Mimoto's Reiseforum

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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 21. März 2015, 07:32 
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Tag 4 - Kratie nach Phnom Penh - 240 km

Nach den harten 450 km vom Vortag tun uns noch die Hinterteile weh, als wir uns am nächsten Morgen für die nächste Etappe auf die Motorräder schwingen. Die Jialing Sitzbänke gehören mit Sicherheit nicht zu den besten der Welt. Wir schlängeln uns durch den morgendlichen Verkehr von Kratie, um die Stadt zu verlassen und folgen dem Mekong eine zeitlang Richtung Süden. Dabei überwueren wir eines Vielzahl von einspurigen Brücke, die sich über die vielen Zuflüsse des Mekong spannen.

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Und jedes Mal heisst es warten, bis der Gegenverkehr die Brücke verlassen hat. Dann sind wir dran. Erstaunlicherweise klappt das völlig ohne Verkehrsregelung oder Ampelanlage. Die Kambodschaner warten einfach geduldig, bis sie an der Reihe sind, die Brücke zu überqueren.

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Nach einigen Kilometern trennen wir uns vom Mekong, der Richtung Westen abknickt, während wir uns weiter Richtung Südwesten bewegen. In Phnom Penh werden wir den Fluß später wiedersehen.

Wir machen regelmäßig Trinkpausen in kleinen Dörfern. Das tut auch den Hinterteilen gut und mir gibt es die Gelegenheit zu rauchen.

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Die kleinen Motorroller, die wir überall sehen, sind eines der wichtigsten Verkehrsmittel in Kambodscha. Ob als Fahrzeug für die Familie, als Tuk-Tuk oder als Zugmaschine für fahrbare Arbeitsmaschinen - sie finden überall Verwendung.

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Nördlich von Phnom Penh überqueren wir erneut den Mekong und kämpfen uns in die Innenstadt Phnom Penhs vor. Wir fahren auf einer autobahnähnlichen Straße mit drei Fahrspuren in jede Richtung. Allerdings nimmt man es hier mit der Nutzung der Fahrbahnen nicht so genau. Regelmäßig kommen uns auf der linken Spur unserer Fahrbahn Fahrzeuge entgegen.

Unser Hotel in Phnom Penh ist ein typisches Backpacker Hotel. In der Innenstadt gelegen bietet es einfach Komfort aber eine zentrale Lage. Die Sicht vom Hotelbalkon eröffnet den Blick auf ein farbenfrohes Häusermeer.

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Da wir schon am frühen Nachmittag in Phnom Penh ankommen, miete ich mir für 10 Dollar ein Tuk-Tuk für eine Stunde und lasse mir die Sehenswürdigkeiten zeigen. Zuerst einmal sehe ich allerdings den Verkehr und bin froh, daß ich nicht selber fahren muß.

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Ich habe keine Ahnung, was ich alles zu sehen bekomme, aber Phnom Penh macht insgesamt einen guten Eindruck auf mich. Eine lebendige Stadt mit einer gelungenen Mischung aus traditionellen und modernen Gebäuden

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und Denkmälern.

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Die vielen Tuk-Tuks transportieren nicht nur Personen, auch Güter werden so von A nach B gebracht. Über die Befestigung des Bettes auf dem Dach des Tuk-Tuk denk ich lieber nicht nach.

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Und überall die kleinen Motorroller. Vier Personen auf einem Rolle? Kein Problem - geht alles.

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Fortsetzung folgt.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 21. März 2015, 17:53 
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Faszinierende Reise! Vielen Dank für die Eindrücke von Kambodscha. :L
Auf die Fortsetzung freue ich mich schon.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 22. März 2015, 05:12 
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Bevor es jetzt mit dem Reisebericht weitergeht, kurz etwas zum Jialing Gespann.

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Jialing ist eine chinesische Firma, die für das Militär und andere Behörden Solomotorräder und Motorradgespanne produziert. Der wassergekühlte Einzylinder mit 600 cm³ und 40 PS ist ein Lizenznachbau eines Rotaxmotors. Die Benzinzufuhr wird über eine elektronische Einspritzung gewährleistet. Nahezu alle elektronischen Komponenten stammen von Bosch. Die Motorräder werden mit Kette angetrieben. Die Solomotorräder haben ein Fünfganggetriebe, die Motorradgespanne müssen mit einem Vierganggetriebe auskommen, da der fünfte Gang einem Rückwärtsgang weichen musste.

Wie man auf dem Bild oben schön sehen kann, wird das Seitenwagenrad über Bowdenzüge mitgelenkt und zwar sowohl nach rechts als auch nach links. Dadurch lässt sich das Gespann sehr angenehm fahren. Zum einen kann man Rechtskurven recht zügig fahren, ohne daß das Seitenwagenrad steigt, zum anderen verschwindet in Linkskurven das Eintauchmoment nach rechts über die Achse Vorderrad - Seitenwagenrad fast völlig.

