Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 10. Juli 2016, 17:24 
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Die Planung

ist bei mir ja durchaus umfangreich. Da es dieses Jahr auf eigenen Anhängern mit 5 Moppeds in die Cevennen geht hab ich es noch etwas weiter ausgebaut. Beispielsweise stört mich in Frankreich immer der Stau an den Mautstellen. Dafür habe ich dieses Jahr Vorbereitungen getroffen.

Hier mal ein paar Auszüge aus dem Einladungsmail an die Jungs:

Hi Jungs!

Hier nun die Details zu unserer Tour:

Anfahrt und Treffen

Wie müssen zwischen 16:00 und 19:00 Uhr an unserer Villa sein.

Die Adresse:

LE MAS PIREGA (Mas des Chevaliers)
59, chemin de la Tour
30500 SAINT-AMBROIX

Die reine Fahrzeit mit Anhänger wird ca. 8:00 sein. Damit wir also Zeit für Pause und Stau und keinen Stress haben, wäre ich dafür, dass wir uns am
Sonntag 05.06.2016 um 7:00 Uhr an der Autobahnraststätte Bruchsal West treffen.
Für die Fahrt bring ich ein Set Funkgeräte mit, dann kann man sich leichter absprechen.
Die effektivste Route ist wohl die über Frankreich (Dijon-Lyon). Ich hab gerade für zwei Autos die elektronische Abrechnung bestellt. Damit können wir am Stau an den Abrechnungsstellen vorbeifahren.

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Kostet zwar einmalig 30,- extra spart uns aber jede Menge Stress und Zeit.
Autobahngebühren pro Gespann pro Strecke ca. 75,-. Also insgesamt ca. 300,-

Die Unterkunft

http://www.ferienhaus-frankreich-provence.de/urlaub-suedfrankreich/languedoc-cevennen/mas-des-chevaliers/0247-01-01.asp">http://www.ferienhaus-frankreich-provence.de/urlaub-suedfrankreich/languedoc-cevennen/mas-des-chevaliers/0247-01-01.asp

4 Schlafzimmer (3*140cm Bett, 1*160cm Bett), Terrasse, Pool. Unterstellmöglichkeit für die Moppeds.
Die Lage scheint perfekt zu sein. Oben auf einem Hügel. Bergab haben wir in jeweils 10 Minuten Fußweg Entfernung auf der einen Seite einen Lidl, auf der anderen einen Intermarche und jede Menge Tankstellen. Auch der Ort ist zu Fuß kein Problem.

Ich würde empfehlen Badezeug mit großem Handtuch nicht zu vergessen. Immerhin haben wir einen großen Swimmingpool.

Die Verpflegung

Wenn wir am Sonntagabend ankommen wird es mit dem Einkaufen evtl. nicht mehr ganz passen bzw keiner mehr Lust haben. Daher denke ich wir gehen am Sonntag Essen.
Am Montag können wir dann eine kleinere Tour machen und am Nachmittag/Abend einkaufen und abends kochen/grillen.

Das Wetter

Ist natürlich durchgehend herrlich. Scherz beiseite hier ein paar Infos dazu:

In den Cevennen kann man nicht unbedingt von einem einheitlichen Klima sprechen. Im großen Durchschnitt gesehen ist das Klima recht rau – die Durchschnittstemperaturen liegen im Sommer zwischen 18°C und 21°C und die Winter sind beständig kalt mit eisigen Winden und viel Schnee.

Aber das ist nur der Durchschnitt.

Es gibt in den höheren Bereichen, so z.B. in den Regionen des Mont Lozère mit 1.699 m und des Mont Aigoual mit 1.567 m, Temperaturen von 8°C am Morgen und auch schon mal 20°C am Nachmittag – im Sommer natürlich. Im Winter ist es dagegen eisig kalt und wie schon erwähnt fällt viel Schnee, also durchaus alpines Klima.

In den Tälern und Schluchten finden wir Sommertemperaturen von durchschnittlich 13°C bis 25°C.

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Die Touren

Jetzt das was am meisten Spaß macht.

