Mimoto's Reiseforum

Reiseberichte mit Routen, Foto und Film
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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:23 
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Sonntag, 3. September: Forumstreffen auf dem Weg nach Sospel

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Bennys Reisetagebuch

Zum Frühstück wird richtig aufgefahren: neben dem schon üblichen hausgemachten Marmeladenangebot gibt es verschiedene Müslis, Mandeln, getrocknete Pflaumen, einen Obstkorb, Wassermelonen und ein Frühstücksei!

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Die Katze ist natürlich auch da und leistet uns Gesellschaft. Eigentlich darf sie nicht aufs Sofa. Und das weiß sie auch... seht ihr den selbstgefälligen Blick?

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Zum Abschied bekommen wir auch noch einen Beutel mit selbst gemachten Keksen mit auf den Weg.

Der Weg runter sei laut Hausherr einfacher als der Weg, den wir gestern gekommen sind. Wenn ich gewusst hätte, was uns erwartet, hätte ich mein Glück mit dem Weg hoch versucht: der ist um einiges kürzer, ziemlich gerade und bis auf den frischen Split "nur" eine Naturstraße.

Nach dem Wiesenweg kommt erst eine grobsteinige Rechtskehre, bevor es an einem Bauernhof vorbei sehr sehr grobsteinig weitergeht. Hut ab vor Claudi und Chris, die da souverän runterfahren. Ich bleibe erstmal stehen. Nach dem Bauernhof rolle ich noch ein paar Meter und steige dann ab, um mich zu beruhigen und den Weg abzulaufen. Vielleicht wird es ja leichter. Nicht nur innerlich den Kopf schüttelnd stell ich fest, dass das too much für mich ist. Claudi ist da aus anderem Holz geschnitzt: sie mag Herausforderungen und geht auch gern über ihre Grenzen. Ich trotte mit hängendem Kopf den Weg hinunter und gestehe mir resigniert ein, dass ich um Rudel-Unterstützung bitten muss. Da höre ich das vertraute Zweizylinder-Blubbern hinter mir. Chris ist mein Held! Er hat gesehen, wie ich absteige und loszottel, und kürzt über die Wiese ab, um die ERNA zu bergen. Ohne ihn würde ich da heute noch stehen.

Ich fühl mich wie ein Versager und hänge mich entsprechend geknickt den wirklich schönen St. Raphael Pass runter als letztes Rudelmitglied ein und überlasse Claudi die Führung. So schnell wie sonst fährt sie heute Morgen dann aber auch nicht, das ist für mich sehr angenehm und meine Nerven können sich beruhigen.

In Puget-Théniers setze ich mich wieder an die Rudelspitze – weiß ich doch, wo es lang geht und das Navi bleibt heute aus. Kaum ins Tinée-Tal abgebogen und in den Zen-Motorrad-Fahr-Zustand versetzt, wird das meditative Dahingleiten durch infernalen Lärm von hinten gestört. Irritierter Blick in den Rückspiegel und eine Horde wildgewordener Super-Moto-Sportler auf dem Weg zum Sonntags-Treff auf dem Bonette schießt an uns vorbei. Fünf Sekunden Ruhe, dann die nächste Welle. Und so geht das noch zwei Mal. Die find ich echt extrem stressig, ich bin halt doch der Tourenfahrer.

Aber irgendwie schon krass: bei uns trifft man sich an einem Sonntag am Hegaublick auf 812 Meter, hier ist der beliebteste Bikertreff der Bonette mit 2.715 Metern... Dafür müssen wir schon in den Urlaub fahren!

Worauf wir verzichten müssen, ist der Legionär in La Courbaisse: die Firma, deren Wahrzeichen er war, gibt es scheinbar nicht mehr. Sehr schade, dieser Hingucker hätte es verdient, weiter dort seine Wache zu halten.

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Vor der nächsten Bekloppten-Welle biegen wir auf die ruhigere, schmalere, kehrenreichere Straße nach La Tour ab.

Eindeutig kein Sonntags-Racer-Terrain, wir sehen nicht einen Motorradfahrer mehr. Weil die Rechtskehren bei mir heute super laufen, nehm ich auch die vor La Tour mit – da sollten wir eigentlich geradeaus. Also gibt es eine unfreiwillige Tour durch la Tour, bevor wir uns auf die "Achtung, jetzt wird es eng und ohne Seitenabsicherung"-Strecke nach Utelle begeben.

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Eine natürliche Laute! Wahrscheinlich spielt hier der Wind so manches Lied.

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Lustig, da kommt dieses Schild „Fahrbahnverengung“ ...

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... und dann liegen Riesensteine im Weg, an denen wir uns gerade so vorbeiquetschen.

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Der Baum hat sich den besten Platz für den Rundumblick ausgewählt.

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20 vor 12 (und damit nur 10 Minuten später als mit Max vereinbart) sind wir an der Madonne d'Utelle und genießen die phänomenale Fernsicht.

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Wunderbarer Blick vom Orientierungsturm

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Einen Fanclub in Form eines motorradbegeisterten Dreikäsehochs haben wir auch ganz schnell gewonnen.

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Noch sind wir allein, da können wir ein wenig Unsinn machen!

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Soo schön blau strahlt der Himmel über dem Aussichtsdächle

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Und so schön strahlt der Chris

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Und so schön strahlen die Berge

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Claudi checkt mit dem Tele aus, ob da vorne Moppeds stehen. Aber von unserer Forumstruppe rund um Max fehlt noch jede Spur.

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Puderzuckerberg

Wir parken die Moppeds vom Aussichtsturm weg prominent und gut sichtbar auf dem Parkplatz bei der Kapelle und sind dann in die Kirche, um ein Kerzchen anzuzünden.

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Die Zeit reicht auch, um die Ausstellung rund um die Kirche zu begutachten.

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Interessante Kunstwerke...

Dann ist es halb 1. Genug Zeit verbracht, wir haben langsam ein Hüngerchen. Wir fahren nach Utelle runter und in das erste Restaurant an der Straße.