Jialing Motorräder sind seit 2012 auch in Europa zu bekommen, Hauptimporteur ist die niederländische Firma Motorwerk (http://www.motorwerk.nl). Mit deutlich unter 10.000 Euro sind die Gespanne eine echte Alternative zu den beliebten Russenboxern.

Die Verarbeitung der Motorräder hat mich allerdings nicht wirklich überzeugt. "Mein" Gespann hatte 15.000 km auf der Uhr und die Befestigungen der Kunststoffverkleidungen waren bereits an vielen Stellen gebrochen und provisorisch durch Kabelbinder ersetzt worden. Die Qualität der einzelnen Komponenten scheint soweit in Ordnung zu sein, allerdings deutet es auf Mängel beim Zusammenbau hin, wenn sich eine Schraube des dreiteiligen Zündschlosses löst und es dadurch zu Wackelkontakten kommt, die mir letzten Tag den Spaß verdorben haben.

Nach 15.000 km hatte "mein" Gespann schon den ersten Kupplungswechsel hinter sich. Allerdings muß man dabei berücksichtigen, daß die Gespanne in einem Umfeld gefahren werden, die nicht mit Bedingungen in Deutschland vergleichbar sind. Unter anderem waren sie im letzten Jahr mit einer Tour im Basislager des Mount Everest auf über 5.000m Höhe und haben sich dort teilweise im ersten Gang hocharbeiten müssen.

Der fehlende fünfte Gang der Gespanne macht sich auch auf befestigten Straßen bemerkbar. Alleine von der Geräuschkulisse des Motors habe ich darauf verzichtet, schneller als 100 km/h zu fahren (OK - wäre durchgängig in Kambodscha eh nicht machbar gewesen). Ab etwa 100 km/h hörte sich der Motor für mich sehr gequält an. Als "alter" DR BIG Fahrer glaube ich ein Ohr dafür zu haben.

Für die unbefestigten Straßen in Kambodscha waren die Gespanne allemal ausreichend motorisiert. Trotz Telegabel lassen sich die Gespanne ohne viel Krauftaufwand lenken (da macht sich auch das mitsteuernde Seitenwagenrad positiv bemerkbar). Die Federung sowohl des Motorrads als auch des Seitenwagens sind mehr als ausreichend.

Der Seitenwagen verfügt über einen Kofferraum, der ausreichend Platz für mehrere Helme und/oder Taschen bietet. Ein Nachteil des Kofferraums, er ist nicht wirklich vom Seitenwageninnenraum getrennt, so daß dort viel Dreck und auch Regenwasser reinkommt. Ich habe inzwischen bei deutschen Jialingfahrern gesehen, daß sie mit wenig Aufwand ein Alublech hinter den Seitenwagensitz genietet und mit Silikon abgedichtet haben, um das zu verhindern.

Mein Fazit nach 1.700 km: Das Jialing Gespann wäre für mich eine echte Wahl für ein Ganzjahresgespann (mit Schwerpunkt Wintergespann). Technisch bietet es einige Feinheiten, die das Gespannfahren deutlich erleichtern. Die mangelhafte Verarbeitungsqualität, insbesondere im Berich der Elektronik, würde ich in Kauf nehmen, da sie relativ einfach zu steigern ist. Zur Zeit denke ich ernsthaft darüber nach, mir eine Jialing als Gespann Nummer 3 auf den Hof zu stellen.

Gruß aus Kabul

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 22. März 2015, 07:07 
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Tag 5 - Phnom Penh nach Sihanoukville - 250 km
Tag 6 - Sihanoukville - Ruhetag

Am nächsten Morgen brauchen wir für die 25 km um Phnom Penh zu verlassen eine geschlagene Stunde. Wir verlassen die Stadt Richtung Westen, um dann nach einigen Kilometern Richtung Südwesten abzubiegen. Die Landschaft bleibt gleich. Flach, einzelne Hügel in einiger Entfernung. Die Straßen sind schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen. Die wenigen Kurven sind anspruchslos. Fahrerisch haben wir bisher keine echte Herausforderung erlebt, wenn man einmal vom Großstadtverkehr absieht. Rechts und links der Straßen ziehen sich die Felder, die zur zeit alle trocken sind. Später im Jahr werden sie unter Wasser stehen.

Vereinzelte Bauernhöfe säumen die Straße.