Ich hab viele Informationen gewälzt und Touren mit möglichst vielen Sehenswürdigkeiten (Natur) geplant. Mir macht es nichts aus wenn ich jeden Tag vor fahre, aber natürlich darf auch jemand anderes gerne. Unterwegs wäre es nett wenn wir uns ab und zu mal überholen, weil es dann bessere Filmaufnahmen gibt. Schön wäre es auch wenn wir ab und zu mal anhalten und ein paar extra Einstellungen für den Film machen. Ich werde auch eine Drohne für Luftaufnahmen mitnehmen und möchte euch damit gerne während der Fahrt aufnehmen. Dazu habe ich schon eine spektakuläre Spitzkehre ausgesucht J.

Ganz klar muss niemand jeden Tag mitfahren! Wer keine Lust hat kann aussetzen. Ganz klar darf aber auch jeder der will jeden Tag fahren J.

Im Anhang zur Mail findet ihr die Touren im Format für TomTom (itn). Damit könnt ihr euch die Touren auf <a href="http://www.motoplaner.de/">http://www.motoplaner.de/</a> ansehen und auch in fast jedes andere Format konvertieren.

01 Ardeche 136km


Diese Tour wäre für den Montag wohl ganz gut, weil sie recht kurz ist. Also prima zum Einschwingen und abends noch einkaufen. Trotzdem eine tolle Tour die entlang der Ardeche-Schlucht führt. Mindestens drei von uns kennen die Ardeche ja schon von unten J.

02 Jonte/Tarn 294km

Durch die beeindrucktesten Schluchten der Cevennen entlang der Jonte und des Tarn geht es in einer großen Runde vorbei an dem tollsten Aussichtspunkt "Roc des Hourtous". Sollte es zu viel werden, kann man auch ab dem "Roc des Hourtos" abkürzen.

03 Combe Laval 417km

04 Chaos 330km

Jede Menge Sehenswürdigkeiten entlang genialer Straßen. Der Name der Tour ist auch nicht wörtlich gemeint, sondern bezieht sich auf die erste Sehenswürdigkeit.

05 Lac de Villfort 200km

Noch mal eine kleine Runde zum Entspannen. Der Col de Finiels führt uns so dicht wie es geht an den höchsten Gipfel der Cevennen, den Mont Lozére.
Ein einem Bogen geht es dann zum Lac de Villfort, einem großen See mit Badestrand und Staumauer.
Mit einem kleinen Extraschlenker fahren wir noch entlang der aufgestauten La Borne.



Sonntag 05.06.2016 Anfahrt oder Mauro ferngesteuert

Nach dieser Planung ist es wohl nicht so verwunderlich, dass es auch klappt.
Tatsächlich treffen wir uns pünktlich in Bruchsal und kommen gut weg.

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Es gibt kaum besondere Vorkommnisse bei der Anreise.
An der Grenze auf der Autobahn nach Frankreich werden wir tatsächlich kontrolliert. Eine ungewohnte Erfahrung.

In Frankreich sucht Holger uns eine schöne Lokalität für ein Frühstück. Nicht einfach profan, an der Autobahn, sondern ein bissl abseits. Dort angekommen können wir tatsächliche beide PKW’s mit Anhänger direkt vor der Tür parken.

Mauro springt aus dem Führungsfahrzeug und untersucht akribisch die ausgehängte Speisekarte und die Tür nach der Angabe von Öffnungszeiten. Noch immer über Funk teilt er mit, dass leider keine Öffnungszeiten zu finden sind. Ich empfehle ihm ebenfalls über Funk einfach mal die Tür zu öffnen, dadurch kann man oft feststellen ob geöffnet ist.
Begeistert meldet er Erfolg.
Da kommt auch schon der Patron raus und nimmt uns persönlich in Empfang.
Unsere Frage nach Frühstück bejaht er, macht aber die Einschränkung, dass es keine Croissants geben würde. Dazu müsste er erst zu Fuß welche holen.
Kein Problem, geht auch so. Zu Fuß geht ja gar nicht.
Wir bekommen ein herrliches Frühstück und er lässt dann auch noch Croissants für uns holen.

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Nach dem ausgiebigen Frühstück ziehen wir ziemlich zügig durch. Dank Peter muss ich auch nicht selber anrufen als wir in der Nähe des Quartiers sind. Da ich kein französich spreche ist das für mich immer schwierig.
Angekommen, sind wir ziemlich überwältigt von dem Anwesen.
Uns wird auch der Poolroboter und die elektrische Poolabdeckung erklärt. OHA!

