angerührt…

Über das XJ-Forum bin ich mit einem User in Kontakt, der in der Nähe von Husum lebt. Und auch wenn ich mittlerweile schon recht müde bin, schwinge ich mich nochmal in den Sattel. Es werden nette eineinhalb Stunden Klönschnack, dann ruft endgültig mein Bett. Schön, Dich mal persönlich kennen gelernt zu haben!

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„rund Schleswig-Holstein“, Tag 2, Freitag, 15. Mai 2015

Uuah, hab ich tief und fest geschlafen!

Schnell das Bett abgezogen und gut gefrühstückt, dann will ich los. Um neun Uhr drücke ich den Anlasser meiner treuen Diva und rolle vom Hof. Meinem Handgelenk geht`s offenbar besser, das Kuppeln ist schmerzfrei. (Das hatte mir gestern schon echte Sorgen bereitet…)

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Minitankrucksack für die Kamera, Gepäckrolle, Rearbag / Wobbenbüll

Der Himmel ist bewölkt, eine Uhr-Thermometer-Leuchte zeigt 8°C. Naja, ich habe zum Glück alle warmen Klamotten drunter gezogen, denn Leder allein hält auf Dauer nicht warm.

In Wobbenbüll bietet mir das Navi zwei Wege an, und ich düse erstmal prompt in die falsche Richtung. Irgendwann wundere ich mich doch, dass gar keine Hinweisschilder mehr nach Nordstrand kommen. Ach ja, da hatte ich am Laptop einen Inselschlenker geplant und sollte erst danach auf diese Piste kommen, die ich jetzt befahre. Also wende ich mein Mopped und düse die paar Kilometer schnell zurück, denn die Insel Nordstrand will ich mir nicht entgehen lassen.

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Reif für die Insel - Nordstrand

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auf Nordstrand: England / Hamburger Deich / Herrendeich

Zurück auf dem Festland geht es also noch einmal durch Wobbenbüll. Von dort dann nach Sönnebüll und weiter über den Hauke-Haien-Koog nach Klanxbüll.

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Sönnebüll / Hauke-Haien-Koog / Klanxbüll

Wer sich, so wie ich mich, für Theodor Storms Der Schimmelreiter begeistern kann, der sollte den Hauke-Haien-Koog einmal umfahren. Die Vorstellung, der Nordsee bei Wind und Wetter und nur mit Spaten, Schubkarre und Pferdefuhrwerk ein solches Gebiet abzutrotzen, ist mit dieser Geschichte im Hinterkopf und der Landschaft vor Augen wirklich beeindruckend!

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Rodenäs / Klixbüll / Humptrup / Süderlügum

Gegen Mittag erreiche ich Süderlügum an der deutsch-türkischen… äh, deutsch-dänischen Grenze und bekomme spontan Appetit auf Döner. Bei Mesut bekomme ich dann auch eine leckere Portion und lasse es mir schmecken. „Alle Soßen drauf?“ „Na klar!“ (Mir doch egal, wenn ich heute Nacht nach Knoblauch rieche, ich habe schließlich ein Zimmer für mich allein.)

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in Leck gibt es eine „Lecker Chaussee“ / Nordhackstedt

Je weiter ich nun in Grenznähe gen Osten fahre, desto mehr wandelt sich die Landschaft. Wo das Auge gestern überwiegend durch plattes Land voller Schafweiden und Wassergräben entzückt wurde, werde ich heute von hügeliger Landschaft und blühenden Rapsfeldern mit den für Schleswig-Holstein so typischen Knicks und großen Eichen verwöhnt. Auch das Navi arbeitet viel passender als gestern. In der Marsch gibt es einfach zu viele kleine landwirtschaftliche „Pfade“ und offiziell gesperrte Strecken. Heute geht`s dagegen richtig prima voran. Und um das Ganze noch zu toppen, kommt die Sonne endlich raus. Bald muss ich anhalten, um den Pullover auszuziehen und die Sommerhandschuhe aus der Gepäckrolle zu suchen. (Und siehe da, das Kuppeln geht gleich noch viel besser!)

