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3 Monate durch Nordindien ( 2016)
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Autor:  Thatsmyway [ Sonntag 22. Oktober 2017, 18:41 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

12.07.2016: Turtuk

Na was für eine Überraschung! Dieser Ort.

Im Grunde war es dann verdammt einfach, über den Khardung La Pass in das Nubra Valley zu kommen. Das was die Leute gesagt haben, stimmt. Wenn man sich sehr früh auf den Weg macht, so zwischen 5:00 und 5:30, macht der Taxi Check Point kein Problem. Zwei Hanseln sind dort gestanden, die mich und zwei Motorradfahrer, die wohl die selbe Idee hatten wie ich, geflissentlich ignoriert haben.

Hahaha!

....Was habe ich nicht zahlreiche imaginäre Kämpfe in denen ich heroisch meine Enfield vor einem Mob wütender Taxilenker vor meinem inneren Auge ausgefochten, und mir Rennen mit madmaxartigen motorisierten Ungetümen auf denen immer ganz klar "Taxi" zu lesen war,geliefert. Und dann das....nix. Die ganze Aufregung umsonst. :)


Der Weg auf dem Pass war bis auf die letzten 10 Kilometer, gut ausgebaut. Als die Straße schlechter wurde, wurde auch das Wetter schlechter: Nebel und bitter kalt. Da halfen auch meine Wintermotorradhandschuhe nichts. Zu guter Letzt hat es dann noch zu schneien angefangen. Oben angekommen hatte ich wieder mal Glück. Die Sonne kam raus und glitzerte im frischem Schnee und ewigem Gletscher.
Der angeblich höchste befahrbare Pass der Welt! Über 5600 m! ....Nur stimmt es höchstwahrscheinlich nicht. Auch wenn es im Guinnessbuch der Rekorde steht. Aber alle neue Messungen ergeben eine Höhe von rund 5225 m. Ist ja auch nicht schlecht :)
Ich war gerade mit dem obligatorischen "Passfotoshooting" beschäftigt, da blieb ein Truckfahrer neben mit stehen, öffnete die Türe und wachelte mit einem Benzinkanister:" is it yours? " Hmm war es. Mir war gar nicht aufgefallen, dass der Kanister aus der Halterung gefallen war. Bis zu diesem Zeitpunkt, habe ich es für unmöglich gehalten, dass der Kanister, egal wie holprig die Straße ist, heraus fallen kann. Aber nun ja, die Straße war zum Teil holprig gewesen, sehr holprig.
Überglücklich nahm ich den Kanister entgegen und bedankte mich ausführlich.

Die Fahrt ins Nubra Valley war wieder mal ein Augenschmaus. Das erste Ziel war Sumur. Ein kleiner, Ort mit einem sehr schönen Kloster. Es war ein guter Ort um sich auszurasten. Das frühe Aufstehen, die Anspannung ob alles klappen würde oder nicht, und die schlechten Straßen haben mich ganz schön müde werden lassen. Mein Guesthouse im Grünen war da genau das richtige für ein ausführliches Nachmittagsschläfchen.

Am nächsten Tag war ein Halbtagesausflug nach Panamik, bekannt für seine heißen Quellen angesagt. Die Quellen, naja, nicht den Weg wert. Aber die Landschaft war es. Entlang des Nubraflusses, immer wieder durch die netten grünen Ortsoasen, Wasserfälle und umrahmt von massiven Bergketten. Manchmal ist doch der Weg das Ziel.

Strom gibt's im ganzen Nubra und nur zwischen 20:00 und 23:00 Uhr. Dafür manches mal mit Internet.

13.07.2017 Turtuk

Die Anfahrt nach Turtuk war "wild". Nicht der Straße wegen, die war durchgehend sehr gut. Aber die Landschaft war es. Zunehmend hat sich das Tal verengt. Nach Hundur, mit seinem Sandspielplatz, mit Kamelen und Atvs für große und kleine Kinder, nahm der Verkehr rapide ab. Die Ortschaften wurden kleiner, der Abstand der Orte zueinander, größer. Die Felsfomationen links und rechts rückten näher zueinander. Ein bedrückendes Gefühl, aber gleichzeitig ein Hochgenuss durch diese harsche Landschaft mit dem Motorrad zu tuckern.

