Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 7. Mai 2017, 18:32 
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Nachdem wir inzwischen wieder gut zuhause angekommen sind, sollte man meinen, daß alles zur Zufriedenheit verlaufen ist. Leider war die Testtour nicht ganz so problemlos, wie man sich das wünschen würde.

Aber – fangen wir mal am Anfang an :
Irgendwann im letzten Jahr hat mir der Maxmoto seine geplanten Routen für dieses Jahr mitgeteilt. Ich meine, es war im Oktober anläßlich des kleinen Forumstreffens im Elsaß. Fest stand damals schon die gemeinsame Reise nach Albanien. Unklar war die Fahrzeugwahl. Max entschied sich dann für seine Honda Dominator ( Domi ) und ich für mein Fernreisegespann. Beide sind Youngtimer wie ihre Fahrer auch – von daher sollten ihnen vorab ein bißchen Pflege guttun. :kno: Bei der Domi nicht ganz so schwierig. Sie kam für einen Kurzaufenthalt in die Werkstatt, die Tachowelle wurde gewechselt und fertig ist die Reiseenduro. Bei meinem Gespann muß ich ein bißchen weiter ausholen :

Angeschafft habe ich das Moto Guzzi Quota Gespann im Jahr 2005. Damals der Wiedereinstieg in die „große“ Motorradwelt nach meiner Hercules GS 175. Gedacht für größere und kleinere Touren . :Dy:
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In den Herbstferien bin ich dann mit meinem Sohn Marcel zu einer ersten, großen Tour aufgebrochen :
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Ziel :
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Auch damals war es ziemlich frisch in den Alpen :
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Aber wir haben es genossen – bis uns die Vorderradbremse auf dem Sella-Rondell „durchgefallen“ ist. :Am: Keine große Sache, immerhin hat dieses Ungetüm schließlich noch eine Hinterrad- und eine Seitenwagenbremse, aber doch Grund genug um mal genauer nachzuschauen.

Naja – die Inspektion daheim hat dann zutage gefördert, daß nicht nur die Bremsleitung zum Beiwagen angerissen war. Das Fahrwerk war durch den Winterbetrieb des Vorbesitzers doch arg in Mitleidenschaft gezogen ( genauer gesagt angerostet ) sodaß wir uns für eine Radikalkur entschieden haben.

Radikalkur heißt : Fahrzeug komplett zerlegen, Motor und Getriebe revidieren. Rahmen und Räder pulverbeschichten und diverseTeile wie Schwinggabel, Hinterradschwinge und Beiwagenanschlüsse verzinken bzw. galvanisch behandeln lassen. Der Kabelbaum wurde erneuert und mit Teilen aus einer Solo-Quota verbessert. Die Solo-Quota mußte auch noch ein paar andere Teile spendieren die beim Gespann entweder kaputt oder unansehnlich waren. Die Neulackierung wird im Herbst vorgenommen, nachdem das Teil dann hoffentlich immer noch funktioniert. :Hilf:

Das hört sich jetzt alles nicht besonders spannend an, aber allein der Getriebeumbau beim Getriebsspezialisten Kayser in Strümpfelbach hat mehr als drei Jahre gedauert. Ok – jetzt hat sie einen Rückwärtsgang und die Getriebestufen sind dem Gespannbetrieb angepaßt, aber bei einer soo langen Wartezeit kann man schon mal die Lust verlieren. :Bx:

Heute, ca. 11 Jahre später ist sie nun wieder zusammengabaut und wartet auf ihren Einsatz. :Sl:
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Was liegt also näher, als damit nach Albanien zu fahren ? Aber getestet werden muß sie vorher schon – oder ?
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Ca 1.800 km mit Tunneldurchfahrten und Autoverladung. Einmal Gardasee und zurück. Max mal wieder persönlich treffen und die ersten Sonnenstrahlen südlich der Wetterscheide genießen. Das sollte das Programm sein.

„Ich komm mit“ sprach Alen (Delon ). DD Gesagt – getan. Tornante kommt am Sonntag, 7. Mai 2017 10.00 Uhr nach Basel und wir fahren gemeinsam weiter.