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Wassersleben / karibische Gefühle an der Flensburger Föhrde

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Freienwill / Niesgrau / Saustrup

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Dollrottfeld / Rabenkirchen / Faulück

Einige Kilometer vor Kappeln meldet das Navi, dass die Akkus schwach sind. Immerhin, die haben jetzt gute zwölf oder dreizehn Stunden gehalten, das ist doch nicht schlecht. Nun bin ich gespannt, wie der Wechsel klappt, denn das war während meiner bisherigen Tagestouren noch nicht nötig gewesen. Also Navi aus, Klappe öffnen, Akkus wechseln, Klappe wieder zu und Navi wieder einschalten. Es erscheint sofort die Landkarte mit der aktuellen Position und Route! Prima, so hab ich mir das vorgestellt; völlig problemlos das Ganze.

In Kappeln begrüßt mich ein Stau, denn die Klappbrücke über die Schlei ist hochgezogen. Dauert alles eine Weile, macht aber nix. Mir geht`s richtig gut heute.

Direkt auf der anderen Schleiseite führt der Weg rechts ab in Richtung Jugendherberge. Dort werde ich freundlich in Empfang genommen. Das Motorrad darf schräg gegenüber der Eingangstür stehen bleiben und muss nicht oben auf den Parkplatz. Vielen Dank, so hab ich`s immer schnell im Blick. Mein Zimmer ist fast doppelt so groß wie das gestrige. Hier beziehe ich erstmal das Bett und hänge Kamera und Handy an die Ladegeräte.

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Es ist sechszehn Uhr, als ich meine Eltern am Telefon überrasche. Ob ich noch `nen Kaffee bekomme? Klar! Also noch mal rauf auf`s Mopped und kurz nach Eckernförde gedüst. Vaddern hatte schließlich gestern Geburtstag. Irgendwo auf dieser Strecke überspringt mein Kilometerzähler die 50.000. Mein Mopped darf jetzt wohl als eingefahren gelten. Ist ja schließlich `ne XJ.

Als ich wieder zurück bin, zeigt sich auch auf dem Helm, dass sich das Wetter heute ordentlich verbessert hat: Ich finde haufenweise erledigte Kleinflugtiere…

In Kappeln sind Heringstage. Der Trubel der Festmeile auf der gegenüberliegenden Schleiseite dringt bis in mein Herbergszimmer. Ich gehe den Hügel hinab, um mir das Spektakel anzusehen. Aber schon an der Klappbrücke verliere ich die Lust. Immerhin erstaunt mich, welchen Krach nur zwei Fahrgeschäfte und vor allem deren „Einheizer“ verursachen können. Alle umliegenden Parkflächen sind mit Wohnmobilen aus allen Teilen Deutschlands gut gefüllt. Scheint was Besonderes zu sein.

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37. Kappelner Heringstage

Das Navi stellt heute Abend 652,2 gefahrene km fest. Ich gehe noch einmal zum Motorrad und fette die Kette nach. So ein Hauptständer ist schon eine feine Sache, da ist das Fetten innerhalb einer Minute erledigt.

Danach falle ich erschöpft und zufrieden ins Bett. Es ist ja auch schon zwanzig nach neun Uhr. Naja, ein bisschen lese ich noch: Rebecca Gablès „Das Haupt der Welt“ auf meinem eBookReader.

Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester werden nach Magdeburg verschleppt, und bald schon macht sich Tugomir einen Namen als Heiler. Er rettet Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist…

Von der ersten Seite an fesselnd! Trotzdem fallen mir bald die Augen zu und ein tiefer Schlaf holt mich ein.

Irgendwann in der Nacht werde ich von mächtigem Rattern geweckt. Was ist denn das? Klingt, als würde jemand ständig die Rolläden raufziehen und wieder runterrollen lassen. Aber so lange? Ich stehe auf und schiebe die Gardine zur Seite. Zunächst ist alles dunkel. Aber dann donnert und rumst es erneut. Dazu ein buntes Blitzen. Oh nein, die machen da drüben auch noch Feuerwerk! Ein Blick auf die Uhr: es ist elf Uhr. Na gut, die werden ja irgendwann wieder damit fertig sein. Gähn.

