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 Betreff des Beitrags: 4 Tage um Sydney herum
Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2013, 14:55 
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4 Tage mit dem Möpi in Australien (Freitag,11.01. – Montag, 14.01.2013)

Prolog
es Sonntag, der dritte und vorletzte Fahrtag und ich sitze im Hunter Valley auf meiner kleinen Terrasse und es REGNET.

Gerade noch rechtzeitig vor dem Gewitter bin ich hier heute am frühen Abend eingetroffen. Die Rezeption nicht mehr besetzt – das Restaurant nur von Dienstag bis Samstag geöffnet.

Zum Glück lag ein Zettel am Eingang mit meinem Namen drauf – „Hi Andre, you’ve got Cottage 203. the key is below the floor mat“ – zumindest denken sie mit ;-)

Es gibt noch einen kleinen general store der noch geöffnet hat – nix wie hin.

Nach dem ich heute unterwegs bei dem ein oder anderen Weingut eingekehrt bin, steht mir nicht mehr der Sinn danach, mich nochmal auf’s Moped zum nächsten Restaurant zu schwingen. Von daher ist jetzt Schmalhans Küchenmeister. Eine Stange Brot, ein Stück Käse eine Schüssel Oliven und eine Flasche eiskalter Semillion das muss reichen für den Abend.

Da es auch hier keinen I-net Anschluss gibt, setzte ich mich halt an den Reisebericht – besser als Selbstgespräche führen …. aber fangen wir von vorn an.

Nachdem ich Frau Hamm nach einer gemeinsamen Woche in Melbourne wieder wohlbehalten in den Flieger nach HongKong verholfen hatte, standen mir 2 Tage bevor, in denen ich meiner beruflichen Pflicht und Schuldigkeit nachkommen musste. Diese verliefen problemlos und erfolgreich, so dass ich mich am vergangenen Donnerstagabend von Melbourne nach Sydney begab. Der nächste Termin steht erst wieder am Dienstagmorgen im Kalender. Was also sollte ich diese 4 langen Tage mit mir allein anfangen ?

Ich könnte einen Wellenreitkurs auf Manley buchen, mich in der Sonne rekeln und den sonnengebräunten Sydneysiderinnen beim Beachvolleyball Spiel am Strand zuschauen. Abends in tollen Restaurants essen und danach in einigen der unzähligen fancy Bars von Sydney downtown mit dem ein oder anderen Kumpel den ich hier in den vergangenen Jahren kennengelernt haben abhängen.

Nöööö – alles schon gemacht. Versuchen wir mal was Neues.

Also miete ich mir ein Moped und fahre 4 Tage etwas um Sydney herum .

Ich ? Allein ?!
Wer mich kennt der weiß, dass das nun gar nicht mein Ding ist – aber es gibt ja für alles ein erstes Mal.

Am Freitagmorgen nehme ich „meine“ GS in Empfang – irgendwo in einem Stadtteil namens Annandale von Sydney.
Da wäre auch schon das erste Problem – Sydney ist mit 4.5 Mio Einwohnern nicht gerade ein Dorf und GPS gibt’s nicht.
Es braucht ungefähr 2 ½ Stunden, bis ich mich aus dem Gewimmel irgendwie gelöst und dabei auch gelernt habe, das Highway nicht gleichbedeutend mit Schnellstrasse oder Autobahn ist. Vielmehr verläuft der Highway No. 1 ziemlich quer durch Sydney und ist mitunter nichts anderes als eine 2 spurige, vielbefahrene Straße.

Raus aus der Stadt, rein in den National Park – aaahh herrlich, kaum Verkehr und eine seicht geschwungene Straße die sich am Pazifik durch den Park schlängelt.

Irgendwo biege ich links ab und will in eine Bucht hinunter, die ich von oben einsehen konnte. Nach 2 KM ein Pförtnerhäuschen – 11 $ ?!?!?

Hallo, ich will nur mal kurz gucken – der Kollege mit der Mütze zeigt Verständnis und winkt mich durch 
Kippchen, Käffchen, kurz geknipst und wieder zurück auf die Hauptroute durch den Park.