In Turtuk angekommen, habe ich mir gedacht: die Fahrt hierher war ja wunderbar, aber was mach ich da?. Eine schlechte schlammige Straße, ein paar Häuser und warum zeigen alle Schilder für Homestays und Guesthouses den Felsen hinauf? Alles nicht sehr einladend.
Auch die Anreiner deuteten bei Nachfrage den nackten Felsen hinauf. Also, das Motorrad geparkt und den steilen Fußweg hinauf. Schwer keuchend und neugierig was mich wohl erwartet, watschelte ich die Serpentinen hinauf und dann....wow! Eine große fruchtbare Ebene, in der das Korn geduldig auf die Ernte wartete, dazwischen Pfirsichbäume voll mit Früchten. Frauen und Männer am Feld arbeitend und dazwischen kleine Häuser mit üppigen Gärten und kleine Homestays. Keine Autos! Kein sonstiger Lärm, ein wenig Abendsonne. Ein sehr friedlicher Ort, geprägt durch ihrer muslimische Religion, aber nicht aufdringlich. Ein Platz zum Schlafen war schnell gefunden und vom Dach aus ist der Blick über die Felder in das Tal bis nach Pakistan einfach unbeschreiblich. Einfach da sitzen, und in der untergehenden Sonne die Menschen beobachten die am Feld arbeiten. Auf einem abgeernteten Feld, haben sich mehr und mehr Kinder zum Spielen getroffen, ganz ohne technische Hilfsmittel, und haben stundenlang gespielt und zwar mit......Nichts. Kein Ball, keine Plastipistole, einfach eine Art, Fangen mit gewissen Regeln und zwei Teams. Das Lachen war im ganzen Tal zu hören.

Am Abend kam noch eine Gruppe ins Homestay. Eine Luxenburgerin, ein Amerikaner und zwei supernette jungen indische Touristen , ein Mann und eine Frau, alle wild zusammengewürfelt, für eine kurze Jeeptour, in dasselbe Guesthouse. Es war ein sehr lustiger und schöner Abend. Das Essen, Dhal mit Kidney Bohnen und Kürbis war ebenfalls sehr gut. Es war überdies auch sehr informativ: Die große positive Seite, dass jetzt auch so viele indische Touristen mit exzellenten Englischkenntnissen unterwegs sind, ist, dass jetzt vertiefende Gespräche abseits von " whats your name ; where do you come from ; do you have children? " möglich ist.
Mir war aufgefallen, dass, im Gegensatz zu meinen früheren Reisen in Indien, ich kaum noch Inder gesehen habe, die mit der Hand gegessen haben. Genau genommen war es bis zum gestrigen Tag eine Inderin und ein paar Kinder bei einer Ausspeisung in einem Tempel.

Und nun zusätzlich die beiden indischen Touristen. Beide bestätigten, dass es nicht mehr so üblich ist wie früher. Kindern wird beigebracht, zuerst die anderen anwesenden zu fragen ob es eh in Ordnung ist, mit der Hand und ohne Besteck zu essen.

Ich kann mich Noch gut erinnern, wie wir 1993 den jungen Kashmiri, der uns die Reise nach Kashmir vermittelte, in Delhi in ein Restaurant eingeladen haben. Er hat an diesen Abend das erste mal in seinem Leben Besteck benutzt. Er war um die 20 Jahre alt.


Manches mal habe ich das Gefühl die Mittelschicht ist fremd in ihrem eigenen Land, sobald sie ihre Komfortzone verlässt, wie es eben auf Reisen passieren kann.

Natürlich ist Turtuk kein Paradies. Gerade die Frauen arbeiten derzeit, da Erntezeit von vor Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang. Es ist verdammt harte Arbeit. Und Männer helfen nur selten. ( immerhin gibt es welche, die es tun)
Und irgendwelche Vollkoffer hat den Kindern das Betteln beigebracht. Sie stürmen einem, mit ausgestreckten Händen, entgegen und rufen: "One Chocolate!, one Pen! 10 Rupees! "
Es werden wieder mal zu viele Guesthouses gebaut und das teilweise auf den Feldern.
Dann noch die Touristen selber: mit Hotpants und trägerlosem Leiberl in einem entlegenen muslimischen Dorf herumspazieren geht halt gar nicht.