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„rund Schleswig-Holstein“, Tag 3, Samstag, 16. Mai 2015

Es ist schon interessant, unter welchen Umständen sich Menschen begegnen. Mein Tischnachbar beim heutigen Frühstück fragt mich nach meiner Tour und hat sichtlich Spaß an meiner Idee der Ortsnamensuche. Sein Grund für den Aufenthalt in der Jugendherberge ist hingegen weniger freudig. Eine langjährige Freundin aus Kappeln ist verstorben und nun ist er von weit her angereist, um sich auf ihrer Beerdigung zu verabschieden…

Es ist wieder grau am Himmel, als ich um neun Uhr zu meiner nächsten Tagesetappe aufbreche. Zwar trage ich wieder die lange Unterwäsche, kann mich aber nicht entscheiden, auch wieder die dicken Dreifingerhandschuhe anzuziehen. Ich will die Hoffnung einfach nicht aufgeben, dass das Wetter noch aufklart und schön wird. Wir haben doch Mitte Mai und die Eisheiligen sind vorbei!

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Holzdorf / Gammelby

Bereits in Holzdorf öffne ich aber doch noch einmal die Gepäckrolle und tausche wieder die Handschuhe dünn gegen dick. Eine rotblonde Katze streift während dessen neugierig um mein Motorrad. Als ich das Ortsschild fotografiert habe und mich in den Sattel schwinge, zieht auch sie sich wieder zurück.

Immer parallel zur Ostseeküste geht es dann bis zum Bülker Leuchtturm. Kurz setze ich mich ans Wasser und freue mich an den vielen Segelbooten. Aber letztlich ist es zu kalt und ungemütlich und es zieht mich weiter.

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am Bülker Leuchtturm

Heute muss ich irgendwie die Landeshauptstadt umrunden und wühle ich durch den dichten Stadtverkehr. Der Kieler Durchgangsverkehr wird über viele breit ausgebaute und mehrspurige Straßen geleitet, es gibt etliche Auf- und Abfahrten, Tunnel und Unterführungen. Es dauert eine ganze Weile, bis ich Kiel wieder verlassen habe.

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Mahnmal zu Laboe

Ich erreiche Laboe, und trotz des feucht-kalten Wetters ist der Parkplatz beim Mahnmal voll. Ich lasse ihn linkerhand liegen und folge der Küste weiter in Richtung Osten. Kurz darauf treffe ich auf ein Café und bestelle mir einen heißen Latte Macchiato. Durch die großen Fenster hat man einen tollen Blick auf die Kieler Förde. Etliche Kiter haben sich in die Fluten geworfen und man kann ihre großen Schirme entlang der Küste sehen.

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Tüttendorf / Krokau / Stein

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Abstecher nach Amerika: Kalifornien / Brasilien

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Matzwitz / Panker / Darry

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Haßberg / Kaköhl / Weißenhaus

Bei Weißenhaus zeigt der Kilometerzähler 260km an und ich gucke etwas besorgt in den Tank. Aber da schwappt noch genug. Bei meiner Art zu reisen, gehören Tankstellen eindeutig zu den Glückstreffern, denn in aller Regel bin ich ja auf eher kleineren und weniger befahrenen Pisten unterwegs. Aber schon wenig später treffe ich doch auf eine Tankstelle und nutze die Gelegenheit, denn mitten auf der Fehmarn-Sund-Brücke möchte ich den Benzinhahn nicht auf „Reserve“ umstellen müssen. Wäre zwar auch mal ein Erlebnis, aber darauf kann ich heute gern verzichten.

Bei Großenbrode verlasse ich den Zubringer nach Fehmarn und suche den Parkplatz am Strand. Ein paar Surf- und Kitermobile stehen dort, Kennzeichen aus ganz Deutschland sind vertreten. Drinnen hocken überwiegend traurige Gesichter. Die hatten sich das Wetter über Himmelfahrt wohl auch anders vorgestellt.