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Es schängelt sich, rechts Wald links der Pazifik. Irgendwann ist der Park zu Ende und ich befinde mich auf dem Great Pacific Drive. Eine Art Autobahn (auf der aber nur 90 gefahren werden darf). Alle Nase lang eine kleiner Ort durch den ich mich durch wusel.

Hier verbringen also die betuchteren Leute aus Sydney ihre Wochenenden.
Ich war noch nie in Kalifornien, aber so ungefähr stelle ich es mir vor. Pieksaubere Örtchen mit einem kleinen Hafen und schicken Häusern mit Blick auf’s Meer.

Irgendwo mach ich halt, bestell mir fisch and chips und glotze auf’s Meer. Ist alles ganz nett, aber irgendwie langweilig denke ich mir.
Oh je, knapp ein paar Stunden unterwegs und schon fehlt die Begleitung – dass kann ja toll werden.

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Das geht so eine ganze Weile weiter und irgendwann biege ich nach rechts ins Inland ab.

Kangaroo Village ist mein Ziel für heute.

Es wird hügeliger, die Straßen enger und es wird wärmer – offen gesagt scheiss heiß. Die Temperaturanzeige im Cockpit zeigt irgendwas bei 40 Grad. Visier hoch – uhh, geht auch nicht. Es ist, also ob Dir jemand einen Fön ins Gesicht hält.

Meine Augen tränen und brennen. So richtig gut gucken kann ich nicht mehr. Ich habe zwar eine Sonnenbrille, die hab ich aber sicherheitshalber mit meinem restlichen Gepäck im Hotel in Sydney gelassen ;-)

Gegen 18:00 Uhr treffe ich in meinem BnB Tall Trees bei Shayne im Kangaroo Village ein. Es ist noch ein anderes Pärchen dort – Richard und Alice, die zu einer Bush-Hochzeit eingeladen sind.
Wie der Name BnB schon sagt, gibt es dort kein Abendessen. Aber zur Begrüßung erst mal ein kaltes Bier und eine dringend benötigte Dusche.

Der Magen knurrt und die Betreiberin Shayne meint, im Ort ein Stück weiter gibt es einige Restaurants und einen netten Pub - so mit fetten Steaks und Salat, genau was ich mir gerade vorstelle.

Ich würde mich nicht gerade als kommunikationsgehemmt einstufen, aber kennt ihr die Vorstellung irgendwo an einer Kneipe anzuhalten, man hört Gelächter und Stimmen und just in dem Moment wo Ihr Dir Tür öffnet, ist es totenstill und alle Augen sind auf Euch gerichtet ?!?

So geschehen im Kangaroo Village – Du machst die Tür auf und alle starren Dich an, die Musikbox scheint plötzlich stromlos zu sein. 20 Augenpaare ein jedes unter einem Crocodile Dundee Schlapphut versteckt und mehr Haare im Gesicht als Catwiesel sind auf Dich fokussiert.
Kurz tief Luft holen, einen hörbaren lauten Gruß in die Runde geschleudert und der Sprung durch die Zeitschranke scheint sich auf ein Augenblinzeln zu verkürzen und alles ist gut ;-)

Ein mächtiges T-Bone Steak mit Fritten und Salat – 2 pint lokalen Gerstensaftes und die Welt ist in Ordnung. (ich weiß, man fährt nicht Moped unter Alkoholeinfluss, aber ich bin auch nur ein Mensch und es waren lediglich 2 KM gerade aus).
Der Abend klingt dann noch sehr gemütlich mit Richard, Alice und Shayne bei einer Flasche kalten Weißen und viel Gelächter aus.
Kängurus habe ich übrigens nicht entdecken können, obgleich Shayne beteuerte, es gibt sie hier zuhauf.

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Am nächsten Morgen werden zunächst die aktuellen Buschfeuer Meldungen gecheckt – alles gut nicht brennt auf dem Weg zum nächsten Tagesziel.