Turtuk ist dennoch so ein nettes kleines Nest, dass ich mich entschieden habe, noch einen Tag zu bleiben. Auch wenn das heißen würde, dass es aufgrund des Permits, welches nur eine Woche gültig ist, die nächsten Tage etwas stressig sein würde.

Dateianhänge:
Dateikommentar: Aufstieg zum Pass
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Dateikommentar: Schnee...
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Dateikommentar: am Pass, am Pass!
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Dateikommentar: Die Straße nach dem Pass runter in das Nubra Tal
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Dateikommentar: Eines der zahlreichen Klöster
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Dateikommentar: die einzige Tankstelle im Nubra Tal. Erstaunlicherweise hat mehr als 15 Liter in meinem 14,5 Liter Tank gepaßt :)
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Autor:  Thatsmyway [ Sonntag 22. Oktober 2017, 18:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

Turtuk und Umgebung: defintiv ein Höhepunkt meiner Reise

Dateianhänge:
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Autor:  networker [ Sonntag 22. Oktober 2017, 20:43 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

Wow Peter - ich bin von Deinen Photos und der Geschichte begeistert.

Diese Ziele stehen schon seit einiger Zeit auf meiner Löffelliste. Es gibt leider nur so wenig Berichte, das man sich ein gutes reales Bild machen kann.

Danke für deine Mühe darüber zu berichten.

Autor:  Liane [ Sonntag 22. Oktober 2017, 20:44 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

Hallo Peter,

ich habe wieder mit Begeisterung deine Bericht gelesen. Da ist mir etwas aufgefallen:

Wir waren vor einigen Jahren einige male in den USA. Da gibt es von den Landschaften viele
Ähnlichkeiten mit Spanien. Z.B. im Süden Andalusiens die wüstenähnlichen Landschaften, die
karg und braun sind außer in den Oasen, wie u.a. Campingplätze, wo künstlich bewässert wird
ist es grün, sonst karg. Nur die Entfernungen sind kürzer.
Dann sah ich das Foto in deinem Bericht mit den Schneebergen im Hintergrund, wie in Spanien, wo du schwitzend
vom Moped steigst und im Hintergrund siehst Schnee auf dem Berg. Nur fehlen hier die abenteuerlichen
Bauten der Klöster.

Toll , was du auf dich genommen hast, ich freue mich auf die nächsten Berichte.

Autor:  Chris aus Hofkirchen [ Dienstag 24. Oktober 2017, 15:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

Peter!
Wahnsinn die Landschaft, deine Bilder und natürlich deine interessanten - und für mich auch sehr wertvollen - Berichte :Sl: Danke dafür!

See you ...

Autor:  Kurare79 [ Mittwoch 25. Oktober 2017, 05:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

Vielen Dank zur Erläuterung Deines körperlichen Empfindens in den schwindelerregenden Höhen! :L

... das muss ein Erlebnis sein, erst durch diesen dichten Nebel zu fahren, wo einem trotz Winterhandschuhen fast die Finger abfrieren, ehe man die Wolkendecke durchbricht und oben die Passhöhe im Sonnenlicht erreicht... Bild

Turtuk - die Bilder sagen alles :Ni: Bild

Autor:  Thatsmyway [ Samstag 28. Oktober 2017, 15:12 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

abermals Danke für das nette Feedback...weiter gehts:)


14.07.2016: Diskit

Tja, ganz einfach hätte es ein sollen. Bloß gute zwei Stunden Fahrt auf guter Piste. Kein Grund für Hektik. Dann war zuerst das Geschäft zu, wo ich Gepäck, Helm und Benzin geparkt habe, um nicht alles auf den Hügel hinauf schleppen zu müssen. Glücklicherweise kam er nach 30 Minuten und ich konnte meine Reise fortsetzen. Dann war auf einmal das Benzin aus und ich mußte feststellen, dass ich die ganze Zeit schon auf Reserve gefahren bin. Glücklicherweise hatte ich noch Benzin im Plastikkanister.
Kurz vor Hundur hatte ich dann noch einen platten Hinterreifen. Um dem ganzen noch mehr Dramatik zu verleihen, beschloss sich der Himmel zu verdunkeln und es ordentlich krachen zu lassen. Dann begann es auch noch zu regnen, was aber nicht lange anhielt.
Ich beschloss langsam weiter zu rollen, da ich leider feststellen musste, dass ich mit meinem Bordwerkzeug keinen Schlauch wechseln kann.
Also rollte ich kurz vor mich hin, bis ich glücklicherweise einige Soldaten begegnete. Die leiteten mich kurz weiter zu einem Lastwagenfahrer. Der Soldat hatte glücklicherweise das notwendige Werkzeug und gemeinsam haben wir innerhalb einer Stunde den Schlauch gewechselt. Alle Soldaten, egal welchen Ranges, die daran beteiligt waren, waren überaus freundlich und hilfsbereit. Danach noch zum Reifenflicker, um festzustellen, ob eh alles passt und den Schlauch flicken.
Viel Glück Im Unglück gehabt an diesem Tag. Um 17:00 war ich endlich im Hotelzimmer. Dort waren sie so nett einen neue Matratze auf mein Zimmer zu tragen, da die vorhandene wieder steinhart war.

