Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 18. März 2018, 20:19 
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BildNeuseeland 2018 001 Titel by Michael, auf Flickr

Das Jahr 2017 war verletzungsbedingt eher urlaubsuntauglich, auf Krücken ist halt schlecht Motorrad fahren. Ursache war ein kleiner Unfall beim altmodischen Geländespocht Ende 2016 im fernen Rumänien. Dabei habe ich mir die untere Knie Gelenkplatte terminiert, wie alle behandelnde Ärzte bemerkten, eine üble Sache. Guckst du als Video.

BildKnieputt by Michael, auf Flickr

Nach zwei OP kann ich wieder fast normal laufen, komplette Streckung ist nicht mehr möglich, bedenklicher ist, das die Beugung halt stark eingeschränkt ist. Aber das Leben geht bzw. humpelt weiter.

Wie also das gesparte Geld und die Urlaubstage sinnvoll verbraten? Neuseeland ist schon lange auf der Liste. Ein Land sehr, sehr weit weg, am anderen Ende der Welt, dünn besiedelt, mit Menschen die eine Sprache sprechen, die dem Englischen etwas ähnelt. Man kann sich also meist verständlich machen. Was hat mich also bisher davon abgehalten, dort der bevorzugten Reisemöglichkeit mittels Zweirad nachzukommen?

Punkt 1: Die lange Flugzeit, so ca. 30 Stunden sind schon eine Ansage und die meist im Flugzeug auf begrenzten Platz mit ungemütlichen Schlafbedingungen.

Punkt 2: Wie kann ich mich dort mit einem motorbetriebenen Zweirad fortbewegen? Sein Eigenes verschiffen, ist aber bei einem geplanten Aufenthaltsdauer von 3 Wochen zu teuer. Bleibt also nur die Miete. Da gibt es aber inzwischen ein paar Neuseeländer, die voll in diese Marktlücke reingestoßen sind.

Punkt 3: Was das bloß alles kostet? Die Reisekasse entleert sich schnell, wenn man alleine die beiden ersten Punkte bedenkt. Und da man auch in Neuseeland zur Nahrungsaufnahme gezwungen ist und irgendwie, wenn es dunkel wird, einen mehr oder wenigen festen Schlafplatz haben möchte....................

Kurz gesagt, wer auf die Art reisen möchte, wird nicht billig wegkommen, aber ich gönne mir das einfach. Man lebt nur einmal, falls man den üblichen Religionen Glauben schenkt.

Außerdem dient es als Anhaltspunkt, was so die Motorrad Reisetauglichkeit meines Beines und die des restlichen Körpers anbelangt. Halbwegs laufen kann ich ja wieder und wie heimische Test ergaben, ist die Beugung zum Enduro Motorradfahren ausreichend.

Wo jetzt also der Abhälter ausgeschaltet wurde, die harten Fakten.

Flug wurde gesucht und bei Emirates gebucht, ca. 1300 EUR, Flugzeit ca. 29 Std. Es gibt preiswertere Möglichkeiten, die fliegen aber noch länger, keine Alternative. Habe im Nachhinein erfahren, das Südkorea Airline, oder so, etwas günstiger und kürzer fliegen, andere Flugroute mit Aufenthalt in Seoul. Wie der Flug war folgt im Reisetagebuch.

Jetzt kommt die Wahl des Motorrades. Grundsätzlich Schotter nicht abgeneigt, blieb also nur eine Enduro. Über den deutschen Veranstalter Move machte ich eine Yamaha 660 Tätärä klar. War mit am preiswertesten, was in diesem Fall für 3 Wochen bei ca. 1600 EUR lag.

Eine gute Wahl wie sich heraus stellte, da sich auf der Insel die Nebenstrecken von Asphalt urplötzlich in Gravel verwandeln. Da fährt es sich mit einem Straßenmoped suboptimal. Mehr zur Tätärä verrät das liebe Tagebuch.

Tja, und die restlich Ausgaben? Kurz gesagt, 1 NZ Dollar kostet ca. 0,60 EUR.

Sprit, also Petrol, ca. 2 Dollar

Restaurantbesuche, zwei Gänge, um die 40 bis 50 Dollar, wobei die aloholischen Getränge teuer sind.

Bed and Breakfast, Backpacker, von 50 bis 90 Dollar

Campingplatz

5-10 Dollar, "Wildnis" nur WC
13 Dollar DOC WC, kalte Dusche
20 Dollar, TOP 10 Holiday Park.

Landschaft unbezahlbar.

Wer per Garmin GPS unterwegs ist, für den gibt es diese Karte:

http://nzopengps.org/index.phpoption=com_content&view=article&id=6&Itemid=11

Ist routingfähig und ich bin damit sehr gut klar gekommen.