Der führt mich dann recht unspektakulär wieder nach Norden in Richtung Blue Mountains. Unterwegs, irgendwo an einem Supermarkt im Nirgendwo treffe ich Elson.
Elson, ist der Optik nach dem indischen Subkontinent zuzuordnen, ist Pilot bei Quantas und schwärmt von Europa und BMW. Er selbst fährt eine F800 (das Strassenmodel – ich glaube das heißt auch so) und ist dazu in so einem Volllederanzug eingetütet. Ganz schön warm, oder ? Das Thermometer zeigt gerade wieder 38 Grad.

Wir quatschen ungefähr `ne Stunde auf den schattigen Stufen des Supermarktes und er schlägt vor, mich ein Stück zu begleiten. Er kenne da eine tolle Strecke, die auf meiner Route liegt.

Freudig schlage ich ein und so zuckeln wir zusammen los.

Zuckeln ist wörtlich zu nehmen, da es fast ausnahmslos Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt die im Bereich 60 – 80 km/h liegen.

Elson fährt einen Umweg von 50 km und hat mir eine schöne Strecke gezeigt. Fahrerisch nicht anspruchsvoller als die norddeutsche Tiefebene ;-) – was soll’s man kann nicht alles haben.

So langsam komme ich in der Region der Blue Mountains und verpasse natürlich auch kein einziges Hinweisschild zu irgendeiner Sehenswürdigkeit oder Lookout.

Das faszinierende am Alleinfahren ist ja, dass man nichts mit sich anzufangen weiß und auch niemanden zum Quatschen hat. Ergo steuert man jeden Punkt eines Reiseführers an, ob er einem nun interessant erscheint oder nicht – was hat man sonst zu tun.

Und so kommt es, dass man sich jede Souvenir Bude in der irgendwelcher Gedöns verkauft wird oder Kirche oder Schrebergarten ansieht, der im Reiseführer als Sehenswürdigkeit gepriesen wird. Sorry, aber Fotos habe ich von den ganzen HIGHLIGHTS dann doch nicht gemacht.

Das Problem in Australien ist ja auch etwas die fehlende Geschichte. Im Wesentlichen bilden ja die zu lebenslang deportierten Kriminellen der britischen Insel die Basis der aktuellen „Ur“-Bevölkerung.
Die wiederum schafften es, innerhalb weniger Jahrzehnte, die Jahrtausend alte Kultur der Aborigines im Grunde vollständig zunichte zu machen.

Demzufolge ist hier jedes Kolonialwaren Geschäft, das irgendein „McSowienoch“ mal zusammen gezimmert hat, dann zu einer Poststation umfunktionierte und dann in ein gut gehendes Bordell umbaute, ein historisches Highlight ;-)

Aborigines sieht man quasi gar nicht bis auf ein paar betrunkene in den Innenstädten oder für die Touristen bemalt im Hafen von Sydney wenn Sie publikumsträchtig dort in Ihren Holzstamm tröten das die Heide wackelt.

Blue Mountains – Katoomba .
In diesem Örtchen konzentriert sich quasi alles, was es in / um und über die Blue Mountains zu sehen oder wissen gibt.
Echo Point / Three Sisters / Scenic World, sowienoch Lookout etc.

Ich komme am frühen Abend an und knipse neben den Horden von anderen Touristen die obligatorischen Fotos.

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Unterkunft finde ich im Lurlaine House – einem wirklich tollen BnB. Super nette Bewirtschaftung ganz putzige Zimmer mit Baldachin Bett und Kamin im Zimmer.
Peter und Suzanne, die Betreiber, kümmern sich wirklich liebevoll um Ihre Gäste. Wifi code hier, Ice-water hier, etc. etc.

Nach einer erfrischenden Dusche mache ich mich zu Fuss auf ins 10 Minuten entfernte Zentrum. Auf der
Hälfte des Weges verfluche ich mich selbst, warum ich bei immer noch 37 Grad nicht das Moped genommen habe.

Dennoch – ich finde einen netten Pub (diesmal ohne die Catwiesels) und genieße auf’s Neue die australische Kunst des Steak Bratens (auf die Sekunde genau medium).

Mein Tresen Nachbar erzählt mir noch was von einem Rockkonzert, dass in der Gegend steigt – so genau verstehe ich ihn aber nicht mehr. Ob das an seinen oder meinen Bieren lag oder aber an dem überaus gewöhnungsbedürftigen Aussie-Dialekt dem ich aufmerksam zu folgen versuche – wer weiß es so genau.