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Wir haben gerade die Menükarten aufgeschlagen, als Max und Liane, Gigl, Tornante, Bernhard & Sabine ums Eck biegen.

Wir nutzen alle die Gelegenheit zum Mittagessen:

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… entweder mit Hühnchen...

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… oder Salat! Mundet beides.

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Da noch nicht geschehen, fährt die Max-Gruppe kurz zur Madonne hoch

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Wir winken hinterher...

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… und dösen noch ein wenig in der Sonne.

Unser kleiner Fanclub ist auch wieder da und kann sich von den Motos gar nicht losreißen.

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Was ein echter Franzose ist, der hat sein Baguette immer dabei!

Gemeinsam geht es dann zum Col de Turini.

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Auf dem Turini gibt es dann erstmal ein Gruppenbild. Man merkt, wer schon ein paar Tage Posen geübt hat ;-)

Die anderen wollen noch einen Schlenker auf eine O-Ton Max "schlechte Straße" machen. Wir wollen lieber auf besseren Straßen weiterfahren.

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Oha, ja, wir glauben Tornante, dass er gestern im Schnee hier rüber musste.

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Berge, Berge, Berge!

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Und so geht es Richtung Lucceram auf der genialen Strecke D21.

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Genau hinschauen, dann sieht man zwischen den Bäumen die noch folgenden Kehren!

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Wunderbar zu fahren! Und dank Fotohalt stört auch das langsame Auto nicht, dem geben wir immer Vorsprung zum Wieder-Aufholen.

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Geil-o-mat! Da würden wir am liebsten unten umdrehen und einfach wieder hochfahren!

Wir testen dann die Abkürzung über den Col de l'Ombre. Naja, viel Kiefernnadeln auf dem Boden (nass noch rutschiger als trocken), Löcher in der Straße und zum Schluss noch Bodenwellen. Braucht kein Mensch.

Der Col de Braus ist auch eher enttäuschend: eine Bitumenspur an der anderen. Kurz vor Sospel ist die Straße immer noch wegen der Motorsport-Veranstaltung gesperrt, die heute Morgen für die Verspätung der Max-Gruppe verantwortlich zeichnet.

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Die Umleitung führt zum Glück zum Col de Castillon, von wo aus es nicht weit zur Auberge ist.

Chris zeigt sich schwer enttäuscht von dem 2-Sterne-Haus, da sind wir mit unseren Chambre d'hôtes einfach mehr Klasse gewohnt. Immerhin bietet es eine schöne Aussicht auf Sospel.

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Abends treffen wir uns nach einem kurzen Fußmarsch mit der ganzen Bagage in Sospel in einer sehr urigen Pizzeria, um einen lustigen Abend zu verbringen.

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Was hatten wir wieder für tolle Strecken! Und tolles Wetter! Und wir haben immer noch 4 Tourtage!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:24 
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Montag, 4. September: Kleine Forumsausfahrt rund um Sospel

Chris' Reisetagebuch:

Endlich mal gut geschlafen! Dafür bietet das Frühstück keine großartige Grundlage. Eben typisch Hotel, etwas lieblos, dafür immerhin mit Nutella. Ziemlich abtörnend ist der strenge Geruch im Frühstücksraum, der auch nicht besser wird, als Claudi die Tür zu den Hotel-Toiletten schließt.

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Beim Blick aus dem Zimmerfenster wissen wir immer sofort, wo wir sind.

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Sonnenschein und gute Laune – so kann der Tag starten!

Nachdem das Zeitfenster für das Treffen mit den anderen sehr großzügig ausgelegt ist und sie noch in der Gaststätte am Col de Brouis mangels Frühstück auf dem Campingplatz eine Pause einlegen wollen, nutzen wir die Zeit, den kompletten Col de Brouis nach Breil zu fahren und dort Trinken zu kaufen. Auf dem Rückweg zurück zur Passhöhe kommt uns eine sehr freundlich und offensiv winkende Motorradgruppe entgegen.

Wir ignorieren das offensiv-freundlich zurückwinkend und fahren zum verabredeten Treffpunkt. Dort steht aber nur eine Gruppe warnwesten-bewehrter Italiener. Die quatschen mich auch gleich an, weil sie mich um meine Reisebegleitung beneiden.

Es geht keine 5 Minuten und der treue Gigl kommt ums Eck. Es war tatsächlich „unsere“ Gruppe, der wir begegnet sind. Den Rest treffen wir dann an der Tanke und es kann gemeinsam weitergehen.

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Durch die Gorges de Saorge nehmen wir einen kurzen Abstecher, um einen Blick auf Saorge zu werfen...

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Kleiner Abstecher nach Saorge, um den Blick von oben zu genießen - oder um ein wenig abzuhängen.

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Nachdem wir in der Gorges de Bergue ein wenig hinter langsamen Autos festhängen, legt das Rudel einfach einen kleinen Fotostopp ein.

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Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch ein wenig in den Details versinken.

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Wunderschön, die Farben des glasklaren Wassers und der schneeweißen Felsen.

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Vorteil der Fotopause: freie Fahrt bis wir die Gruppe an der Tende-Ampel wieder einholen.

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Wir nutzen die Wartezeit für Dehnübungen.

Geschlossen geht es über die im Moment im Bau befindliche Serpentinen-Auffahrt zum Tunnel, den Claudi wieder nutzt, um die Durchfahrt akustisch mit der R6 zu untermalen.

Direkt nach dem Tunnel biegt Max links ab, das Durchfahrt-Verboten-Schild tunlichst ignorierend. Und wir wie die Lemminge alle hinterher – allerdings fahren wir so was von ganz rechts und es kommt auch niemand das kurze Stück runter, um nach Cuneo abzubiegen. Schwein muss man haben.

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Die kleine schmale Straße führt in die inzwischen sehr braune Bergwelt

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Kleiner Farbtupfer – also die Blume, nicht der Schmetterling. Der war der Umgebung angepasst auch mehr braun.