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Wir machen in aller Ruhe Quartier und uns dann zu Fuß auf in den Ort zum Abendessen.
Nach einiger Suche werden wir auch fündig. Lecker und nett!

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Montag 06.06.2016 Installieren und Einschwingen oder alte Bekannte

Am Montag bin ich mal nicht als erster wach, sondern Mauro. Er ist knapp vor mir auf den Beinen.
Da alle anderen noch selig schlummern, setze ich mich aufs Mopped um fürs Frühstück einzukaufen. Zum Glück ist mein Topcase dabei.

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Ich bin mir sicher, dass die meisten bei dem Foto erkennen wo wir unsere Einschwingrunde gemacht haben.

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Tatsächlich war ich vor ziemlich genau 30 Jahren das erste Mal hier. Holger und Peter waren damals auch schon dabei. Damals waren wir mit dem Auto + Boot hier und sind mit den Kanadiern die Ardeche runtergefahren.
Vor 30 Jahren durfte man das noch ganz ohne Regeln und konnte unterwegs in der Schlucht campen wo man wollte. Dazu auch Lagerfeuer und wenn‘s klappt gefangener Fisch.
Inzwischen ist das alles sehr viel touristischer und geregelter. Muss wohl auch so sein, damit die atemberaubende Natur erhalten bleibt.

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Wer schon einmal hier war, kann sich denken, dass wir fast jeden Aussichtspunkt mitgenommen haben. Der Tag war ja extra so geplant, dass reichlich Zeit ist.

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Herrlich! Meine neue Sommerjacke bewährt sich prima. Hat sich gelohnt, da es hier doch bis zu 27° hat. Eine willkommene Abwechslung nach dem durchgehenden Sauwetter in Deutschland.

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Zurück in unserer Unterkunft weihen wir erst mal den Pool ein.

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Danach klingt der Abend ganz entspannt beim Grillen aus.



Dienstag 07.06.2016 Regenflucht

Das Regenradar zeigt in fast jeder Richtung Regen für heute. Da es aber gerade mal der zweite Fahrtag ist wollen wir alle los. In Richtung Süden besteht die Chance trocken zu bleiben. Also auf geht’s Richtung Camargue und Mittelmeer.
Holger meint noch dort eine beeindruckende alte Festungsstadt zu kennen, also übernimmt er heute die Planung.

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Auf dem Weg machen wir unseren ersten kurzen Zwischenstopp am Col du Bourricot. Den kann ich wirklich wärmstens empfehlen. Mit läppischen 520m zwar mit keinem Alpenpass zu vergleichen, aber mit einer herrlichen Auffahrt auf kleinsten Sträßchen in totaler Ruhe, wird man oben mit einem traumhaften Ausblick belohnt. Da dieser Col am Rand der Cevennen gelegen ist, ist der Fernblick über die Ebene beeindruckend.

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Ein paar Meter über unserem Rastplatz ist auch einiges an Funkmasten aufgebaut sowie der Startplatz für Gleitschirmflieger.
Auch der weitere Weg nach Aigues-Mortes ist herrlich. Es kommen zwar keine ernstzunehmenden Erhebungen mehr, aber die Streckenführung ist trotzdem kurvig und durch ruhige Landschaft. Tatsächlich begegnet man kaum anderen Fahrzeugen.

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Damit ist es in der Nähe von Aigues-Mortes natürlich komplett vorbei. Hier treffen sich Touristen mit allen Fahrzeugen. Moppeds, Autos, die von mir gehassten Busse und sogar per Boot oder Jacht wird angereist.
Ich bin ja Kulturbanause und mag lieber Landschaft und Natur als altes Gemäuer, aber dieses Städtchen ist wirklich sehenswert. Die beeindruckenden Stadtmauern aus dem Mittelalter beherbergen eine schöne Altstadt in der es von Lädchen nur so wimmelt. Natürlich gibt es hier den üblichen Tourinepp, aber eben auch richtig schöne Läden mit lokalen Spezialitäten.
Leider ist es so schwül und heiß, dass ich es nur bis zum zentralen Platz schaffe um dort das passende Restaurant in Angriff zu nehmen.
Nach dem Restaurantbesuch versuchen wir mit den Moppeds unter Holgers Führung noch direkt ans Meer zu kommen. Das klappt aber nicht ganz. Ist auch nicht so einfach, da wir dabei auch noch versuchen vor einer tiefschwarzen Gewitterfront zu flüchten, deren Blitze wir schon deutlich sehen können.