Auch ohne Konzert finde ich mein Zuhause wieder und bin dann doch bass erstaunt, dass in dieser heimeligen Herberge (zumindest in meinem Zimmer) keine der mir doch so liebgewonnene Klimaanlagen zu finden ist.
Alle Fenster und Türen auf, den elektrischen Luftquirl auf Höchststufe geschaltet, finde ich dann doch irgendwann in den Schlaf.

Am nächsten Morgen – Peter und Suzanne wie gewohnt zuckersüß, bereiten ein opulentes Frühstück – was soll ich da jetzt noch die fehlenden A/C erwähnen und dass weder Comp. noch I-phone überhaupt irgend ein Netz anzeigten, dass geneigt wäre, den genannten WiFi code zu akzeptieren.

Die Messe ist gesungen – auf ein Neues – Hunter Valley ich komme.

Zu meinem Erstaunen ist es frisch heute Morgen, richtig frisch sogar. Das Thermometer zeigt 11 Grad und bestätigt, dass die Wettervorhersage in Australien genauso verlässlich ist, wie die in Deutschland.

Ich bin froh, dass ich noch ein langärmeliges T-Shirt eingepackt habe. Die geliehene Textiljacke (das ungläubige „do you really want a jacket ???“ des Vermieters noch im Ohr) und das T-Shirt lassen mich dennoch die ersten 2-3 Stunden ein bisschen schlottern.

Wie gehabt, werden kurz vor Abfahrt die Feuermeldungen gecheckt. Alles grün. Ich hatte zunächst ein bisschen Bedenken, da die geplante „Putty road“ ungefähr 169 km endlos quer durch den Wald geht.

Ich bin dann wie gehabt (man hat ja sonst nichts zu tun) jeden Lookout angesteuert, den der Reiseführer hergab. Leider überall das gleiche Bild – mitten in den Wolken – nix zu sehen.

Dann auf der Putty Road – die Locals haben mir immer von dieser Straße vorgeschwärmt.
Nun, es ist eine Wald Straße, gut ausgebaut, eine Spur je Richtung – also nichts wirklich Besonderes. Sie schwingt sich federleicht von einer Kurve zur anderen - genüssliches cruisen würd ich mal sagen, nur dass es rechts und links außer Wald nichts zu sehen gibt. Dennoch ist es die schönste und fahrerisch angenehmste Strecke die ich bislang hier gefahren bin.

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Und Kängurus hab ich zuhauf gesehen, allerdings nur als Roadkill am Wegesrand. Das läßt einen schon etwas aufmerksamer um die Biegungen gleiten. So ein Känguru hat ausgewachsen doch schon eine Statur, die einen definitiv vom Moped holt.
Die ebenfalls oft am Wegesrand zu findenden Wallabies sind quasi die Zwergform des Känguru – ebenfalls gut für einen plötzlichen scharfen Bremser und Schlenker.

Irgendwann komme ich im Hunter Valley an. Mittlerweile hat sich die Temperatur wieder bei 30 Grad eingepegelt und das Langarmshirt ist wieder in den Niederungen der Seitenkoffer verschwunden.

Hier reiht sich ein Weingut an das nächste und wer das nächste Mal im Supermarkt vor den australischen Weinen steht, dem werden vielleicht Namen wie Tyrell / Lindemann / Rosebrook etc. vor die Finger kommen – zeigt ein wenig Respekt, das sind tolle Weingüter und die keltern einen hervorragenden Traubensaft.

Wie auch im Yarra Valley haben alle Weingüter eine Cellar Door und i.d.R. eine superbes Restaurant angegliedert.

Auch ohne Reiseführer hält man hier und dort. Nippt einen Schluck (den man selbstverständlich wieder in das nebenstehende Gefäß wieder ausspuckt – oder auch nicht), ißt ein Häppchen und läßt den lieben Gott einen guten Mann sein.

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Nur dann kommt es wieder, dieses booooaaaah ist das langweilig, ganz nett ja, aber keinem mit dem man etwas teilen kann, kein rumblödeln, nix …. nur man selbst.