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Erste Steinruinen lockern das Panorama auf.

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Der Rest der Truppe entert das Fort Central.

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Das Rudel hat nach der gestrigen Schotterabfahrt genug von unbefestigten Wegen und zieht es am Ende des Asphalts vor, ein paar schöne Bilder zu machen und das Fort einfach das Fort sein zu lassen. Sieht von unten auch sehr schön aus.

Es wird langsam Mittag, wir haben Hunger und die Nicht-Frühstücker noch viel mehr.

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Die Tende-Ampel zeigt wieder 15 Minuten und wir stellen uns gemütlich an.

Von hinten kommt ein Transporter mit Estländischem Nummernschild, der sich erst links nach Cuneo einordnet, dann bremst, und sich rückwärts vor uns stellt.

Wir fahren 2 Minuten, bevor die Ampel grün wird, an ihm vorbei. Direkt am Tunnel wartet die nächste rote Ampel, an der wir natürlich anhalten. Der Este nicht, der brettert an uns vorbei. Geht’s noch? Am Ende der Serpentinen-Auffahrt holen wir ihn ein. Die Hälfte von uns kann ihn überholen, das schmeckt ihm aber gar nicht und er gibt einfach alles. In den Kurven sind die Moppeds natürlich schneller, aber in den Dörfern holt er immer auf und klebt am Hinterrad von Benny. Und wofür das Ganze? Um nach Tende an der Tankstelle abzubiegen. Was für ein Idiot.

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Wir fahren weiter nach La Brigue, wo wir am Kirchplatz ein sehr nettes Restaurant finden

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Bis das Essen kommt, schauen wir uns ein wenig auf dem Dorfplatz um

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Bunte und schmale Gassen laden zum Entdecken ein

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Auf der Suche nach der richtigen Perspektive

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Eine der kleinen Kirchen.

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Warten auf das Essen. Die Bedienung hatte einen derart heftigen Slang drauf, dass selbst Benny sie kaum versteht.

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Der Salatteller ;-)

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Und noch wichtiger: das Dessert! Ein Traum aus Blätterteig und Mascarpone!

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Nächster Halt ist die kleine Kirche Notre Dame des Fontaines.

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Spannender als die Kirche mit ihren Fresken (für die pro Nase stolze 4 Euro Eintritt fällig sind) ist der an ihr vorbeifließende Fluss.

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Ein richtiges Märchental.

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Mit wunderschönen kleinen Wasserkaskaden

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Die Lorelei haben wir auch gesehen!

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Und lustige Steintrolle!

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Entdecken macht durstig

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Die Herren der Schöpfung wollen nix mehr sehen, hören oder sagen

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Die Rock'n Roll Abteilung

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Also, wenn jemand wissen will, wie es ist, mit den beiden Ladies unterwegs zu sein: genau so... die anderen Jungs, denen wir unterwegs begegnen, sind sich nicht sicher, ob sie neidisch sein oder mich bemitleiden sollen.

Hier trennen sich die Wege von Rudel und der Max-Gruppe, die zurück nach Sospel auf den Campingplatz fährt. Wir wollen noch ein wenig fahren und fotografieren.

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Erster Fotohalt nach ungefähr einem Kilometer...

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Die alte Mühle von La Brigue ist die Pause wert.

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Ein malerisches Plätzchen, das wäre ein toller Ort für ein Chambre d'Hôtes!

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Ein kleines Brücklein hat es auch

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Wobei die Römerbrücke ein kurzes Stück weiter natürlich noch viel geiler ist.

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In St. Dalmas biegen wir gleich wieder ab. Letzter Schlenker für heute ist die Sackgasse nach Casterino.

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Alien-Blume. Sicher fleischfressend.

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Ein freundlicher Stein begrüßt uns am Eingang zum Tal

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Die Strecke besteht gefühlt nur aus Korkenzieherkurven, was für ein Fest.

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Immer malerisch entlang am Gebirgsbach.

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Der Bach wird hier zum Lac des Mesches gestaut.

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Noch ein kleiner Halt am Mini-Wasserfällchen

Die Straße führt zum „Tal der Wunder (vallée des merveilles)“ und das ist es auch für uns Motorradfahrer.

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Am Ende der Straße gibt es zumindest deutsches Bier

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Auf dem Rückweg begegnen wir diesen putzigen Gesellen

Müde, aber glücklich machen wir uns auf den Heimweg über den inzwischen wohlbekannten Col de Brouis.

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Unglaublich, was die Frau alles aus den Satteltaschen zaubert!

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Die Getränkeauswahl für heute Abend

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Am besten gefällt uns bei der Komposition die blaue Schubkarre

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Den Abend lassen wir gemütlich mit Bier und Vesper auf der Treppe unseres Hotels ausklingen.

Und wir haben immer noch 3 Tourtage!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:24 
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Dienstag, 5. September: Nordwärts bis Eygliers

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Claudis Reisetagebuch:

Ich war so aufgeregt vor lauter Vorfreude auf die ganzen Kurven, dass ich dachte, ich würde nicht schlafen können. Aber, muss ich es erwähnen, ich habe geschlafen wie ein Gebirge.

Im Frühstücksraum riecht es genauso streng wie tags zuvor nach Urinal. Nachdem wir wieder die Toilettentür geschlossen haben, um diese Ursache auszuschließen, bleibt der Geruch trotzdem bestehen. Wir identifizieren es dann schlussendlich: Es waren als Lilien getarnte Pissnelken, die den unsäglichen Geruch verströmen. Schön anzusehen, aber olfaktorisch ein Desaster.

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Die Hotelkatze hat alles im Blick, spielt uns aber kein Ständchen.

Beim Beladen der mit den Hufen scharrenden Rössern erntet Bennys Tiger-Erna wieder interessierte Blicke. Dieses Mal ist es das Zimmermädchen, das sehr angetan ist und uns erklärt, dass die ERNA wie ein Fahrzeug aus einem japanischen Manga aussieht.