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Fehmarn-Sund-Brücke von der Festlandseite

In gemächlichem Tempo überquere ich die Fehmarn-Sund-Brücke und lande kurzerhand im Stau. Das soll nun durch ganz Burg und bis zur Herberge so bleiben…

Bei meiner Onlinereservierung für die Burger Jugendherberge wurde mir nur die Unterbringung im Mehrbettzimmer angeboten. Jetzt, an der Rezeption, frage ich mal vorsichtig nach, ob ich vielleicht das Glück hätte, dennoch für mich allein zu sein? „Eigentlich nicht“, lautet die Antwort, „aber ich kann ja nochmal gucken…“ Und mit wenigen Mausklicks organisiert mir die freundliche Dame hinter dem Empfangstresen tatsächlich ein Zweibettzimmer nur für mich allein! Mein Motorrad darf ich übrigens gern unter dem Dach beim Fahrradschuppen abstellen, da sei sicher noch genug Platz. Dankeschön.

Es ist zwar erst das dritte Mal, aber für mich schon fast Routine. Gepäckrolle in die Ecke, das untere Etagenbett flugs beziehen. Dann den gesamten Inhalt der Gepäckrolle auf das obere Bett entleeren und ganz unten raus mein Kopfkissen hervorzaubern.

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Burger Zimmer / Mini-Kulturzeug

Beim Packen Zuhause hatte ich zuerst so wenig in der Rolle, dass sie wie ein leeres Bündel über`s Mopped hing. Da kam mir die Idee, vielleicht einfach mein eigenes Kopfkissen mitzunehmen. Das war eine gute Entscheidung, denn in den Jugendherbergen gibt es nur sehr flauschige Kopfkissen in Federbettenmanier. Bettet man sich darauf, sackt der Kopf bis unten durch. Keine Ahnung, wer auf so etwas schlafen kann – ich jedenfalls nicht.

Es ist erst sechszehn Uhr als ich mich, mit einem Kaffee in der Hand, vor das Haus setze. Dabei komme ich wieder mit meinem Gegenüber ins Gespräch. (Naja, um ehrlich zu sein, er fängt an. Wie eigentlich jedes Mal.) Und wieder geht es um das wieso, weshalb und warum. Und nachdem ich erzählt habe, wie ich hier her gekommen bin, berichtet er, dass er in jedem Jahr für jeweils zwei Wochen Stück um Stück den Jakobsweg abwandert. Morgen will er es zu Fuß über die Fehmarn-Sund-Brücke und bis nach Oldenburg schaffen.

Wenig später lässt der inzwischen durchgehende Regen nach und ich spaziere in den Ort. Hätte ich mal lassen sollen. Wer Ruhe sucht, ist in der Burger Innenstadt hoffnungslos am falschen Platz. Aber wem erzähle ich da was Neues?

Wieder zurück in der Jugendherberge genieße ich die geräumige Dusche, die sich direkt neben meinem Zimmer befindet. Heiß und herrlich!

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Dann schreibe ich ein bisschen Tourentagebuch. Meinen geliebten Füller wollte ich nicht mitnehmen. Also schreibe ich seit Jahren mal wieder mit dem Kuli. Hoffentlich kann ich die Sauklaue Zuhause überhaupt wieder entziffern.

Das Navi nennt eine bisherige Gesamtstrecke von 893,5km und ich bin froh, dass sich mein linkes Handgelenk über jede Nacht wieder etwas beruhigt hat. Dass sich meine Bandscheiben zwischendurch melden würden, hatte ich ja schon fast erwartet. Aber nichts da, denen geht es prima.

Was ich wirklich unterschätzt habe, ist das Arbeiten der linken Hand. Wie oft werde ich während dieser vier Tage wohl die Kupplung gezogen haben, wenn ich morgen nach über 1000km Reise nach Hause komme?

