Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:19 
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Rudel on Tour Reisen präsentiert: 1.000 Kurven von Süddeutschland zum Mittelmeer

Chères dames et messieurs,

herzlichen Dank, dass Sie sich für eine Reise mit „Rudel on Tour“ entschieden haben. Unsere exquisite Tour führt über die Maurienne durch den Nationalpark Ecrins zum windumtosten Mont Ventoux. Weiter folgen wir den (verblühten) Lavendelfeldern in die Provence, bevor es kurvenreich über die Route des Grandes Alpes wieder zum Genfer See geht.

Es erwarten Sie kurvenreiche Strecken, atemberaubende Landschaften, reizvolle Wasserfälle, bezaubernde Seen und sinnesbetörende Gaumenfreuden.

Als bewährte Reiseleitung stellen wir Ihnen vor:

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„Noch-Rookie“ Chris : Chief of Posing und der Grund, weswegen es wieder auf die RdGA geht, Yamaha MT-07
„Traumschiff“ Claudi : Chief of photography; Yamaha R6
„Gen-Tiger“ Benny : Chef-Organisatorin, Tour-Guide, Dolmetscherin; Kawasaki ER6-N
So jedenfalls steht es im Tour-Prospekt, wollen wir mal schauen, ob die Veranstaltung dann auch hält, was sie verspricht!


Samstag, 26. August: Anreise nach Sallanches

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Chris' Reisetagebuch:

Was ein halbes Pfund Butter auf dem Kopf doch ausmacht.... Vor dem ersten Reisetag hatte ich ein wenig Bammel. Nicht wegen der vielen wilden Kurven, sondern - ganz im Gegenteil - wegen der Aussicht auf die lange Autobahnetappe durch die Schweiz. Ich und mein Nacken erinnern sich schmerzhaft an die ähnliche Passage im Mai Richtung Cevennen.

Doch die Angst war völlig unbegründet: dieses Mal rutsche ich die Kilometer gefühlt auf einer halben Arschbacke ab und komme mir dabei vor wie ein Superheld. Ich sehe ja auch so aus. Wovon ich die ganze Zeit schwafle? Na, von meinem geilen neuen Helm natürlich!

Nicht nur Mädels gehen gerne shoppen... gestern war beim Motorradbekleidungshändler unseres Vertrauens Sommerschlussverkauf. Und da wartete er auf mich! Der Helm meiner Träume! Sonnenblende, Pinlock, Superbelüftung, 250 Gramm leichter als der Klapphelm, den ich bisher fahre, und – unschlagbares Kaufargument:
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das mega coole Iron Man-Design.

Warum Benny dann aber trotz meines markant-männlichen Tony Stark-Auftritts an der Tanke in Waldshut gefragt wird, ob das ein Damen-Ausflug ist, entzieht sich völlig meinem Verständnis.

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Stimmung ist gut, wir sind startklar!

Was gibt es sonst zu erzählen, außer dass ich einen neuen Helm hab? Ach ja: wir sind ja nach Frankreich gefahren! Ein Phantomstau (der sich aber völlig real anfühlt) bei Niederbipp bremst uns 20 Minuten aus, ansonsten läuft es wie geschnitten Brot.

Reisen bildet bekanntlich: wer sich für Käse interessiert, sollte einfach auf der Autobahn von Basel nach Montreux fahren und weiß dann immerhin, wo der Emmentaler und der Gruyère zuhause sind.

Gruyère begeistert nicht nur Feinschmecker, sondern auch Schönschauer: der gleichnamige See vor den majestätischen Gipfeln – traumhaft schön! Zum Kucken haben wir ja Zeit genug – bei der vorgeschriebenen Schweizer Schöne-Landschaft-Schau-Geschwindigkeit. Benny zappelt vor Begeisterung vor mir ständig auf ihrem Gen-Tiger rum.

Während wir in orthopädisch korrekter aufrechter Sitzhaltung gemütlich die Landschaft genießen, schießt tieffliegend ein Schweizer in geduckter Rennhaltung (Brust auf dem Tank) mit schwindelerregenenden 125 km/h an uns vorbei. It's just for the feeling.

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Im Gegensatz zu Deep Purple können wir den Genfer See heute völlig ohne Smoke, Smog und Fog on the water bewundern.

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Die Berge versprechen viel Spaß!

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Parallel-Knipsen

Ist schon ein geiler Anblick, der See, die Berge.

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Und ein wenig Monaco-Feeling kommt mit all den prächtigen Villen am See und in den Hügeln auch auf.

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Von den pittoresken Schlössern ganz zu schweigen.

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Entspanntes Schattenstehen.

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Das Rudel ist ready to rock!

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Da geht's lang!

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Nach Martigny ist dann mal gut mit Autobahn und wir erkurven uns den Col de la Forclaz.

Wunderbare Einstimmung und willkommene Abwechslung nach der entschleunigten Autobahnfahrt. Endlich geht's los!!! Und Claudi legt sich besonders schwungvoll in jede Kurve, um die Reifenautobahnmittelplatte wieder loszuwerden und den Reifen quasi rundzuerneuern.

Nach dem Col de Montets bietet sich uns zwischen den Bäumen ein spektakulärer Ausblick auf das schnee- und eisbedeckte Mont Blanc-Massiv. Das Eis lockt mit türkisfarbenem Schimmer im Sonnenschein. Ich bin bremsbereit. Jetzt muss Benny doch jederzeit den Anker werfen. Das Bild können wir uns nicht entgehen lassen. Und was ist? Fährt einfach weiter. Ich bin FASSUNGSLOS!

Wer ist diese Frau da vorne und was hat sie mit meiner Freundin gemacht?
Dann halt ohne Bild weiter. Das kriegt sie heute Abend aber aufs Brot geschmiert.

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Anm. d. Red: bitte schön, hier ist doch euer Gletscher! Ich hab ja am Fuße des Berges doch noch angehalten.

Kaum vom Berg runter, steigen die Temperaturen. Macht vor allem bei der Durchfahrt von Chamonix und gefühlt 100 Vororten (liebes Navi, was soll das denn jetzt wieder für eine Abkürzung sein?) mit 200 Ralentisseurs (auf Deutsch: Brems-Hubbel) echt Laune.

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Unser Tourguide erklärt sehr anschaulich die Route.

Nach Servoz freue ich mich, endlich mal schneller als 50 zu fahren – aber da steht gleich wieder so ein 50er Schild. Wegen „Unebenheiten“... Was dann folgt, kommt einer Achterbahnfahrt im Europapark gleich. Wie in der „Wilden Maus“ geht es rauf und runter, über Bodenwellen, links rum, rechts rum, ich befürchte schon, mein Mittagessen würde nochmal vorbeischauen wollen.

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Nett wird es auf der restlichen Strecke nach Passy (übrigens die Partnerstadt von Pfullingen) und dann geht es runter in den Talkessel nach Sallanches. Die Temperaturen knacken die 30 Grad-Marke und wir lechzen nach Erfrischung.

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Gut, dass es klimatisierte McDonalds mit Eiscreme gibt. Und Aussicht auf das Mont Blanc Massiv.

Die Mädels stürmen den Supermarkt, um das Abendessen zu besorgen und ich passe auf die Moppeds auf (naja, eigentlich weniger auf die Moppeds (die sind ja schon groß) als mehr auf die Tankrucksäcke, Helme und Jacken...). Wie immer ist Bennys Motorrad ein richtiger Publikumsmagnet, kaum jemand, der vorbeigeht, ohne einen längeren Blick zu riskieren.

Ich kann von Glück sagen, dass die Mädels aus dem Supermarkt überhaupt wieder raus kommen und ich nicht komplett ohne Reisebegleitung dastehe: das überbordende Pâtisserie-Angebot übt eine magische Wirkung auf die beiden aus und hätte sie fast nicht mehr losgelassen.

Nachdem alles verstaut ist, nehmen wir die letzten 7 Kilometer in Angriff.

Unser Chambre d'hôtes ist der helle Wahnsinn! Sehr sympathisch heißt uns Hausherr Sébastien willkommen. Und er freut sich, mit uns sein eingerostetes Schuldeutsch aufpolieren zu können. Er entschuldigt sich für seine schlechte Aussprache, aber ich wünschte, ich könnte auch nur annähernd so gut Französisch wie er Deutsch.

Noch ein Pluspunkt: wir dürfen die Moppeds in den Carport stellen – neben seine Multistrada. Dass er davor auch lange eine ER6 gefahren ist, freut Benny natürlich und macht ihn noch sympathischer.

Wir haben ein Familienzimmer mit 2 Schlafzimmern, einem großen Bad und einem noch größeren Balkon.

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Interessantes Detail, das wir beim Spaziergang ums Haus entdecken.

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Lieblingsplatz: die Hängematte auf unserem Balkon.

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Ein Abendessen, wie es für die nächsten Tage typisch sein wird.

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Allabendliche Bier-Ration für Claudi und mich

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Lichter der Großstadt. Mit Mond. Und Bergen.

Wunderbar, das ist der perfekte Start in die Tour. Und heute ist erst Tag 1!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:19 
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Sonntag, 27. August: Umleitung in die Maurienne

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Claudis Reisetagebuch:

Heidenei, Bier mit Wodka lötet ganz schön rein! Ich hab geschlafen wie ein großer Stein. Und das trotz des Verkehrsaufkommens auf der Autobahn und der musikalischen Beschallung durch ein Open Air, das Sallanches am Samstagabend zum Feiern bringt.