Außer uns haben noch zwei französische Motorradfahrer im Hotel übernachtet. Wir treffen uns nach dem Frühstück bei den Bikes und einer erzählt, dass er vor Jahren in Münsingen auf der Alb gearbeitet hat.

Nach Begleichen der horrenden Rechnung für dieses Etablissement legen wir fest: ab jetzt nur noch Chambre d'Hôtes und keine Hotels mehr.

Gestartet sind wir um 9.24 Uhr. Langsam bekomme ich Angst vor uns. Der Tag und ich begrüßen uns mit strahlendem Lachen und strahlend blauem Himmel. Der Ex-Münsinger Motorradfahrer ruft uns ein fröhliches "Gute Fahren!" hinterher.

Meine kleine R6 ist auch schon ganz aufgeregt, sie vibriert unter mir und will endlich los. Zum Einschwingen kommt die geile Kurvenstrecke zum Col de Turini gerade recht mit ihren terrassenartigen gemauerten Kehren.

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Kurzer Zwischenhalt an der Kapelle Notre Dame de Menour

Den Parkplatz parke ich auch gleich zu. Die zwei Tschechen, die nach uns kommen, schaffen es aber doch vorbei. Man muss halt nur wollen. Ich entschuldige mich von der Brücke herunter, auch wenn sie kein Wort verstehen.

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Natürlich erklimmen wir die Treppen.

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Von hier aus kann man die wunderbare Verkehrsführung hervorragend bewundern.

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Wir turnen wieder hinunter.

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Hier lässt es sich auch vortrefflich mit dem Motorrad turnen! Fasziniert beobachten wir von oben die Kollegen, die wir immer wieder eine Etage höher zu Gesicht bekommen.

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Am Col de Turini entscheiden wir uns für die bekannte Strecke nach Bollène-en-Vesubie und suchen auf dem Hinabweg den Fotoaussichtspunkt, den wir gestern nicht mitgenommen haben. Ich glaube, wir haben ihn gefunden.

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Die Strecke macht auch in die andere Richtung Spaß!

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Bald erreichen wir Bollène-Vésubie.

Da man mich dann vorausschickt, völlig ohne Navi und Karte, warte ich an der Abzweigung nach Boréon, wo es zum schlechtesten Hotel unserer letzten Tour geht. Nicht, dass ich da hin will...

Benny will offensichtlich auch nicht mehr hin und fährt an mir vorbei Richtung Col de Martin. Sie ist nicht lange vorne.

Öhähyiihhaaaahuimehrmehrmehr, oh mein Gott. Was für ein geiles Stück Straße.

Es folgt völlig entspanntes im 6. Gang Zen-Schnurren für die R6 auf der breit ausgebauten Strecke nach St. Etienne de Tinée. Vorfreude kommt auf, weil wir in der Ferne schon den Bonette unter diesem wahnsinnig blauen Himmel leuchten sehen können.

Aber bevor es an die Rrrrr-Kurven des Bonette geht, muss Stärkung her. Die finden wir in einem netten kleinen Restaurant, das sich nach unserer Ankunft sehr schnell mit hauptsächlich deutschen Motorradfahrern füllt. Leider muss ich mal wieder feststellen, dass die Moppeds mehr punkten konnten als die dazu gehörigen Fahrer.

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Dafür ist das Essen umso genussvoller: erst leckere Chicken- und Cheesburger mit Salat und Frites.

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Und dann kommt der absolute Höhepunkt: gestapeltes fluffiges unglaublich leckeres Mousse au chocolat – eine Ménage à trois zum Dahinschmelzen.

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Leider viel zu schnell in der Sonne geschmolzen...

Kann es noch besser werden? Ja es kann!

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Der Bonette ruft! Und zwar laut und deutlich. Und ich erhöre sein Flehen! Meine R6 und ich fliegen wie in Trance auf den Gipfel.

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Wenn das Herz im Gleichklang mit den Zylindern gegen die Rippen pocht, das Blut in den Ohren rauscht. Um es mit Iced Earth zu sagen: This is the anthem to celebrate your life. Das ist so ganz unser Moment.

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Kurve an Kurve an Kurve schrauben wir uns in die Höhe

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Und ich weiß ja: Benny macht Fotos, also keine Unterbrechung für uns

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(Anm. d. Red: wie wahr, wie wahr, nicht mal an „unserem“ Obelisk hält sie an (Anm. Claudi: Obelisk? Was für ein Obelisk? Ich hab keinen gesehen). Dafür nehmen Chris und ich uns dafür Zeit).

Beim Warten auf mein Rudel fotografiere ich gefühlt alle anderen Motorradfahrer auf dem Bonette („kannst Du bitte mal ein Foto von mir machen?“ "Und von mir und meinem Motorrad?" "Und von mir, meinem Motorrad und dem Stein?").

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Wieder vereint mit dem Rudel erklimmen wir im Gänsemarsch die Aussichtsplattform

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Bei dem Wetter (24 Grad) wäre es eine Sünde, die Rundumsicht nicht zu genießen.

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Dort unten ist die eigentliche Passhöhe, also der Col de la Bonette. Könnte man abkürzen. Muss man aber nicht.

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Selbstverfreilich gibt es ein Erinnerungsbild!

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt haben wir ein deutsches Rentnerehepaar überholt, das irgendwann später auch das Ziel erreicht. Und gleich mal mosert. "Das ist doch hier kein Ablageplatz" - Claudis Tankrucksack verdeckt tatsächlich unverschämterweise einen Teil der Table d'Orientation.

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Und auch dass da jetzt "der Hund" frei rumläuft, passt der sauertöpfischen Dame nicht. Wenn die immer so gut gelaunt ist, wünsch ich ihrem Gatten viel Spaß ...

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Nochmal ein Blick auf die BergeBergeBerge

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Dann wandern wir den kleinen Weg wieder zurück.

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Mächtig was los

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Hartnäckige Pflanzen finden immer einen Weg

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Den Berg runter ist es dann genauso geil.

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Wie für Motorradfahrer gebaut umschmeichelt die Straße die Landschaft.