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„rund Schleswig-Holstein“, Teil 4, Sonntag, 17. Mai 2015

Viel zu früh bin ich wach und gucke aus dem Fenster. Ein paar weiße Wolken jagen über den ansonsten strahlendblauen Himmel dahin. Endlich scheint die Sonne!

Schnell springe ich in die Klamotten und gucke, ob`s meinem Mopped noch gut geht. Die Kleene durfte ja auch heute wieder unter Dach übernachten und ich möchte mich nur kurz vergewissern, dass sie noch so dasteht, wie ich sie gestern abgestellt habe. Ja, sieht alles prima aus.

Bald darauf wird der Speisesaal geöffnet und ich genieße ein stilles Frühstück. Hier, wie auch in den beiden vorherigen Jugendherbergen, wartet morgens ein reichhaltiges Buffet auf seine Gäste. Für sich allein oder leise in kleinen Grüppchen plaudernd wird gefrühstückt. Auch heute sind nur wenig Jugendliche und lediglich zwei Familien dabei. Der Großteil der Herbergsgäste sind wieder Jungerwachsene und rüstige Senioren.

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Burg / Fehmarn-Sund-Brücke von der Inselseite

Ich starte gegen viertel vor neun Uhr und hole zunächst das Burg-Foto nach, auf das ich gestern im Stau doch lieber verzichtet habe. In der Ferne erstrahlt bereits die Fehmarn-Sund-Brücke. Der Wind von der Seite ist so kräftig, dass ich sie nur mit Tempo vierzig überfahre. Trotzdem habe ich das Gefühl, immer wieder richtige Sätze nach links oder rechts zu machen.

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Heiligenhafen / Damlos / Schwienkuhl / Kabelhorst

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Quaal / Grube

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Dahme / Leuchtturm zu Dahme

Ich bleibe zunächst nah der Ostseeküste und will noch eine Freundin besuchen, die in Dahme einen Bungalow direkt an der Steilküste bewohnt. Letztlich treffe ich sie zwar nicht dort an, aber ihre Tochter und deren Mann begrüßen mich herzlich und laden mich auf einen Kaffee auf die Terrasse ein. Ich freue mich sehr und nehme gern an.

Nach fröhlichem Abschied schlage ich mich so langsam ins Landesinnere und strebe gen Heimat.

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Badendorf / Fliegenfelde / Rümpel

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letzte Bilder vor der Ankunft Zuhause

Um viertel vor zwei Uhr rolle ich auf die heimische Einfahrt und schiebe die Diva in die Garage. 1078km habe ich nun laut Navi zurückgelegt und damit einmal mein Heimatbundesland umrundet. Die spätere Nachrechnung der Kilometerstände des Motorrades ergibt 1111,5km. Das kommt schon gut hin, denn laut Internetforum kalkuliert das Navi wohl die Höhenunterschiede nicht mit ein.

Zufrieden lade ich das Gepäck ab und gucke zum letzten Mal auf das Ölschauglas. Trotz des ausgetretenen Öls vorn an der Zylinderkopfdichtung ist im Glas keinerlei Änderung des Pegels zu erkennen. Der Verlust scheint also doch eher gering zu sein. Ich beschließe, mir darum weiter keine Sorgen zu machen. Ein achtzehn Jahre alter Motor darf vielleicht auch schon ein bisschen schwitzen. Wenn`s mehr wird, kann ich immer noch entscheiden, wie ich weiter vorgehen will.

Durch die Hintertür schleiche ich mich in den Keller und ziehe mich um. Als ich dann nach oben in die Wohnung komme, schüttet es draußen wie aus Eimern. Was habe ich da aber für ein Glück gehabt!

Meine Frau kommt mir lächelnd entgegen und begrüßt mich herzlich. „Schatz, Du hast jetzt noch zwei Stunden Zeit, dann kommen Gäste.“ Gäste?

Ach ja! Ich hab ja heut Geburtstag. Wie schön!

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Resümee: Was war sinnvoll oder hilfreich?