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Dafür ist es nur Stunden später so ruhig, wie es nur sein kann. Die totale Sonntagmorgen-Idylle. Und an diesen Anblick nach dem Aufstehen kann ich mich gewöhnen!

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Das Frühstück wird auf dem Balkon kredenzt.

Als wir die treuen Rösser packen, leistet uns Gastgeber Sébastien noch ein wenig Gesellschaft. Mit Blick auf das (T)Raumschiff erklärt er, dass er früher ja auch nur „so was“ gefahren ist. Aber im biblischen Alter von 32 Jahren wäre es an der Zeit gewesen, sich etwas Bequemeres zu besorgen. Also wurde es das (O-Ton)„Alte-Personen-Fahrzeug“ (wir reden hier von einer nigelnagelneuen Ducati Multistrada. Was die Marketingexperten in Bologna wohl dazu sagen?) mit dem „Alte-Personen-Helm“ (sprich: Klapphelm) und statt Rucksack und Sporttasche wird das Gepäck jetzt altersgerecht in Koffern verstaut.

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Unspektakulär geht es nach Cluses und dann schwingen wir uns mit diversen Radfahrern und lahmen Autofahrern rauf auf den Col de la Colombière.

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Kurvenlinien, die einfach Freude machen.

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Geiler Franzosen-Asphalt. Wir lieben ihn!

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Geiler Franzosen-Pass. Den lieben wir auch!

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Auch einige Oldtimer-Fans packen ihre Schätze aus und präsentieren sie vor der wunderschönen Naturkulisse.

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Schöne Stein-Wiesen-Kombi am Colombière. Und gut gelaunte Mitfahrer.

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Extra für Bennys Lieblingskollegin Uschi: Steine, Steine, Steine!

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Eben noch steinig, präsentiert sich der Colombière ein paar Meter weiter schon wieder sehr lieblich.

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Streckenführung ist übrigens auch top!

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Die haben sich definitiv den Platz mit der besten Aussicht rausgesucht!

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Think big in La Clusaz

Dass Sonntag und tolles Wetter ist, merkt man bisher noch nicht wirklich. Anders am Col des Aravis. Da findet ein wahrer Herdenauftrieb statt, der auf der Passhöhe seinen Höhepunkt erreicht. Ob's da Freibier gibt? Oder passend zum Land Frei-Wein? Wir haben es nicht überprüft.

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Wenn man sich ganz an den Rand quetscht, schafft man aber auch ein Bild mit ohne Tourihorden.

Den an sich schönen Pass runter kann ich nicht genießen, die Entdeckung der Langsamkeit fährt vor mir. Zur Entschleunigung gezwungen, schimpfe ich vor mich hin „In Frankreich gibt’s auch Idioten!“

Was für ein Unterschied, als wir Richtung Col de l'Arpettaz abbiegen. Kein Verkehr, schmale Straße, toll! Aber irgendwie habe ich den Pass anders in Erinnerung. Beim Blick auf Ugine mit steigenden Temperaturen kommt das auch Benny spanisch vor. Der Blick auf die Karte bestätigt, dass wir wohl irgendwo eine Abzweigung verpasst haben. Also wenden – unter dem gönnerhaften Blick des im Schatten stehenden Anwohners, der uns noch freundlich hinterher winkt – und die Strecke zurück. Ist auch nicht schlimm, die Kurven fährt man gerne nochmal.

Viola! Da geht’s links weg! Da steht Col de l'Arpettaz! Da sind wir richtig!

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Für mich ist es wie heimkommen. LIEBLINGSSTRASSE! Hab ich schon mal erwähnt, dass mein (T)Raumschiff diese Kurven mit schlafwandlerischer Sicherheit fährt?

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Ich denke nur "Kurve" und schon legt sie sich rein. Klingt komisch, aber: das ist genau das richtige Geläuf für mich und meine Rrrrrrrr6. Das Mopped ist so geil, ich liebe es …. (Anm. d. Red: hier ergießt sich Claudi in ein elogisches Hohelied auf die Yamaha, beteuert ihre unsterbliche Liebe, wir haben das jetzt abgekürzt).

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Kurvenhatz, wie wir das mögen.

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Das Pferd ist völlig unbeeindruckt

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Malerisch. Und abgelegen.

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Botanikervolk anwesend? Die Pflanze sorgt echt für Farbtupfer!

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Probeposen fürs Gruppenbild

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Freiluftknutschen soll ja besonders gesund sein

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Rudelkuscheln


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Idyllisches Gehöft

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Traumstrecke in Traumumgebung

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Ach ja, genau, Landschaft gibt's auch. Manche würden sagen „Schön, aber ein bisschen steinig“, wir finden's nur geil!

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Auf der Passhöhe genehmigen wir uns einen kleinen Imbiss. Wer ohne Reservierung kommt, muss drinnen sitzen. Das ist nicht schlimm, dort ist es eindeutig kühler als draußen.

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Ja, wir fühlen uns willkommen! Auch wenn wir keine Bergziegen sind.

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Bergidylle mit Kühen

Und dann? Geht's wieder runter.

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Die edlen andalusischen Pferde (Pura Raza Española) würdigen uns keines Blickes, sondern kehren uns den Allerwertesten zu.

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Die gemeine französische Bergkuh hingegen blinzelt uns neugierig mit großen braunen Augen an.

Für die Kurven, die runter durch den Wald führen, find ich keine Worte. Was für eine hammergeile Straße.

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Fast am Fuße angelangt in Mont Dessus/Mont Dessous.

Kann der Tag noch besser werden? Ja, er kann!

Ugine haken wir mit „warm“ und „durchgefahren“ ab und wenden uns dem Col de la Forclaz zu. Den gibt’s auch in klein (nicht zu verwechseln mit dem Schweizer Namensvetter, den wir gestern unter die Räder genommen haben).

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Immer noch umtanzen die Wolken den Mont Blanc

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Das ist ein netter kleiner Pass. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

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Unterwegs begegnen uns kuschelige Angora-Schafe.

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Damit der Postbote nicht jeden abgelegenen Berghof einzeln anfahren muss.

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Blick auf "unseren" Tafelberg

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Malerische Täler.

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Wenn frau zum Fotografieren auf den Baumstamm klettert und dann runtergehoben werden will...

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Dann wird es intergalaktisch. Die Macht ist mit mir und der R6. Eine Mini-rumpel-bodenwellige-2 Meter-schmale-Straße führt meistens durch den Wald.

Und wir befahren die SIEHE OBEN Achterbahn-mit-Sprungschanzen-Straße, die vor uns wohl noch kein Motorrad befahren hat. Jedenfalls lässt das Gras, das durch den Asphalt wächst, darauf schließen.

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Auch Baumstämme, die in den Weg ragen, können uns nicht aufhalten. Glücklicherweise hat ein freundlicher Forsthelfer den Stamm mit seinem Laserschwert zurechtgestutzt, so dass wir unsere Reise in die unendlichen Weiten der Kurvengalaxie fortsetzen können (Anm. d. Red: Claudi trinkt kräftig Weißwein beim Verfassen dieser Zeilen).

Gefühlt geht dieses Sträßle ewig - ein einziges Kurvengeschlingel, auf dem Navi sieht es aus wie Dickdarm und Dünndarm gleichzeitig. Die versprochenen 1.000 Kurven haben wir damit schon fast erreicht. Schrittzähler war gestern, heute zählen wir Kurven mit Warp 3.

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Das Fort du Mont wird gerade geschlossen, als wir ankommen. Dann fahren wir halt weiter.

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Wir erreichen Albertville.

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In Albertville ist uns so heiß, dass wir das schlechteste überteuerte Eis ever essen. Das ist so gruselig, dass es kein Foto gibt. Die Straße, in der der Eisstand steht, ist aber ganz nett anzuschauen.

Fahrtwind kühlt bekanntlich. Deswegen fährt Benny erstmal auf der Schnellstraße in die falsche Richtung. Dann haben wir schon mehr davon, 90-110 km/h fahren zu können. Ist auch nötig, laut Temperaturanzeige von Mr. Gadget-Tony-Stark sind wir bei 35 Grad angelangt.

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Somewhere on the road: schön gefalteter Stein, überzogen mit grünem Samt. Schmuck!

Nachdem wir uns in der richtigen Richtung runtergekühlt haben, geht es rauf auf den Col de la Madeleine. Ich bin im Kurvenflow – Warp 6 lässt grüßen. Keine Zeit für Bilder, ich fliege bis zur Passhöhe. Um es mit Accept zu sagen: Fast as a shark.

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Auch andere Moppedfahrer stürmen den Gipfel

Anm. d. Red: mit denen fahr ich nicht mehr. So eiskalt stehen gelassen und nach 3 Kehren abgehängt zu werden, das kratzt am Ego. Chris und Claudi sind im absoluten Kurvenrausch und voller Endorphine. Bei mir läuft es nicht so rund und ich mag Kehren immer noch nicht. Da ich eh die rote Laterne trage, kann ich wenigstens ohne schlechtes Gewissen anhalten und als einzige die obligatorischen Bilder on the way machen.
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ERNA im Blumenmeer.

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Ein einsamer Baum, der sich in der steinigen Umgebung aber sichtlich wohl fühlt.

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Kurz vor der Passhöhe.