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Kein Wunder, dass der Bonette Bennys Lieblingspass ist, es ist nämlich auch mein Lieblingsspaßpass.

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Schlenkern tun wir natürlich auch, nämlich zur Pont du Châtelet.

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Dieses Mal fahren wir auch mal auf die Brücke.

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Von der Brücke (hier im Schatten erkennbar) öffnet sich der Blick ins Tal

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Im Abgrund unter uns sehen wir das Wrack eines Autos. Die frisch erneuerten Absperrbalken in der Kurve erzählen eine traurige Geschichte.

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Dolly das Schaf verrichtet stoisch ihren Dienst in Serenne.

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In Saint Paul sur Ubaye wartet ein kleines Moto-Museum auf interessierte Besucher.

Ich muss dann noch meine SD-Karte am Fotoapparat wechseln und bin nicht sicher, ob die 200 Aufnahmen für die restlichen Tage noch reichen. Benny meint nur, jetzt kommt erstmal nur der Col de Vars, da kann man durchfahren, da gibt es auch landschaftlich nix großartig zum Kucken.

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Sie muss das irgendwie verwechselt haben, weil es ist nur Ah, oh, mein Gott, incroyable!

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Die Strecke selber ist zum Fahren einfach göttlich, toller Asphalt, schöne weite Kurven und Aussicht, meine Fresse.

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Kurz vor der Passhöhe, Kurven vom Feinsten

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Wenn ein Pass etwas auf sich hält, hat er natürlich auch einen kleinen See. Oder Teich. Wasserpfützen reichen auch.

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Ähm, ja, über die Assoziationen, die dieser lustige Kerl in uns weckt, breiten wir besser den Mantel des Schweigens.

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Benny gibt kleinlaut zu, dass das hier ganz großes Kino ist. Und dann ist es leider auch schon vorbei für heute mit großem Kino und noch größerem Fahrspaß.

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Unser Chambre d'Hôtes in Eygliers ist wieder eine Bestätigung, warum wir diese Art der Übernachtung bevorzugen. Nette Gastgeber, sensationelle Aussicht auf die Festung Mont-Dauphin, eigene Terrasse mit lauschigen 24 Grad am Abend – und die obligatorische Schmusekatze. So muss das sein!

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Das Kätzle gehört allerdings nicht zum Haus, sondern ist aus der Nachbarschaft – und so hungrig, dass es unsere gesamten Schinken-Reste vernichtet.

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Das Haus kombiniert gekonnt moderne Einflüsse mit Chalet-Atmosphäre.

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Heute muss ich allein trinken. Das schaffe ich!

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Wie früher auf den Postkarten: da, wo das Kreuz ist, da ist mein Zimmer!

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Gemütlich beobachten wir auf der Terrasse den Sonnenuntergang.

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Ein wunderbarer kurvenreicher und sonniger Tag geht zu Ende. Und wir haben immerhin noch 2 Tourtage!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:25 
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Mittwoch, 6. September: Über die großen Hügel bis Sainte-Foy-Tarentaise

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Bennys Reisetagebuch:

Nachdem gestern noch wild die WhatsApps zwischen Claudi und ihrem Kumpel Joe hin und her flogen, haben wir für heute ein Date auf dem Izoard!

Diszipliniert wie die letzten 12 Tage sind wir wieder pünktlich auf den Moppeds und unterwegs in den Sonnenaufgang (okay, der ist schon längst rum, aber es klingt einfach gut).

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Bei Guillestre bewundern wir das Wolkenspiel.

Die Combe de Queyras durchfahren wir leider in der falschen Richtung und haben von daher nix von der Aussicht. Egal, Aussicht hatten wir die letzten Tage zur Genüge. Mal wieder fällt ein wildgewordener Transporterfahrer auf, der schon ansetzt, mich zu überholen (und ich fahre schon knapp über 100), bevor ihn der Gegenverkehr davon abhält. Er klebt aber weiterhin an unseren Hinterrädern wie Pech ohne Schwefel.

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Zum Glück will er nicht zum Izoard, so dass wir da unsere Ruhe haben.

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Wir haben genug Zeit bis zum vereinbarten Treffzeitpunkt, also schießen wir das ein oder andere Foto.

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Unsere Klettereinlage am Aussichtspunkt sorgt bei den umstehenden Touristen für große Erheiterung.

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Lieblingskurven

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Wieder ein Baum mit Aussicht

Eine Viertelstunde zu früh erreichen wir die Passhöhe. Joe und seine beiden Begleiter warten schon auf uns. Was für ein großes Hallo! Schwabentreff auf dem Izoard. Wie wir da so stehen und die letzten Tage Revue passieren lassen, schießen wildgewordene Enduro-Fahrer (und eine Supermoto) auf unser Parkgeklüngel zu. Und plötzlich tönt es von hinten: „Jetzt endlich mal live!“ - der Walle, Johann, Bernd und Werner sind lustigerweise auch gerade am Izoard angekommen. Noch größeres Hallo. Schön, so ein kleines ungeplantes Forumstreffen und endlich mal die Nasen live und in Farbe zu sehen.

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Nach einem braven und sehr seriösen Gipfelfoto …

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… steigern wir die Frequenz und die Schüler setzen den Posing-Unterricht gekonnt um. Die reinsten Naturtalente.

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, wir müssen alle weiter und verabschieden uns wieder.

Nach der gefühlt endlosen Ortsdurchfahrt von Briançon und dem jetzt aber wirklich unspektakulären Col de Lautaret (den habe ich gestern gemeint, nicht den Col de Vars) nehmen wir den Col de Galibier in Angriff.

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Wie immer sprintet Claudi vorweg (kein Wunder, bei diesen Kurven!) und wir arme Tröpfe sind dazu verdonnert, Bilder zu machen.

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Ein Schicksal, mit dem wir uns abgefunden haben.