Irgendwann geben wir auf und machen uns auf den Heimweg. Recht schnell sind wir wieder auf fast leeren netten Strecken unterwegs.

In der Villa angekommen wird entspannt gegrillt und mit viel Sinn für Kunst an schwierigen Lichtinstallationen gearbeitet.

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Holger fängt eine umgedrehte Salatschüssel vor unserer Gartenbeleuchtung gekonnt ein.



Mittwoch 08.06.2016 Wo ist das Chaos oder Lecker Ausblick

Heute gibt es mal eine „richtige“ Tour, mit geplanten 330km Kurven und einigen Sehenswürdigkeiten. Das Wetter ist perfekt, ohne Regen und gut abgekühlt.

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Peter entspannt lieber einen Tag in der Villa. Also machen wir uns zu viert auf den Weg.

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Bei unserer ersten Rast setzt Mauro eine Tradition fort und versucht meinen Talisman (ein Stofffrosch von meiner jüngsten Tochter) zu entführen.
Ich kann Ihn gerade noch daran hindern den Frosch zu Tode zu stürzen.

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Als erste , richtige Sehenswürdigkeit habe ich das Chaos de Nimes-le-Vieux geplant. Beeindruckende Felsen die hier mitten in der Lanschaft einfach so auf der Spitze stehen sollen.
Der Weg dorthin ist ganz nach meinem Geschmack. Auf kleinsten Wegen die teilweise direkt am Abgrund entlang führen schlängeln wir uns den Rand der Hochebene hinauf. Die wenigen Einheimischen die uns unterwegs begegnen betrachten uns erstaunt und amüsiert.
Im Vorbeifahren sehe ich auch tatsächlich die Gesteinsformation die man von Bildern kennt. Leider gibt es aber keine Möglichkeit zum Stop um Fotos zu machen. Die Straße ist so schmal und mit einer Mischung aus Rollsplit und Schafsdung belegt, dass ich mich nicht traue unsere 4 Moppeds hier abzustellen.
Aber wenigstens haben wir es gesehen und eine geniale Strecke bei der Anfahrt gehabt.
Wenig später zwingt uns eine Schafherde zum Stopp.

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Sehr willkommen in dieser wunderbaren Landschaft und der herrlichen, kühlen Luft auf ca. 1000m.

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Nach dem kurzen Stopp geht es weiter zum zweiten Tagesziel, dem Mount Aigoual. Der höchste direkt anfahrbare Gipfel in den Cevennen. Mit 1567m auch gar nicht so niedrig.
Der Weg dorthin ist absolut genial. Bei mir stellt sich mal wieder das Fahren wie in Trance ein, bei dem man den gesamten Alltag vergisst und nur noch fahrt und Landschaft wahrnimmt.
Oben angekommen wird bei knappen 17° ausführlich besichtigt und die geniale Aussicht genossen.

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Wirklich ein beeindruckendes Panorama.

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Geht man um den Gipfel herum findet man auf der anderen Seite ein recht unscheinbares Cafe. Dort gibt es eine extrem leckere, klate Platte mit lokalen Spezialitäten.

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Einzig die Kuddelpastete lassen wir alle liegen.
Danach schwingen wir weiter über herrliche Strecken zur nächsten Sehenswürdigkeit.
Es geht durch den Canyon de la Dourbie zum Cirque de Navacelles. Ein grandioser 400m tiefer Talkessel.
Auf dem Weg dorthin steigen die Temperaturen wieder auf 28°. Am oberen Rand angekommen kann man einen Informationspfad zum eigentlichen Aussichtspunkt nur per Pedes bewältigen. Auf 1,4 km in Moppedklamotten bei knapp 30° ohne Schatten haben wir keine Lust.
Also fahren wir weiter in den Talkessel. Ein grandioses Erlebnis, bis auf eine Schrecksekunde. Trotz dieses Naturwunders ist es hier recht einsam und vor allem leise. Umso größer ist der Schreck als ein Militärflugzeug im Tiefflug über den Kessel rast. Wir zucken alle heftig.