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Auf der Passhöhe trösten wir erstmal unsere Laternen-Trägerin.

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Da ist die Welt dann auch für Benny wieder in Ordnung.

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Berge Berge Berge! Und Lift-Anlagen...

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Ganz schön krass, wie es gleich wieder runter geht... von 2.000 auf 495 Meter im Nullkommanix.

In La Chambre gibt es Benzin und die Entscheidung, statt der letzten 15 Kilometer auf direktem Weg noch einen wönzigen Schlönker über den Col de Glandon und den Col de Croix de Fer zu machen. Sind ja auch nur läppische anderthalb Stunden länger – so der Plan.

Mehr Kurven geht immer, Chris und ich fliegen vorneweg, Benny tüddelt hinterher. Leider ist es schon am Eindämmern, so dass die Fotoausbeute am Col de Glandon nicht der Rede wert ist.

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Also schwingen wir uns noch zum Col de Croix de Fer, wo das Licht Zauberschatten auf die Bergwelt wirft. Mei, ist des schee! Die Toblerone-Berge wohnen eindeutig hier, da haben sich die Eidgenossen sicher in Frankreich inspirieren lassen.

Es ist aber auch ganz schön windig oben auf dem Berg. Die ersten Selfie-Versuche scheitern grandios, weil wir hinter kullernden Helmen, Brillen und Handschuhen herjagen.

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Es klappt dann doch noch, auch wenn wir ziemlich "vom Winde verweht" sind.

Zwei einheimische Motorradfahrer sind auf der Suche nach Anschluss, „leider“ fahren sie in die andere Richtung. Das Interesse lässt sowieso merklich nach, als sie Chris als „Kerl“ identifizieren. Nach ein paar dummen Sprüchen zum Speedbag („Ist das ein Haus?“ „Ja, da wohnen unser Baguette und das Bier drin“) trennen sich unsere Wege.

Jetzt ist es theoretisch nicht mehr weit. Wir genießen die Höhenstraße bei St-Jean-Arvès – und stehen an einem "Route Barrée"-Schild. Wir wären keine Motorradfahrer, wenn wir das nicht einfach geflissentlich ignorieren würden. Es ist schließlich Sonntag, 19 Uhr, da sollte jede Baustelle zu schaffen sein.

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15 Kilometer später erfährt unser Enthusiasmus einen abrupten Dämpfer in Form eines Stahlzauns quer über die Straße flankiert von zwei 4-Tonnen-schweren Betonklötzen – und der Aussicht auf Teile des Berges, der die Straße blockiert. Ja, nee, da kommen wir tatsächlich nicht vorbei.

Das heißt für uns: wenden, 15 Kilometer zurück und der ausgeschilderten Umleitung folgen. Die entpuppte sich als 2-Meter-breites Tanzkurvengeschlängel par excellence. Wir drei schießen im Formationsflug über den Col du Mollard nach Albiez und finden, solche Umleitungen haben schon was für sich. Andere würden daraus eine komplette Tour basten.

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Eine ¾ Stunde später als geplant (aber 15 Minuten vor der avisierten Navi-Zeit) treffen wir um 8 im Chambre d'Hôtes ein, wo es noch für Abendessen und Weinchen auf der Terrasse reicht.

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Was für ein geiler Tag! Und heute ist erst Tag 2!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:20 
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Montag, 28. August: Willkommen im Schlössle d'hôtes

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Bennys Reisetagebuch:

nach diesem Tag sollte man meinen, ich schlafe tief und fest... Mein Körper war auch völlig groggy, aber mein hyperaktives Gehirn gibt die ganze Nacht keine Ruhe. Das ist das Problem mit den Erwartungen, die man auch an sich selber stellt. Und mit den Zweifeln. Nachdem es bei mir am Madeleine letztes Jahr schon nicht sooo doll gelaufen ist, wollte ich es dieses Jahr besonders gut machen. Und immer, wenn man es besonders gut machen will, funktioniert bekanntlich gar nichts mehr....

Tolle Aussichten für einen weiteren kurvenreichen Tourtag... Ich muss an meinem Selbstbewusstsein UND an meiner Kehren-Technik arbeiten (Anm. d. Red.: Keine Angst, das Mimimi ist bald vergessen, nach 2 Tagen finde ich in meinen Kurvenflow und habe nicht mehr das Gefühl, die Ente der Truppe zu sein. Am Schluss bin ich sogar sehr zufrieden mit meiner Kurvenlinie und ja, doch auch mit dem Tempo – nicht so schnell wie andere, aber für mein Erachten sicher. Und das ist mir wichtiger).

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Frühstück gibt es auf der Terrasse und natürlich darf die legendäre Creme Caramel au beurre salé nicht fehlen! Hier ist es, das Original!

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Nach einer herzlichen Verabschiedung durch unsere Gastgeber (Catherine fragt extra nach, ob wir auch nichts vergessen haben: Ladegeräte? Duschgell? Lieblingsschnuller?) rollen wir tatsächlich schon vor 10 Uhr vom Hof.

Claudi hat zwar geschlafen wie der Mont Blanc (ein ordinärer Stein reicht da schon lang nicht mehr), aber so 100% wach ist sie noch nicht. Auch Chris kämpft noch mit frühmorgendlichem Tran, so dass die Zweitbefahrung des Col du Glandon heute etwas weniger rasant ausfällt als gestern. Auch gut, so gibt es wenigstens ein paar Bilder.


Ich bin zu müde zum Tourguiden und gebe den Job an Chris ab – und er macht seine Sache sehr gut!

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Dank unseres vorausschauenden Tempos und unsere Geistesgegenwart können wir eine fatale Kollision mit einem ausgebüxten Jungbullen verhindern, der malerisch in einer Kurve völlig orientierungslos mitten auf der Straße rumstolpert.

Das können wir natürlich so nicht lassen. Der muss wieder rein in die Weide! Claudi schnappt sich beherzt einen Zaunpfosten, ein ebenso aufmerksamer Autofahrer, der direkt nach der weniger aufmerksamen Autofahrerin, die den Bullen beinahe auf den Kühlergrill genommen hätte, was nur durch die wild gestikulierende Claudi verhindert wird (der Wink mit dem Zaunpfahl also) …. Äh, Mist, total verschachtelter Schachtelsatz, jetzt hab ich den Faden verloren....

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Okay, jetzt, da bin ich wieder! Wir treiben den Bullen von links nach rechts im verzweifelten Versuch, ihn wieder durch das Loch im Zaun zu bugsieren. Leider wird das Tier immer nervöser und lässt sich einfach nicht in die richtige Richtung locken.

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Irgendwann ist ihm das Gescheuche aber zu blöd und er sucht freiwillig eine andere Lücke im Zaun und kehrt reumütig zu den Altvorderen zurück. Was wir so alles erleben!

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Immer wieder nett zu fahren: der Col du Glandon

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Ein paar Tropfen (hä? Meine Wetterapp hat das nicht vorhergesagt!) sorgen für mystische Highland-Stimmung.

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Der Col de Croix de Fer liegt eh in den Wolken, also schenken wir uns den heute und biegen gleich ab durch die Combe d'Olle zur Barrage de Grand Maison.

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Blick zurück auf das Straßengeschlängel Richtung Col du Glandon.

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Die Model-Gene der RRRRR6 sind nicht zu verleugnen.

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Sehr schön da! Möchte man immer wieder fahren.

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In die Richtung, in die wir fahren wollen, ist es eindeutig heller und freundlicher. Da leuchten sogar die wenigen noch übrigen Blümchen.

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Ich bin immer wieder völlig fasziniert von den feinen Gesteinsstrukturen, die sich bei näherem Hinsehen offenbaren.

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Kleine Erholungspause am See.

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Warmturnen fürs....

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… obligatorische Rudelposen

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Arbeitsteilung: Blick fürs Detail und Blick in die Ferne

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Weiter zirkeln wir durch die fahrenswerte Defilé de Maupas.

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Was vom Stausee übrig blieb... ein Stauseechen.

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Hier warte ich extra am Straßenrand, um mein Rudel in action zu erwischen.

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Lustiger Pippi-Langstrumpf-Esel

Eine kurvige Fortsetzung findet die Straße in Richtung Villard-Reculas. Die felsnahen Kurven wechseln zu schönen Windungen bergan durch den Wald.

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Nicht immer wartet am Ende eine außerordentliche Aussicht, nur weil das Schild das so behauptet...

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Die Panorama-Straße nach Huez entführt uns wieder nach Narnia-Pandora. Auf der einen Seite schade, dass es etwas bewölkt ist, aber das verleiht dem Ganzen einen mystischen Touch.

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Kurventanz der anderen Art

Die berühmten Kurven von Alpe-d'Huez runter müssen wir uns mit bekloppten Radfahrern teilen, die meinen, sie brauchen die komplette Straßenbreite für sich alleine. Weil sie ja soooooo schnell sind, dass da eh keiner dran vorbeikommt. Wir haben sie eines Besseren belehrt. Und nicht mal rechts überholt, auch wenn es sehr verführerisch war.

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In Bourg-d'Oisans gibt es erst eine unfreiwillige Stadtrundfahrt, bevor wir bei einem vietnamesisch-philippinischen Familienclan, der italienische Küche anbietet, einen typischen französischen Salade chevre chaud ...

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… mit anschließender Mousse au chocolat degustieren.