Immerhin gibt es mal wieder ein Bier am Abend

Das Wetter ist sehr seltsam. Es ist stürmisch und es regnet immer wieder. Eigentlich sollte es um diese Zeit nicht so sein.

16.07.2017: Leh

Zurück in Leh. Waren zwei aufregende Tage, und letztendlich ist alles gut gegangen, wenn nicht auch alles glatt.
Es regnet und es ist ungewöhnlich kalt. Und weil den ganzen Tag nicht die Sonne geschienen hat, gibt's im Hotel auch kein Warmwasser. Sie verwenden ausschließlich Solaranlagen um Warmwasser zu erzeugen.


Die Fahrt von Diskit zum Pangong Lake war abenteuerlicher als geplant. Unter den zufällig getroffenen Bikern hat sich das Gerücht verbreitet, dass die Flussübergänge sehr tricky sein können. Aber ich war froh, überhaupt von dieser Straße erfahren zu haben. So konnte ich immerhin einen Abstecher zum Pagong See machen.

Ich habe mich dann mit einem kanadischen Pärchen zusammen getan und der Anfang war eigentlich ganz gemütlich, sodass wir schon gedacht haben, dass all diese Gerüchte übertrieben waren. Bis wir zu einem großen Stau gekommen sind. Vor uns ist ein Landslide runtergegangen und blockierte die Straße. Und das bei einem kritischen Flussübergang. Ein Bagger, der aus dem Schlamm und Gestein wieder eine Straße machen sollte, fiel auch bald wegen Motorschaden aus. Dann kam noch ein riesiger Militärlastwagen und......blieb mitten im Morast stecken.

Wir waren alle extra früh aufgestanden um möglichst zeitig, den, von Schmelzwasser genährten Flüssen gegenüber zu stehen, wissend, dass es mit der Zeit immer schwieriger sein würde dieses Wildbäche zu überqueren, da die Sonne immer mehr Eis zum Schmelzen bringen würde. So scharten gerade wir Motorradfahrer ungeduldig mit den Füßen.

Bis sich die Mutigsten und Verwegensten nicht mehr halten konnten. Wagemutig warfen sie sich mit den Enfields in den Schlamm und mit tatkräftiger Hilfe von anderen Fahrern konnten sie die Überquerung meistern.

Immer mehr Motorradfahrer haben sich getraut und es wurde quasi eine Kette gebildet um den besten Weg für die Motorradfahrer über das Flussbett anzeigen zu können. Autos hatten keine Chance.

Letztendlich war es dann nicht so schwer für mich, rüber zu kommen. Wir haben dann noch den anderen Motorradfahrern geholfen ebenfalls das Flussbett zu überqueren, ehe wir unseren Reise fortgesetzt haben.
Mein Motorrad hat sich die ganze Zeit irgendwie schwammig angefühlt, aber ich konnte nichts besonderes feststellen.

Es waren noch einige Flüsse zu überqueren, aber nach der einen abenteuerlichen Überquerung war alles quasi ein Kinderspiel, trotzdem wir schon relativ spät dran waren und das Wasser schon hoch stand. So konnten wir einfach die tolle Landschaft genießen. Die Straße war dann auch größtenteils betoniert. Um 17:00 konnten wir ihn dann sehen: den Pangong See. Blau leuchtend im Sonnenuntergang auf 4300 Meter Seehöhe.
Wir fuhren weiter zum Örtchen Spangmik, der leider nicht sehr einladend war. In Indien haben sie wirklich ein Händchen Orte zu verunstalten. Wieder mal unzählige "Luxuscamps" die unmöglich alle jemals belegt sein werden, verschluckten die eigentlichen Häuser der Ortschaft. Und die Leute waren alles andere als freundlich. Wahrscheinlich ist der Druck, in der kurzen Saison, genügend Geld zu erwirtschaften, einfach zu groß.