Auf der zugigen Passhöhe halten wir uns nicht länger auf als nötig. Also, mit wir meine ich Chris und mich. Claudi hält länger durch, weil ein heißer Flirt mit einem sehr gut aussehenden niederländischen Motorradfahrer (ohne Wohnwagen) sie die Temperaturen von 13 Grad vergessen lässt.

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Nach der Passhöhe tanzen die Kurven Cha Cha Cha!

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In Valloire gibt es das Pendant zum Schwenninger Strohpark. Neben der Kuschelkatze…

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… tanzt eine Ballerina auf der Spieluhr…

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…. ein Damenpärchen im Gespräch…

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… besonders gefällt uns das Mädchen auf der Schaukel.

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In einem der ortsansässigen Restaurants genießen wir ein sehr leckeres Truthahn-Schnitzel Försterinnen-Art.

Auffallend ist die große Anzahl an (gefühlt vorwiegend deutschen) Motorrad-Reisegruppen (3-7 Mann). Ich habe den dumpfen Eindruck, die haben alle die letzte Woche (offiziell noch Ferien in Frankreich) abgewartet und kaum sind die Ferien rum, fallen die Horden ein. Dabei fanden wir es letzte Woche recht ruhig auf den Straßen: die Franzosen waren wohl nicht mehr unterwegs und die Männerausfahrtgruppen noch nicht

Und unvermittelt finden wir uns wieder im preußischen Hochleistungs-Pässe-Fahren. Da stellt sich mir die Frage: gibt es für den, der zuerst am Pass oben ankommt, was zu gewinnen? Bei manchen Gruppen hat man echt den Eindruck, die stehen extrem unter Zeitdruck. Wahrscheinlich bekommen sie die geplanten Highlights sonst nicht im engen Zeitrahmen unter. Für mich ist Urlaub auch Entschleunigen, Eindrücke genießen (und das auch gern beim Anhalten). Wenn ich ohne Blick nach links und rechts durch die Gegend heizen will, mach ich das lieber zuhause, da kenn ich die Aussichten schließlich schon. Aber nun gut, jeder so, wie er mag, ich muss ja zum Glück nicht mitmachen.

Den Col de Telegraphe mag ich, weil es keine Aussicht gibt. Da kann sogar ich einfach nur mal fahren.

Um in St. Michel den Eingang zum Carrefour zu finden, müssen wir einmal im Karree fahren (Chris findet diese Wortspielerei so lustig, dass es seiner Meinung nach unbedingt in den Bericht rein muss).

Nächstes Ziel: Lanslebourg. Dafür überbrücken wir ein paar Kilometerchen auf der größeren D1006, die nicht so langweilig ist, wie sie klingt.

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Sie bietet ein paar schöne langgestreckte Kurven, das Fort Marie-Théres und Spannung in Form von zentimeterdicken Gravillon.

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Immer wieder zieren malerische Dörfer die Hügel.

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Und ich kann mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen und endlich das Ortschild von La Norma ablichten. Dass ich das noch erleben darf...

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Ein wönziges Schlenkerchen führt uns zum Lac de Mt. Cenis: bei dem strahlend blauen Himmel wäre es schade gewesen, keinen Blick darauf zu werfen.

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Der See glitzert, dass es eine wahre Freude ist.

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„Unser“ Kuh-Stall und „unser“ Baum sind auch noch da!

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Die Stimmung ist wie Irland pur. Die Temperaturen auch.

Nächstes und letztes Highlight für heute ist der Col de l'Iséran.

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Gleich zu Beginn grüßt dieser schlafende Riese beim Blick zurück ins Tal.

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Wir behalten die bewährte Arbeitsteilung bei, d.h. die R6 räumt schon mal die Straße für uns und wir gondeln im Touri-Modus hinauf zum Pass.

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Klein-Schottland lässt grüßen

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Das Grün wird weniger, aber nicht die Kurven.

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Auf der Passhöhe ist's noch kälter und zugiger als aufm Galibier. Nix für die Tochter meiner Mutter, ich muss gleich wieder runter ins Warme, ich bin halt ein Mimimi-Mädchen.

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Nur wenige Höhenmeter und wir sind wieder im Wohlfühltemperaturbereich

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Wir können nicht anders…

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Unten im Tal hat die Tourismusbehörde weder Kosten noch Mühe gescheut und extra für uns ein kurzbeiniges Pferd …

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… und ein schottisches Hochlandrind (das trotz vehementer Melkversuche keinen Whisky von sich geben will) dekorativ hingestellt. Die örtliche Gendarmerie beobachtet unser Fototreiben aufmerksam aber kommentarlos.

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Straßenrandparker

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Letzter Fotohalt beim Lac du Chevril

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Die Dame am See animiert uns zu einem neuerlichen Rudel-Shooting.

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Felchumschwung.. oder so…

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„Das ist doch keine Ablagefläche hier!“

Beim Chambre d'Hôtes stehen wir vor verschlossener Tür und augenscheinlich ist niemand zuhause. Wir machen uns erstmal mit den Katzen bekannt:

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Das ist die eher zurückhaltende.

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Dieser kleine Geselle ist schon viel zutraulicher

Wir rufen dann die an der Tür angegebene Nummer an. Unsere Gastgeberin hat einen familiären Notfall und ist mit ihrem Sohn in der Klinik in Chambéry (zum Glück nix weiter Wildes). Sie gibt uns den Zugangscode zum Gästegeschoss und wir erkunden auf eigene Faust unsere extraordinäre Unterkunft.

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Neben den Katzen entdecken wir noch mehr Getier: hungrige Hühner und ein neugieriger Esel.

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Als er merkt, dass es von uns zwar kein Fressen gibt, andererseits aber auch keine Gefahr droht, darf der Rest der Eselsherde auch näher kommen und sich kraulen lassen.

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Der kleine Jungesel hat es uns besonders angetan. Was für eine Zuckerschnute!

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Und es gäbe auch eine kleine Fass-Saune mit Gletscherblick.

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Kuschelig das Bett für Chris und mich

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Prinzessin Claudia schläft im Séparée

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Luxuriös das Bad.