Und jetzt fängt die Pleiten, Pech & Pannen-Geschichte an :

Also fahre ich pünktlich los und kommt auch gut voran. Nach ca. 100 km Autobahn spüre ich auf einmal, wie der Kupplungshebel meine Finger berührt. :Al: Ziemlich ungewöhnlich – wenn man nix zu kuppeln hat. Nächster Parkplatz. Fehlerdiagnose : Kupplung defekt. Getriebe lläßt sich nicht mehr schalten. Zumindest der erste Tag ist gelaufen… :twisted:

Jeder weiß vom mimoto, daß Schalten ohne zu kuppeln keine große Sache ist. Auch nicht bei einem 350 kg Schlachtschiff. Aber Anhalten geht auch nicht. Weil Du das Teil ohne fremde Hilfe eigentlich nicht zum Rollen bringst. Auf dem Rastplatz haben mir ein paar Truckerkollegen geholfen die Fuhre anzuschieben und los gings gen Heimat. Nochmal 100km Autobahn zurück, eine Fast-Kollision mit einem uneinsichtigen Autofahrer und zwei rote Ampeln ignorieren – und schon stehst Du wieder auf dem Hof. <daf>

Normalerweise hätt ich ja nen Schnaps gebraucht. :D Aber ein zweites Frühstück tats auch. Dann den (Arbeits-)Overall angezogen und unters Motorrad gelegt. Gedanklich war der Motor schon draußen aber vorher wollte ich noch so ein paar Sachen abklären.
Und manchmal sind die Dinge dann doch nicht ganz so schlimm wie im ersten Schreck vermutet:
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Das ist die Explosionszeichnung der Guzzi Kupplung. Und alle technisch interessierten finden unter „15“ die Sicherungsmutter des Kupplungsausrückhebels. Und die hatte sich verabschiedet. Somit konnte sich die zu sichernde Stellschraube herausdrehen was dann dazu führt, daß der Kupplungshebel am Getriebe seine Funktion nicht mehr ausüben kann.
Dumm gelaufen…
13.30 Uhr : zweiter Anlauf
14.30 Uhr : Eintreffen bei Alen in Basel, Espresso trinken und weiter geht´s

Passo die Rolle, wunderschöne, kleine schweizer Sträßchen. Wir wedeln von Tal zu Tal, von Berg zu Berg. Hoch und runter – perfekt. Aber die Zeit läuft uns davon. Angesichts des für morgen für die nördliche Alpenseite zu erwartenden schlechten Wetters wollen wir unbedingt den Gotthard hinter uns lassen. Wir fahren also notgedrungen über die Autobahn. Doch vorher müssen wir noch tanken. Alen kommt mit der 690er
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Ca. 250 km weit. Bei 200 km suchen wir ne Tankstelle. Mit meinem Langstreckenbomber komme ich mit 65 Liter Sprit zwar ungleich weiter. Dafür verbraucht das Ungetüm aber auch doppelt so viel wie die schlanke KTM.
Beim Tanken geht das Unglück weiter. Ein Spritschlauch meiner Benzinzusatzversorgung ist gerissen und so verteilt sich der teure Saft auf dem Boden anstatt in den vorgesehen Tank zu fließen. Also haben wir ( in diesem Fall mehr der Alen als ausgebildeter KfZ-Mechaniker ) den Bruch repariert :Gn: und sind weitergefahren. Alles paletti – die Fuhre läuft. Navigation funktioniert. Genügend Sprit an Bord. Die Nacht kann kommen !!

Wir fahren also gemütlich weiter und suchen nach dem Gotthard ein Quartier. Garmin machts möglich. „Nächste Unterkunft“ und los geht´s. Und plötzlich – was ist denn das ? Ein Irrer hinter mir fährt mit Hupe, Lichthupe und Warnblinkanlage fast meinen Beiwagen ab. Ich denk mir nix dabei. Italiener halt – freut sich so ne alte Guzzi zu sehen. Naja – wir fahren zur Unterkunft – der Kollege hinter uns her. Und eröffnet uns dann, daß mein Rücklicht nicht funktioniert. ( Wer braucht schon ein Rücklicht ? ) :Trost: Der Blinker tats dann auch nicht und der Rückwärtsgang wollte sich auch nicht mehr einlegen lassen ( der wird nämlich über eine elektronische Sperre entriegelt ). Wir haben uns höflich für die Information bedankt und ganz besonders dafür, daß er die Polizei benachrichtigt hätte. Weil, das sei ja ganz schön gefährlich. So in der dunklen Nacht und so… :ugeek:

Das Quartier war dann auch geschlossen, sodaß wir uns etwas anderes suchen mußten. Schließlich sind wir dann in Bellinzona in einem super günstigen Hotel untergekommen und haben uns erstmal ein paar Bierchen und was leckeres zu Essen gegönnt :
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Das war dann der erste Tag - Fortsetzung folgt - versprochen :Oh:


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 7. Mai 2017, 19:12 
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Irgendwann haben wir uns dann bei Arsie getroffen (Es war Mittwoch am 03.05.2017) und die zwei waren gut drauf, die Ruhe selbst.
Relaxt erzählten sie ein bisschen von der Strecke, viel vom Regen unterwegs.
Soviel Daumen wie ihr euch verdient habt, gibt es gar nicht - ich wär für die nächsten Tage bedient gewesen.
Also bei der Vorgeschichte und dem hier herrschenden suboptimalen Wetter haben wir aus der gemeinsam verbliebenen Zeit das Beste gemacht.
Ihr zwei seid Superhelden. Albanien kann kommen. :Ju:

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maxmoto
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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 7. Mai 2017, 19:27 
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Zitat:
Was liegt also näher, als damit nach Albanien zu fahren ? Aber getestet werden muß sie vorher schon – oder ?


Respekt wenn du mit dem Gespann bis nach Albanien und zurück kommst :Oh:

Grüssle
Jojo

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 7. Mai 2017, 20:28 
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Beiträge: 4128
Wohnort: Kettwig im Süden von Essen
Ihr zwei seid Superhelden. Albanien kann kommen.

Besser kann man es nicht beschreiben!
:L

Dann hast Du ja jetzt alle Pannen gehabt,
alles repariert und getauscht,
was soll da bei der Albanien-tour noch passieren?

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Liebe Grüße
von einer, die auszog, die Welt zu entdecken...


Doris


Die Kuh einfach mal (f)liegen lassen

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 7. Mai 2017, 20:48 
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Bei einem komplett zerlegten und wieder zusammengesetzten Fahrzeug sind die ersten Ausfahrten immer Testfahrten. Kleinere Wehwehchen, bei den man sich behelfen kann sind da einkalkuliert.
Zum Glück hat das Gespann nicht die Segnungen moderner Fahrzeugtechnik, wie z.B. CAN-Bus, drive-by-wire usw... , deshalb kann man sich damit auch in abgelegene Ecken wie Albanien wagen.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 7. Mai 2017, 20:49 
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Beiträge: 1841
Wohnort: 86609 Donauwörth
Ach herrje Michael,... bei so einer "Pleiten Pech & Pannen Tour" gelassen zu bleiben, ist sicher nicht einfach.
Aber wer, wenn nicht Du...? Dafür 3 große DD DD DD von mir und möge das Gespann jetzt gut laufen.

Gruß
Andreas

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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Mai 2017, 04:20 
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Wohnort: Freiburg
Bezaubernd und spannend geschrieben :L Zudem bewundere ich Dein technisches Wissen. Mit der Kupplungsproblematik hätte es mich bereits Schach-Matt gesetzt... Ich bin auf die Fortsetzung gespannt!

_________________
Allzeit gute und sichere Fahrt, Karim
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Zuletzt geändert von Kurare79 am Montag 8. Mai 2017, 05:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 8. Mai 2017, 04:57 
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Beiträge: 503
:lol: :lol: :lol: ..auf jeden Fall wird es einem bei einer Ausfahrt mit Tornantes Micha nie langweilig :Sl: zum Glück ist das Ding nicht Wassergekühlt, sonst wäre auch noch ein Wasserschlauch geplatzt :mrgreen:

Weitermachen Micha <daf>

Gruß Walle


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