So nun bin ich also in „meinem“ Village angekommen, der Semillion hat hervorragend gemundet, die Oliven, der Käse und das Stangenbrot auch – und draußen regnet es immer noch.

Morgen steht noch die letzte Etappe zurück in die Glitzerwelt Sydney an. Ich hoffe der Wetterbericht hat mal wieder nicht Recht und es regnet nicht – und dann werde ich mal einen Kumpel anrufen und ihm in einer der schicken Bars von meinen spannenden Erlebnissen berichten und wahrscheinlich wird es viel facettenreicher und farbenfroher als es wirklich war.

Heute geht es vom Hunter Valley zurück nach Sydney. Ein Blick nach draußen verspricht nichts Gutes.
Es regnet zwar nicht mehr, aber es ist bewölkt und die Temperatur liegt bei 12 Grad. Also wieder das L-Arm-T-shirt unter die Jacke und los geht’s.

Die Strecke verläuft entlang der Bergausläufer immer in den Tälern entlang. Es schlängelt sich schön, die Strassen sind noch nass aber es gibt ja keinen Grund zur Eile.

Die Vegetation wechselt hier immer radikal. Eben noch wie in Österreich, jetzt wie im brasilianischen Urwald. Und Uuuups, das stand ein Känguru am Wegesrand – Gas weg und gaaaaanz gemütlich weiter.

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Es ist wirklich eine tolle Strecke . Sanfte Hügel auf und ab Kurven reihen sich aneinander und die Luft riecht und schmeckt irgendwie sehr fremd, sehr exotisch.

Plötzlich ein Abzweiger, der auf meiner Karte so eigentlich gar nicht eingezeichnet war. Wisemans Ferry 57 km.

Die Straße wird schlechter und dann ein Schild „next 35 km gravel road“. Uiiihhh, das steht eigentlich unter den „DO NOTS“ in dem Mietvertrag, aber was soll‘s, so schlimm wird’s schon nicht werden.
Und richtig, die Straße ist perfekt geschottert – keine großen Schlaglöcher oder Aussetzer, es fehlt lediglich der glatte Asphalt oben drauf.

Auch die Temperatur hat sich wieder bei angenehmen 25 Grad eingependelt und je näher ich Sydney und dem Pazifik komme, umso mehr reißt die Wolkendecke auf und blauer Himmel macht sich breit.

Der Hawkesbury River führt erstaunlich viel Wasser und teilweise bis an die Straße.
Erstaunlich wie eng die Gegensätze doch beieinander liegen. Ein paar Kilometer entfernt stehen tausende Hektar Boden in Flammen und hier sieht es aus, als könne die nie geschehen.

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Nach der Fährfahrt nehme ich die Old Great Northern Road Richtung Sydney. Eine wunderschöne Gegend mit fast ausnahmslos Herrschaftlichen Gütern säumt den Weg.
Die Straße windet sich sanft mal den Hügel rauf dann wieder herunter und es ist wirklich fantastisch zu fahren.

Gegen frühen Nachmittag tauche ich in die Vorstädte Sydney’s ein. Immer noch schön anzusehen, aber der Verkehr nimmt rapide zu und die Geschwindigkeit wird strikt auf 60 km/h reglementiert. Alle paar hundert Meter steht ein Blitzer und bei den Strafen lohnt es wirklich nicht, hier irgendwas zu riskieren.
Wie auch am Tag der Abreise verwurstel ich mich in den Irrungen der für meine Verhältnisse riesigen Stadt.Nach den üblichen 2 Stunden finde ich meinen Weg zur Verleihstation und gebe die GS wieder ab.

Jetzt noch schnell ins Taxi und ab in die Innenstadt. Hotel, Dusche und dann kurz zu Fuß in den Hafen etwas Essen und nochmal mental wegpusten lassen von dieser unglaublichen Stadt ;-)

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Resümee –
Ich bin jemand, der noch nie allein irgendwo auf Tour gegangen ist. Es hat Bruchteile von Momenten gegeben, in denen ich es schön fand allein zu sein. Eine ganze Reihe von Momenten wo es mich nicht gestört hat allein zu sein – aber dazu muss ich nicht allein unterwegs sein. Ein Reisepartner, der auch mal 5 Minuten den Mund halten kann wo es passt ist mir da 100 Mal lieber.