Für die Adventure Biker, wer es lieber unbefestigt mag, empfehlenswert: https://www.adventureridingnz.co.nz/welcome-to-adventure-riding-nz/

Jede Menge Strecken mit Beschreibung und GPS Tracks. Nur anmelden und man kann die Daten runterladen.

oder https://www.remotemoto.com/

hier muss man sich auch anmelden, erfährt aber dann, das für die Daten 99 NZD verlangt werden. Dafür ist das Angebot anscheinend größer als bei dem ersten Link.

Auch eine gute Quelle: http://advrider.com/index.php?forums/new-zealand.65/

Für Neuseeland gibt es genug Lesestoff, ich bin mit dem hier gut ausgekommen.

Bild_Bild
Bild_Bild


Das Neuseeland Tagebuch

Eingepackt wird alles, was man auch auf der Tour von zu Hause aus mitnimmt.

Das Campinggerödel

Zelt: https://www.wechsel-tents.de/zelte/travel-pathfinder-231060/

Schlafsack: http://www.sirjoseph.cz/en/products/sleeping-bags/i6-rimo-ii-600-968.htm

Matte: https://www.thermarest.com/mattresses/prolite-plus

die Foto- und Elektronikabteilung

BildNeuseeland 2018 001 Start-4 by Michael, auf Flickr

Kamera Olympus E-M10MarkII mit Olympus M.12-40mm F2.8, Akku Ladegerät Patona Olympus/Sony, FiiO - X3 Portable High Resolution Lossless Music Player, Kopfhörer Koss KSC 75

Garmin GPS Montana, Dell Venue 8 Pro Windows Tablet, Powerbank

TROND G4U 4-fach-USB-Reiseladegerät, Flugzeug Kopfhörer Adapter, Tablet USB Hub/Kartenleser, CSL - Ultra Slim Bluetooth Tastatur, Black Diamond Spot Headlamp

Backup Kamera Sony NEX 5


Normal- und Motorradklamotten und ein Packsack, der Vermieter stellt zwei Koffer, verschwinden in meinen Tauchkoffer. Genau, irgendwann für eine Kanadareise günstig gekauft, sehr geräumig und zur Not auch als "Rucksack" verwendbar. Mir wurde auch schon öfters gesagt, der taucht nicht.

BildNeuseeland 2018 001 Start-3 by Michael, auf Flickr

Mit diesem Gefährt und dem Rucksack für das kleine Bordgebäck, mache ich mich also Rosenmontag mit der Bahn von Köln nach Düsseldorf Flughafen auf. Klingt gefährlicher als es ist, die meisten Jecken sind bei anderen Zügen.

Der Koffer hat genau 29 kg, der neue Reisepass wird auch akzeptiert und so steht dem Start nichts im Wege. Fast nichts, den ein kleiner, blinder Passagier aus Island hatte sich noch im Rucksack versteckt.

BildNeuseeland 2018 001 Start-1 by Michael, auf Flickr

Muss der jetzt in den Frachtraum, was sagen die Neuseeländer? Die sind da etwas komisch mit Pflanzen, Tieren und so.

Pünktlich hebt der Flieger ab und nach Mitternacht feiere ich zum ersten Mal in 10.000 m Höhe meinen Geburtstag. Für Economie ist der Platz ganz ok, es gibt ein reichliches Angebot an neuen Filmen, Serien etc., nur in der Spieleabteilung sind sie irgendwie in den 80er hängen geblieben.

Essen ist halt flugzeugmäßig, Getränke reichlich, damit man nicht dehydriert und so. Nach 6 Stunden ist Zwischenstopp in Dubai, auschecken, ein paar Stunden kann man sich am Flughafen mit Diamanten eindecken oder einfach nur eine Liege suchen und versuchen zu schlafen, einchecken nicht vergessen.

Denn nun geht es nonstop nach Sydney. Irgendwann weiß man nicht mehr, ist es Tag, Nacht, soll man versuchen zu schlafen oder sich den fünften Spielfilm reinziehen? Busfahren im Jetstream. Oder wie bei der Serie Timetunnel, für die anwesenden alten Leute hier.
Landung in Sydney. Klingt das unangemessen? Egal, wieder auschecken. Toll, ich bin in Australien. Soll ich mir den Bumerang kaufen oder fühle ich mich wie einer? Alle bitte wieder einsteigen, ein kleiner Hüpfer und schon findet der Pilot Christchurch, Gott sei Dank.

Der neue Reisepass wird von der elektronischen Erfassung erst nicht erkannt, dann doch. Wahrheitsgemäß hatte ich ein Zelt, Stiefel angegeben, bitte in die Schlange zur Gepäckkontrolle, hoffentlich hält der isländische Vogel den Schnabel. Stiefel wollen sie nicht sehen, nur das Zelt wird auseinander gepflückt, aber nur das Überzelt begutachtet und anscheinend für rein erachtet. Alles wieder eingepackt, sie sind offiziell in Neuseeland angekommen.

