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 Betreff des Beitrags: Kambodscha mit dem Motorradgespann
Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 18. März 2015, 15:18 
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Guten Tag zusammen,

im Januar 2015 habe ich über die Firma Corner Adventures eine geführte Motorradtour auf einem chinesischen Jialing Motorradgespann in Kambodscha gemacht. Insgesamt dauerte die Tour selber neun Tage, allerdings bin ich einen Tag früher angereist und zwei Tage länger geblieben.

Hier werde ich mal ein paar Fotos zeigen und kurze Beschreibungen zur Tour abgeben. Im Frühsommer wird in der Ausgabe Nummer 20 des Motorradgespann Magazins Sidecar Traveller ein Reisebericht zu der Tour erscheinen.

Fangen wir mal mit den Vorbereitungen an. Über die deutschen Motorradgespann Magazine Sidecar Traveller und Motorradgespann bin ich im Frühjahr 2014 auf Corner Adventures aufmerksam geworden. Ursprünglich wollte ich 2015 mit einem Freund (er auf seiner Harley, ich mit Tochter und BMW Gespann) eine Osteuropa Tour machen, die sich dann aber zerschlagen hat. Alternativ habe ich mich dann im Spätsommer 2014 an Corner Adventures erinnert und für den 18. bis 27. Januar 2015 die Rundtour in Kambodscha gebucht.

Da ich eh im Ausland arbeite, hatte ich wegen eventueller Impfungen keine Probleme. Ich musste mir nur einen internationalen Führerschein bei der Führerscheinstelle des Kreises Ahrweiler besorgen. Da ich noch den alten rosafarbenen EU Führerschein hatte, wurde direkt auch der neue EU Scheckkartenführerschein fällig, da es nur in Verbindung mit diesem einen internationalen Führerschein gibt. Der Spaß kostete insgesamt knapp 50 Euro - im Vergleich zu den Gesamtkosten der Reise ein echtes Schnäppchen :D

Danach ging es an die Buchung eines passenden Fluges. Ausgangspunkt und Endpunkt der Tour ist Siem Reap. Dort gibt es einen internationalen Flughafen, allerdings keine Direktflüge von Deutschland aus. Letztendlich habe ich Flüge von Frankfurt über Hanoi nach Siem Reap und zurück über Ho Chi Minh Stadt (Saigon) bei Vietnam Airlines gebucht. Flugzeit von Frankfurt nach Hanoi (entgegen der Erddrehung) etwa 10,5 Stunden, Flugzeit von Ho Chi Minh Stadt nach Frankfurt (mit der Erddrehung) etwa 13,5 Stunden. Ich hasse fliegen, obwohl ich beruflich bedingt zur Zeit etwa 75.000 km im Jahr fliegen muss :(

Am 16. Januar bin am frühen Nachmittag ich Frankfurt losgeflogen, am 17. Januar kam ich am frühen Abend in Siem Reap an. Die lange Flugzeit von 29 Stunden lag zum einen an einem zehnstündigen Aufenthalt in Hanoi und zum anderen an der Zeitverschiebung. in Kambodscha ist sechs Stunden später als in Deutschland.

Am Flughafen in Siem Reap traf ich Gerrit, einen Deutschen aus Hannover, der die gleiche Tour gebucht hatte. Abgeholt wurden wir von Willem, unserem Tourguide und Miteigentümer von Corner Adventures, mit einem der Jialing Gespanne. Willem ist trotz seines Alters von nur 24 Jahren extrem Motorradgespannerfahren. Mit einem chinesischen Chiang Jang Gespann ist er in dei Monaten 18.000 Kilomter von Shanghai nach Amsterdam gefahren und hat über diese Tour auch ein Buch geschrieben, das auf englisch und niederländisch erhaltbar ist.

Er ist Niederländer, hat allerdings den größten Teil seines Lebens in China verbacht. Nach dem Studium hat er sich entschlossen sein Hobby zum Beruf zu machen und bietet seit letztem Jahr geführte Motorradtouren in Südostasien an. Neben Kambodscha gehen seine Touren auch nach China, Laos, Myanmar und Thailand. Als Höhepunkt hat er letztes Jahr eine Tour in Tibet organisiert, die unter anderem auch ins Basislager am Mount Everest führte.

Mit drei Personen und Gepäck fahren wir etwa 20 Minuten zum Hotel Mont Royal im Herzen von Siem Reap. Das erste Bild zeigt den Eingangsbereich des Hotels. Das zeite Bild den Innenhof mit Pool.

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Für uns Europäer absolut ungewohnt, vor dem Betreten des Hotels ziehen wir die Schuhe aus und schlüpfen in bereitstehende Schlappen.

Da uns die Anreise ziemlich geschlaucht hat, lassen wir den Abend nach dem Einchecken in einem der vielen kleinen Straßenrestaurants bei kambodschanischen Bier (Angkor - richtig lecker, braucht den Vergleich mit deutschem Bier nicht zu scheuen) und gebratenem Reis ausklingen. Die Preise sind paradiesisch, ka könnte ich mich dran gewöhnen. 0,50 US Dollar für eine Flasche Bier und 1,25 US Dollar für den Reis. Nach drei Bierchen ziehen wir uns auf unsere Zimmer zurück und schlafen erst einmal aus.