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In der Pizzeria selber hängen an der Decke diverse Single-LPs unter anderem Mr. Sexy-as-hell David Lee Roth.

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Wunderschönes Baumgewirr

Als nächstes vespern wir den Col d'Ornon ab. Ich vergesse immer, wie geil die Strecke von Bourg d'Oisans hoch am Felsen entlang ist. Ein echter Genuss. Mehr in Erinnerung bleibt mir lustigerweise immer die völlig unspektakuläre Passhöhe (flach, keine Aussicht) und die achterbahnmäßigen Bodenwellen. Heissa, die machen Spaß.

Der Col d'Ornon macht seinem Ruf als Wetterscheide zum Midi alle Ehre: kaum drüber, kommt die Sonne raus und es wird richtig warm.

Der neue Trend unter Motorradfahrern ist übrigens nicht mehr Grüßen, sondern Abklatschen – dazu muss man halt auch mal auf die gegnerische Fahrbahn kommen. Neumodischer Kram...

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Erste Ausblicke auf die anstehenden Berge. Vorfreude pur.

Bis Corps folgen wir den Bundesstraße 65. In Deutschland würde das bedeuten: LANGWEILIG. In Frankreich bedeutet das gut ausgebaute Kurven, breit genug, um Tiger, Raumschiff und Luzie fliegen zu lassen. Solche Bundesstraßen hätte ich daheim auch gern. Wir haben aber auch Glück, da nur kaum erwähnenswerter Verkehr herrscht.

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Versteckt, aber doch entdeckt: der Lac du Sautet.

Bei St. Firmin setzt Tourguide Chris den Blinker und ein weiteres Highlight wartet auf uns: Das Tal Valgaudémar mit seinem Zielpunkt, dem Brautschleier-Wasserfall. Was für ein Gedicht!

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Zu Beginn gibt sich das Tal noch sehr Rocky Mountains-mäßig

Chris hat wieder Lust auf eine Extrarunde: er hat bei der letzten Knips- und Trinkpause an der RN65 seine Brille vergessen und dreht um, um diese zu suchen. Wir wünschen viel Spaß und fotofahren weiter, bis es nicht mehr weiter geht.

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Die Straße folgt dem Flusslauf und gibt immer mehr den Blick auf die Berge preis.

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Im Frühling noch durchteilt von wilden Kaskaden, ist von den Schmelzwasserfällen jetzt nur noch Geröll übrig.

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Gut, der ein oder andere Wasserfall übersteht die Trockenheit

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Herrliche Landschaft und wunderbare Strecke. Leider lauern in der Ferne ein paar finstere Wolken.

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Nur noch ein paar Kehren trennen uns vom Ziel.

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Das schönste End-of-the-Road in der Gegend. Nix für Fans von schnell-rein-und-raus, sondern was für Genießer. Wir sehen die komplette Strecke nicht einen einzigen Motorradfahrer.

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Da geht es dann wieder zurück.

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Der Wasserfall en detail

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Nach ausführlichem "Oh" und "Ah" und "wie geil ist das denn" und "lass uns ein Crêpe/Eis" essen, kommt Chris ohne Brille zurück. Ah, na gut, ein bisschen Schwund ist bekanntlich immer...

Es ist schon 5, als wir uns vom Wasserfall losreißen und die letzten 70 km in Angriff nehmen.

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Zurück durchs Tal - ein Wasserfällchen kurz vor La Chapelle-en-Valgaudémar

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Malerische Kirche in St. Firmin

Wir biegen rechts ab Richtung Corps und dann links in die Pampa nach Ambel und durch die Joue de Loup nach Devaluy. Unfackingfassbar!

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Die schmale Straße führt wunderbar schattig durch den Wald nach oben ...

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… und kredenzt uns einen wonderschönen Ausblick auf die Barrage du Sautet.

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Weiter geht es durch tiefe Wälder mit sonnenbeschienenen Felsformationen. Wir können uns nicht entscheiden, ob das jetzt Narnia, die Dolos oder doch British Colombia ist. Wie vielfältig die Grande Nation doch ist!

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Der Mond beobachtet uns auch schon!

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Windschnittige Bergzüge.

Der Col de Festre lädt nochmal zum Kurvenräubern ein. Claudi und ich haben da so richtig Bock drauf und fliegen vorneweg. Claudi freut sich so, dass sie mir am Ende der Strecke einfach nur in die Arme fällt. Und die R6 kriegt das breite Grinsen von Spiegel zu Spiegel gar nicht mehr weg.

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Unser Chambre d'Hôtes entpuppt sich als Schlössle d'Hôtes, das neben Katzen und Kühen auch noch 50 Bienenvölker beherbergt. Man gönnt sich ja sonst nix.

Dass wir im Midi angekommen sind, merken wir auch beim ersten Gespräch mit dem Hausherrn: der südfranzösische Slang ist schon sehr ausgeprägt, selbst auf mein Gesicht malt sich das ein oder andere Fragezeichen.

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Das heutige Feierabendbier.

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Was für ein Traum! Wir sind völlig im Urlaub angekommen und gefühlt schon seit Wochen unterwegs. Und heute ist erst Tag 3!

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Dienstag, 29. August: Eine Runde um den See

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Chris' Reisetagebuch

Der Tag fängt ja gut an.... Nach einer weiteren durchwachsenen Nacht, in der ich mit meiner Schlaflosigkeit nicht nur mich, sondern auch Benny quäle (Kommentar Benny am Morgen: "Hättest Du nicht einfach leise sterben können?") (Anm. d. Red. Eigentlich meinte ich, "kannst Du nicht, wie jede Frau, einfach leise vor Dich hin leiden?", aber es kam einfach anders raus...), will Benny mich schon im Schlössle d'Hôtes zurücklassen, damit ich mich erholen kann. Kommt ja gar nicht in die Tüte!

Nach 2 Tassen Tee und einem kohlenhydratreichen Frühstück à la française (2 Croissants, 2 Pain au chocolat und diverse Scheiben Baguette mit hausgemachter Marmelade und eigenem Lavendel-Honig) fühle ich mich bereit für die geplante sechs-Stunden-Tour rund um den Lac de Serre-Ponçon.

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Unsere treuen Gefährten scharren auch schon mit den Hufen

Nach einem kurzen Intermezzo auf der N85 biegt Benny ab in die Pampa auf die von uns so geschätzten weißen Straßen. Rechts von uns erhebt sich „unser“ Tafelberg.

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Plötzlich öffnet sich ein Tal vor uns mit einer atemberaubenden Kulisse.

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Wir halten gleich mal wie immer auf der Straße an. Schön, dass das hier niemanden wirklich stört.

Beim Anblick des Schilds „Bis 19 t“ freut sich Claudi, dass sie da ja noch ein bisschen was essen kann, bevor sie diese Grenze überschreitet.

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Ein kurzer Abstecher führt uns durch Tallard mit der ansehnlichen mittelalterlichen Kulisse. Wir stehen zum Fotografieren natürlich wieder auf der Straße.

Die Schilder künden schon vom Lac de Serre-Ponçon, aber wir haben ja noch ein Schlenker-Schmankerl vor. Wieder Blinker setzen und wieder Pampa voraus.

In Théus geht es ganz scharf rechts den Berg hoch. Da müssen wir rangieren, weil wir mit dieser Abzweigung nicht rechnen und erstmal daran vorbei fahren (es sieht auch eher wie eine Hofeinfahrt als wie eine "offizielle" Straße aus). Unter den aufmerksamen Blicken der Hausherrin, die aus dem 1. Stock aus dem Fenster schaut, setzen wir unseren Weg bergan fort, nur kurz ausgebremst von den eifrigen Mitarbeitern der Straßenmeisterei, die – wie so oft auf dieser Reise – das Gestrüpp am Wegesrand zurechtstutzen. Und was für ein Weg das ist! Schmal, mit Kehren und wechselnder Aussicht.

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Als erstes Highlight erreichen wir die so genannten Feenkamine (Säulen) „Demoiselles Coiffées“ (die frisierten Mädels).

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Dieser mysteriöse Ort besteht aus ca. hundert felsigen Säulen, die zusammen ein unglaubliches Gebilde aus Mineralskulpturen bilden!

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Geologische Ähnlichkeiten zum Bryce Canyon in den USA sind nicht von der Hand zu weisen.

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Ich weiß nicht, warum eigentlich immer ich auf dem Boden rumkriechen muss. Ich dachte vor der Tour, dass die Mädels die Blümchenbilder machen...

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Flora und Fauna

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Doch noch ein Blümchenbild von Claudi

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Ja, wo laufen sie denn?

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Die Vielfalt, die Frankreich bietet, ist einfach unfassbar. Dabei sind das doch bloß Steine...

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Steine mit grün drin.

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Der Geruch von Pinienharz versetzt uns trotz zunehmender Hitze in Urlaubsstimmung, weil das einfach so Südfrankreich ist. Optisch erinnern die Nadelbäume an Nordamerika.

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Den Parkplatz haben wir ganz für uns allein. Die Aussicht auch.

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Zwischendurch ein wenig Landwirtschaft.

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Aber unser Weg ist noch nicht zu Ende: die Schilder kündigen noch weitere 5 Kilometer bis zum Gipfel. Die Straße klebt stückweise direkt am Felsen ...

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… führt dann durch einen Wald, in dem sich die Kühe zum Dösen in den Schatten zurückgezogen haben …

Und dann sind wir da. Arrivé steht auf dem letzten Schild. Der Mt. Colombis mit 1.734 Metern ist erklommen. Ob sich der Abstecher lohnt?