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Aussicht aus dem Wohnzimmer. Das Chalet lässt sich auch als Ganzes für kleine Gruppen mieten. Urgemütlich!

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Irgendwie fühlen wir uns als Rudel von diesem Bild besonders angesprochen.

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Auch wenn das genauso passen würde.

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Die heutige Bier-Ration

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Und das Dessert! Ohne geht einfach nicht…

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Wunderbar, was haben wir es heute wieder schön gehabt!

Und jetzt haben wir halt nur noch einen Tourtag!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:25 
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Donnerstag, 7. September: Willkommen im Chablais

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Chris' Reisetagebuch:

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Der Morgen begrüßt uns mit einem Spiel aus Licht und Wolken und einem imposanten Gletscherglühen.

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Spiegelspielereien.

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Als wir wieder mal pünktlich los fahren, ist es noch recht frisch und die Wolken hängen teils sehr tief. Nur zwischendurch erhellen Lichtinseln die malerisch verstreuten Weiler.

Benny packt alles aus, was sie an wärmenden Klamotten mitgeschleppt hat. Claudi zieht einfach den Reißverschluss ihrer Lederkombi bis ganz nach oben.

Die Strecke talwärts ist gut ausgebaut, so kann man es am Morgen gleich gut laufen lassen. Und glücklicherweise sind alle Baustellenfahrzeuge in die Gegenrichtung nach Val d'Isère unterwegs.

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Den Verkehr lassen wir komplett hinter uns, als wir zum Cormet de Roselend abbiegen. Gleich zu Beginn überholen wir einen Chopper-Fahrer auf Ravensburg.

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Gletscherblick

Dem Chopperfahrer begegnen wir gefühlt noch hundert Mal unterwegs, da entweder wir oder er zu einem Fotostopp anhält. Als er uns am Lac de Roselend das letzte Mal überholt, ruft er uns noch zu: „So kommt ihr nie an“. Ja, das wissen wir…

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Der Roselend selber beeindruckt mich durch sein Schottland-Flair und die vielen visuellen Eindrücke.

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Dem kann man sich wohl auch nicht entziehen, wenn man den Pass schon öfter gefahren ist, bietet er doch je nach Jahreszeit und Lichtverhältnissen immer neue Eindrücke.

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Die Licht- und Schattenspiele auf dem Weg zum See.

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Die Herbstfarben ergeben zauberhafte Bilder.

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Ein wunderbares Kleinod – der Lac de Roselend

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Auch die andere Seeseite erfordert einen Zwischenstopp.

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Postkartenmotiv

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Ich weiß jetzt gar nicht, der wievielte Baum das ist, der sich wegen der Aussicht eine exponierte Stelle sucht.

Nach Hauteluce kennt das Navi mal wieder eine Abkürzung und wir fahren ein schmales nettes Sträßchen bergan. Die berühmte Kirche in Hauteluce ist leider wegen größeren Renovierungsarbeiten nicht zu besichtigen. So viel zum Thema Kultur.

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Aber der Bauzaun ist für sich auch sehenswert.

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Den Kirchenbesuch holen wir dann in Les Saisies nach. Wintersportorte im Sommer sind irgendwie immer deprimierend. Les Saisies bildet keine Ausnahme. Und kalt ist's auch noch.

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Ein weiterer dieser unsäglichen Orte ist Megève. Wir haben Hunger und nehmen die überzogenen Essenspreise in Kauf. Wir haben auf dieser Tour schon viel besser für viel weniger gespeist. Auf dem Weg hinaus aus Megève fahren wir am McDonald vorbei. Das wäre hier wohl die bessere Wahl gewesen.

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Über Cluses nehmen wir eine größere Straße, um dann vor Samoens auf den schmalen Weg zum Col de Joux Plane abzubiegen. Nett, aber nicht überwältigend. Und die Damen sind über die miesen Lichtverhältnisse enttäuscht, es gibt also kaum Fotos.

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Ein paar schöne Kurven entdecken wir dann doch.

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In Morzine gönnen wir uns ein leckeres, aber teures Eis.

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Kurvenreich geht es weiter Richtung Avoriaz, das wir aber rechts liegen lassen, um den kleinen Weg hinunter zum Lac de Montriond zu nehmen.

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Wer unterwegs in Les Lindarets vorbei kommt, sollte das Schild „Achtung Ziegen“ sehr ernst nehmen.

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Die laufen hier nämlich grüppchenweise frei durch das Dorf. Was für eine Sensation.

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Einen Stammtisch hat man auch extra eingerichtet.

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Sensationell auch das Kurvengeschlängel, das wieder hinunter führt.

Letzter Tagesordnungspunkt ist der kleine Col du Corbier. Zu Beginn führt die Strecke durch hunderte von Gehöften, was eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.

Im Chambre d'Hôtes rangieren wir wie die Wilden, um die Moppeds auf einem halbwegs waagerechten Stückchen Hof abstellen zu können.

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Die letzten Feierabend-Biere

Im Gegensatz zu den letzten 2 Wochen wird uns beim Essen draußen schnell kalt. Wie schade, wir haben uns an die lauen Sommernächte gewöhnt.

Poserfotos gibt es heute keine, dafür war uns zu kalt.

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Schöner Tourabschluss, morgen geht es nach Hause…

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:26 
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Freitag, 8. September: Wir müssen nach Hause

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Bennys Reisetagebuch:

Wie immer am letzten Tourtag ist unsere Stimmung etwas gedrückt:
das letzte Mal... in fremden Betten aufwachen
das letzte Mal... zu dritt das Bad blockieren
das letzte Mal... französisches Frühstück
das letzte Mal... französisch sprechen
das letzte Mal... die Moppeds aufrödeln etc.

Wir sind gerade mal 14 Tage unterwegs, aber es kommt uns viel länger vor: so viel haben wir gesehen, in uns aufgesogen und erlebt.