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Macht man sich die Mühe bis zur Mitte des Talkessels vorzudringen findet sich dort ein malerisch gelegener Wasserfall. Holger reist sich die Kleider vom Leib und stürzt sich in Badehose in das kühle Nass. Wir anderen haben die Badesachen vergessen und hängen wenigstens mal die Füße zum kühlen in den Wasserfall.

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Die Fahrt aus dem Talkessel heraus ist noch mal ein besonderes Erlebnis mit einer gigantischen Aussicht. ich muss gestehen, dass ich vor lauter Landschaft staunen  in einer Spitzkehre beinahe in die Wand gefahren wäre. Aber ihr wisst, ich bin Optimist: Die Wand ist um vieles besser als der Abgrund auf der anderen Seite.
Unterwegs zurück zur Villa geht es durch die Gorges de la Vis. Bis auf die letzen paar Meter auf der Schnellstraße im Feierabendverkehr ein fast unwirklich schöner Tag.



Donnerstag 09.06.2016 Hitzefrei

Für heute sind Temperaturen jenseits der 30° angesagt. Strahlender Sonnenschein dazu. Etwas wonach man sich dieses Jahr in Deutschland sicher sehnt.
Bei diesem Wetter haben wir alle nur wenig Lust aufs Mopped. Wir haben ja Urlaub und eine herrliche Villa, also gibt es Hitzefrei mit ausführlicher Poolnutzung.

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Ich erkunde unsere Behausung und vor allem den Garten genauer. Byrd darf einige Luftaufnahmen machen.

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Mittags gibt es einen leichten Snack.

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Nachmittag spielen die Kinder im Pool. Natürlich mit mehreren Kameras im und am Pool.

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Natürlich gibt es auch Erfrischungen.

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Gegen Abend baue ich noch eine neue Tour für unseren letzten Fahrtag, denn es gibt noch ein Naturwunder, welches ich unbedingt sehen möchte, meine ursprünglich geplante Tour ist den Jungs aber zu weit.
Nach dem anstrengenden Tag am Pool hab ich natürlich Verständnis und baue einen Kompromiss zusammen.


Freitag 10.06.2016 Roc des Hourtous

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Heute gibt es zwei Ziele. Das erste ist der Roc des Hourtous, das zweite Luftbilder mit der Drohne von den fahrenden Moppeds.
Wir kommen zeitig los und haben am Anfang auf der gleichen Strecke wie am Mittwoch noch mal Spaß.
Nur Mauro kann nicht mit. Der ist gestern in der Sonne eingepannt und hat so einen Sonnenbrand, dass er nicht in die Moppedklamotten will.
Heute haben wir tatsächlich mal eine Wenig Verkehr. Tatsächlich sind hier einige LKW mit Holz unterwegs an denen wir aber gut vorbei kommen. Wieder bin ich von der Landschaft und der Streckenführung begeistert.
Auf dem Weg über die Hochebene haben wir auch wieder ein typisch französisches Erlebnis. Auf ca 15 km traumhafter Strecke mitten in der Einsamkeit haben die Straßenbauer neuen Belag aufgebracht. In Frankreich heißt das, ordentlich Kleber auf die Straße und dann 5 cm Rollsplit. Einen Monat später hat sich alles schön gesetzt und die Reste werden zusammengekehrt.
Mit dem Mopped nicht so wirklich lustig auf den 5 cm rumzueiern.

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Am ersten Tagesziel angekommen hat sich aber alles gelohnt.
Ein Ausblick bei dem ich feuchte Augen bekomme. Schade, dass es heute etwas diesig ist.

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Erstaunlich auch, dass auch dieses Naturwunder in privater Hand ist. D.h. man zahlt 1,50 Eintritt um die Aussicht zu genießen. Die Zäune würde in Deutschland zur sofortigen Inhaftierung des Betreibers führen, nicht nur wegen der Löscher durch die ein Kind passen würde, oder der Höhe die mir bis zum Oberschenkel reicht, sondern eben auch, weil sie an sich eher die Grenze markieren als zu schützen.
Hier ist alles herrlich entspannt und keiner stört sich daran. Ein bissl Eigenverantwortung ist doch gar nicht schlecht.