- das Navigationsgerät Garmin Oregon 450 in Kombination mit den eneloop-AA-Akkus hat sich vollauf bewährt. Die Akkus paarweise zu nummerieren ist hilfreich, um den Überblick über „voll“ oder „leer“ zu behalten. Ich habe auf der gesamten Tour nur zwei von vier mitgenommenen Akkupaaren benötigt.
- Louis-Gepäckrolle und Rokstraps-Spanngurte für`s große Gepäck
- Mini-Tankrucksack von Motodetail für den Fotoapparat und die Ortsnamenliste des Tages
- Pharao Dakar Rearbag für das Tagesgepäck, Landkarte, Wasserflasche usw.
- mein Kopfkissen
- Sommer- und Winterhandschuhe
- Regenkombi, immer ganz oben in der Gepäckrolle
- ein Plastik-Brotbeutel pro Tag. Für Essen unterwegs und als Müllbeutel abends in der Jugendherberge. Denn Mülleimer stehen nur draußen auf dem Gang.
- Zahncreme, Duschgel und Feuchttücher im Miniformat (Reisepackungsgrößen)
- mein ultradünnes und ultraleichtes Badetuch „PackTowl Ultralite“. So groß wie ein normales Händehandtuch, reicht für eine komplette Duschabtrocknung. Vor dem Frühstück noch benutzt, ist es zur Abfahrt schon wieder trocken. Versuch das mal mit `nem Frotteelappen!
- Ohrstöpsel unter dem Helm
- ADAC-Karte und Handy, Mopped-Zweitschlüssel und erste-Hilfe-Pack. Zum Glück habe ich nichts davon gebraucht!
- Mini-Sprühdose S100 weisses Kettenspray von Louis. Als ich mich beim Kauf beschwerte, wie teuer doch so ein lächerliches 75ml-Döschen sei, bemerkte der Verkäufer grinsend, man könne die kleine mit der großen ganz problemlos neu befüllen und immer wieder mitnehmen. Kleine leere Dose für eine Minute auf die große Dose pressen – fertig. Seitdem hab ich sie lieb.
- DJH-Mitgliedschaft, einfach gut. Informier Dich im www
- eBookReader

Ortsverzeichnis:

22889 Tangstedt / 25715 Dingen / 25693 Rösthusen / 25764 Heringsand / 25774 Krempel / 25832 Kotzenbüll / 25836 Welt / 25836 Poppenbüll / 25881 Westerhever / 25889 Witzwort / 25813 Simonsberg / DJH Husum, Schobüller Straße 34, 25813 Husum, Tel. 04841 – 2714 / 25856 Wobbenbüll / 25845 England (Nordstrand) / 25845 Hamburger Deich (Nordstrand) / 25845 Herrendeich (Nordstrand) / 25821 Sönnebüll / 25924 Klanxbüll / 25924 Rodenäs / 25899 Klixbüll / 25923 Humptrup / 25923 Süderlügum / 25917 Leck / 24980 Nordhackstedt / 24955 Wassersleben / 24991 Freienwill / 24395 Niesgrau / 24392 Saustrup / 24932 Dollrottfeld / 24407 Rabenkirchen / 24407 Faulück / DJH Kappeln, Eckernförder Straße 2, 24376 Kappeln, Tel. 04642 – 8550 / 24364 Holzdorf / 24340 Gammelby / 24214 Tüttendorf / 24217 Krokau / 24235 Stein / 24217 Kalifornien / 24217 Brasilien / 24321 Matzwitz / 24321 Panker / 24321 Darry / 24321 Haßberg / 24327 Kaköhl / 23758 Weißenhaus / 23769 Burg / DJH Fehmarn, Mathildenstraße 34, 23769 Burg, Tel. 04371 – 2150 / 23774 Heiligenhafen / 23738 Damlos / 23738 Schwienkuhl / 23738 Kabelhorst / 23738 Quaal / 23749 Grube / 23747 Dahme / 23619 Badendorf / 23858 Fliegenfelde / 23843 Rümpel / 22889 Tangstedt[/quote]


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Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 19. Januar 2016, 18:53 
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Bräutigamseiche bei Eutin, 06/2015

„Du, wir waren neulich mal bei der Bräutigamseiche, das ist richtig schön da!“
– Häh?