Fortsetzung folgt.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. März 2015, 09:38 
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Tag 1

Da die eigentliche Tour erst am Nachmittag beginnt, gehe ich mit Gerrit am Vormittag in Siem Reap bummeln. Siem Reap ist durch die Nähe zu den berühmten Tempelanlagen von Angkor Wat eine Touristenstadt. Hier treffen sich Reisende aus allen Teilen der Welt. Entsprechend groß ist das Angebot an Souvenirs und die vielen Händler preisen ihre Waren aktiv an, allerdings ohne jemals wirklich aufdringlich zu werden.

Wir besuchen ein buddhistisches Kloster mit angeschlossener Schule und Friedhof. Auf dem Foto ein typischer Ausschnitt eines Gragmals.

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An jeder Kreuzung sehen wir ein Kabelgewirr, mit dem die Stromversorgung in Siem Reap sichergestellt wird. Wir wundern uns, daß das so klappt. Ich denke, es wäre eine Lebensaufgabe für einen Ingenieur, einen Stromverlaufsplan zu erstellen.

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Immer wieder sieht man auf den Straßen, aber auch auf Grundstücken, wie hier im Eingang unseres Hotels, kunstvoll gearbeitete Schreine.

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Obst und Gemüse wird an jeder Ecke angeboten. Es stammt in der Regel aus Kambodscha und ist wirklich frisch. Kleine Bananen und Ananas schmecken einfach fantastisch, kein Vergleich zu deutscher Supermarktware.

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Der Straßenverkehr ist chaotisch allerdings nicht aggressiv. Kleine Motorroller und Tuk-Tuks beherrschen das Straßenbild.

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Am Nachmittag erfolgt die Einweisung an den Motorradgespannen. Corner Adventures hat insgesamt vier Jialing Gespanne und vier Jialing Solomotorräder. Da sowohl Gerrit als auch ich Gespannfahrer sind, haben wir uns für die Jialing Gespanne entschieden.

"Mein" Gespann für die nächsten neun Tage:

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Bei den Jialing Motorrädern handelt es sich um ein chinesische Fabrikat mit wassergekühltem Einzylindermotor, 600 cm³ und 40 PS. Der Motor ist ein Lizenzbau eines Rotaxmotors, die Elektronik stammt überwiegend von Bosch. Die einzelnen Komponenten snd von recht guter Qualität, allerdings ist die Qualität des Zusammenbaus nicht immer entsprechend, wie ich später noch feststellen werde.

Das Getriebe der Gespanne ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Solovariante hat ein "normales" Fünfganggetriebe (1. Gang nach unten, alle anderen nach oben). Das Gespann hat einen Rückwärtsgang und muß daher auf einen Gang verzichten. Alle vier Gänge werden nach oben geschaltet, der Rückwärtsgang aus dem Leerlauf, nach dem Betätigen eines Bowdenzugs, nach unten. Es dauert aber nicht lange bis wir uns an diese Schaltmimik gewöhnt haben.

Unsere erste kleine Tour führt uns zu einer beinahe unbekannten Tempelanlage in der Nähe von Siem Reap. Wir versuchen, uns an den Straßenverkehr anzupassen und schwimmen einfach im Gewusel mit. Es klappt überraschend gut und die kambodschanischen Fahrer zeichnen sich durch eine große Rücksichtnahme aus. Hier hat es keiner wirklich eilig.

Sobald wir die Stadt verlassen haben geht es auf kleinen, ubefestigten Straßen weiter. Nahezu alle unbefestigten Straßen, die wir in Kambodscha befahren haben, sind rote Sandpisten. Der Staub ist pulverfein und findet seinen Weg in jede Ritze.

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Die Tempelanlage, die wir besuchen, wurde provisorisch gegen weiteren Verfall geschützt, ist aber noch nicht restauriert.

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Überall sehen wir blühende Pflanzen. Der Januar ist eine tolle Reisezeit in Kambodscha, die Durchschnittstemperatur liegt bei 26°, die Regenwahrscheinlichkeit bei knapp über 0%. Überall grünt und blüht es - einfach herrlich im Vergleich zum naßkalten Winterwetter in der Eifel.

Am Abend machen wir einen Abstecher in die Innenstadt und besuchen die Pub Street und den Nachtmarkt, bevor wir recht früh unsere Zimmer aufsuchen und fehlenden Schlaf nachholen.

Fortsetzung folgt.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. März 2015, 09:44 
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Freue mich auf die Fortsetzung 8-)

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. März 2015, 09:51 
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Schoener Anfang :L

Bin gespannt auf die Fortsetzung :)

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Schönen Gruß Tom

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. März 2015, 11:16 
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Und schon bricht es wieder aus, das Reisefieber. Toller Start, der laut nach "MEHR" schreit :D
Das Gespann wird mittlerweile auch hier angeboten; bin auf Deine weiteren Erfahrungen gespannt


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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. März 2015, 11:37 
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...jetzt schon mitreisend. Die Gespannfarbe passt ja, sehr gespannt wie es weitergeht. :L

Grüße

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. März 2015, 11:57 
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ist definitiv was anders als die Alpen.
Freue mich schon auf die Fortsetzung :mrgreen:

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Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 19. März 2015, 13:02 
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:L bin auch gespannt, wie's weiter geht! ;)

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