Es war eine nette Tour, wiederholen würde ich sie nicht.

Australien selbst ist nach wie vor eines der tollsten Länder, das ich bereist habe und werde auch immer wieder freudig hierher zurückkehren.

Die Leute, die Landschaft, das Feeling – es muss nicht immer spektakulär sein, aber das Paket als solches ist schon einmalig.

Obgleich ich ein „Landei“ bin – reizen mich hier besonders die Städte Sydney und Melbourne.

Gerade wieder in Sydney angekommen kann ich immer wieder nur betonen W O W - das ist definitiv eine andere Liga als alles was ich aus Europa kenne.

Außerhalb der Städte ist es schön, aber nichts was man nicht auch von Europa her kennen würde. Ich kann hier jedoch nicht über das wirkliche Outback oder die Wüsten sprechen – so weit habe ich mich bis jetzt noch nie von den Städten entfernt.

Wer die Möglichkeit und das Interesse daran hat – sollte Australien besuchen. Nur eine offene Warnung – fangt nie an Preise zu vergleichen. Meine aus HongKong mitgebrachten Kippen neigen sich dem Ende, so dass ich mir gerade ein neues Päckchen gegönnt habe ……………..$ 22,50 (nicht die Stange, sondern das Päckchen). Und mein kleines aber sehr nettes Abendessen gerade im Hafen von Sydney hat mit läppischen 160,- $ in die Kasse geschlagen – und ich war allein ;-)

Ein paar weitere Fotos findet Ihr hier

https://picasaweb.google.com/108629487783758852885/Australien4TagesTrip?authuser=0&authkey=Gv1sRgCPG2zsqlpMyKKQ&feat=directlink

Viele Grüße
Andre

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Glück ist wie pupsen, wenn man es erzwingt wird's Scheisse ;-)


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Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2013, 15:15 
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Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2013, 15:22 
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Andre hat geschrieben:
Ich würde mich nicht gerade als kommunikationsgehemmt einstufen, aber kennt ihr die Vorstellung irgendwo an einer Kneipe anzuhalten, man hört Gelächter und Stimmen und just in dem Moment wo Ihr Dir Tür öffnet, ist es totenstill und alle Augen sind auf Euch gerichtet ?!?

So geschehen im Kangaroo Village – Du machst die Tür auf und alle starren Dich an, die Musikbox scheint plötzlich stromlos zu sein.


Welcome to the bush :mrgreen:

Hi André,

irgendwie stimmt es mich fast ein wenig traurig (trotz des Neids, den ich auf dich hatte :lol: ), dass du die Tour offenbar nicht so richtig genießen konntest - aber wenigstens dürfte der letzte Tag auch vom Fahren her einigermaßen entschädigt haben. Ich bin seinerzeit ganz allein mit einem alten Ford Panel Van von Brisbane zum Ayers Rock ins Red Centre, weil meine Freunde allesamt meinten, dass sie so etwas verrücktes nicht machen und es dort nur fucking hot ist - seither genieße ich es immer wieder, auch mal allein zu reisen oder Touren zu unternehmen. Was nicht heißen soll, dass ich nicht auch gerne in Gesellschaft unterwegs bin - absolut, alles eben zu seiner Zeit.

Danke für den Bericht (auf den ich schon ungeduldig wartete) und die :L Fotos, ich finde nicht nur jene von Sydney Harbour toll :)

So long,

da Wolf

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...der mit dem Tiger tanzt

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 Betreff des Beitrags: Re: 4 Tage um Sydney herum
Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2013, 16:15 
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Klasse Bericht und Fotos von "da Unten" !
Manche Bilder sehen aus wie französische Atlantikküste andere wie Provence oder Luberon.
Gefällt mir, allerdings sind die Preise schon recht heftig :shock:
Und 18€ für die Schachtel Kippen würde mich auch zum Single Reisenden machen .
Madame la Sozia würde da nicht mit kommen :P

Grüssle
Jojo

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 Betreff des Beitrags: Re: 4 Tage um Sydney herum
Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2013, 16:48 
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Andre hat geschrieben:

Zuckeln ist wörtlich zu nehmen, da es fast ausnahmslos Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt die im Bereich 60 – 80 km/h liegen.