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100% Ja! Diese Aussicht auf den Lac de Serre-Ponçon und auf die ihn umfassenden Gebirgszüge ist atemberaubend.

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Von hier oben bekommt man eine ungefähre Ahnung von den Ausmaßen des Sees.

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Foto-Safari

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Leider etwas diesig heute

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Master and Commander

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Berg-Betörte

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Nach heute bekomme ich Trageverbot für das Neon-Shirt. Es würde "die Bildkomposition stören"...

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Wir sind der Meinung: das ist spitze!

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Komisch, runter geht es immer schneller als bergauf.

Claudi will schnell weiter: „Es ist so warm, ich brauch Fahrtwind“. Bennys lakonische Antwort: „Rollwind tut's auch“.

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Nachdem wir die Kurven an der Staumauer erklommen haben, legen wir eine Pause am Aussichtspunkt ein. Benny meint, sorry, wir sind zwar jetzt gerade so schön an den Autos vorbei, aber hier kann ich nicht NICHT anhalten.

Egal, sage ich, das war's jetzt dann wohl eh mit Kurven, wenn wir am See entlang weiter fahren. Warum Benny daraufhin so komisch grinst, erschließt sich mir erst 2 Minuten später, als wir die supergeniale, kurvige, verkehrsarme Straße nach Chorges entlang fliegen. Wie geil ist das denn? Gut ausgebaut, tolle Kurvenradien, sprich Kurve zum Reinlegen und das beste: keine Aussicht, die ablenkt.

Savine-les-Lacs kommt in Sichtweite. Und damit die Möglichkeit einer Mittagspause. Ein schmales Sträßchen führt bei St. Appolinaire wieder runter zum See und über die Brücke. Welch Erleichterung, den Wind und die kühlende Brise vom See zu spüren.

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Beim Mittagessen entscheiden sich die Damen für die Formule Express, die neben einem großen Teller „Faux filet mit Pommes und Salat“ auch ein Dessert beinhaltet.

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Der Song „HmHmHmHm“ von den Crash Test Dummies wurde garantiert inspiriert von zwei Frauen, die ein Fondant Chocolat mit Vanillesauce vor sich hatten und es genüsslich auf der Zunge zergehen ließen.

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Der nachfolgende Abstecher in den Wald von Boscodan ….

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… endet nach einer hubbeligen, rütteligen, aufgebrochenen, dauergewellten Mini-Straße in einem unbefestigten Weg.

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Ich nehme meine 2 Minuten-Offroad-Auszeit und kehre nach 100 Metern reumütig zum Rudel zurück.

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Zum Trost nehmen wir die See-Promenaden-Straße. Die reinsten Tanzkurven warten auf uns, Reifenballett vom Feinsten, nur unterbrochen von zwei oder drei Fotopausen.

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Klar, dass sich an diesem lauschigen Plätzchen auch zwei Liebende verewigen

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Egal, wie schnell ich wedle, im Pano-Modus wachsen mir trotzdem keine Flügel... schade...

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In Le Sauze-du-Lac gibt es einen hochoffiziellen Aussichtspunkt, den sogar Benny bislang nie angefahren ist.

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Also, ich fühl mich schon wohl, so als Gockel bei den Hühnern...

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Und dieser kleine Kamerad genießt das Faulenzen im Gras.

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Schwierig ist für mich die geteilte Aufmerksamkeit: die geile Straße fahren oder doch einen Blick auf das türkisblaue Juwel werfen, das immer wieder rechts der Straße aufblitzt?

Dann heißt es wieder Schnellstraße. Und genauso sind wir unterwegs. Herrlich, wenn der Verkehr sich in Grenzen hält!

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Falsch gesetzte Wegpunkte sind immer wieder ein Quell der Freude. Dieses Mal führt er uns zu einem Bauernhof nur wenige Meter Luftlinie von der Hauptstraße entfernt.

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Keine Angst, die Wolken wollen nur spielen.

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Baustellenampel der menschlichen Art

Mit dem Motorrad ist man einfach näher an seiner Umgebung und vor allem an den Gerüchen dran! Leider nicht nur an den schönen, sondern auch an eher unangenehmen wie toten Tieren, Mülldeponien und Campingplätzen (ja, die müffeln mitunter auch ganz gewaltig).

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Zum Finale gönnen wir uns noch einmal ein kleines Sträßchen, das erstmal nach Barcillonnette führt (Anm. d. Red: Falls ihr mal einen Briefkasten sucht, gegenüber der Kirche hat es einen. Und dieses nette Kunstwerk in einem Hauseingang)

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Der Weg geht weiter durch eine wunderbare Hügelkette.

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I believe I can fly

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Schon schön hier!

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Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Col d'Espréaux. Was mich dabei immer fasziniert, ist dieser unglaubliche Wechsel der Landschaft: das hat schon was von SciFi da oben.

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Berge, soweit das Auge reicht. Und im herbstlichen Kleid. Benny und Claudi schwärmen mir von dem grün-gelben Farbrausch vor, den sie hier im letzten Juni erleben durften.

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Lustig auch, dass es der Col d'Espréaux in die Auflistung der "gefährlichsten Straßen der Welt" geschafft hat (http://www.dangerousroads.org/europe/fr ... A9aux.html). Wenn man das immer vorher wüsste, würde man das doch mit einem ganz anderen Gefühl fahren ;-)

Wenn man sich dann aber anschaut, welche Strecken in Frankreich auf der Webseite noch gelistet sind, ist das einzig gefährliche daran wohl nur, dass man vor lauter Landschaft-Kucken die Straße aus den Augen lässt...

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Wie Drachenschuppen mutet der Fels hier an.

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Auf dem Weg zurück ins Tal steht plötzlich ein Hund mitten auf dem Weg. Benny hält an und ist sich nicht sicher, ob wir da einfach vorbei fahren sollen. Ich biete mich ganz gentleman-like an, das Risiko auf mich zu nehmen und rolle mutig voran. Der Hund bleibt immer auf meiner Höhe und wenn ich vorbei will, springt er wieder vors Vorderrad. So leicht will er die beiden Schafe und den Hammel nicht entkommen lassen..

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Und schwuppdiwupp sind wir schon wieder zurück. Während ich mit Claudi im SuperU unser Abendessen einkaufe, lernt Benny auf dem Parkplatz einen älteren Motard kennen, der sich als überzeugter Europäer entpuppt und das Hohelied der deutsch-französischen Freundschaft singt. Dazu beigetragen hat sicher, dass er als Soldat in Neustadt a.d. Weinstraße stationiert war.

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Im Schlössle d'Hôtes wartet schon die Hauskatze auf uns.

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Das allabendliche Ritual-Bier. Und fürs Mädle die Orangenlimo.

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Für den süßen Zahn haben wir vorsorglich auch was mitgenommen.

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Das war ein Tag, den ich nicht hätte missen wollen. Und es ist erst Tag 4!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:21 
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Mittwoch, 30. August: Weiter geht's ins Paradies

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Claudis Reisetagebuch:

Ihr wisst ja schon, ich muss das sicher nicht erwähnen, dass ich wieder geschlafen habe wie ein Stein. Ich hätte im Gegensatz zu meinen Begleitern gestern Abend noch genug Energie für einen Tanzabend in der Rofa gehabt!

Pünktlicher als die Maurer rollen wir bereits um halb 10 vom Hof. Heute darf Chris wieder den Tourguide-Hut tragen.

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Ein letzter Blick auf dieses malerische Kleinod, dem wir die letzten Tage öfter begegnet sind.

Uns wird ja gerne unterstellt, dass wir ständig zum Fotografieren anhalten. Heute treten wir den Gegenbeweis an:
Locker-flott im 6.-Gang-Zen-Modus schnurrt die R6 auf der D994 zufrieden vor sich hin, nicht einmal unterbrochen von den sonst üblichen Fotostopps. Bis Benny meint, wenigstens ein Alibi-Foto müsse sein, was mich und die R6 völlig abrupt aus unserem meditativen Dahingleiten reißt.

Bis Vaison-la-Romaine fliegt das Rudel in lockerer Formation hintereinander her. Mit jedem Kilometer werden die Temperaturen Hamam-mäßiger.

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Bevor es richtig losgeht, stoppen wir am Chalet Liotard bei dieser Aussicht ...

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… und genießen ein schönes Mittagessen.

Und dann wird es wieder ernst: die Kurvenautobahn hoch zum Mont Ventoux will gegen Busladungen von Radfahrern verteidigt werden. Auf der Passhöhe sind wir motorisierten Zweiräder eindeutig in der Minderheit.

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Auf dem Weg hinauf ist einer der professionellen Fotografen auf Lauerstellung. Das Foto find ich klasse, ich glaube, das bestell ich mir für zuhause...

Der Mont Ventoux selber bläst uns dann weg: die Aussicht auf die Sci-Fi-Landschaft und ganz banal der Wind, der oben durch die Haare pfeift.

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Der Alien-Raumschiff-Landeplatz

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Knieet in Ehrfurcht nieder, Erdenbewohner!

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Der Mann erstürmt als erster die tosende Höhe

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Ein bisschen Vegetation findet sich auch hier oben. Aber nur ein bisschen...

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Schau mal, wer da knipst!

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Ertappt!

