Mimoto's Reiseforum

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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 11. Oktober 2017, 16:13 
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So lassen sich doch „Business-Trips“ mit Freude und Genuss verbinden :L Schöne Herbstlandschaft! Und ich wünsche schon jetzt einmal eine schöne Rückreise! DD


GS-Tom hat geschrieben:
Naja, wäre auf den Kommentar der Berufsgenossenschaft gespannt, wenn ich mich mit Moped ablege (Arbeitsunfall, Wegeunfall).

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese etwas einzuwenden hätte, denn diese selbst finanziert/subventioniert auch Motorradsicherheitstrainings. Den Antrag dazu kann man sich auf der Webseite seiner jeweiligen BG herunterladen.

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Allzeit gute und sichere Fahrt, Karim
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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Freitag 13. Oktober 2017, 22:08 
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So Freunde! Ich bin wieder auf dem Heimweg! Der erste Ritt ist geschafft.

@Max, Deine Worte und blinkenden Wegepunkte habe ich mir sehr genau angeschaut. Du hast mich da auf ein paar Ideen gebracht.... 's wird natürlich anders, der Tende ist nicht dabei. @ Schippy, sehr gerne wäre ich hoch zum Fort Central, aber in Anbetracht der geliehenen Koffer lasse ich Schotter einfach mal aus. Ich kenne meine Kuh und mich, wir legen uns gerne mal ein wenig hin :-)

Noch ein paar Teaser von Cannes:
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Tag 4.: 450 km, Cannes - Nizza - Col de Braus - Sospel - Col de Turini - Vallée du Vesubie - ein wenig Vallée du Var - Vallée de Tinee - Isola 2000 - Col de la Lombarde - Demonte - Colle Fauniera - Colle dell' Agnello - Col de l'Izoard - Briancon, 7 1/2 Stunden
Los ging´s heute nach einem 5-Sterne Frühstück im Majestic. Die ersten 1 1/2 Stunden habe ich dann im Verkehrsgewühl von Cannes/Antibes/Nizza verbracht. Furchtbar! So schön die Ecke da unten ist, DAS ist aber einfach unerträglich. Um dem zu entrinnen bin ich dann auf die Autobahn geflüchtet. "Payage" - logisch. Kostet nur 1,50€, aber ohne Münzen und nur mit 50€ Scheinen geht da gar nix. Mastercard geht theoretisch, aber in der Paxis bei mir eben nicht. Die Schlange hinter mir wird ungeduldig und als ich dann rückwärts raus muss wird´s richtig unangenehm. Also tanken, den 50er wechseln und wieder an die Payage.

Bei Nizza geht´s runter von der Autobahn und ich fahre entlang des Paillon Tals nach Norden. Und schon sehe ich das Schild Col de Braus - nomen est omen. Herrlich zu fahren, da auch dieses Wochenende wieder so gut wie kein Verkehr ist (wenn man von einer Horde bekloppter Porschefahrer absieht).

Bei Sospel biege ich ab in Richtung Col de Turini. Mein Freund Tom sagt immer, das sei sein Lieblingspass. So eingebettet in die bewaldeten, in Herbstfarben leuchtenden Hänge ist die Strasse ein landschaftlicher und fahrerischer Traum.

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... Homeoffice.... on-the-road-office
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Ich meine mir kam nicht ein Fahrzeug entgegen - das kann ich fast nicht glauben. Oben bei den Cafés stehen zumindest 6 Rennräder nebst korrekt bekleideten Fahrern rum.

Weiter dann nach Westen, strassenschildmässig sogar wieder in Richtung Nizza (neeeeein, da will ich nicht wieder hin!). Die Strasse schlängelt sich oben auf dem Bergrücken entlang und bietet fantastische Ausblicke nach Westen.

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Und eine erfreuliche Mitteilung am Wegesrand!

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Ich kriege aber doch die Kurve und fahre dann nach Norden, der Col de la Lombarde ruft. Isola 2000 ist - wie alle Skiorte im Sommer - ein grausiges Schauspiel, aber der Weg zum Pass ist ein Traum! Auf der Passhöhe ist ausser mir nur noch eine Radfahrerin die da in 3 Stunden hochgeschnauft ist - Respekt!!!! Ich schenke ihr ein Bild von sich mit Passschild und meiner BMW das gleiche.