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Es sieht so aus, als gäbe es in Kambodschas Schulen Vormittags- und Nachmittagsunterricht. In mehreren Dörfern ist mir aufgefallen, daß die Schulkinder um 11.00h und um 17.00h auf die Straßen strömen.

Wir nähern und der Küste und überqueren viele kleine Flüsse, die ins Meer fließen. In einige Flußmündungen ankern Boote, ich vermute, sie dienen dem Fischfang auf dem Meer.

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In anderen Flußmündungen sehen wir typische Flußboote.

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Wir erreichen Sihanoukville am frühen Nachmittag. In den Straßen sehen wir sehr viele junge Touristen mit Rucksäcken und stellen fest, Sihanoukville ist ein Backpacker´s Paradise. Übernachtungen im Bunkhouse ab 3 Dollar, in Hotels mit Ventilatoren ab 15 Dollar, in Hotels mit Klimaanlagen ab 25 Dollar. Unser Hotel liegt im Zentrum der Backpackerunterkünfte, gehobener Standard mit Klimaanlage. Um uns herum Bars und Restaurants und andere Hotels, der Strand und die Bootsanlegestelle sind etwa 200 m entfernt.

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Bier gibt es hier ab 0,50 Dollar und überall Straßenrestaurants. Ein einigermaßen erträglicher Caipirinha kostet 3 Dollar. Ich möchte nicht wissen, was es hier noch alles an illegalen Dingen gibt.

In Sihanoukville legen wir einen Ruhetag ein. Gerrit nutzt ihn, um mit einem der vielen Touristenboote eine Inselhopping Tour zu machen, ich verbringe den Tag am Strand und mache dort einige Photos.

Der Bootsanleger:

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Der Partystrand (eher nicht mein Ding):

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Auf der anderen Seite des Bootsanlegers geht es bedeutend ruhiger zu. Dort befinden sich Bars und Cafes direkt am Strand. Und dort ankern auch einige interessante Schiffe, während Kambodschaner im Wasser mit Netzen Fische fangen.

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Hier noch ein letztes Foto mit Sicht vom Bootsanleger zu unserem Hotel:

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Fortsetzung folgt.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 22. März 2015, 07:53 
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Beiträge: 1374
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Hallo Franklin

Toller Bericht, schreit richtig nach mehr. Ich kann mir so eine Reise als sehr interessant
vorstellen. Danke fürs mitnehmen, freue mich auf mehr. :L

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Gruss aus der Schweiz

Bruno


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 22. März 2015, 14:45 
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Beiträge: 1497
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Schöner Bericht, danke für die Mühe! :L

Erinnert mich stark an Thailand vor 17 Jahren.

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Gruß Bernd

meine Reiseberichte
Unterwegs mit KTM 690 Reise-Enduro und Yamaha WR 450 F

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Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 22. März 2015, 18:33 
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Beiträge: 1315
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Faszinierend! Flotter Text und eindrucksvolle Bilder!

Danke fürs Mitnehmen in ein fernes Land :L

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Gruß aus dem niederen Sachsen
Michael Bild


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Ungelesener BeitragVerfasst: Montag 23. März 2015, 06:43 
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Tag 7 - Sihanoukville nach Koh Kong - 240 km

Nach unserem Ruhetag schwingen wir uns wieder auf die Gespanne und wenden uns Richtung Norden. Wir überqueren zahllose Flüsse an deren Ufer sich Menschen angesiedelt haben.

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Immer wieder halten wir an, um uns mit Getränken zu versorgen. Es ist heiß und trocken, die Temperaturen weiterhin über 30°.

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Die Landschaft ist in der ersten Hälfte weiterhin flaches Agrarland. Die typischen Häuser auf ihren Stelzen stehen sehen wir vereinzelt entlang der Straße.

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In der zweiten Hälfte dieser Tagesetappe ändert sich die Charakteristik der Landschaft. Wir kommen jetzt in eine mit Regenwald bewachsene Hügellandschaft. Es geht bergauf und bergab auf einer Straße mit Kurven, die diesen Namen auch verdienen.

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In großen Tümpeln entlang der Straße baden Wasserbüffel.

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Und Hinweisschilder warnen vor freilaufenden Elefanten - von denen wir natürlich keine zu Gesicht bekommen.

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Die Mittagspause machen wir wieder in einem der kleinen Straßenrestaurants. Die findet man wirklich überall in Kambodscha, selbst im kleinsten Dorf.

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In Koh Kong sind wir in einem netten, kleinen Hotel direkt am Atay Fluß untergebracht. Die Hotelbar befindet sich direkt am Flußufer.

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Den Abend verbringen wir in einem sehr guten Straßenrestaurant bei typisch asiatischer Küche und gutem kambodschanischen Bier.

Fortsetzung folgt.

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