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Zum Dösen zu unbequem

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Nicht viel Windschatten heute zu finden

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Aber wir Mädels halten gut dagegen!

Leider macht uns heute das Licht einen kleinen Strich durch die Fotorechnung: es ist relativ diesig, auf die mega-Fernsicht müssen wir verzichten.

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Dafür ist die Nah-Sicht auf den Süßigkeitenstand umso besser.

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Selbstverfreilich kann uns niemand davon abhalten, uns von dem geilen Zeug etwas eintüten zu lassen (außerdem weiß man ja nie, ob man in eine Notlage kommt und das süße Zeug als eiserne Reserve benötigt - schade, dass es nicht lange überlebt hat).

Der Weg nach unten schreit nach sportlichen Gängen, weil einfach nur geil. Und wir sind definitiv im Süden: die Temperaturen bringen uns unter den Helmen zum Sieden.

Der Rest der Route führt uns querfeldein über Sault, Banon, Dauphin und den Col de la Mort d'Imbert:

Viel Hitze und viele Kurven, irgendwann ist ja auch mal gut und man muss ein Päuschen einlegen.

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Lieber Max, wir sind froh, dass die anderen Auto-/Motorrad-/Radfahrer genauso damit rechnen, uns auf der Straße liegen zu sehen und wir daher nicht überrollt wurden.

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Das nennt man wohl "sich in die Büsche schlagen". Hier wäre das neonfarbene Shirt dann doch wieder von Vorteil, wir hätten ihn viel besser im Gemüse gesehen.

Auf schönen Strecken, die uns immer wieder begeistern, geht es flüssig weiter. Dieser Tag lässt uns eins werden mit unseren stählernen Rössern und wir fahren uns in einen regelrechten Flow.

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Wir passieren Banon.

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Steinerne Titanic

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Die Mühle von St. Michel l’Observatoire

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Manosque breitet sich vor uns aus.

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Interessantes Gewächs!

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Und endlich fahren wir auch mal durch Allemagne-en Provence. Wenn Deutschland doch schon mal in der Provence liegt...

Ich weiß ja, dass mich und die R6 eine heiße Liebe verbindet, aber jetzt hat mir das Luder schon wieder die Wade verbrannt!

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Ste. Croix du Verdon am gleichnamigen See kredenzt uns noch ein wohlverdientes Eis. Keine Ahnung, warum Chris hier so grimmig schaut. Vielleicht hat er Angst um seinen Eisbecher?

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Und dann sind wir wieder in unserem kleinen Paradies. Mit Pool und in der Sommerküche lassen wir den Abend ausklingen.

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Die heutige Bierauswahl

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Aber den von den Gastgebern spendierten Wein nehmen wir natürlich auch gerne an.

Und das ist erst Tag 5!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:22 
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Donnerstag, 31. August: Rundherum um die Gorges du Verdon

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Bennys Reisetagebuch:

die Schlafstandsanzeige in Baudinard am frühen Donnerstagmorgen vermeldet: alles im grünen Bereich! Schon toll, was zwei Tage richtig schlafen doch für den Energiehaushalt bedeuten!

Voller Tatendrang genießen wir das Frühstück auf der Terrasse, heute mit frischen Pfirsichen kombiniert mit Minze. Sehr lecker! Mit uns hat ein junges deutsches Paar übernachtet, mit dem wir uns unterhalten.
Doch, halt, was ist das? REGENTROPFEN????? Nee, oder? Meine Wetter-App sagt erst für den späten Nachmittag leichten Regen voraus! Also das Frühstück ein wenig in die Länge ziehen. Regnet immer noch. Zähne putzen. Regnet immer noch. Moppedhose anziehen. Regnet immer noch. Zopf flechten. Regnet immer noch. Moppedhose wieder aus und in der Jogginghose erstmal aufs Bett werfen. Es regnet schon weniger. 10 Minuten später ist es trocken genug, um die heutige Runde um die Gorges du Verdon in Angriff zu nehmen. Ist dann halt schon kurz nach 10, bis wir loskommen. Aber heute ist das egal: wir müssen zu keinem anderen Übernachtungsort und haben eh nur eine Kurztour von 160 Kilometern geplant. Und weil es ganz einfach immer rechtsrum um die Schlucht geht, brauchen wir auch kein Navi und Claudi darf heute die Tourtante geben.

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Auch abgeerntete Lavendelfelder haben ihren Charme.

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Erste Ausblicke auf Moustiers-Ste-Marie

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Wir fahren am Lac de St. Croix vorbei nach Moustiers-Ste-Marie und steigen dort in die Gorges ein. Ein paar Autos haben die gleiche Idee, aber meistens kommen wir ganz gut aneinander vorbei.

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Erste Einblicke auf das imposante Naturschauspiel lassen uns anhalten.

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Wir entfernen uns wieder ein Stück von der Schlucht und tauchen in die zauberhafte Welt um La Palud ein.

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Eine kleine Eselherde ist hier zuhause

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Allgegenwärtig in Frankreich

Nach La Palud entscheiden wir, dass die paar Tropfen nicht als Regen durchgehen und nehmen die Abzweigung zur Route des Crêtes – genau wie zwei Wohnmobile, denen wir die nächsten Stunden immer wieder begegnen.

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Gleich der erste Aussichtspunkt raubt uns den Atem.

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Wie geil ist das denn?

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Die bereits herbstlich getönten Farben geben dem Ganzen eine ganz eigene Note.

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Schade, mit Sonne würde das hier alles noch mehr strahlen.

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Aber wir sind glücklich und zufrieden, dass es soweit trocken ist und wir somit auch die geniale Straßenführung nutzen können.

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Steine, soweit das Auge reicht

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Beim nächsten Aussichtspunkt bewundern wir nicht nur die Felsen ….

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… sondern auch die mutigen Free-Climber, die sich an die Wand hängen. Junge, Junge, das würde ich mich nicht trauen.

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Claudi lauert mit dem Tele auf die immer wieder vorbeischwebenden Geier. Aber solange sie das Objektiv im Anschlag hat, zieren sich die majestätischen Vögel.

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Okay, einer hockt recht bewegungslos im Felsen. Den kriegt sie also.

Kaum schwingt sie sich aufs Mopped, kommt die 6-köpfige Familie Geier im Formationsflug zurück ins Nest.

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Unglaublich, wie tief sich der Fluss hier ins Gestein gegraben hat.

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Eine kleine Besucherterrasse bietet weitere Ein- und Ausblicke

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Blumiges Detail am Wegesrand

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Treppensteigen soll ja gesund sein!

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Einfach nur "wow!"

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Der Aufkleber gefällt mir! Klebte aber zu fest...

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Die Strecke führt dann wieder ein bisschen weg von den ganz tiefen Einschnitten

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Traumhaft schön und unglaublich beeindruckend, wie man den Flusslauf anhand der Felsen verfolgen kann.

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Die Wolken drohen zum Glück nur, das Wetter hält und wir genießen Strecke und Landschaft.

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Auf der gegenüberliegenden Seite entdecken wir die Felsgalerie, durch die wir später noch fahren werden.

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Bis wir die Route des Crêtes komplett gefahren sind, ist es kurz nach 1 und es wird Zeit, die hungrigen Mäuler zu stopfen.

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Dass damit vor allem die freche Restaurant-Katze gemeint ist, können wir ja nicht ahnen! Aber die sieht auch wirklich so was von hungrig aus...

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Gibt es leider nicht, auch wenn uns das jetzt richtig reingelaufen wäre.

Wieder fahren wir aus La Palud raus und nehmen dieses Mal die Hauptstraße. Claudi schaltet auf Renn-Modus und das kommt meiner Stimmung entgegen, ich hänge mich dran. Dass Chris wie ein Schatten hinter mir her düst, versteht sich von selbst. Wieder mal geht es im Rudel-Style synchron durch Kurve an Kurve. Ich liebe es, wenn wir so im Gleichklang dahingleiten.

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Über die Pont du Soleil und Trigance wechseln wir auf die andere Seite der Schlucht. Hier gibt es mit dem Balcon de la Mescla DEN Aussichtspunkt, den man sich nicht entgehen lassen sollte, und wir bremsen ein.

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Auf Okzitanisch bedeutet Mescla "Mischung", denn die Felsterrassen überragen in 250 m Höhe den Zusammenfluss von Verdon und Artuby, der Mescla genannt wird.

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Erste Dehnübungen zum Lockerwerden

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Mutig erklimmen wir die Mauer

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Heute ist der Balkon fest in deutscher Hand und endlich mit einem fähigen Touristen, der uns schlussendlich zu unserem Sprungbild verhilft.

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Auch wenn die Selbstauslöser-Versuche immer sehr lustig sind.

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Wir halten schon noch zwei, drei Mal an, um die wirklich imposante Schlucht in uns aufzusaugen, aber grundsätzlich stehen die Zeichen für den Rest der Strecke auf Fahren: weil man das hier auch so schön kann!
Wenn einen nicht gerade ein tiefergelegter weißer Lexus ausbremst. Der weißhaarige Fahrer ist sichtlich überfordert mit dem sportlichen Fahrzeug: Gegenverkehr und der Ansatz einer Kurve bringen ihn regelmäßig zum Stillstand. Wir sind schnell vorbei, die Schlange hinter ihm kann nur ins Lenkrad beißen und dem Elend seinen Lauf lassen.