Heute werde ich mich schlauer machen. Die Sonne scheint und der Himmel ist überwiegend blau. Wikipedia verrät mir die Koordinaten dieses ominösen Baumes, und ich kann dem Navi eine Tour verfüttern.

Wenig später habe ich eine schöne Rundfahrt eingegeben, ich möchte eine große Schleife fahren und die langweilige B432 weitgehend vermeiden. Also den Fotoapparat eingepackt und schon mache mich mit meiner Yamaha XJ 600 S Diversion auf den Weg. Herrlich!

Wie immer führt mein Weg über kleine Nebenstraßen, durch kleine Dörfchen und Wälder. Der Diva scheint es heute ganz besonderen Spaß zu machen, denn auf freien Strecken fliegen wir nur so dahin. Auch die Kurven um das Kloster Nütschau herum sind ein Leckerbissen. Nichts zum Heizen, denn allzu leicht begegnet einem hier plötzlich ein überbreiter Trecker auf den einspurigen Straßen. Aber wunderschön zum Moppedwandern.

Ich bin vielleicht eineinhalb Stunden unterwegs, da entdecke ich ein hölzernes Schild mit der Aufschrift „Bräutigamseiche“. Also erstmal rechts ab und auf einer geflickten Asphaltstrecke immer weiter rein in den Wald. Dann geht es auf einem kleinen Stück Sandweg zwischen die Bäume und kurz darauf erblicke ich sie. Auf einer kleinen Lichtung ragt diese riesige dreistämmige Eiche hoch in den Himmel. Sie ist umzäunt und hat eine Leiter. Denn „der natürliche Postkasten“, um den es hierbei geht, findet sich in etwa drei Metern Höhe.

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an der Bräutigamseiche

Still ist es hier. Ich habe mir mit diesem freien Freitagmorgen einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Um mich herum zwitschern die Vögel, ansonsten bin ich allein. Ich lasse die Ruhe auf mich wirken, genieße den Duft des Waldes und bin glücklich.

Am Rand der Lichtung steht eine Schautafel, die den Besucher darüber aufklärt, was es mit dieser Eiche nun auf sich hat.

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Hinweistafel

„Hier steht die weltweit einzige Eiche mit eigener Postanschrift

Es begann wie im Märchen:
Am 2. Juni 1891 ließen sich die Tochter des damaligen Oberforstmeisters Ohrt und der Leipziger Schokoladen-Fabrikant Schütte-Felsche unter dieser Eiche trauen – und das kam so…

Der Vater des jungen Mädchens missbilligte zunächst die Verbindung mit dem Schokoladenfabrikanten.

Das Pärchen tauschte heimlich Nachrichten und Liebesschwüre aus und benutzte dazu das Astloch in dieser knorrigen uralten Eiche. Als der Förster schließlich seinen Widerstand aufgab, gab sich das junge Paar unter diesem Baum das Jawort.

Kurgäste, die von dieser „glücklichen Romanze“ gehört hatten, verbreiteten die Geschichte der Eiche, und so kam diese zu ihrem schönen Namens „Bräutigamseiche“.

Seit 1927 verfügt die Eiche über eine eigene Postanschrift:
Bräutigamseiche
Dodauer Forst
23701 Eutin.

Heute erreichen täglich bis zu 40 Briefe aus aller Welt die Eiche. Das Briefgeheimnis gilt hier nicht: Die Briefe werden von jedem herausgenommen, gelesen und bei Interesse mitgenommen, ansonsten legt man sie einfach wieder zurück in das Astloch.

Mit inzwischen schon über 100 Ehevermittlungen wird die Bräutigamseiche ihrem Namen mehr als gerecht.
…“

Natürlich bin ich nicht ganz unvorbereitet hierhergekommen. Und so erklimme ich selbst die hölzerne Leiter und hinterlasse einen Gruß.

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ein Gruß von mir / Oh, ist das etwa Post für mich…?