Erste Schritte führen zum Geldautomaten, ausprobieren ob die neue Kreditkarte auch in fernen Ländern die Maschine veranlassen kann, Bargeld auszugeben. Sie konnte. Ich hatte im B&B Airport Magnolia Accommodation ein Zimmer gebucht, nicht weit vom Airport entfernt. Praktisch mit dem Bus 29 zu erreichen, aber mit der schweren Bagage gönne ich mir ein Taxi. Ein paar Minuten später und 20 Dollar ärmer, treffe ich dort ein, mitten im Wohngebiet, der Eingang führt durch den Garten. Der Vermieter ist anwesend, teilt mir den Code für die Tür mit, zeigt mir das Zimmer und die Essensmöglichkeiten in der Umgebung. Dollars wechseln den Besitzer und ich prüfe erstmal die Qualität des Bettes. Dieser Herr Jetlag macht sich irgendwie nicht bemerkbar, nur der Schlafmangel dämpft etwas die Urlaubsfreude.

Es wäre noch Zeit mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Dabei kann man sich auch gleich als Fußgänger an den Linksverkehr gewöhnen, immer erst schön nach rechts gucken. Doch leider werde ich doch ein Opfer der ungewohnten Verkehrsführung, als ich den Bus in der korrekten Fahrtrichtung ankommen sehe, dies aber leider auf der falschen Straßenseite geschieht. Den Sprint über die vierspurige Straße erspare ich mir, gehe noch was essen, genieße die abendlichen 20 Grad im Garten und probiere später wie es so ist, kopfüber zu schlafen, klappt ohne Probleme.

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Meine Reiseberichte: Neuseeland, Marokko, Island, Alpen, Korsika, Spanien, Italien, Prag, Balkan, Montenegro.......

Bilderflut https://www.flickr.com/photos/stollenvernichter/sets

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 18. März 2018, 20:31 
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Mensch das geht klasse los. Ein Glück habe ich diese woche Urlaub und kann das hautnah verfolgen. Bin gespannt. DD DD DD

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Sorry, my english is not the yellow from the egg,
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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 18. März 2018, 22:14 
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Bei Deinem Schreibstil passt der Spruch „Bei uns sitzen Sie in der ersten Reihe“
Schön das Deine Gesundheit wieder solche tollen Reisen zu lässt und freue mich auf den weiteren Bericht :L

PS:echt konsequent „Kamera Olympus E-M10 Mark II mit Olympus M.12-40mm F2.8“ = 24-80 bei Faktor 2


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 18. März 2018, 23:29 
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Wir haben das auch schon in Betracht genommen, als wir im Januar 2018 auf der Messe in FDH waren und am Stand von MOVE vorbeigekommen sind!

Werde also deinen Bericht mit Spannung verfolgen <daf>

Eine Frage habe ich gleich mal:

Was hast du/habt Ihr mit dem Motorradhelm gemacht? Zuzüglich zum Rucksack ins Handgepäck?
Ich hätte meine Bedenken, den ins aufgegebene Gepäck zu tun :Mh:

Gruss aus der Schweiz,

Fredy

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Geniesse das Leben - es ist immer zu kurz!

Gruss aus Opfikon bei Zürich
Aktuelles Motorrad: BMW R1200GS LC Modell 2016


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 18. März 2018, 23:43 
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Beiträge: 7109
Wohnort: 80993 München
Spannungsbogen perfekt gespannt.
UND schon viel Wissenswertes mitgeteilt.
:App: :App: :App:

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maxmoto
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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 19. März 2018, 00:06 
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Wohnort: 27211 Bassum
Moin,

Wow - geht flüssig runter beim Lesen. Prima Anfang. Freue mich schon auf die Fortsetzung.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 19. März 2018, 12:31 
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Swissflyer hat geschrieben:

Eine Frage habe ich gleich mal:

Was hast du/habt Ihr mit dem Motorradhelm gemacht? Zuzüglich zum Rucksack ins Handgepäck?
Ich hätte meine Bedenken, den ins aufgegebene Gepäck zu tun :Mh:

Gruss aus der Schweiz,

Fredy


Was für Bedenken? Helm wurde in den Koffer gepackt, fertig Zählt ja nicht zu den gefährlichen Gegenständen. Kann nicht explodieren, brennen. Je nach Besitzer könnte natürlich ein gewisses bakterielles Risiko bestehen. :D Und wenn der Koffer weg kommt, sind auch die Stiefel, der Moped Anzug etc. verschwunden. Alles Sachen, ohne die ich auch nicht fahren möchte. Beim Vermieter kann man sich im Notfall auch die Ausrüstung leihen.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 19. März 2018, 12:47 
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Registriert: Freitag 1. August 2014, 12:58
Beiträge: 1417
Wohnort: Fertöszentmiklos
Lässt sich gut lesen, da wird die Fortsetztung sicher interessant.
LG Klaus

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