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Die Schlucht präsentiert sich im herbstlichen Kleid

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Das Braun überwiegt so langsam

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Und schon nähern wir uns wieder dem Lac de St. Croix

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Das hat Spaß gemacht!

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Aiguines mit seinem schönen Schloss lockt.

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Wir gönnen uns dort eine letzte Eis-Pause, dann genießen wir die letzten Kurven, die uns trocken nach Baudinard bringen.

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Dramatische Wolken, aber nix dahinter. Also, wenn das der regenreichste Tag unserer Tour gewesen ist, dann soll mir das recht sein!

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Letzter Fotostopp für heute

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Bauduen liegt aber auch zu malerisch vor uns.

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Die Hauskatze freut sich, dass wir wieder zurück sind.

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Und uns scheint echt die Sonne ausm A....

Das schöne Wetter lockt auch ungebetene Besucher an: Seit gestern ist Fenistil unser bester Freund: so viel und so fies wurden wir noch nie von geflügelten Untieren zerstochen.

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Wir versuchen uns als Frösche, das vertreibt die Schnaken aber auch nicht...

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Nein, die Katze will nicht trinken, sie fischt nach irgendwelchen Insekten. Sah aber zu putzig aus.

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Wunderschöner Sonnenuntergang.

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Wieder ein wundertoller Tag! Und heute ist erst Tag 6!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:22 
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Freitag, 1. September: Howdy, Partner, welcome to Montana

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Chris' Reisetagebuch:

Die Provence zeigte sich morgens von ihrer schönsten Seite: blauer Himmel und frische 18 Grad beim Frühstück, das natürlich auf der Terrasse eingenommen wird. Die Mädels tragen Langarm und ich friere in meinen Shorts.

Alle sind schon sehr gespannt – bis auf die Kette am pink Tiger, die hat eher einen Durchhänger. Also kurzerhand die Tour um einen Schlenker nach Draguignan umgestellt.

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Zum Abschied leuchtet uns der Lac de Ste Croix in einem spektakulären Türkis entgegen.

Die D49 führt uns malerisch durch einen zauberhaften Herbstwald. Die Farben des hier früh einsetzenden Indian Summer entschädigen uns für das Fehlen von Lavendel-blau und bunten Frühlingsblumenwiesen.

Die Streckenführung der D49 zaubert uns ein breites Grinsen untern Helm: Kurventanz par excellence in der Provence.

Nach einer ausführlichen Tour durch das ausufernde Industriegebiet von Draguignan, bekommt die ERNA beim Yamaha-Händler wieder die passende Spannung – und dafür will der Mech gar nichts haben. Wirklich sehr netter Kundenservice!

Kurvenreich führt die Straße aus Draguignan auch wieder hinaus.

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Erster kurzer Halt an einem kleinen Col

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Wir versuchen uns an Schatten-Theater

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Die Strecken sind bedingt durch die Geologie eher in die Rubrik „entspanntes Dahingleiten“ neudeutsch: Cruisen einzuordnen. Claudi findet das alles ja ganz nett, freut sich aber jetzt schon auf mehr alpines Geläuf.

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Entspanntes Knapp-neben-dem-Schatten-Parken

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Kein beeindruckendes Berg-Panorama, aber wunderbar sanfte Hügel. Auch schön!

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Herbst-Feeling pur

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Über Callas (wir schmettern unterm Helm eine Arie) kurven wir nach Bargemon. Hier führt ein Mini-Winz-Kreisverkehr (gepflastert) um einen Brunnen. Benny schaut verwirrt aufs Navi und noch verwirrter auf die Straße, die wir nehmen sollen. Ist das etwa eine Einbahnstraße und wir stehen in die falsche Richtung? Nein, ein Franzose blockiert nur mit seinem entgegen der Fahrtrichtung parkenden Auto die komplette rechte Fahrbahn.

Extra für mich sind wir den Col du Bel-Homme gefahren. Ich habe mich schon so auf das Passschild-Foto gefreut – und dann gibt es kein Pass-Schild. Menno...

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Dabei würden wir uns ja so ins Zeug hängen!

Die Strecke führt durch militärisches Sperrgebiet, wovon die vielen Schilder links und rechts der Straße zeugen und die verlassenen und teils verfallenen Häuser, die wohl als Kulisse herhalten müssen.

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Yippieyayeah, Schweinebacke, welcome to Montana: wir lassen die Mustangs raus und können uns gar nicht zwischen Kucken und Fahren entscheiden.

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Es zerreißt einem das Bikerherz! Wir entscheiden uns für Arbeitsteilung: Claudi kümmert sich ums Fahren, Benny und ich sind fürs Schauen zuständig.

¼ nach 1, ich habe nur ein Croissant und einen Stinkekäse zum Frühstück gehabt und langsam echt Hunger. Das Schild zum Restaurant „Hotel du Lachens“ in La Bastide kommt uns gerade recht.

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Und was für eine gute Wahl: Als Gruß aus der Küche kredenzt man uns eine Knoblauchcreme mit Wermut und Nüssen zusammen mit hausgemachten Mais-Brötchen. Der Hauptgang besteht aus Hühnchen in karamellisiertem Honig mit Sellerie-Kartoffel- sowie Karotten-Püree und einem exzellenten Gemüse-Ratatouille. Die Franzosen haben's echt drauf. Von mir gibt es auf jeden Fall einen Stern!

Die Webpage beschreibt es blumig (und sehr passend) so:
Kevin Mandine, Chef passionné, vous accueille dans son restaurant, au cœur de l’arrière-pays Varois. La cuisine savoureuse, les nombreuses spécialités provençales et les succulentes pâtisseries entièrement faites maison, raviront vos papilles. Le charme de la Provence dans votre assiette. Une invitation à la dégustation!

Danke, Kevin!

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Als Nachtisch wedeln wir die gut ausgebauten Kurven zum Col de Valferriere. Natürlich biegen wir dann wieder auf eine kleinere Straße ab, die uns immer noch Montana-mäßig nach Mons (Var) führt.

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Sehr malerisch thront das Dorf über dem Tal.

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Dort zweigt ein Weglein ab, dass sich durch Olivenhaine ...

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… an pittoresken Pflanzen vorbei ...

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… und wunderschön schmal durch die Gorges de la Siagne ...

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… inkl. Steinbrücke ….

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… nach St. Cézaire windet.

Toll an diesen Straßen ist das „Achtung Kurven auf x Kilometer“-Schild, das mir immer ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

Endziel heute ist Grasse. Aber immer, wenn ein Schild in diese Richtung zeigt, biegt unser Tourguide grundsätzlich in die entgegengesetzte ab.

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Noch eine geile Strecke folgt: von St. Vallier aus sieht man schon, wie sich die Straße den Berg hochschraubt.

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Claudi findet Anhalten heute voll blöd

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Über den Col de Ferrier geht es nach Pont-du-Loup.

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Auf der Kurvenstrecke nach Greolières sehen wir schon, was uns als nächstes erwartet: Kurven, Kurven, Kurven zum Col de Vence.

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Es ist so warm, dass die Moppeds beim Anhalten in den Asphalt einsinken. Oder vielleicht ist der Asphalt auch einfach nicht für Foto-Touristen und zum Anhalten gedacht...

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Dieses Schmankerl heben wir uns für morgen auf

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Die Städtchen wie Coursegoules integrieren sich malerisch in die Landschaft.

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Faszinierend, wie man sich hier an die geologischen Gegebenheiten anpasst. Und Platz ist auf dem kleinsten Felsen.

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John Wayne wohnt immer noch hier, wie die Apachen-Ponys beweisen.

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Auf dem Col de Vence öffnet sich plötzlich die Aussicht aufs Mittelmeer und die Städte Antibes und Cannes.

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Ist ja wohl klar, dass wir es uns nicht nehmen lassen, das genauer in Augenschein zu nehmen.

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Das Meer ist zum Greifen nah, wie gerne wäre ich da hingefahren. Claudi und ich lechzen nach den kühlen Wellen. Bennys einziger Kommentar: "Ihr seht doch das Meer, das reicht doch!"

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Soooooo gut gefällt mir das hier!

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Spaßig und kurvig führt die Straße dann den Pass hinunter.

In Vence wirft jemand den Heißluftföhn an und der Fahrtwind kühlt kein bisschen mehr. Und wie ich da so vor mich hin schwitze und denke "Boah, ist das heiß! Bei 36 Grad macht Moppedfahren auch nicht mehr soo viel Spaß", da joggt uns doch tatsächlich so ein Bekloppter auf dem heißen Asphalt entgegen... Manche sind echt hart im Nehmen! Ab Pont-du-Loup wird zumindest das wieder besser.

Endlich nähern wir uns wirklich Grasse. Das Navi leitet uns quer durch die Stadt mit ihren kleinen Gässchen. Uns reicht das, wir haben von Grasse genug gesehen.

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Wir müssen noch fürs Abendessen einkaufen und stellen uns brav auf die schön ausgeschilderten 2-Rad-Parkplätze des Einkaufszentrums.

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Moderne (Einkaufs)Kunst

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Anschließend geht es die letzten 3 Kilometer zum Chambre d'Hôtes. Wieder überrascht uns, wie toll es hinter den eher unscheinbaren Mauern aussieht. Für den Pool sind wir leider zu spät dran. Dafür nutzen wir die Gästeküche ausgiebig.

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Die Moppeds dürfen malerisch im Garten parken.