Inzwischen bin ich nun doch nicht mehr ganz allein. Zwei Damen einer Cateringfirma beginnen, Klapptische aufzustellen und mit weißen Tischdeckchen zu belegen. Hier scheint also demnächst was Größeres zu beginnen.

Zeit für mich, den Heimweg anzutreten.

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der nette Mann an der Bräutigamseiche

Zufrieden und um einen besonderen Ort in meiner Sammlung reicher starte ich die Diva und rolle aus dem Wald. Wieder genieße ich es, auf dem Motorrad durch meine Heimat zu fahren. Die Gegend ist von Feldern gezeichnet, kleine Dörfer strahlen Ruhe aus, das Motorrad schnurrt vor sich hin und über allem spannt sich der schier endlose blaue Himmel. Unterwegs fallen mir ein paar neue Ortsnamen auf, die ich bisher noch gar nicht entdeckt hatte. Kleinmeinsdorf zum Beispiel. Heute fahre ich vorbei Aber das wird Grund genug sein, irgendwann noch einmal wieder zu kommen.

Geht es schöner? Ich denke nicht.



YouTube-link zur heutigen Tour: https://www.youtube.com/watch?v=KOC8FJFcJ50

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Nachtrag: Die Bräutigamseiche ist inzwischen ebenfalls verheiratet.

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Wer also mal in Düsseldorf vorbeikommt, der schicke mir doch gerne mal ein Foto der Kastanie!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Januar 2016, 13:17 
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Hallo Jens,

ich habe leider schlechte Nachrichtenfür Dich.

Das soll aber Deinen Reisebericht und die Mühen nicht schmälern: eine interessante Geschichte!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Januar 2016, 14:45 
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Linus hat geschrieben:
Hallo Jens,
ich habe leider schlechte Nachrichtenfür Dich.
Das soll aber Deinen Reisebericht und die Mühen nicht schmälern: eine interessante Geschichte!


Uups!
Danke für Deine Info. ;)

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 20. Januar 2016, 20:55 
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Hallo Jens,

es war schön, mit Dir zu reisen!
Hast Du nun alle roten gegen grüne Fähnchen ausgetauscht?

Und Du hast mich inspireirt, endlich mal anzuhalten,
statt immer vorbeizufahren mit dem Gedanken: solltet du mal fotografieren.

Und mich erinnert, dass ich unbedingt noch nach Oberholzklau und Faulebutter muß :mrgreen:

Bin gespannt,
wohin es Dich in diesem Jahr treibt!

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Liebe Grüße
von einer, die auszog, die Welt zu entdecken...


Doris


Die Kuh einfach mal (f)liegen lassen

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Januar 2016, 12:06 
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Hallo Doris,
schön, dass Du dabei warst. ;)
Ich habe tatsächlich nur noch wenige rote Nadeln auf der Karte, wurde allerdings erst kürzlich wieder mit einem ganzen Schwung frischer Ortsnamen von einem Freund versorgt.
Die Dörfchen scheinen so klein zu sein, dass sie auf meiner "Pinwandkarte" gar nicht zu finden sind. :cry:

Würd` hier ja gern mal ein Foto meiner Karte mit den Nadeln zeigen, aber das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein hält sein (C) über der Karte.
Hab da tatsächlich mal angefragt, will ja keinen Ärger bekommen. Im Gegenzug hätten die aber 50,-€ sehen wollen... grr.
Ein alternativer Gedanke war, alle bisherigen Orte als Wegpunkte auf der OSM-Karte einzutragen. Hmm, das wäre inzwischen aber viel Arbeit. Hab mich noch nicht dazu aufraffen können.

Oberholzklau und Faulebutter. :D Großartig!
Noggi/Bruno hat ja auch schon ein Bild von Moskau in der Schweiz angekündigt. Immer her damit!

Im XJ-Forum, wo der Spaß ja ursprünglich begonnen hat, haben sie für meine Art der Tourenplanung schon augenzwinkernd den Begriff jenshelging geprägt und sich der Idee schon teilweise angeschlossen. ;)

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