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In Demonte biege ich scharf links ab und schlängel mich ein winziges Strässchen entlang. Geteert ja, das ist aber wohl schon ein paar Tage her. Eigentlich ist das nur ein Zubringersträsschen für die paar Gehöfte, auf halber Höhe ist dann ein Schild und verkündet Sperrung bei Schnee. Kein Schnee - keine Sperre! Und so entdecke ich den Colle Fauniera für mich. Das Tal ist eingebettet in eine unfassbar majestätische Berglandschaft, ab und zu ein verfallenes Steinhaus, ein Hirte mit seinen Schafen... hier werde ich wirklich demütig. Fast will ich nach einer Fotopause die BMW nicht anschmeissen weil das die Ruhe so rüde unterbricht.

Auf der Passhöhe wieder ein Radler, der genau wie ich den Ausblick auf die Landschaft in der Spätnachmittagssonne einsaugt.

Also, wer hier in der Gegend ist - MUSS sich den Fauniera anschauen!

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Die Abendstimmung ist unvergleichlich

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Allmählich wird´s dunkel und ich muss auf die Tube drücken. Am Colle Dell' Agnello ist´s schon empfindlich kalt und ich ziehe meine Liner in die Jacke ein.
Den Col de l'Izoard schliesslich fahre ich in rabenschwarzer Nacht hoch und nach Briancon wieder runter. Das ist vielleicht ein Erlebnis..... wie lange bin ich schon keine Kurvenstrasse mehr nachts gefahren??? Da nützt Dir das beste LED Gedöns nix, in der Kurve kippt das einfach alles direkt vor's Vorderrad. Jaja, ich weiß, es gibt jetzt auch Kurvenlicht bei Moppeds.
Aber wenn ich schon nachts einen Pass fahren muss, dann bitte den Izoard. Der Strassenbelag ist klasse und die Kurvenlinie ist frei von größeren Überraschungen.
In Briancon bekomme ich das gleiche Zimmer wie bei der Hinfahrt, und diesmal nutze ich die Badewanne.

So, jetzt bin ich ordentlich schlapp - See you tomorrow!

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Euer

Til

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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 14. Oktober 2017, 09:03 
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Nach dem "Colle Fauniera" musste ich erst mal Googlen... um zu erkennen, dass ich den unter dem Namen Colle dei Morti kenne. Bestimmt hast du am Pantani-Denkmal ein Erinnerungsfoto geknipst. Von ein paar Meter weiter oben am Gipfelkreuz hat man eine tolle Aussicht. Mir gefällt die ganze Strecke ausgesprochen gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 14. Oktober 2017, 18:50 
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Den Izoard im dunkeln --- was für eine Verschwendung ! :lol:

Colle Fauniera war mir auch nicht geläufig, ich kenne den auch als Colle dei Morti.
Aber ist ja egal, auf jeden Fall eine wunderbare Gegend dort.
Bist du dann weiter in Richtung Sampeyre und evtl. die SP 104 (Vallone d´Elva) gefahren ?
Es würde mich interessieren ob diese Strasse noch befahrbar ist.

Weiterhin gute Fahrt !

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Viele Grüße
Marc

"Urlaub außerhalb Frankreichs ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

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für die Stadt : Suzuki Address 110


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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 16. Oktober 2017, 18:01 
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Das nenn ich mal eine gelungene Geschäftsreise!

Da hast Du Dir wirklich ein paar Highlights rausgesucht. Und im Herbst ist die Stimmung an/über/auf den Pässen ganz anders als im Frühling oder Sommer. Nur das frühe Dunkel-Werden ist schade.

In rabenfinsterer Nacht über den Izoard.... Spooky, aber sicher auch eine ErFahrung :lol:

Bin gespannt, was Du Dir noch auf den Pässeteller gepackt hast! :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 16. Oktober 2017, 18:02 
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@ Sir Ryna,
nee, das Foto mit Marco habe ich aus irgend einem Grund nicht gemacht, frag mich bitte nicht warum! Aber die Statue ist wirklich toll gemacht. Colle dei Morti war da nirgends zu lesen. Ich kann mir aber gut vorstellen daß auch hier oben viele in den Kriegen ihr Leben gelassen haben.

@ M aus L
Ich bin über Marmora und dann über die SP 422/SP24 nach Osten, dann auf der SP8 über Casteldelfino nach Frankreich. Deine Strecke ist aber auch nicht schlecht :-)

_________________
Euer

Til

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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 16. Oktober 2017, 19:32 
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Der Pässeteller ist gut gefüllt - danke für die Überleitung :L

Tag 5: 510 km, Briancon - Montgenèvre - Susa - Mont Cenis - Bonneval-sur-Arc - Col de l'Isèran - Pco San Bernardo - Grand Saint-Bernard - Rhonetal - Grimsel - Brienzer See/Niederried, 7 1/2 Stunden

Mann hab' ich gut geschlafen! Nach der Arbeitswoche in Cannes (ehrlich!) hat mir der gestrige Tag so richtig die Birne freigeblasen. Besser kann´s ja nicht laufen, und ich bin mir dessen auch richtig bewusst.