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Scheiße, ist das Belzebuth Bier geil! Hat nur so viel Umdrehungen wie Wein... ein halber Liter Wein halt. Ich glaub, mich muss jemand die Treppe hochschieben.

Und auf die Ankündigung von Benny, dass wir morgen durch Grasse durch wieder zurück müssen und ich den Tourguide machen darf, genehmige ich mir gleich noch einen Schluck.

Kurz vor dem Verlust der Muttersprache (Gesichtslähmung) kann ich nur mit Hilfe von Benny noch meine Gedanken zum Tag zu Papier bringen.

Aber das Beste: wir haben noch 6 Tourtage!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Oktober 2017, 10:23 
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Samstag, 2. September: Wo liegt eigentlich La Penne?

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Claudis Reisetagebuch:

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So fängt der Tag gut an!

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Die nette kuschelige Katze, die uns schon gestern Abend Gesellschaft leistete, ist auch gleich am Start.

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Die Diva-Katze beobachtet das ganze lieber aus sicherer Entfernung

Für die Statistik: aus Grasse raus geht es an einem Samstagmorgen sehr viel schneller als nach Grasse rein an einem Freitagabend.

Als wir aufbrechen, nieselt es ein wenig und die Temperaturen liegen bei frischen 18 Grad. Unsere Gastgeber freuen sich über jeden Tropfen, fehlt doch seit Anfang Juni der Regen.

Kaum biegen wir ab Richtung Berge, kommt die Sonne raus und die Straßen sind trocken.

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Wunderschön präsentiert sich Gourdon auf dem Felsen. Wegen dieser außergewöhnlichen Lage wird das Dorf auch den Nid d’Aigle („Adlerhorst“) genannt.

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Wir machen es den Adlern nach und krallen uns auch an den Fels.

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Jetzt übertreibt er es aber mit dem Superhelden-Auftritt. Spiderman lässt grüßen.

Kurvig geht es weiter nach Greolières, das uns von gestern noch bekannt vorkommt. Dieses Mal fahren wir aber weiter. Wenn auch nicht viel.

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Der erste Kreisverkehr lässt uns anhalten, um die Ruinen des Schlosses von Basses-Greolières zu bewundern. Mehr noch als die Burgruine gefallen mir ja die Berge im Hintergrund.

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Kaum wieder auf den Rössern, bremsen uns die Ruinen des Schlosses von Haute-Greolières (ja, auch mit 600 Einwohnern kann man schon zwischen Hoch- und Niederdorf unterscheiden!) und der Kapelle Saint-Étienne am Ortsausgang aus.

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Sieht irgendwie sehr mexikanisch aus.

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Wie so oft packen die Einheimischen einfach ihre Campingstühle aus, wenn es ihnen irgendwo gefällt.

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Die Strecke führt plötzlich direkt am Felsen entlang-

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Das alpine Feeling setzt jetzt schon ein, weil Lieblingsstraßen, Lieblingsstraßen, Lieblingsstraßen.

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Chris setzt den Blinker und ab geht es in die Walachei über den Col de Bleine. Tolle Strecke durch den Wald, da riecht es so gut, und dann öffnet sich der Blick auf die Berge.

Das Navi kennt mal wieder eine lustige Abkürzung, um dem Stadtverkehr in St. Auban (gefühlte 50 Einwohner) zu umgehen. Kann man machen, muss man aber nicht.

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In der Clue de St. Auban ist es unten sehr schattig, während oben die Sonne ihre Kraft entfaltet.

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Die Kletterei zum Grund des Canyons hätten wir uns auch sparen können.

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Die natürlichen Bassins sind aber schon sehr nett.

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Aber Bewegung tut ja gut. Deswegen klettern wir weiter.

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Schöne Statue im Oratorium Notre-Dame-de-Lourdes

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Schmal und holprig geht es über den Col du Buis, also über R6-Lieblingsterrain. Die letzten Kilometer nach Entrevaux nehmen wir die schmale D710, die weiter wunderbar kurvig am Berg klebt.

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Die Bremsen werden beansprucht, als die Burg von Entrevaux in Sicht kommt.

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Schnell nähern wir uns der Zitadelle, die beeindruckend auf dem Felsen thront. Der sehr steile und stark fortifizierte Zugangsweg steht übrigens unter Denkmalschutz.

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Die Porte Royale bewacht den Zugang zur Stadt

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Da schau her! Nur 13 km zum Mont Blanc!

In Entrevaux gibt es das drittschlechteste Essen unserer Frankreich-Touren der letzten 2 Jahre. Wenn es wenigstens günstig gewesen wäre...

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Wie immer bremsen wir bei der Aussicht auf Castellet-les-Sausses

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Zu Beginn schlängelt sich der Var noch sehr unspektakulär durch sein Bett.

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Aber bald tanzt die Straße spektakulär durch die Gorges du Daluis.

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Wieder einmal hin und her gerissen zwischen der beeindruckenden Aussicht und der genialen Tanzfläche finden wir die richtige Balance zwischen Fahren und Knipsen.

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Huch, da sieht es fast so aus, als wollte Chris wortwörtlich in die Schlucht eintauchen!

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Der Kontrast zwischen den rot-braunen Felsen und den grünen Farbtupfern prägt das Naturerlebnis.

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Wir finden es sensationell!

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Ein wahres Kunstwerk, garniert mit exzellentem Straßenbau

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Am nördlichen Ende der Schlucht wird das rote Gestein wieder weniger und das gewohnte grau-grün setzt sich durch.

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Etwas flotter wedeln wir zum Col du Vasson, der mit einem herrlichen Gebirgs-Panorama punktet. Leider verdunkelt sich der Himmel in die Richtung, in die wir fahren.

Da nützt auch das Abbiegen Richtung Gorges du Cians nix..

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Erna findet einen Spielkameraden!

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Was ist das? Da redet doch jemand? Die Kurven kommen zwei Italiener auf einem Motorrad runter. Der Sozius ist augenscheinlich ein sehr mitteilsamer Zeitgenosse, denn er quatscht von oben bis unten und hört damit auch nicht auf, als er freundlich winkend an uns vorbei fährt.

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Am Ende der Gorges du Cians sehen wir Licht am Himmel.

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Grund für ein kleines Freudentänzchen

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Allerdings sieht es in Richtung Pierlas/Ilonse mal so richtig finster aus. Diesen Schlenker lassen wir. "Dann haben wir schon einen Grund um wiederzukommen", meint Benny. "Nö", antworte ich: "Brauchen wir nicht. Wir kommen auch grundlos wieder!"

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Und notfalls nehmen wir einfach den Bus nach Nizza!

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Bis Puget-Théniers hält das Wetter, aber dann kommt der Sturm näher: da kommt ein wildes Wetter mit Windböen.

Wir beeilen uns über den Col de St. Raphael, der ohne Gewitter im Nacken sicher sehr viel Spaß macht. Mit den ersten Tropfen erreichen wir La Penne. Das Navi sagt, in 250 Metern rechts. Das ist ein Schotterweg. Nicht dein Ernst! Wir wenden und versuchen es über La Penne-City. Da stehen wir auch an einem Schotterweg, aber von hier ist zumindest das Ziel in Sicht. Die Herausforderung ist frisch aufgeschütteter, zentimeterdicker Split. Chris stürzt sich todesmutig „Ich fahr dann mal“ den Weg hinunter und wir sehen ihn auch heil ankommen. Wir Mädels wollen aber noch nicht so richtig. Zu allem Überfluss wird der Regen stärker und vermengt sich mit Hagel. Wir suchen Unterschlupf hundert Meter zurück im Dorf. Es hört wieder auf und wir müssen wohl oder übel da runter, wollen wir nicht im Freien campieren.

Ich fußele dann auch mal los. Benny wartet erstmal. In diesem Moment kommt Yvan, unser Gastgeber mit dem Auto. Ob es denn gehen würde. Muss ja. Ich bin unten, Benny fußelt hinterher. Und als die ersten schweren Tropfen fallen, stehen wir glücklich ob der gemeisterten Herausforderung unterm Dach. Jetzt müssen wir nur noch ins Haus, der Regen wird aber stärker. Yvan holt Regenschirme und geleitet uns so (was für ein drolliger Anblick) hinein.

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Wie von Yvan vorausgesagt ist der Spuk 20 Minuten später schon wieder vorbei.

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Sehr schicker Aufgang zum Chambre d'Hôtes.

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Wir fühlen uns wie bei Königs

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Noch sind die Farben dank des Regens sehr intensiv.

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Die letzten Nebelschwaden hängen in den Bergen, die Sonne taucht die kleinen Weiler in strahlendes Licht.

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Herrlich intensive Ausblicke.

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Die rollenden Steine. Ich greife mal vor: wenn wir gewusst hätten, was uns am nächsten Tag erwartet, wäre uns das um Längen lieber gewesen!

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Stachelige Blume

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Die Hauskatze macht sich zum Streicheln breit.

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Wir bekommen zu unseren Feierabendgetränken frisches Obst, Oliven und Tomaten und genießen unser Abendvesper.


Da Doris heute Geburtstag hat, werfen wir uns in Position und singen ihr noch ein Ständchen.

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Touren ist anstrengend. Chris schläft beim Eis essen schon fast ein.

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Das war wieder extraordinär schön heute! Und wir haben immer noch 5 Tourtage!

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It's hard to be a Rock 'n Roller!

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