Am nächsten Tag ging es früh morgens gleich weiter. Mein Inner Line Permit (notwendig für das Nubra Tal und den Pangong See) war nur gültig für eine Woche und es war der letzte Tag.
Es war ein bewölkter und windiger Tag. Die Schuhe waren noch nass vom Vortag und vor dem Chan La Pass, mit seiner Höhe von über 5320 Metern fing es auch an zu regnen. Vor einer Militär Station, auf Über 4000 Meter Höhe, war dann Endstation für mich. Schon wieder ein platter Hinterreifen! Der zweite Patschen am Hinterreifen innerhalb von zwei Tagen. Mit Hilfe von einem Soldaten habe ich dann das Hinterrad ausgebaut in der Hoffnung das mich wer nach Karu mitnimmt, der nächste Ort, über den Pass, 60km entfernt, wo ein Reifenflicker war.
Wie letztes mal bemühten sich die Soldaten so gut zu helfen wie ihnen möglich war. Ein Captain gab die Order dazu, die einfachen Soldaten freuten sich über die Abwechslung. Sie sollten ein geeignetes Fahrzeug stoppen, damit ich mit dem Hinterrad zum Reifenflicker kommen konnte.
Leider kamen kaum Fahrzeuge vorbei. Es dauerte über zwei Stunden, bis die Soldaten endlich ein geeignetes Fahrzeug anhalten könnten. Dafür bot der Fahrer an, gleich das ganze Motorrad im Pick Up mitzunehmen, was natürlich bedeuten würde, dass ich nicht hin und her fahren müsste. Der Preis, den der Fahrer dafür haben wollte, war purer Wucher :3000 Rs! Jetzt legten sich aber die Soldaten ordentlich ins Zeug und handelten den Preis runter auf 1000 Rs. Das Motorrad wurde mehr als abenteuerlich aber effektiv auf dem Pick Up befestigt und es hielt auch die ganze rumpelige Straße.

2 Stunden später in Karu angekommen, informierte mich der Reifenflicker, dass ich ich zwei große Löcher im Mantel habe und ich immer wieder einen Platten haben würde. Immerhin konnte er den Reifen notdürftig flicken. Na bravo!

Übrigens hat sich niemand mehr darum geschert ob mein Permit noch gültig war oder nicht. Es wurde genau einmal vor dem Khardung LA Pass kontrolliert, aber beim Verlassen des Nubra Valley bzw. der Seen Region war es anscheinend nicht mehr wichtig.

Ich kam abends gut in Leh an. Jetzt war wieder mal eine Pause angesagt.

Dateianhänge:
Dateikommentar: der freundliche Herr der in Turtuk auf meine Sachen aufgepasst hat
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Dateikommentar: der freundliche Helfer in der Not
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Dateikommentar: endende Straßen
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Dateikommentar: da war einmal eine Straße
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Dateikommentar: die fleißigen Helfer weisen den Weg
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Dateikommentar: wo war nochmals die Straße?...eine weitere Flussüberquerung
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Dateikommentar: Pangong See
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Dateikommentar: Pangong See
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Dateikommentar: Pangong See.
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DSCF0869.jpg [ 496.6 KiB | 122-mal betrachtet ]

Autor:  Thatsmyway [ Samstag 28. Oktober 2017, 15:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: 3 Monate durch Nordindien ( 2016)

Noch ein paar Bilder:

Dateianhänge:
Dateikommentar: auch Trucks blieben hängen...
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Dateikommentar: aber die Landschaft war mir die Strapazen wert.
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XTCF2374.jpg [ 395.95 KiB | 120-mal betrachtet ]
Dateikommentar: den letzten Pass über 5300m leider nur per Anhalter, quasi
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XTCF2432.jpg [ 512.5 KiB | 120-mal betrachtet ]
Dateikommentar: eines der beiden Löcher im Mantel
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XTCF2435.jpg [ 307.51 KiB | 120-mal betrachtet ]

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