Nach einem ordentlichen Frühstück breche ich auf um über Montgenèvre zum Lac du Mont Cenis zu fahren. Von den vielen Stauseen in den Alpen ist der mir besonders in Erinnerung geblieben.

Die Strecke aus dem Piemont ist in der Morgenstimmung ein Traum! In den Tälern hebt sich der Morgendunst, in der Höhe ist ein herrlich klares Licht

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Wenn Du von Süden hochfährst und die Strasse die Höhe der Staumauer überwindet öffnet sich Dir der Blick auf die Weite des Sees und der umliegenden Berge.

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Auf der Nordrampe nach Lanslebourg sind überall frische Kuhfladen. Da wird ja meine Kuh dreckig, ihhhhhh. Und wenn die frisch sind, kann dir´s Rädle auch ordentlich wegrutschen.
Nun geht es hoch auf den Col de l'Isèran. Hier bin ich schon Ski gefahren und auch in der schneefreien Zeit siehst Du wie unglaublich steil die Hänge sind. Die Skiorte Val d'Isère und Tignes sind ausgestorben, lediglich an den Ferienhäusern und Appartements wird fleißig gebaut.

Nun die beiden San Bernardos, der kleine und der große... auf meiner Fahrt nach Süden bin ich sie ja auch gefahren. Aber Du kennst einen Pass nicht wenn Du ihn nicht von beiden Seiten gefahren bist. Alles hat zwei Seiten, n'est ce pas?
Am Grossen Sankt Bernard gibt´s ein freundliches Match mit einem jungen Franzosen auf einer Husky Supermoto. Alles friedlich DD In Martigny biegt er in Richtung Chamonix ab, ich muss nach Osten.

Auf meiner Hinfahrt waren Susten, Grimsel und Furka ja gesperrt. Wollen wir die heute nicht nachholen? Dazu muss ich aber das Rhonetal lang. Puhhhh, das zieht sich! Streckenweise gibt es eine Autobahn so daß ich einigermaßen flott voran komme. Aber die Landstrassen der Schweiz sind hier fast durchgängig auf 70 km/h beschränkt, und da hält man sich gefälligst dran. Der "flüssige Fahrstil" der Italiener und Franzosen ist hier verpönt. Ist ja auch gut so, es ist halt ein kleiner Kulturschock :oops:

Als ich schliesslich am Hotel Glacier du Rhone (Abzweig Furka/Grimsel) ankomme bin ich rechtschaffen groggy. Bei einer Zigarettenpause sage ich dem Furka ab, und damit auch dem Susten. Das wird mir heute einfach zu viel.

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Den Grimsel geniesse ich aber noch in der Abenddämmerung. Die Stauseen in der tiefen Schlucht sind allerdings beeindruckend.

Müde und hungrig komme ich im Schaleeele meiner Schwester an - what a day!

Tag 6: 335 km, Niederried - Luzern - Zürich - Schaffhausen - Schokotown, 3 1/2 Stunden
Eigentlich nur die notwendige Transferetappe da ich ja möglichst flott wieder nach Hause möchte. Schliesslich bin ich jetzt 10 Tage weg.

Fazit: Wie geil ist es denn, wenn man das Notwendige mit dem Angenehmen verbinden kann! Ich schätze mich glücklich dass ich das in diesem Fall konnte. Übrigens, bei meiner Abfahrt in Cannes haben meine Chefs mich winkend verabschiedet, die waren irgendwie neidisch :Ju:

PS: Die Veranstaltung in Cannes war ein voller Erfolg! :Sl: Wir haben aus den besten KI-Lösungen die besten 3 Europas gefunden und prämiert. @Schippy, ich erzähle dir gerne mal ein paar Details

Das war´s dann wohl an großen Touren für dieses Jahr. Möge das nächste so beginnen wie dieses endet!

_________________
Euer

Til

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 Betreff des Beitrags: Re: Winkelfingers Business Trip
Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 17. Oktober 2017, 05:46 
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Registriert: Freitag 5. Oktober 2012, 13:14
Beiträge: 3537
Eine klasse Tour hast du da gemacht und sehr schöne Fotos mitgebracht. :L :L :L
Zum Schwätzle halte über KI komme mer sicher mal zsamm ;)

Grüßle auch von Tanja

Herbert


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