Klingt nicht so, als müsste ich da unbedingt hin.

Elson fährt einen Umweg von 50 km und hat mir eine schöne Strecke gezeigt. Fahrerisch nicht anspruchsvoller als die norddeutsche Tiefebene ;-) – was soll’s man kann nicht alles haben.

Auch das reizt mich jetzt nich so wahnsinnig.

Gegen frühen Nachmittag tauche ich in die Vorstädte Sydney’s ein. Immer noch schön anzusehen, aber der Verkehr nimmt rapide zu und die Geschwindigkeit wird strikt auf 60 km/h reglementiert. Alle paar hundert Meter steht ein Blitzer und bei den Strafen lohnt es wirklich nicht, hier irgendwas zu riskieren.

Da ginge es mir, wie in der Schweiz. Ich schau mehr auf den Tacho als auf die Straße um nur ja nicht zu schnell zu fahren. Sich beim Fahren auf die Blitzer zu konzentrieren kann man, glaube ich, bei der guten Tarnung vergessen.

Obgleich ich ein „Landei“ bin – reizen mich hier besonders die Städte Sydney und Melbourne.
Gerade wieder in Sydney angekommen kann ich immer wieder nur betonen W O W - das ist definitiv eine andere Liga als alles was ich aus Europa kenne.

Das kann ich mir wirklich gut vorstellen. Habe bislang auch noch nie etwas Negatives von Sydney gehört.

Außerhalb der Städte ist es schön, aber nichts was man nicht auch von Europa her kennen würde.
Andre


Servus Andre,
ich hoffe Du verstehst mich, wenn ich mich so paradox ausdrücke.
Vielen Dank für den wirklich erfrischend geschriebenen Bericht, die persönlichen Eindrücke und Empfingungen, Du hast mich (obwohl alleine) mitfahren lassen. Die Fotos machen den Bericht authentisch und man glaubt zumindest einen kleinen Eindruck von um Sydney herum zu bekommen. OK es waren nur 4 Tage, ich glaube aber, dass 4 Tage Italien oder Frankreich Spektakuläreres bieten.

Wo ist das Paradoxe? Ganz einfach.
Wunderbarer Bericht mit Super Fotos.
Für mich: Muss ich nicht hin. Reizt mich weniger als vorher (vor dem Bericht) und Preise muss ich halt vergleichen, denn ich muss sie ja auch bezahlen und da beists aus.
Und gerade deshalb: Danke! Der Bericht hat mich als unbedarften Australien-Träumer ein wenig in die Wirklichkeit geholt.
max

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maxmoto
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 Betreff des Beitrags: Re: 4 Tage um Sydney herum
Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2013, 17:36 
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Max, Tempolimits von 60-80 werden mit einem 650er (lowtech-)Einzeller deutlich erträglicher. Während man sich beim 100++PS-Mopped bei dem Tempo wie eine Schnecke im Winterschlaf fühlt, öttelt es sich mit dem 1Zeller da mit einer Wohlfühlgeschwindigkeit dahin.

André, herzlichen Dank für die schönen Eindrücke. :L Was hat es sich mit den Tarantula- und den Marsianerfotos auf sich?

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 Betreff des Beitrags: Re: 4 Tage um Sydney herum
Ungelesener BeitragVerfasst: Dienstag 22. Januar 2013, 18:15 
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Wohnort: Idar-Oberstein
160 Doller für ein Abendessen....
Waren da auch Mädels die an Stangen rauf und runter gerutscht sind . :lol:

Schön das Du wieder da bist :L

Super geschrieben, auch gut nachzufühlen was in Dir vorging. 40 Grad und dann wieder nur 11 ist fasst nicht zu Glauben, letztere wäre mir aber lieber. Bald hast Du ja wieder jemand der auch mal 5 Minuten nix quatscht. :mrgreen:

Grüße

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Michael /mimoto

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