Das aus den Koffern (oder in meinem Fall wasserdichten Beuteln) leben ist nicht immer meine Sache: zu viel Gewühle. Claudi fühlt sich dabei pudelwohl. Sie ist wohl in einem früheren Leben eine Nomadin gewesen.

Das Frühstück zieht sich heute ein wenig in die Länge. Nicht nur, weil wir ob des Tourabschiedsschmerzes ein wenig trödeln, sondern weil noch ein anderes deutsches Paar aus Heidelberg zu Gast ist, mit denen wir uns über woher und wohin und die Erlebnisse unterwegs austauschen.

Ein letztes Mal... Tanken in Frankreich (es ist im Intermarché in Lugrin um einiges günstiger als auf der Autobahn in der Schweiz).

Dann heißt es Adieu, la France! Wir kommen wieder, versprochen!

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Die Wolken hängen tief, wir verabschieden uns vom Sommer.

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Bevor wir uns auf die eintönige Autobahnetappe machen, schlenkern wir kurz nach Montreux-Riviera und besuchen Freddy mit seinem schönen Blick auf den See.

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Berührende Inschrift.

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So wenige Leute sieht man sonst nie um die Statue.

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Ich verscheuche auch noch das Rudel, so dass dieses Bild echt Seltenheitswert hat.

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Schönes Detail im Uhrwerk, das am Kai steht.

Nach 2 Wochen Landstraßenräuberei, bei der wir nur selten in Bereiche von 100 km/h kamen, sind die ersten Kilometer mit 120 auf der Schweizer Autobahn sehr ungewohnt. Ich muss mich tatsächlich erst wieder an das Dauertempo gewöhnen. Geht dann aber recht flott...

Für die letzte Etappe müssen wir uns ganz ungewohnt wieder wärmer anziehen, es ist unterwegs doch recht frisch. Auch die Aussicht auf die Berge bei Bern ist eher wolkenverhangen, rein wettertechnisch ist es gut, dass wir wieder nach Hause fahren.

Eigentlich läuft es wirklich glatt auf der Autobahn – bis zur üblichen Staustrecke hinter Niederbipp. Bei Oensingen fahren wir deswegen auch runter und einige Kilometer über Land nach Basel. Unterwegs bieten sich schöne Ausblicke auf Burgen und Ruinen und sogar ein paar Kurven! Leider auch unsäglich viele Ortsdurchfahrten.

Wir sind noch keine 2 Kilometer auf der Schnellstraße in Deutschland, als uns die deutsche Verkehrsrealität schon einholt: Drängler und Raser allenthalben, der ganz normale Wahnsinn. Dabei laufen wir noch im entspannten Urlaubsmodus... Von Rheinfelden ist es nicht weit nach Wehr.

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Dort feiern wir das Ende einer schönen, ereignisreichen und harmonischen Tour rudelangemessen mit einem leckeren Eisbecher.

Es geht noch ein wenig kurvenreich durch den Südschwarzwald, bevor uns Uhrzeit und Abendtemperaturen auf direktem Wege nach Hause bringen.

Fazit:

Was soll man nach so einer Reise für ein Fazit ziehen?

Es war einfach wieder wunderschön! Südwest-Frankreich ist immer eine Reise wert und egal, welche Strecke man sich aussucht, viel falsch machen kann man nicht. Im Gegenteil: man muss immer ein paar Highlights weglassen, so dass es noch viele Straßen, Sträßchen, Pässe und Seen gibt, die es (wieder) zu entdecken gilt.

Natürlich lernt man auf so einer Tour sich selbst und seine Reisebegleiter wieder ein Stück weit besser kennen. Daraus nimmt man auch für künftige Touren Anregungen und Verbesserungsideen mit. Was wir für uns festhalten können:
• Tourguiden ist anstrengend. Den Wechsel an der Spitze (entweder tageweise oder nach dem Mittag) fand ich daher sehr gut. Das werden wir beibehalten.
• Keine Hotels mehr (soweit das möglich ist). Und bei den Chambre d’Hôtes mehr auf die Anfahrtswege achten (wobei mit Teamwork lässt sich alles bewerkstelligen)
• Streckenlänge hat für uns gepasst, mehr wollen wir nicht in einen Tag rein quetschen. Noch einen Schlenker dran hängen, wenn Zeit und Lust vorhanden, ist ja kein Problem.
• Chris und Claudi wollen ans Meer. Nicht nur draufschauen.
• Scheiß auf Gruppendynamik: wenn eine(r) schneller/ohne Stopp fahren will, macht er/sie das einfach. Kein Druck auf sich selbst ausüben, es ist gut so, wie es ist. Und im Schnitt passt es für uns alle.

Ich hoffe, euch macht unser Reisetagebuch genauso viel Spaß beim Lesen, wie wir es beim Erleben und Schreiben hatten.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 11:53 
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Registriert: Sonntag 3. August 2014, 09:07
Beiträge: 1243
Klasse Tour ! Tolle Bilder ! Eine Region die mir dieses Jahr leider versagt blieb........jetzt weiß ich was ich verpasst habe. Danke fürs Zeigen ! DD DD DD

_________________
https://www.youtube.com/watch?v=qI00c7zKvh0
https://www.youtube.com/watch?v=eCYuyR-gzio
https://www.youtube.com/watch?v=ZblKN6Vrrcs
https://www.youtube.com/watch?v=ZSNFuZqU27E

GS ? Ich kann´s nimmer hör´n !


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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 11:56 
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Registriert: Mittwoch 16. Juni 2010, 07:11
Beiträge: 12183
Wohnort: Idar-Oberstein
Savethefreaks hat geschrieben:
....

Ich hoffe, euch macht unser Reisetagebuch genauso viel Spaß beim Lesen, wie wir es beim Erleben und Schreiben hatten.



ohhhhh JAAAAAA. :Ni: :Sl: :App:

Einfach nur schön Eure Tour, die Fotos und die Gegend sowieso.... DD

Bis Morgen. :D

Grüße

_________________
Michael /mimoto

Ich weiß, dass ich nichts weiß. (Sokrates)

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