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Neben der Tollen Aussicht hält auch noch ein Schmetterling für eine Nahaufnahme still. Was will man mehr.
Übrigens ist es auch hier eher einsam und keinesfalls überlaufen.
Bei dem kauzigen Betreiber dieser Sehenswürdigkeit kann man auf einer Terrasse auch noch einen Imbiss nehmen. Das stemmt der Mensch alles als ein Mann Unternehmen, Respekt!
Für uns gibt es 4 x Omelett und 1 x eine einheimische spezialitäten-Wurst mit Pommes.
Die Omeletts sind genial und kann ich nur empfehlen.
Wir alle haben Mitleid mit Jörg dessen Wurst eher so aussieht wie das, was am anderen Ende rauskommt. Seinem Gesicht nach zu urteilen scheint das Ding auch Ähnlich zu schmecken.

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Nach dem Essen geht es eine kurze Strecke zu ganz vielen Spitzkehren runter nach La Maléne. Dort habe ich mir eine für die Luft-Fahraufnahmen ausgesucht. Wirklich der perfekte Platz und die Jungs fahren ganz brav dauern rauf und runter. Nur Holger ist auf und davon um noch mal selbst Bilder von der Aussicht zu machen.
Ich bin selbst gespannt wie die Aufnahmen sich im Reisefilm machen der noch kommen wird.
Danach geht es durch die Tarnschlucht. <strong>WOW!!!!</strong>. Dagegen ist die Ardeche-Schlucht ja Kinderkram. Absolut traumhaft. Ich habe zum Glück die Filmkamera mitlaufen. Ich komme aus dem Staunen kaum raus.
Nach über einer Stunde staunend durch die Tarnschlucht torkeln biegen wir ab und staunen noch mal. Die Ginsterblüte sorgt nicht nur für eine Optik wie bei Alice im Wunderland, auch der olfaktorische Eindruck ist fantastisch. Obwohl ich diverse Allergien und Heuschnupfen habe scheint mir Ginster nichts auszumachen. Ich genieße also in vollen Zügen die Eindrücke mit allen Sinnen.

Wir sind relativ zeitig wieder an der Villa. Alle sind von der improvisierten Tour begeistert. Jetzt haben wir noch so viel Zeit, dass wir die Moppeds heute schon verladen können. Macht die Abfahrt morgen etwas entspannter.



Samstag 11.06.2016 Heimweg

Der Heimweg verläuft fast erinislos. Aber Holger fasst sich ein Herz. Dieses Jahr ist so gar nichts passiert. Kein verlorener Helm, kein Unfall, kein defekt, ja nicht mal ein einziger Tag an dem wir beim Fahren nass geworden wären (eine Premiere!).
So ereignislos können wir das ja nicht vorbeigehen lassen.

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Um dem Urlaub den besonderen Kick zu geben, tankt Holger Benzin in seinen Landi und fährt dann auf die Autobahn.
Klingt dramatischer als es dann war. Natürlich wollte der Landi nicht mit Benzin fahren und hat das deutlich gemacht.
Der Abschleppdienst über den ADAC alarmiert kam aber recht bald. Der brachte das Gespann in die Werkstatt und hat es dort auch vom falschen Kraftstoff befreit. Nach einem Rücksetzen der Elektronik war alles wieder klar.

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In Deutschland hatten wir dann schnell wieder das gewohnte Wetter.


Fazit

Das inzwischen eingeschworene Team des MC Midlifecrisis macht riesen Spaß. Schade, dass es nächstes Jahr wohl nichts wird.
Die Cevennen sind mehr als eine Reise wert. Zu dieser Jahreszeit solch herrliche Strecken mit so wenig Verkehr, gar nicht so weit weg von der Heimat. Super.
Eine besondere Erwähnung verdient auch die Unterkunft, die tatsächlich optimal für Gruppen mit und ohne Mopped ist.

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Gruß
Dieter

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 10. Juli 2016, 18:30 
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Habe ich mit größtem Plaisir gelesen. :L .. da mir diese Orte alle wie vielen anderene hier im Forum ja auch bekannt vorkommen. Gut zuwissen, dass jetzt der Eintritt 1,50 Euro ist bei dem Ausblick in die Tarnschlucht. Alles in allem doch eine schöne Reise :D ... habe ich gerne geschaut und gelesen.... wenn Dur mir auf FCBK nicht den Link geschickt hättest, hätte ich den Bericht im Forum warscheinlich gar nicht gefunden.... :o :o :o .... Im übrigen.... da bin ich ja mal gespannt auf die Copter und Go Pro Fahraufnahmen... :) :) . gute Bilder habt Ihr ja auch gemacht.... so ne Salatschüssel gibt ja auch was her..... :mrgreen: :mrgreen:
Liebe Grüße Jürgen

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 10. Juli 2016, 20:02 
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Danke Dieter für den Einblick.

Im Juli werden wir mit einem bisschen Glück 1 Woche in Florac ( Cevennen ) sein.

Roc des Hourtour werden wir dann auch mal besuchen. Also Omlett und keine Wurst :L :L

Noch Tips was man mal sehen sollte :?: :?: :idea:

:mrgreen: :mrgreen:

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 10. Juli 2016, 20:04 
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Wohnort: Fertöszentmiklos
Toller Bericht mit wirklich schönen bildlichen Eindrücken, da war ich nocht, steht aber schon auf meiner Liste.
LG Klaus

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 10. Juli 2016, 21:09 
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Beiträge: 5622
Wohnort: 80993 München
Da es dieses Jahr auf eigenen Anhängern mit 5 Moppeds in die Cevennen geht
Die effektivste Route ist wohl die über Frankreich


Ein genialer Plan.

Ein klasse Bericht - hervorragende Bilder.
Und glaub mir, in diese Gegend kann man noch viel öfter fahren, ohne dass es langweilig wird, aber das hast du ja schon erkannt.

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maxmoto
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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 11. Juli 2016, 05:19 
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Registriert: Samstag 1. Juni 2013, 06:24
Beiträge: 2130
Wohnort: Freiburg
Moin Dieter! Bild

Ein toller Bericht, der sehr kurzweilig geschrieben ist! Bild Garniert mit tollen Fotos; und ebenfalls sehr hilfreich finde ich, dass Du immer wieder Bilder von eurer jeweiligen Tour eingefügt hast, sodass man eine Vorstellung hatte, wo ihr gefahren seid Bild

Mit einem Diesel mal Benzin tanken :? Shit happens! :lol: Frage mich auch immer wieder, wann mir das einmal passiert, da wir einen Diesel und einen Benziner haben. Da macht man einen gewöhnlichen Ablauf zigtausend Mal und irgendwann schleicht sich dann der Fehler in die Routine ein und uuupps! :mrgreen:

Eure Unterkunft sieht sehr gut aus und man sieht auf den Bildern, ihr habt es euch gutgehen lassen. Schön, wenn so eine eingeschworene Clique über Jahre gemeinsam verreisen kann.

Vielen Dank für den Bericht! Ich bin auf die bewegten Bilder gespannt... :L

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Allzeit gute und sichere Fahrt, Karim
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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 11. Juli 2016, 05:37 
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Beiträge: 12181
Wohnort: Idar-Oberstein
CrazyPhilosoph hat geschrieben:
...

Fazit...


Hi Dieter,

genialer Kurztripp mit recht langen Einzelrouten für die Gegend aber mit Basislager gut zu machen und wie man sehen kann sehr guter Stimmung.
Der organisatorische Aufwand von Planung und Umsetzung nebst Landi hätte zwar auch zu einer Mongoleireise gereicht aber so unterstreicht es Daheim und den Mitreisenden eher den Flair von Abenteuer und wie man sieht auch hier in Europa ist ein besonders Augenmerk auf die Qualität von Kraftstoffen zu nehmen oder besser den richtigen Kraftstoff. :lol: :L

Hast echt eine schöne witzige Schreibe und durch die Kürze bei entsprechender Reisedauer ist es auch sehr angenehm zu lesen. :L

Viele Grüße auch an die Mitreisenden. :D

_________________
Michael /mimoto

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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 11. Juli 2016, 05:38 
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Registriert: Sonntag 12. Dezember 2010, 15:58
Beiträge: 4472
Wohnort: Niederösterreich
Feine Tour des MC Midlifecrisis! :L

Schaut nach Entspannung pur und schönen Moppedausflügen in grandioser Landschaft aus.

Danke für's kurzweilige Schildern und Zeigen der tollen Bilder (man(n) bekommt große Lust auf eine Reise in die Cevennen).

Grüße

_________________
Gigl


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